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Tipps für Gruppen mit wenigen Kindern

Sind Gruppen mit 20 Kindern „besser“ als Gruppen mit 3-6 Kindern? Oder ist das Arbeiten mit vielen Kindern „lustiger“ oder „leichter“ als mit wenigen? Öfters klagen Gruppenleiter/innen mit eher kleinen Gruppen, dass die geringe Anzahl mehr Nach- als Vorteile hat und dass es manchmal demotivierend ist, Programm vorzubereiten, wenn schon wieder „nur“ wenige Kinder da sind.
Wir wollen euch deshalb heute die vielen positiven Seiten von kleinen Gruppen aufzeigen und Tipps geben, worauf ihr dabei achten könnt und sollt.
Klein, aber trotzdem fein
Kennst du das aus Sitzungen oder von Treffen? Einige Leute sind schon da, ein paar fehlen noch oder kommen wieder einmal gar nicht. Nicht selten heißt es dann: „Jetzt fehlen schon wieder so viele!“ Für die, die (schon) da sind, ist das wenig motivierend – denn sie sind ja hier und wollen offensichtlich etwas gemeinsam tun.
Was das für die Gruppenstunde bedeutet? Freu dich über die Kinder, die da sind. Sie sind – obwohl sie wissen, dass sie nur wenige sein werden – gekommen und motiviert, etwas zu tun!

Weniger ist mehr…
Weniger Kinder heißt gleichzeitig mehr Zeit für jedes einzelne Kind. In einer Gruppe von 20 Kindern ist es schwierig, sich jedem einzelnen Kind in jeder Stunde persönlich zu widmen – Organisatorisches und das Unter-einen-Hut-Bringen von vielen verschiedenen Interessen stehen hier viel mehr im Vordergrund. Bei 4 Kindern ist schon beim Plaudern vor Beginn der Gruppenstunde viel Zeit, jedem Kind zu ermöglichen, von seinem Tag zu erzählen, und auch während der Gruppenstunde haben die Kinder viel Platz, ihre Wünsche und Interessen einzubringen. So wird sich wahrscheinlich eine gute Vertrauens- und Gesprächsbasis mit allen Kindern schneller entwickeln können als in größeren Gruppen und wichtige Ziele der Jungschar, wie etwa die Mitbestimmung der Kinder, lassen sich leichter realisieren.

Das zahlt sich ja – doch – aus!

Viele Gruppenleiter/innen kleiner Gruppen leiden darunter, dass viele Spiele oder Methoden erst mit größeren Gruppen gut durchführbar sind. Gerade, wenn die Kinderanzahl stark schwankt, kann es schon frustrierend sein, wenn jede zweite Stunde das Programm, das eigentlich geplant war, nicht durchgeführt werden kann, weil plötzlich „nur“ 3 oder 4 Kinder in die Gruppenstunde gekommen sind. Manchmal leidet dann die Vielfalt und Kreativität des Programms darunter – es wird nichts oder nur mehr wenig vorbereitet, weil es sich für die Anzahl gar nicht richtig „auszahlt“!
Doch: Es zahlt sich aus! Denn die Kinder, die da sind, sind es genauso wert, abwechslungsreiche Stunden in der Jungschar oder bei den Minis zu erleben. Hier ist manchmal ein Umdenken gefragt: Statt automatisch für mehr zu planen und dann enttäuscht zu sein, gilt es nun, von vornherein für weniger Kinder vorzubereiten. Wenn die Kinderzahl stark schwankt, dann ist es sinnvoll, schon im Vorhinein zu überlegen, wie das eine oder andere Spiel für weniger bzw. mehr Kinder adaptiert werden kann.

Klein und (unauf-)wendig…

Kleine Gruppen haben den Vorteil, dass ihr leichter und spontaner gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Gruppenraumes machen könnt. Eine (Straßen-) Bahnfahrt mit 20 Kindern kann eine Herausforderung sein, 3 oder 6 Kinder sind da eine „überschaubarere“ Anzahl. Ein spontaner Einkauf, um dann gemeinsam einen Obstsalat zu machen, kurz ums Eck Eis essen gehen, bei dir zu Hause Kekse backen oder die Rodel im Gruppenraum nehmen, um den ersten Schnee zu nutzen – das alles ist schnell und unaufwendig möglich.

