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Ein Frühlinsfest in Anlehnung an das islamische Opferfest "Id al Adha"

Bei dieser "Aktion" geht es nicht darum, ein Fest des Islam mit der Gruppe "nachzuspielen", oder um ein Relativieren der Unterschiede zwischen Christentum und Islam unter dem Motto "es ist sowieso egal, welcher Religion man angehört", sondern darum, eine fremde Kultur und Religion kennen zu lernen und sich mit dieser auseinander zu setzen. Eine Kultur und Religion, mit der auch die Kinder Deiner Gruppe - vor allem in der Stadt Wien - konfrontiert sind.

Angesichts der weithin von wenig oder falschem Wissen, geschichtlich bedingten Vorurteilen, europäischer Überheblichkeit und aktuellen Ängsten geprägten Beziehung vieler Menschen in Österreich zum Islam und zu jenen, die sich zu ihm bekennen, ist eine offene Auseinandersetzung oft wenig gefragt. Dabei gibt es etliche Anknüpfungspunkte für einen Dialog zwischen Islam und Christentum. Zu den vielen Berührungspunkten zwischen Islam und Christentum zählt auch eine Vielzahl gemeinsamer Geschichten. Die wichtigsten vom Islam verehrten Gesandten sind: Nuh (Noah), Ibrahim (Abraham), Musa (Mose), Isa (Jesus) und Mohammed (der letzte Gesandte). Aus der gemeinsamen Tradition alttestamentlicher Geschichten eignen sich für christliche und muslimische Kinder besonders die Abraham- und Josef-Geschichten. Auch angesichts der entscheidenden Differenz zwischen Christen und Muslimen im Bekenntnis zu Jesus als "Sohn Gottes" können aus dem neuen Testament die Erzählungen von Jesus, dem Heiland und Freund der Kleinen, Armen und Sünder, christlichen und muslimischen Kindern gemeinsam erzählt werden.

Und so ist eine gelassene und respektvolle Auseinandersetzung, die auch den Muslim/innen und dem Islam gerecht wird, geboten. Die katholische Kirche ermahnt alle, "das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der Freiheit für alle Menschen".

Hintergrund zum islamischen Opferfest

Für den Islam ist Mekka einer der wichtigsten Orte. Mekkas Bedeutung wird in der Legende sogar bis auf Adam zurückgeführt: Hier habe der erste Mensch nach der Vertreibung aus dem Paradies Eva, die Stammmutter aller Menschen, nach langer Irrfahrt wieder gefunden. Damit ist Mekka für Muslime der Ort, an dem Gott von Anfang an den Menschen in Erbarmen nahe war, und "die Mutter der Städte", das Zentrum aller menschlichen Wohnstätten. Darum wenden sie sich im Gebet dorthin. Darum hängen in ihren Häusern oft Bilder der großen Moschee in Mekka.

Jede/r Muslim/in strebt zumindest einmal im Leben eine Wallfahrt nach Mekka an. Die Wallfahrt nach Mekka beginnt gut zwei Monate nach dem Ramadan. Es sind nicht nur für die Pilger/innen, sondern für alle Muslim/innen Tage großer religiöser Bedeutung. Denn sie werden sich neu bewusst, dass sie zu weltumspannenden Gemeinschaft des Islam gehören, die die Menschen durch den Glauben an den einen Gott über alle Standes- und Volksunterschiede hinweg miteinander verbindet.

Immer wieder erinnern Einzelheiten der Wallfahrt an den alttestamentarischen Abraham. Vor allem ist das Opfer der Tiere am 7. Tag, dem eigentlichen Schlusstag der Mekka-Wallfahrt, Anlass zur Erinnerung an Abraham. (Allah sah die Opferwilligkeit Abrahams und seinen großen Glauben. Er schickte Abraham als Opfer einen Widder. In diesem Gedenken opfern die Pilger Hammel.)

Dieses Opferfest zum Ende der Pilgerfahrt heißt "Id al Adha" oder auf türkisch "kurban bayrami". Die Menschen, die nicht nach Mekka gehen, feiern das Fest zu Hause. Sie schlachten einen Hammel und feiern mit der Familie und Freund/innen. Es ist eine Teilnahme am Fest in Mekka, ein Fest der Gemeinschaft aller Moslems und des Gehorsams Abrahams, dem Vater des Glaubens. "Id al Adha" findet genau 70 Tage nach Ende des Ramadan statt. (Der Termin richtet sich nach dem Mondkalender und ändert sich daher von Jahr zu Jahr. Wenn ihr euch für den aktuellen Termin interessiert, findet ihr ihn auf www.derislam.at.) Familien schlachten ein Opfertier, meist ein Schaf (Hammel). Außerdem ist es Brauch, einen großen Teil des Schafes ( Hammels) an Bedürftige zu verteilen.

