Kleingruppe Müll

Material

  • Grafik mit Abbauzeiten von Müll (kannst du leicht im Internet finden)
  • Bilder zum Kreislauf der Müllverwertung (findest du hier)
  • Zettel Begriffen und Pfeilen für den Müllkreislauf
  • leere Plastikflasche
  • leere Glasverpackung
  • Elektromüll (altes Handy)
  • Restmüll

Kennenlernen

Jede*r sagt ihren*seinen Namen und sagt dazu, welcher Mist man ist (mit ersten Buchstaben des Namens beginnend - Johanna Joghurtbecher), man wiederholt den Namen und welcher Mist die Kinder davor sind, bevor man sein eigenes sagt (also ala "Ich packe meinen Koffer") - natürlich helfen alle zusammen, damit die Gruppe schafft, alle zu wiederholen. Anschließend versucht ihr euch so der Reihe nach aufzustellen, wie lange ihr glaubt, dass der Müll, den ihr gewählt habt, brauch, um abgebaut zu werden. Zeig dann eine Grafik her, wo man sieht, wie lange verschiedene Materialien brauchen, um abgebaut zu werden.

Einstieg ins Thema

Bring eine Plastikflasche, eine Glasverpackung, ein (altes) Handy und irgendeinen Restmüll mit. Frag die Kinder, was denn mit diesen Dingen passiert, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Auf kleinen Zetteln oder Kärtchen stehen alle Wörter, die du für die Kreisläufe brauchst. Außerdem machst du noch alle verschiedenen Pfeile. Versucht nun alle gemeinsam, die Kreisläufe bzw. Wege der verschiedenen Müllsorten aufzulegen oder an eine Pinnwand zu heften. (Wie die fertigen Bilder aussehen sollen findest du im Anhang.) Sind die Kinder mit denen du das machst noch sehr jung, kannst du die fertigen Bilder vom Anhang einfach ausdrucken und wie ein Puzzle zerschneiden, das ihr dann gemeinsam zusammenbaut.

Besprecht nun die einzelnen Plakate durch und überlegt euch auch, was denn die beste Verwertungsmethode ist. Beachte dabei, dass es eigentlich immer am wichtigsten ist, so wenig Müll wie möglich zu erzeugen, denn jede Herstellung von Dingen brauch Energie und Ressourcen, genauso wie die (fachgerechte) Entsorgung. Weiters ist wichtig, dass möglichst alles wiederverwendet wird, weil man dann die schon gewonnenen Ressourcen nochmal zum Einsatz bringt. Was natürlich auch geht ist es, die Dinge zu recyclen, also sie auch für was Anderes zu verwenden oder eben aus alten Dingen, neue herzustellen - zum Beispiel bei Glas und Papier ist das schon sehr üblich.

Erarbeitung von Forderungen bzw. Projekten

Nun habt ihr alle mal einen kleinen Überblick, was es im großen Themenbereich Müll alles so für Unterthemen gibt. Natürlich gibt es da noch sehr viel mehr Verschiedenes, aber wir wollten euch mal einige unterschiedliche Problemfelder aufzeigen.

Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ihr selbst ins Tun kommt! Dafür geht es in erster Linie mal ums Forschen: packt eure drei Sachen und geht in das nächstgelegenste Lebensmittelgeschäft. Jedes Kind nimmt sich etwas zum Schreiben und ein Blatt Papier mit.

Nehmt euch dort ein bisschen Zeit, um euch umzuschauen und herauszufinden, wie denn bestimmte Dinge verpackt sind, ob es auch Lebensmittel gibt, die man (gut) ohne Verpackung kaufen könnte? Gibt es vielleicht Dinge, die sich gut für selbst mitgebrachte Verpackungen eigenen würden? Besonders interessant sind die Obst- und Gemüseabteilung oder auch die Getränkeabteilung, aber natürlich könnt ihr auch das ganze Geschäft durchforsten, wenn ihr Lust und Zeit habt. Die Kinder sollen sich von ihren Beobachtungen Notizen machen.

Geht anschließend zurück in euren Sitzungsraum. Dort könnt ihr euch austauschen: was ist euch aufgefallen? Hatte jemand vielleicht sogar schon Ideen, wie man etwas verändern könnte? Sammelt alles gemeinsam und schreibt kleine Zettel mit Stichpunkten, damit ihr nachher noch wisst, was damit gemeint war.

Nun überlegt gemeinsam, welche Veränderungen ihr vornehmen möchtet - gibt es zum Beispiel Verpackungen, die man ganz weglassen könnte? Wäre es möglich, dass man selbst Verpackungen mitbringt? Welche Verpackungen könnte man durch ein anderes Material ersetzen?

Schaut dann auch nochmal über die Themen, die ihr vorher kurz angesprochen habt - im Lebensmittelgeschäft sind euch vermutlich nicht alle Themen untergekommen oder? Fällt euch bei den anderen Dingen auch noch etwas ein, was man verbessern könnte oder wo man Müll ganz einfach vermeiden könnte? Beim Elektromüll wäre zum Beispiel auch die Forderung, dass Elektrogeräte eine längere Nutzungsdauer haben, also Garantie verlängern, oder auch Recycling-Gutscheine von der Gemeinde (z.B. gab es Reparaturbons von der Stadt Wien), damit Menschen Handys, Laptops und Co eher reparieren, bevor sie sich was Neues kaufen?

