Macht eine Kinder-Klimakonferenz!


Bei einer Klimakonferenz können Kinder sich aktiv für Veränderungen in Bezug auf Klimafragen einsetzen.

Oft werden die Anliegen von Kindern nicht gehört oder gleich abgetan. Mit diesem Behelf wollen wir euch zeigen wie es anders gehen kann. Die an der Konferenz teilnehmenden Kinder dürfen ihre eigenen Forderungen entwickeln und ihre Ideen für eine nachhaltige Zukunft erarbeiten.

Ausgehend von der Situation bei euch in der Pfarre, im Bezirk, im Dorf oder im Grätzel, sammelt ihr klimaschädliche Faktoren und besprecht mögliche Lösungen. In diesem Behelf geben wir euch zu fünf Themenbereichen – Müll, Verkehr, Lebens­mittel, Wasser und Vielfalt in der Natur – konkrete Methoden und ausreichend Hintergrundinformationen, damit ihr einfach und ohne viel Vorbereitung mit den Kindern dazu arbeiten könnt.

Ziel sind Forderungen

Das Ziel der Konferenzen ist die Formulierung von Forderungen, die ihr dann an den PGR, den Gemeinderat oder auch anderen politischen Entscheidungsträger*innen weitergeben könnt. Diese Forderungen sollen sehr konkrete Aussagen sein, wie zum Beispiel: „In den Ecken der Parks und Gärten in unserer Gemeinde soll es mehr wild bewachsene Stellen geben, damit Bienen und andere Insekten sich dort wohl fühlen.“ Ihr könnt eine Forderung zum Beispiel in einem kurzen, klaren Satz schreiben (z.B. „Wir wollen weniger Mist“) und dann noch weiter ausführen, wie ihr euch das vorstellt, wie man da hinkommen könnte und warum ihr das fordert. Ihr könnt auch dazuschreiben, was ihr dazu beitragen könntet. Dadurch könnt ihr aufzeigen, dass auch Selbstverantwortung für einen Wunsch übernommen wird, genauso wie ihr erwartet, dass die „offizielle“ Stelle, an die euer Anliegen geleitet wird, dieses erfüllt. Alle eure Forderungen werden am Ende der Konferenz präsentiert und von den anwesenden Kindern beschlossen.

Im Idealfall findet in deiner Pfarre auch eine Klimakonferenz für Erwachsene statt. Eure Forderungen können dann in der Konferenz der Erwachsenen aufgenommen und weiterbearbeitet werden. Triff dich dazu am besten schon vor der Klimakonferenz mit einer Person, die die Erwachsenen-Klimakonferenz organisiert und überlegt euch, in welcher Form die Forderungen übergeben werden, zu welchem Zeitpunkt und wo und wie sie in die Erwachsenen-Konferenzen einfließen werden. Achte darauf, dass die Forderungen der Kinder dann gut verankert werden und nicht unter den Tisch fallen. Besprecht auch, wie die Ergebnisse der Erwachsenen-Konferenzen dann wieder zu den Kindern zurückfließen könnten, damit die Kinder auch wissen, was mit ihren Forderungen weiter passiert.

Was, wer, wie, wo, wie lange?

Die Kinderkonferenzen sind so konzipiert, dass sie an einem Vormittag oder Nachmittag durchgeführt werden können. Sie dauern in etwa drei Stunden. Finden die Konferenzen an Sonntagen statt, kann auch der Gottesdienst passend dazu gestaltet werden.

Was ihr euch vor der Durchführung der Konferenz überlegen solltet: Wie viele Gruppenleiter*innen und andere Erwachsene sind bereit mitzuhelfen? Welche Räumlichkeiten können genützt werden? Welcher Termin eignet sich? Wie viele Kinder sollen teilnehmen können? Wo kann die Kinder-Klimakonferenz beworben werden? (in der Jungschar, in Schulen, im Gottesdienst, in Erstkommunionsgruppen,…)

Prinzipiell ist die Konferenz für 20-40 Kinder konzipiert, dazu braucht es mindestens 5 Betreuungspersonen für die 5 Kleingruppen und eine Moderationsperson. Je nach Ressourcen könnt ihr natürlich auch weniger Kleingruppen anbieten.

Ladet möglichst viele Kinder aus dem Pfarrgebiet zur Kinder-Klimakonferenz ein! So könnt ihr die Anliegen aller Kinder einbinden und natürlich gleichzeitig auch Werbung für eure Jungschar machen.

Ablauf der Klimakonferenzen

Gesamtdauer sind ungefähr 3 Stunden

Vorbereitung

Material

Eintrudeln

Die Kinder bekommen beim Eintreffen jeweils ein Namensschild (zum selbst gestalten), ein Heft, ein paar Buntstifte und einen Stickerbogen. Stellt  ein paar Getränke und Becher bereit, eventuell auch ein paar kleine Snacks.

Vorstellung Ablauf und Themen - 20 Minuten

Nach der offiziellen Eröffnung der Klimakonferenz stellen sich alle Gruppenleiter*innen kurz vor, erklären den Ablauf der Konferenz und präsentieren die Themen der Kleingruppen. Die Kinder können sich dann zuordnen, zu welchem Thema sie gerne arbeiten möchten.

Kleingruppenphase - 110 Minuten

Ihr teilt euch in (bis zu fünf) Kleingruppen auf:

Macht dort eine kurze Kennenlernrunde (15 Minuten), einen Einstieg ins Thema (15 Minuten) und erarbeitet dann mit Forschungsreisen (also Ausflüge in eurem Umfeld) oder anderen Methoden eure Wünsche und Ideen. Den konkreten Ablauf der Kleingruppen findest du in den jeweiligen Kapiteln. Am Ende der Kleingruppenphase soll genug Zeit für die Formulierung der Forderungen und das Festhalten am Plakat bleiben.

Vernissage - 20 Minuten

Es gibt eine Ausstellung der Plakate mit den erarbeiteten Forderungen aus den Kleingruppen.

Beschlussfassung - 30 Minuten

Alle Forderungen werden von der Kinder-Klimakonferenz offiziell beschlossen.

Feier, netter Abschluss - so lange ihr wollt