Vorbereitungsstunde

Diese Vorbereitungsstunde ist nur für ältere Kinder (ab ca. 12 Jahren) geeignet. Wenn Du das Fest mit jüngeren Kindern feiern willst, kannst Du einige der Tänze und Spiele, die für das Fest vorgeschlagen sind, schon in der Vorbereitungsstunde spielen, den Hintergrund des Festes kurz erzählen und Dich ansonsten auf die konkrete Festvorbereitung beschränken.

Das geplante Frühlingsfest eignet sich natürlich besonders für eine gemeinsame Aktion aller Jungschargruppen in der Pfarre, vielleicht sogar als Teil eines Jungscharabschlussfestes. Ein wichtiges Anliegen dieses Festes ist die Einladung anderer Gruppen oder Personen.

Das Vorhaben

Zu Beginn der Gruppenstunde erzählst Du von dem Vorhaben, gemeinsam ein Fest im Freien zu feiern, das Elemente des islamischen Opferfestes "Id al Adha" aufgreifen soll und so einen kleinen Beitrag zum besseren Verständnis des Islam darstellt.

Eine Geschichte

Die auf den beiden folgenden Seiten abgedruckte Geschichte liest Du am besten abwechselnd mit einem/r zweiten Gruppenleiter/in vor oder erzählst sie nach. Für jede/n hast Du eine Kopie der Geschichte angefertigt.

Siebzig Tage nach Ramadan

Hüseyin Yeter bog mit dem Wagen in die Kreftenscheerstraße ein, ohne dabei in den zweiten Gang zurück zu schalten. Das war sicher nicht gut für den Motor, aber er wollte nicht mehr Lärm machen als unbedingt nötig. Die alte Bergarbeitersiedlung wirkte vormittags immer wie ausgestorben. Hüseyin Yeter war froh, hier eine Wohnung bekommen zu haben. Ein halbes Haus. Nicht nur wegen der billigen Miete und dem Gemüsegarten; auch wegen der dörflichen Stille. Er hatte jede dritte Woche Nachtschicht. In ein paar Tagen war es wieder so weit. Aber daran dachte er im Moment noch nicht, damit hat er sich abgefunden. Im Moment hatte er frei, einen frisch geschlachteten Hammel im Kofferraum und ein Problem. Es war siebzig Tage nach Ramadan und er brauchte noch einen bedürftigen Mitmenschen. Vor seinem Haus ließ er den Wagen ausrollen, legte den Rückwärtsgang ein und fuhr den Wagen halb auf den Gehweg.

Als Yeter aus dem Wagen stieg, sah er seinen Nachbarn am Fenster. Er hob die Hand und formte mit den Lippen einen Gruß, und Erich Grischkat hob ebenfalls eine Hand und bewegte die Lippen. So hatte es sich zwischen ihnen eingebürgert. Yeter machte den Kofferraum auf und nahm den Hammel heraus. Es war ein kräftiger junger Widder, gut im Fleisch und nicht zu fett. Er warf ihn sich über die Schulter, und als er den Kofferraum schloss, begegnete er wieder dem Blick seines Hausnachbarn. Ihm kam ein Gedanke, aber er wusste noch nicht, ob dieser Gedanke gut war. Immerhin war er eine weitere Überlegung wert, heute, siebzig Tage nach Ramadan.

Grischkat klappte die Zeitung zu und sah weiter aus dem Fenster. Der Türke hatte den Wagen wieder bis an den Baum gefahren. Bis fast an den Baum. Irgendwann würde er ihn noch mal mit seiner verdammten Stoßstange ruinieren. So wie er schon den Garten ruiniert hatte, kaum dass er eingezogen war. Zuerst den Zierrasen umgegraben, dort, wo früher Ekats Sommerlaube gestanden hatte, dann die Blumenbeete und danach noch die Beerensträucher heraus gerissen. Und dann hatte er Stangenbohnen gepflanzt. Einen Wald von Stangenbohnen. Grischkat legte die Zeitung weg und beschloss, heute die Badezimmertür in Ordnung zu bringen. Die Arbeit hatte er sich immer für später aufgehoben. Für einen Tag, wo er überhaupt nichts mit sich anzufangen wusste. Für einen Tag wie heute. Er war seit drei Monaten Rentner und hatte sich noch immer nicht daran gewöhnt.

