Kleingruppe Vielfalt im Garten

Material

  • Bilder von nützlichen Tieren und Pflanzen mit Informationen auf der Rückseite, warum dieses Tier bzw. diese Pflanze nützlich ist (findest du hier)
  • Karten mit Fragen zu Artenvielfalt (je 1 Karte pro Kind, findest du hier)

Kennenlernen

Auf einem Tisch oder am Boden liegen jede Menge Bilder von verschiedenen Tieren und Pflanzen verteilt. Die Kinder sollen sich jeweils eines davon aussuchen (achte darauf, dass es mehr Bilder als Kinder gibt). In einer kurzen Runde sollen die Kinder nacheinander ihren Namen sagen und erzählen, warum sie sich dieses Tier bzw. diese Pflanze ausgesucht haben.

Einstieg ins Thema

Die Kleingruppe macht einen Ausflug in einen Park, Garten, Spielplatz, Wald oder ähnliches in der Nähe, je grüner, desto besser. Die Bilder von den Pflanzen bzw. Tieren nehmen die Kinder dorthin mit. Hinten am Bild stehen noch kurz ein paar Infos drauf, warum diese Pflanze toll ist oder was dieses Tier besonders macht.

Nun sollen sich die Kinder überlegen, wo sich das Tier gerne aufhalten würde, was es zum Leben braucht, wie der Garten/Wald/Park aussehen müsste, damit es sich so richtig wohlfühlt. Oder bei Pflanzen: wo diese Pflanze gerne wachsen möchte, was sie braucht, wie viel Sonne, wie viel Pflege.

Warum ist Artenvielfalt wichtig?

Ihr könnt diesen Teil auch im Freien machen, wenn es das Wetter zulässt.

Jedes Kind bekommt einen Zettel mit einer Frage drauf, wobei jede Frage mindestens zweimal vorkommt. (Wenn weniger Kinder in der Kleingruppe sind, einfach weniger Fragen nehmen)

  • Wenn auf einem riesigen Feld nur immer dieselben Pflanzen wachsen - was könnte denn dann passieren auf dem Feld?
  • Wieso braucht es Büsche, blühende Blumen oder Gestrüpp in Garten und Parks?
  • Wieso glaubst du, dass es blöd ist, wenn ganz viel Fläche in der Umgebung mit Beton zugemacht wird?

Nun sollen die Kinder andere zu ihrer Frage interviewen - zwei Durchgänge, jeweils ca. 2-3 Minuten. Anschließend finden die Kinder sich mit den anderen zusammen, die dieselbe Frage hatten und tauschen sich über die Antworten der Interviews aus. Gibt es gleiche Antworten? Sehr unterschiedliche? Gib den Kindern auch dafür ein paar Minuten Zeit. Wenn alle fertig sind, soll pro Frage ein Kind die mögliche Antwort den anderen präsentieren. Wichtig bei dieser Methode ist es, dass es nicht darum geht, die richtige Antwort zu kennen, sondern sich mal mit den Begriffen und Themen auseinanderzusetzen. In der großen Runde können dann auch andere Kinder noch ergänzen, wenn sie denken, dass bei der Antwort noch was fehlt, bzw. legt die*der Kleingruppenleiter*in noch weitere Informationen dazu.

Erarbeitung von Forderungen bzw. Projekten:

Nun habt ihr alle mal einen kleinen Überblick, was es im großen Themenbereich Artenvielfalt alles so für Unterthemen gibt. Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ihr selbst ins Tun kommt! Wo seht ihr denn Veränderungsmöglichkeiten? Gibt es etwas, das ihr gleich einfordern wollt und wisst ihr sogar schon wo?

Am besten ihr zieht nochmal los: raus in die Pfarre, in die Gemeinde, schaut mal, wo gibt es freie Flächen, die man bepflanzen könnte, die wilde Tiere nutzen könnten, wo es Beschattung geben sollte etc.? Vielleicht gibt es aber auch viele Parks, wo es keine Wildpflanzen gibt, sondern nur Rasen? Schaut euch einfach mal mit dieser Brille um, macht einen kleinen Spaziergang. Währenddessen könnt ihr Ideen schonmal besprechen, nicht vergessen sie zu notieren oder Fotos von den entsprechenden Orten zu machen.

