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Die Fasten- und Osterzeit mit Kindern feiern

Eine Möglichkeit, die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern mit Kindern zu gestalten, ist einen Kreuzweg zu veranstalten, wobei entscheidend ist, dass das kindgemäß und ansprechend geschieht. Es ist sehr zu empfehlen, verschiedene Formen und Gestaltungsprinzipien abwechselnd zu verwenden. Als Grundsatz kann gelten, dass es besser ist, mehr zu tun als zu reden (siehe dazu auch den Artikel zum Thema „Kinder und Kreuzweg“)

Die Fastenzeit sollte auch für die Kinder als ein zusammenhängender Zeitraum in der Vorbereitung des Osterfestes erlebbar sein. Darum kann an den Fastensonntagen ein durchgängig gestaltetes Element, das dann logisch in das Osterfest übergeht, den Kindern den Zusammenhang verdeutlichen.
Bei der Gestaltung sind zwei Fragen hilfreich :

  • Welche Elemente der einzelnen Fastensonntage lassen sich in sinnvolle und für Kinder verstehbare Zusammenhänge bringen? Welcher Gedankengang lässt sich daraus formulieren?
  • Wie kann dieser Gedankengang zum Ausdruck gebracht werden, sodass er für Kinder sichtbar und begreifbar wird?

Der Gedankengang kann z.B. die Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel sein, um die es in den Lesungen an jedem Sonntag geht. Um für bzw. mit Kindern Überlegungen sichtbar zu machen, eignen sich Bilder und kurze Sätze oder Namen, die das Wesentliche zusammenfassen. Aus diesen Bildern kann man ein Fastentuch oder Ähnliches gestalten.

Das kleine und das große Osterfest

Ursprünglich war das Osterfest der Christ/innen jeder Sonntag mit der Eucharistie, dem Gedächtnis des Todes und der Auferstehung (das so genannte kleine Osterfest). Daher werden auch heute noch die Sonntage nicht zur Fastenzeit gerechnet. Bald aber wurden die Ereignisse um Tod und Auferstehung Jesu zeitlich — und besonders in Jerusalem örtlich — nachgeahmt und damit die Feiern historisiert. Das Besondere an der Osterfeier in Jerusalem war, dass täglich mehrere Gottesdienste gehalten wurden, meist zu jenen Zeiten und an jenen Orten, an denen sich den Angaben der Passionsberichte die Ereignisse stattgefunden hatten (großes Osterfest).

Karwoche

Die letzten Tage der österlichen Bußzeit heißen in der deutschen Sprache Karwoche nach dem mittelalterlichen „char“, „kara“, das Trauer und Klage bedeutet. Sie sind besonders der Erinnerung an das Leiden gewidmet. Damit ist aber nur der eine Pol des Heilsgeschehens betont — im Mittelalter stand die Auseinandersetzung mit dem Leiden Jesu so sehr im Vordergrund, dass das Betrachten des Leidens die Feier der Auferstehung überwog.
Die heutige Liturgie nennt diese Tage „Große Woche“ oder auch „Heilige Woche“. Diese Woche ist bedeutsamer als alle anderen Wochen des Jahres. Ihre Größe ergibt sich aus den besonderen Ereignissen, die im gemeinsamen Feiern gegenwärtig werden.

„Liebe Brüder und Schwestern! In den Tagen der Fastenzeit haben wir uns auf Ostern vorbereitet; wir haben uns bemüht um die Bekehrung des Herzens und um tätige Nächstenliebe. Heute aber sind wir zusammengekommen, um mit der ganzen Kirche in die Feier der österlichen Geheimnisse unseres Herrn einzutreten.“ So heißt es zum Palmsonntag: Damit weist diese Woche darauf hin, dass das Leiden Jesu ein Ziel hatte, nämlich seine Auferstehung und unsere Erlösung, die dann in der Osternacht gefeiert werden.

Palmsonntag

Der Palmsonntag ist die feierliche Eröffnung der Karwoche, in der in vielen Elementen deutlich wird, dass wir „dem Herrn auf seinem Leidensweg folgen und an seinem Kreuz teilnehmen, damit wir auch Anteil erhalten an seiner Auferstehung und seinem Leben“. Hauptteil ist die Prozession, bei der wir Christus durch den Ort in die Kirche begleiten. Dazu werden die Zweige gesegnet, „die Zeichen des Lebens, mit denen wir Christus huldigen“, wie es im Segensgebet steht. Wie im ganzen Ostergeschehen sind auch am Palmsonntag zwei Themen miteinander verknüpft: das Gedächtnis des Einzuges Jesu vom Ölberg nach Jerusalem und die Eucharistiefeier mit der Leidensgeschichte. Dies ist ein besonderes Kennzeichen des Palmsonntags.