Gruppenstunden für kleinere Gruppen

Viele Gruppenstunden sind, so wie du sie im kumquat oder in Behelfen findest, für kleinere oder größere Gruppen gleichermaßen verwendbar.
Gerade, wenn sich die Stunde um ein Thema dreht, zu dem Rollenspiele gemacht werden, die Kinder ihre Meinung zu verschiedenen Situationen äußern sollen oder die Gruppe über ein bestimmtes Thema diskutiert, ist eine geringere Kinderzahl nicht von Nachteil. Die Kinder können sich gut einbringen und kommen auch leichter und öfter zu Wort als in großen Gruppen.

In diesem kumquat kannst du das Modell „Ich bin einmalig“ wie abgedruckt für eine Gruppe mit weniger Kindern verwenden.
Beim Modell „Alarm! Ohr verstopft!“ bildet bei den Spielen „Ärzt/innenkonferenz“, „Musiktherapie“ und „Ohrenschmalz“ einfach jedes Kind für sich eine „Gruppe“ – ansonsten ist die Spielekette auch mit einer kleineren Gruppe gut spielbar.
Beim Modell „Laut(-)Stark - Prophetinnen und Propheten“ kannst du statt dem Spiel „Stille Erklärung“ das Spiel „Schreiben und Zeichnen“ verwenden: Hier wird zuerst ein Begriff oder Satz aufgeschrieben und dann an das nächste Kind weitergereicht. Dieses zeichnet den angegeben Begriff/Satz und faltet dann den ersten Begriff/Satz um. Das nächste Kind sieht daher nur mehr die Zeichnung und versucht wiederum, daraus einen Begriff/Satz zu bilden.

Tipp: Selbst wenn eine Gruppenstunde für eine größere Gruppe geplant und beschrieben ist, ist oft nur wenig Aufwand nötig, um diese für eine kleinere Gruppe zu adaptieren: Du kannst einfach ein Spiel auswechseln, weniger Kleingruppen machen usw.
Viele Methoden dauern mit weniger Kindern auch kürzer – plane deshalb eher etwas mehr Methoden für eine Gruppenstunde ein oder rechne damit, dass ihr etwas schneller fertig sein werdet und dann noch Zeit ist, z.B. zu plaudern oder etwas anderes zu spielen.

Genauso sind viele Spiele für kleinere Gruppen gut geeignet. Die Spielemappe bietet eine Fülle an unterschiedlichen Spielideen, die du mit deinen Kindern ausprobieren kannst (erhältlich um 10,90 Euro im Jungscharbüro). Zwei Beispiele die gut geeignet sind:

WIE IST DAS?
Die Kinder schreiben auf Zetteln in Stichworten Situationen, bei denen angenehme Gefühle entstehen, z. B. ein Geschenk bekommen, das man sich schon lange gewünscht hat; von jemandem gelobt werden; eine Weltreise gewinnen,… Wichtig ist, darauf zu achten, dass nur angenehme Situationen auf den Zetteln stehen, damit die Kinder keine für sie unangenehmen Situationen erraten müssen.
Nachdem die Zettel gemischt worden sind, bekommt jedes Kind einen Zettel auf seinen Rücken geklebt. Nun gehen alle Kinder durch den Raum und stellen einander Fragen, um zu erraten, welche Situation auf dem Zettel beschrieben steht. Die anderen Kinder sollen nicht nur mit „Ja!“ oder „Nein!“ antworten, sondern durchaus auch weitere Hilfestellungen geben.
Anstatt Situationen können auch berühmte Persönlichkeiten, Tiere, usw. erraten werden.

DREIECKSFANGERL
Die Kinder finden sich in Vierergruppen zusammen. Jeweils drei Kinder bilden Hände haltend einen Kreis. Das vierte Kind ist das Fängerkind. Es läuft um den Kreis und versucht, ein Kind am Rücken zu berühren, das vorher gemeinsam bestimmt wurde. Die Kinder im Kreis versuchen, durch Hin- und Herdrehen zu verhindern, dass dieses Kind berührt wird.
Sollte es für das Fängerkind zu schwierig sein, kann die Kreisgröße verkleinert werden, indem sich die drei Kinder um die Schultern fassen.


Falls ihr trotzdem einmal eine größere Aktion machen wollt – etwa ein Geländespiel oder ein Faschingsfest - könnt ihr natürlich auch andere Jungschar- und Mini-Gruppen dazu einladen!

Viel Spaß dabei!
Andrea Jakoubi

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