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noi... create initiatives!

Süd nach Nord LernEinsatz 2009

Zum vierten Mal fand heuer im Sommer ein Süd nach Nord LernEinsatz statt. Jedes zweite Jahr wird eine Gruppe aus einer Partnerorganisation der Dreikönigsaktion nach Österreich eingeladen. Dieser Süd nach Nord LernEinsatz soll das gegenseitige Verständnis vertiefen. Heuer waren sieben Gäste aus Nordostindien rund vier Wochen in Österreich. In ihrer Heimat engagieren sie sich im Bereich der Konfliktlösung und Friedensarbeit.



Unsere Gäste erfuhren einiges über die Geschichte, aktuelle Situation, Kultur und das Leben hier in Österreich, sie lebten unter anderem bei Gastfamilien und besuchten unterschiedliche Organisationen. Gute zwei Wochen waren vier der Gäste – John, Saphiku, Pramilla und Fr. Jerry – in der Erzdiözese Wien zu Gast. Nach einer kurzen Phase des Ankommens, verbrachten unsere Gäste gemeinsam mit 14 österreichischen Teilnehmer/innen eine Woche auf der Jungscharburg in Wildegg. Diese Woche stand unter dem Thema „noi... create initiatives!“.

Hier ein Eindruck von Fr. Jerry, der an dieser Woche teilnahm:

„Die Woche „noi... create initives!“ auf der Jungscharburg in Wildegg war einzigartig. In einer Burg zu wohnen und sich der Geschichte und Kultur ihres Kontextes bewusst zu sein – schon das war eine sehr aufregende Erfahrung, besonders für die, die aus Indien kamen. Die Möglichkeit, mit Leuten aus vielfältigen Kulturen und Hintergründen zu leben, zu tun, zu teilen und zu lernen, war das Zentrale dieser Erfahrung. Und es wurde durch eine intensive Teamarbeit und genaue Planung durch junge Menschen der Jungschar möglich.

Die Inhalte der Woche berührten aktuelle Themen wie Armut, Minderheiten, Spiritualität, Nahrungsmittelerzeugung und -verteilung. Außerdem setzen wir uns in einer aktiven Art und Weise mit dem Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal, einem brasilianischen Theatermacher, auseinander. Die intensiven Tage wurden durch den Austausch von Gedanken in der Gruppe sowie persönlicher Reflexion, interaktiven Spielen und Aktivitäten, Gesang, Tanz und Gebet belebt. Das Ausdrücken der eigenen Träume und Initiativen während einem Spaziergang durch die Wälder, durchtränkt von der reinigenden und belebenden Macht der Natur war ein besonders eindrückliches Erlebnis. Filme aus Indien und Österreich vermittelten Bilder über ehemalige und aktuelle Thematiken der beiden Länder.
Vielen Dank an all die, die diese Erfahrungen möglich gemacht haben.“

Neben dieser interkulturellen Begegnungswoche verbrachten unsere Gäste ein Wochenende am Land, besuchten Milch- und Gemüsebauern und -bäuerinnen und erfuhren so einiges über die österreichische Landwirtschaft. In den letzen Tagen in Wien gab es Zeit für eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen in Wien – ein Jugendzentrum, eine Drogenberatungsstelle, der Roma Verein und das Jungscharbüro wurden besucht.



Eine besondere Herausforderung des Zusammenlebens war die Kommunikation – unsere Gäste konnten sich untereinander teilweise nur auf Englisch unterhalten, weil sie aus verschiedenen nordostindischen Regionen kommen und somit auch verschiedene Sprachen sprechen.

Auch ich als Begleitperson konnte einiges lernen und entdecken – nicht nur über Nordostindien sondern auch über Österreich. Das beginnt bei „Kleinigkeiten“, so habe ich zum Beispiel zum ersten Mal eine Kohlsprossenpflanze gesehen. Aber auch, dass ich von Bauern und Bäuerinnen direkt gehört habe, wie schwierig es momentan ist, einen fairen Preis für Milch zu bekommen und wie schlecht die Bezahlung von Erntehelfer/innen in großen landwirtschaftlichen Betrieben ist, waren Begegnungen und Erfahrungen, die mich bereichert haben. Die Zeit mit John, Pramilla, Saphiku und Fr. Jerry war spannend, eindrücklich und vielfältig.

Betti Zelenak

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