Danach setzt ihr euch im Gruppenraum wieder zusammen und besprecht nochmal die Ideen und Wünsche, die euch beim Spaziergang gekommen sind. Gibt es Forderungen, wo ihr euch einig seid? Welche wollt ihr auf das Plakat schreiben, welche nicht?

Nun seid ihr also zu einem Ergebnis gekommen. Formuliert nun Forderungen, die ihr auf dem mitgebrachten Flipchart notiert.

Hintergrundinformationen, die der*die Betreuungsperson dann dazulegen kann

Jedes Tier hat eine andere Lebensweise und ist deshalb auf unterschiedliche Art wichtig für die Natur und somit auch für uns.

Pflanzen gibt es in einer großen Vielfalt. Oft werden nur ganz bestimmte, gleiche Pflanzen auf großen Flächen angebaut, da spricht man von Monokultur. Das ist nicht ideal, denn es kann dann leicht passieren, dass eine Krankheit eine ganze Pflanzenart ausrottet. Dann wird oft gespritzt mit Pestiziden, die giftig sind und Insekten töten. Außerdem vergessen wir dann andere Pflanzensorten, die vielleicht gegen diese Krankheit beständig wären. Wir essen ja auch lieber gemischt, ist interessanter und gesünder, nicht jeden Tag nur Spinat. 

In der Pfarre oder in privaten Gärten, aber auch oft in öffentlichen Parks wird die Wiese oft gemäht, bevor irgendwas blühen kann, also auch bevor Bienen und andere Insekten etwas zum Fressen finden könnten. Außerdem gibt es keine Büsche oder einfaches Gestrüpp, wo sich andere Tiere, wie zum Beispiel Igel, zurückziehen könnten. Wir haben ja vorhergesehen, dass unterschiedliche Tiere, unterschiedliche Lebensräume brauchen - und das bieten Gärten und Parks durch die übermäßige "Betreuung" oft nicht mehr. Außerdem werden oft Pflanzen gesetzt, die zwar schön ausschauen, aber für die Natur überhaupt keinen Nutzen haben, weil sie nicht blühen oder weil sie sogar für alle Insekten giftig sind.

In Städten, aber auch in Dörfern, werden immer mehr Bodenflächen versiegelt, das bedeutet bebaut oder betoniert. Hier kann also nichts mehr wachsen, Tiere können sich nicht dort aufhalten, es gibt keinen Rückzugsort für sie. Auch das führt natürlich dazu, dass es weniger Vielfalt gibt, weil nicht einfach alles so wild wachsen kann. Vielleicht gibt es ja in eurem Pfarrgebiet Flächen, die wieder bepflanzt werden könnten? Wo vielleicht zumindest ein Baum oder ein Hochbeet stehen könnte? Oder überhaupt eine größere wildwachsende Fläche irgendwo? Gibt es Rückzugsmöglichkeiten für verschiedene Tiere?

In der Landwirtschaft werden viele Sorten von durchaus leckeren Gemüse und Obst nicht mehr angebaut, weil sie im Supermarkt nicht "schön genug" sind, zu viele Macken haben etc. Die Landwirtschaft in Österreich - und das trifft auch auf viele andere Länder zu - fokussiert sich auf EINE Tomatensorte, auf EINE Gurkensorte etc. Das ist auch für uns Menschen sehr von Nachteil, weil dann sehr viele Lebensmittel einfach wegfallen, die wir in einem gewöhnlichen Supermarkt nicht kaufen können. Über sogenannte FoodCoops, also Gruppen von Menschen, die direkt bei Bäuerinnen und Bauern bestellen, kann man deutlich mehr verschiedene Gemüse- und Obstsorten bekommen, ist aber natürlich aufwendiger, als einfach in den Supermarkt zu gehen.