Kartage

Montag, Dienstag und Mittwoch der Karwoche sind in ihrer Ausformung eher schlicht. Die Antwortgesänge sind vom Vertrauen im Leiden bestimmt. Die Evangelien sind voller Bezüge auf Ereignisse der letzten Tage im Leben Jesu: Sechs Tage vor dem Paschafest wurde Jesus gesalbt „für den Tag meines Begräbnisses“ (Joh 12,1-11); Judas und Petrus und ihr Versagen werden einander gegenüber gestellt (Joh 13-21-38; Mt 26,14-25) und wir dadurch zum Nachdenken über unser Leben, zur Umkehr und zum Glauben angeregt.

Chrisam-Messe

Die Gottesdienste der Karwochentage enden mit der Chrisam-Messe am Morgen des Gründonnerstag, in der jeder Bischof in seiner Kathedrale mit den versammelten Priestern und Diakonen der ganzen Diözese Krankenöl, Chrisam und Katechumenenöl weiht. Weil es am Gründonnerstag nur einen Gottesdienst geben soll, kann dieser Gottesdienst auch an einem der anderen Karwochentage gefeiert werden (in der Erzdiözese Wien z.B. am Montag).

Triduum sacrum – die heiligen drei Tage

Höhe- und Mittelpunkt des Kirchenjahres ist die Feier der „drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn“, die mit dem Abendmahlgottesdienst am Gründonnerstag beginnen und mit der Vesper am Ostersonntag enden – ein „heiliger Dreitag des Gekreuzigten, Begrabenen und Auferstandenen“, wie es schon der Kirchenvater Augustinus bezeichnet. Gründonnerstag und Karfreitag sind also nicht nur eine Vorbereitung auf Ostern, sondern Teile des einen großen Osterfestes.

Gründonnerstag

Um die Bedeutung des Abendmahls zu verdeutlichen, sind am Gründonnerstag alle Messen ohne Gemeinde untersagt, es soll überhaupt nur ein Gottesdienst stattfinden, um die Einheit der Gläubigen sichtbar zum Ausdruck zu bringen. Wenigstens in diesem Gottesdienst soll in allen Pfarren die Kommunion unter beiden Gestalten gereicht werden. Lange Zeit war in der Geschichte der Kirche die Feier dieser drei Tage, das Triduum Sacrum, auf den Tod Jesu konzentriert, die Feier von Ostern nur für den Sonntag vorgesehen. Diese Trennung der beiden Seiten der Erlösung – Tod und Auferstehung Jesu – ist nun aufgehoben und beides wieder zu einer Einheit zusammengefügt. Karfreitag und Osternacht sind die zwei Seiten einer Medaille: ohne Tod keine Auferstehung, aber auch kein Tod mehr ohne Auferstehung, der Tod ist nur Durchgang zur Herrlichkeit. Daher sind die heiligen drei Tage in Wirklichkeit nur ein einziger Tag.

Karfreitag

Am Karfreitag feiert die Kirche nach ältester Überlieferung keine Eucharistie, sondern eine dreiteilige Gedächtnisfeier: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier. Während die Eucharistiefeier der ganze zweite Teil der Messe ist, also Gabenbereitung, Hochgebet, Vater unser, Brotbrechen und Kommunion, wird bei der Kommunion-feier ein in einer anderen Eucharistiefeier konsekriertes Brot aus dem Tabernakel gebracht und nach dem Vater Unser zur Kommunion gereicht.
Im Mittelpunkt steht die Leidensgeschichte nach Johannes. Bei ihm erscheint der Prozess gegen Jesus nur inszeniert, damit die Wahrheit ans Licht kommt. Sein Thema ist der Gang des Gottes- und Menschensohnes zum Vater. Seine Passion ist Krönung und Verherrlichung am Kreuz. Jesus erscheint nicht als der Leidende wie bei Markus am Palmsonntag, sondern als der eigentlich Handelnde. Das Kreuz verliert dadurch, was an Schmach und Schande erinnert. Es ist zum Zeichen der Erlösung geworden. Die Präfation (der erste Teil des Hochgebetes, in dem das Thema des Sonntags oder des Festes anklingt) ist inhaltlich der Osterpräfation vom Leiden Christi an den Kartagen ähnlich, die vom Sieg Christi in seinem Leiden spricht, denn „durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen“.

