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Sprachen (in) der Bibel

Wir wissen, dass Gott auf Hebräisch „Jahwe“ (JHWH) und Frohe Botschaft auf Griechisch „Evangelium“ (eu-angelion) heißt. Aber wieso ist ein Wort in der Bibel hebräisch und ein anderes griechisch? Die Bibel besteht aus Texten, die zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Sprachen geschrieben wurden. Das Alte Testament wurde großteils auf Hebräisch verfasst. Aber es gibt auch aramäische Texte. Aramäisch war damals eine diplomatische Sprache und wurde von allen Regierungsbeamten im Nahen Osten gesprochen. Der wichtigste aramäische Text ist die Daniel-Prophetie. Spannend ist, dass Daniel bei Angehörigen des Volkes der Chaldäer angestellt war und vermutlich nur deshalb den Text auf Aramäisch verfasste. Aber nur so konnten die Weisen aus dem Morgenland den Text, der auf die Geburt Jesu hinwies, lesen und den Stern richtig deuten, der sie zu ihrer Reise motivierte!

Die meisten dieser originalen Texte des Alten Testaments sind leider nicht mehr erhalten. Die Quellen, die wir heute kennen, sind griechische Übersetzungen. Diese Texte werden „Septuaginta“ (lateinisches Zahlwort für 70) genannt, da der Legende nach 72 Gelehrte 72 Tage lang an diesen Übersetzungen arbeiteten (man rundete auf 70 ab). Das Neue Testament wurde auf Griechisch geschrieben, obwohl Jesus vermutlich Aramäisch sprach. Aramäisch hatte sich seit der Zeit des Alten Testaments von einer Eliten-Sprache zu einer für alle Menschen im Nahen Osten gebräuchlichen Sprache  entwickelt. Griechisch war aber noch weiter verbreitet und zu dieser Zeit die Umgangssprache im ganzen Mittelmeerraum.

Seit damals wurde die Bibel oft übersetzt: die Menschen wollten sie in ihrer Muttersprache und auch in einer ihrer Zeit gemäßen Sprache lesen. Das Problem dieser Übersetzungen ist aber, dass als Vorlage oft nur ältere Übersetzungen dienten. So könnten Übersetzungsfehler vorkommen und natürlich spielen auch die Kultur und Motivation der Übersetzer/innen eine Rolle. Wenn Missionar/innen die Bibel in indigene Sprachen übersetzen wollten, kamen noch inhaltliche Schwierigkeiten dazu, denn wie erklärt man z.B. „Ich bin das Brot des Lebens“ einem Volk, das Brot als Nahrungsmittel nicht kennt?
Heute gibt es die Bibel übrigens in 2527 Sprachen!

Monika Gamillscheg


kumquat "Sprache" 4/2014

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