Er war fast froh über die kaputte Tür. Sie gab ihm das Gefühl, doch noch nützlich sein zu können. Nur - vor einem haben Jahr hätte er die kleine Arbeit gemeinsam mit Bruno Ekat gemacht. Sie hatten immer alles gemeinsam gemacht, früher. Und jetzt wohnte in seiner Wohnung ein Türke und pflanzte in seinem Garten Stangenbohnen. Er hängte die Tür aus und riss dabei die lose Angel aus dem Rahmen. Wenn sie ihm wenigstens einen Deutschen als Nachbarn in die Nebenwohnung gesetzt hätten. So jemand ähnlichen wie Bruno. Bruno fehlte ihm sehr. Zum Reden, um gemeinsam etwas zu machen; einfach als Nachbar, auf den man sich verlassen konnte.

Er überlegte geraden eine brauchbare Methode, wie er die Türangel wieder fest im Rahmen verankern könnte, als Elfriede aus der Wohnküche kam. "Komm doch mal, Erich", sagte sie laut und setzte dann flüsternd ein erklärendes "Der Türke!" hinzu. "Ich wollte gerade zum Einkaufen gehen." Yeter sah etwas verlegen aus, einmal, weil er schon einmal vergebens eine nachbarliche Kontaktaufnahme versucht hatte, und dann auch, weil er Grischkat jetzt gewissermaßen in der Rolle des Gebenden gegenüber einem Hilfsbedürftigen aufsuchte. Deutsche waren da sehr empfindlich. Er hielt unsicher sein Paket in der Hand und wusste nicht recht, was er sagen sollte. "Er hat ein Stück Hammelfleisch für uns", sagte Elfriede vorsichtig-zurückhaltend. Grischkat wusste auch nicht, was er davon halten sollte, kam aber in die Küche. Er hatte auf der Zeche jahrelang mit Türken zusammengearbeitet und war frei von Berührungsängsten. "Hammelfleisch?" Hammelfleisch - das war sicher ein Annäherungsversuch und irgendwie solle man darauf eingehen, wenn man schon einmal Wand an Wand mit ihnen wohnte. Man konnte ja nicht ewig so fremd miteinander umgehen. "Prima", sagte er, " Hammelfleisch. Meine Mutter hat immer Fisolen mit Hammelfleisch gekocht. Und Hammelkotlettchen waren ein Sonntagsessen." Bei der Erwähnung der Fisolen kamen im zwangsläufig die nachbarlichen Stangenbohnen in den Sinn, über die man einmal reden sollte. Darüber reden, nicht nur sich darüber ärgern. Vielleicht mal bei einem Bier und einem Schnaps.

Setz dich doch - eh - Hüseyin", sagte er, und ihm wäre beinahe der Name nicht eingefallen, weil sie sonst immer nur "der Türke" sagten. "Ein schönes Stück Hammelfleisch!" Er öffnete den Kühlschrank: "Magst Du ein Bier? Oder ein Kirschwasser? Oder lieber ein Cola?" "Lieber ein Cola", sagte Yeter. "Aber Kirschwasser hat euer Mohammed doch nicht verboten" flachste er und schenkte ein. "Verboten hat er doch nur Wein", "Ja", sagte Yeter, "verboten hat er nur Wein. Aber er hat wohl Alkohol gemeint. Er konnte ja nicht wissen, dass wir einmal als Gastarbeiter nach Deutschland gehen werden, wo es Kirschwasser gibt." Sie tranken jeder einen Schluck und dabei kam Grischkat eine Idee. Wozu hatte er denn den neuen Garten grill. "Hammelfleisch schmeckt am besten ganz heiß aus der Pfanne, hat meine Mutter immer gesagt, und direkt vom Grill müsste ungefähr dasselbe sein. Wie wär´s denn, wenn wir zusammen mit deiner Frau und meiner Frau das Fleisch auf unserem Grill braten würden. Einen Hammelbraten am Spieß machen!"