Osternacht

So muss auch die Osternacht Tod und Auferstehung als Ganzes verkünden. Der traditionelle Aufbau der Feier ist: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier, Eucharistie. Die Liturgie setzt sich schon am Anfang mit der Lichtfeier einen Höhpunkt, fährt dann mit der Vigil (= Nachtwache, bei der die Lesungen vom Beginn der Heilsgeschichte an vorgetragen werden) fort und strebt mit dem Auferstehungsevangelium einem neuen Höhepunkt zu. Für Minimalist/innen und alle, denen die Osternachtfeier zu lang mit viel zu vielen Lesungen versehen scheint, wäre es sinnvoll, sich bewusst zu machen, dass hier nicht einfach eine Messfeier ausgedehnt wird, sondern unsere Osternachtfeier bereits eine Kurzform einer Ganznachtfeier darstellt: Die lange Wachenacht füllte man mit dem Lesen der wesentlichsten Bibelerzählungen von der Geschichte Gottes mit den Menschen. Dazu wurden zu Beginn das Feuer zur Wache und Lichter zum Lesen entzündet und Gott für das von ihm erschaffene Licht gepriesen, das das Dunkel vertreibt bis schließlich die Dämmerung den neuen Tag ankündet, bei dessen Anbruch die Eucharistie gefeiert wurde, da in der aufgehende Sonne ein Bild für die Auferstehung empfunden wurde. Bei einem stimmigen Aufbau führt der Weg vom Dunkel ins Licht. Eine Möglichkeit wäre, erst zum Evangelium die Osterkerze zu entzünden, das „Lumen Christi“ zu rufen und das Osterlob zu singen, auf das die Gemeinde mit dem österlichen Halleluja antwortet. Der Weg vom Dunkel ins Licht legt nahe, auf dem Kirchplatz das Osterfeuer zu entzünden, damit die Gemeinde das Gotteshaus nicht ins Dunkel hinaus verlässt. Viele Pfarren haben heute auch Formen der Ganznachtsfeier gefunden und feiern die Auferstehung am Morgen des Ostersonntags.

Ostertag

Die Messen des Ostertages sollten möglichst viele Elemente der Osternacht enthalten: etwa die Besprengung mit dem in der Nacht geweihten Wasser und das Entzünden der Lichter an der Osterkerze durch die Gemeinde zum Tauf- oder Glaubensbekenntnis. Möglichkeiten der Gestaltung des Ostertages sind auch Emmausgänge oder eine Lichterprozession zum Grab. Der Höhepunkt des Sonntags ist dann der feierliche Abschluss der drei österlichen Tage mit der Gemeindevesper am Abend.

Osterzeit

Die Osterzeit ist die Zeit nach Ostern, also die Zeit zwischen Ostersonntag und Pfingsten. Sie beginnt mit dem Osterfest und dauert 50 Tage. Das bedeutet auch, dass wir insgesamt länger feiern, als wir uns auf das Osterfest vorbereitet haben. Ambrosius von Mailand sagt: „Die fünfzig Tage sind wie das Pascha zu feiern, und sie sind alle wie ein einziger Sonntag“. Am 40. Tag nach Ostern wird das Fest „Christi Himmelfahrt“ gefeiert.

Mit dem Fest Christi Himmelfahrt beginnt eine kurze, aber intensive Vorbereitung von 9 Tagen auf das nächste große Fest, Pfingsten. Das Pfingstfest wird auch als der Geburtstag der Kirche bezeichnet, weil es als Gründungsauftrag der Kirche gilt.

Das Wort „Pfingsten“ entstand aus dem griechischen Wort „Pentecosta“, der fünfzigste (Tag). Am Pfingsttag – so berichtet die Apostelgeschichte – wurde der Heilige Geist über die Jünger ausgegossen – das Pfingstwunder. In Feuerzungen sichtbar kam der Heilige Geist über die Jünger/innen, und sie konnten in fremden Sprachen Gottes große Taten verkünden.

In der Zeit nach Ostern erscheint Jesus vielen verschiedenen Menschen, zuerst am Ostermontag zwei Männern am Weg nach Emmaus, Maria von Magdala und noch vielen anderen Jünger/innen.  
Mit der Auferstehung von Jesus enden die drei Evangelien von Markus, Matthäus und Lukas. Nur im Evangelium von Johannes gibt es einen Nachtrag zum Evangelium. In der Osterzeit werden Lesungen und Evangelien aus der Apostelgeschichte, der Offenbarung und aus dem Johannes Evangelium entnommen.

aus dem Behelf "Fasten- & Osterzeit"

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