Formuliert aus all diesen Ideen, die ihr habt Forderungen. Stimmt dann darüber ab, welche ihr aufnehmen wollt und schreibt sie anschließend auf das Plakat.

Hintergrundinformationen zur gegebenen Auswahl, die die Kinder beim jeweiligen Besprechen bekommen sollten

  • Plastik

Es gibt sehr viel Plastik, überall. Das meiste davon nutzen wir nicht mehr als 10 Minuten, dann werfen wir es weg. Der Abbau des Plastiks brauch aber ca. 450 Jahre. Die Plastikindustrie ist riesig. Laut Schätzungen werden täglich weltweit pro Minute eine Million Plastiksackerl verbraucht. Allein in Österreich kommen pro Jahr eine Million Tonnen Kunststoff zum Einsatz. Nur ein kleiner Teil davon wird recycelt, in Niederösterreich sind das im Moment etwa 37%.

Plastik wird aus Erdöl gewonnen, das also dafür gefördert werden muss. Das kostet vielen Menschen und Tieren den Lebensraum, immer wieder gibt es Umweltkatastrophen (zum Beispiel ganze Erdöl-Tanker, die im Meer auslaufen), und es brauch natürlich auch viel Energie, um Erdöl zu gewinnen. In Österreich gibt es trotzdem immer noch extrem viel Einweg-Plastik und noch immer kein Pfandsystem für Plastikflaschen (wie es das zum Beispiel in Deutschland gibt). Viele Getränke und Lebensmittel kann man gar nicht in anderen Behältnissen kaufen. Ein großes Problem an Plastik ist außerdem, dass sehr viel davon entweder verbrannt wird, was natürlich wegen der Rohstoffe sehr schade ist, aber auch energieaufwändig, weil es erst bei einer sehr hohen Temperatur wirklich verbrennt und nicht nur schmilzt. Weiters landet sehr viel Plastik überall in der Natur: im Wald, im Feld, und vor allem auch in Flüssen und im Meer, wodurch sehr viele Tiere gefährdet sind oder sogar sterben. (Wale etwa können die kleinen Plastikstücke nicht von Krill unterscheiden bzw. es herausfiltern und fressen es mit, es bleibt dann in ihrem Magen.)

  • Glas

Glas wird aus Sand hergestellt, außerdem wird sehr viel Glas wieder eingeschmolzen und daraus neue Glasprodukte hergestellt. Der Rohstoffverbrauch ist also nicht so groß und folgenschwer, wie bei der Herstellung von Plastik. Jedoch wäre es auch bei Glas viel besser, wenn es ein Pfandsystem gibt, weil die Reinigung von Glasflaschen etwa deutlich weniger Energieaufwand ist, als die Herstellung von neuen Glasflaschen. Werden alte Flaschen zu neuen gemacht, spricht man von Recycling (also Rohstoffe wiederverwenden), was sehr wichtig ist, weil wir nicht unendlich viele Rohstoffe auf der Erde haben und deren Gewinnung fast immer ein Risiko für Umwelt und Mensch darstellt.

  • Elektroschrott

Handy, Laptop, Fernseher... überall Elektrogeräte. Doch was passiert mit dem Elektromüll? Nur ungefähr 10-15% des weltweit anfallenden Elektromülls wird wiederverwertet. Der Rest wird verbrannt oder landet auf Deponien. Das Problem ist, dass in Elektromüll auch viele giftige Stoffe enthalten sind, die dadurch ins Grundwasser gelangen und ganze Gegenden verschmutzen. Oft wird Elektromüll auch in Länder des Globalen Südens verschifft, wo sie dann in mühevoller und gesundheitsgefährdender Arbeit zerlegt werden, um die wertvollen Rohstoffe zu entnehmen. Das wäre natürlich sehr sinnvoll, weil der Abbau dieser Rohstoffe sehr umweltschädlich ist. Das Problem ist aber, dass diese Arbeit komplett ohne Schutzmaßnahmen gemacht wird und die Menschen dadurch giftigen Gasen und Dämpfen ausgesetzt sind, die sie oft krank machen. Noch dazu verdienen diese Menschen nur sehr wenig für diese Arbeit.

  • Restmüll

Unter Restmüll verstehen wir den Großteil unseres Abfalls, etwa 60%. Das sind all die Dinge, die wir eben nicht wiederverwerten können, wie etwa Essensreste, Leichtverpackungen oder Plastikfolien, schmutziges oder beschichtetes Papier. Dieser ganze Müll kommt dann in eine Müllverbrennungsanlage. Er wird bei 850° verbrannt, das ist wahnsinnig viel Hitze, die da entsteht. Sehr toll ist es, dass es inzwischen die Möglichkeit gibt, die Hitze nicht einfach wieder in die Luft zu entlassen, sondern sie für unsere Heizungen zu nützen. Dieses System nennt sich Fernwärme. So ist der Restmüll (zumindest in Österreich) nicht ganz umsonst.