Kleingruppe Lebensmittel

Material

  • Bilder von Lebensmitteln (findest du hier)
  • Regionale, saisonale, bio Snacks zum Kosten
  • Laptop, Tablett oder Handy um den Klimarechner auszuprobieren und eventuell Infovideos anzuschauen

Kennenlernen

Um euch in der Kleingruppe kennenzulernen legst du verschiedene Bilder mit Lebensmitteln und Essen auf, alle dürfen sich dann ein Bild aussuchen. Erzählt euch jetzt gegenseitig wie ihr heißt und warum ihr das Bild gewählt habt oder was euer Lieblingsessen ist.

Einstieg

Wähle eine der folgenden Methoden, um ins Thema einzusteigen:

  • Lege eine Weltkarte und Bilder von Obst und Gemüse auf (oder echte Lebensmittel, oder etwas aus der Puppenküche). Die Kinder sollen jetzt gemeinsam zuordnen, aus welcher Region welche Lebensmittel zu uns nach Österreich kommen. Überlegt dann, wieso das mit Klimaschutz zusammenhängt und macht ein Brainstorming zu aufkommenden Unterthemen.
  • Probiert gemeinsam mit dem CO2 Rechner auf Klimatarier.com aus wieviel CO2 in euren Lieblingsspeisen steckt und überlegt wodurch es entstehen könnte.
  • Stimmt euch mit einem kleinen Buffet auf das Thema ein, sprecht beim Probieren über die Lebensmittel und wo sie herkommen.

Im Gespräch während oder nach der Methode könnt ihr unter anderem folgende Unterthemen sammeln, um zu zeigen wie breit das Thema ist:

  • Transport
  • Verpackung
  • Preis
  • regional, saisonal, bio, fair
  • Restverwertung
  • Gesundheit

Forderungen

Jetzt wo ihr euch einen Überblick verschafft habt, geht es an die Entwicklung eurer Ideen und Forderungen.

Beginnt mit einer kleinen Forschungsaufgabe:

  • Seht euch den Pfarrkühlschrank an und notiert euch, was ihr für Lebensmittel findet, oder
  • denk an euren Speiseplan am Jungscharlager und untersucht ihn auf Nachhaltigkeit, oder
  • besucht einen nahegelegenen Supermarkt und seht euch beim Obst, Gemüse und Fleisch um.

Bedenkt dabei die beim Brainstormings gesammelten Aspekte. Besprecht was euch aufgefallen ist und ob ihr zufrieden mit dem Angebot in Pfarre, Jungschar oder Supermarkt seid. Was ist gut? Was soll sich verändern? Schreibt eure Forderungen auf. Vielleicht fällt euch ja auch etwas ein, das ihr im Kleinen selber tun könnt (z.B. beim Jungscharlager oder beim nächsten Pfarrfest).

Hintergrundinformationen

Beim Thema Lebensmittel sprecht ihr wahrscheinlich über regionale, bio, und/oder faire Lebensmittel. Bedenke dabei, dass nachhaltiges Einkaufen oft auch eine Kostenfrage ist und sich das nicht alle Familien leisten können oder wollen. Achte in der Diskussion darauf, dass sich kein Kind schlecht fühlen muss, weil seine Familie "nicht nachhaltig" einkauft. Fleisch ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, wenn es um Nachhaltigkeit und Lebensmittel geht.  Es soll jedoch nicht vermitteln werden, dass Fleisch essen böse ist. Ziel ist die gemeinsame Diskussion und das Erstellen von Forderungen.
Kinder haben in der Familie und in der Pfarre oft wenig Mitspracherecht was Einkauf und Ernährung angeht. Hier sollen keinesfalls Schuldgefühle entstehen, sondern vielmehr überlegt werden, was sich ändern und wer dazu beitragen kann.

Wenn es schwierig scheint Lösungen oder Forderungen zu finden, weil das Thema komplex ist, kannst du den Kindern Initiativen vorstellen, die es schon gibt. In manchen Pfarren wird für das Jungscharlager Essen in der Gemeinde gesammelt, satt alles neu zu kaufen. Zum Beispiel selbst gemachte Marmeladen. In der Jungschar Wien orientieren wir uns für einen nachhaltigen Speiseplan auf unseren Grundkursen an der Planetendiät: https://www.derstandard.at/story/2000098426710/geht-der-erde-nicht-auf-den-keks. Vielleicht kennst du auch andere Projekte wie Foodsharing usw. 


Grob gesagt erzeugt Rindfleisch 100mal mehr schädliche Gase als pflanzliche Lebensmittel. Aber auch Butter, Schlagobers und Käse sind klimaschädlicher als vegane Lebensmittel. Hinzu kommt, dass Nutztiere oft mit Soja gefüttert werden, für dessen Anbau Regenwaldgebiete abgeholzt werden. Auch für Palmölprodukte wird viel Waldfläche abgeholzt.
1kg Rindfleisch verursacht etwa so viel CO2 wie 111 km Autofahrt, 1kg Tofu verursacht ca. so viel wie 19 km.
Lebensmittel die von weit her eingeflogen werden, erhöhen den Verkehr und haben somit ebenfalls einen großen CO2 Fußabdruck. Regionale Lebensmittel aus der Umgebung und saisonale Produkte sind klimafreundlicher.
Die Landwirtschaft macht 24% der weltweiten Emissionen aus, die Nutztierhaltung 14%, das ist ein beträchtlicher Teil der CO2 Produktion.
Die wichtigsten Faktoren einer nachhaltigen Ernährung sind:

  • pflanzlich statt tierisch
  • saisonal statt ganzjährig
  • regional statt global
  • biologisch statt konventionell
  • frisch statt tiefgekühlt (wegen der hohen Energiekosten durch die Kühlung)
  • unverarbeitet statt industriell verarbeitet
  • aufbrauchen statt wegwerfen
  • unverpackt statt Plastik
  • Palmölfrei und Fairtrade

Wichtig ist auch, dass nicht jeder Mensch alles perfekt machen, aber Schritt für Schritt nachhaltiger leben kann.

Mehr Hintergrundinformationen zum Thema Lebensmittel findest du zum Beispiel auf Klimatarier.com oder in "Das Klimabuch", das du dir auch im Jungscharbüro ausborgen kannst.