Nun kam Yeter in Bedrängnis. "Ja, sollte man sicher einmal machen, zusammen Fleisch grillen und essen und sprechen zusammen. Aber dieses Fleisch wäre nicht gut für ein gemeinsames Essen." Es entstand eine ungemütliche Pause: Yeter überlegte, wie er es besser verständlich sagen sollte, und Grischkat dachte über den möglichen Grund dieser Ablehnung nach. "Ich gehe einkaufen", sagte Elfriede. Sie begriff das mit dem Hammelfleisch und wollte sich da raushalten. Yeter merkte das, und er sah auch Grischkats irritiertes Gesicht und suchte in seinem dürftigen deutschen Wortschatz nach passenden Formulierungen. "Religion", sagte er, "es ist Religion, verstehst Du!" Ihm fiel nicht das richtige Wort ein. "Siebzig Tage nach Ramadan, da schlachten wir einen Widder; aber dürfen wir nicht selber essen, nur ein ganz klein bisschen davon, alles andere müssen wir verteilen - an Nachbarn!"

Das war etwas ungenau ausgedrückt, eigentlich musste er den Hammel an bedürftige Mitbürger verteilen. Aber ein Türke durfte einen deutschen Nachbarn nicht als bedürftig empfinden, nur weil der Rentner geworden war. Grischkat nickte, die merkwürdigen religiös bedingten Gebräuche der Türken waren ihm ja nichts Neues mehr, höchstens dass genau siebzig Tage nach Ramadan auch noch mal ein besonderer Tag war. Er streckte die Hand nach dem Fleisch aus, um es in den Kühlschrank zu legen, als Yeter das richtig deutsche Wort einfiel. Opfer! "Es ist ein Opfer, dieser Widder", sagte er. "Ein Schlachtopfer." Grischkat nahm die Hand wieder zurück und tat, als suche er in der Hosentasche nach etwas. Schlachtopfer. Wer weiß, was sie mit dem armen Vieh vorher noch alles angestellt hatten. "Ein Opfer", sagte Yeter und überlegte, ob er nicht vielleicht doch ein falsches Wort genommen hatte. Aber hatten die Christen in ihre Religionsgeschichte nicht einen Ibrahim, der sogar seinen eigenen Sohn hatte opfern sollen, und dem dann, ob seiner Bereitschaft dazu, von seinem Gott erlaubt wurde, stattdessen einen Widder zu opfern?

Grischkat griff wieder nach dem Fleisch. Ihm fiel seine Jugend ein, Erntedankfeiern und fetttriefende Schlachtfeste. "Willst Du nicht doch ein Kirschwasser?", erkundigte er sich augenzwinkernd. "Nein, lieber Cola bitte", sagte Yeter lächelnd. Es war alles sehr schwierig hier, und oft wusste man nicht, was freundliche Frotzlelei war und was echte Bösartigkeit. Dabei war er noch besser dran als seine Tochter, deren künftige Probleme schon vorprogrammiert waren; die zwar besser deutsch sprach als türkisch, die aber immer hier in Deutschland "die Türkin" bleiben und in der Türkei "die Deutsche" sein würde; die zwischen allen Stühlen saß, ganz gleich, ob sie sich hier zu integrieren versuchten oder sich in ein schützendes Ghetto zurückzogen…

"Aber nächsten Sonntag, wenn schönes Wetter ist", schlug Grischkat noch einmal vor, "wie wäre es dann mit gegrillten Hammelkotelettchen und ein bisschen zusammen reden und so?" "Ja", sagte Yeter, "ja, das wäre bestimmt sehr schön. Wir würden das auch sehr gern machen zusammen. Gemeinsam mit euch." Als sie sich von einander verabschiedeten, bemühten sie sich beide, höflich und zuvorkommend zu sein. Sie waren nach all den Missverständnissen noch nicht gleich Freunde geworden, aber sie hatten einen halben Schritt auf einander zu gemacht, und wenn sie sich künftig grüßten, würden sie vielleicht nicht mehr nur die Lippen bewegen, sondern sich tatsächlich einen "Guten Tag" wünschen.

(gekürzt aus: Heinz Knappe, aus dem Buch: Dritte Welt - wo liegt denn das? Von Johanna Skrodzki (Hrsg.), Christophorus-Verlag)

Was wir wissen

In einem ersten Schritt sammelt die Gruppe, was jede/r über den Islam gehört hat. Gemeinsam wird überlegt, was davon stimmt, was nicht stimmt und wo wir nicht wissen und/oder uns nicht einig sind, ob es stimmt oder nicht. Ziel des Schrittes ist es, herauszufinden, wie viel die Gruppenmitglieder vom Islam wissen. Nun kann überlegt werden, wie wir mehr über den Islam erfahren könnten. Vielleicht gibt es im Pfarrgebiet Muslim/innen, die man befragen könnte?

Du erzählst den Gruppenmitgliedern einige Hintergrundinformationen zu dem Opferfest, das in der obigen Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Im Hintergrund zu dieser Aktion findest Du Informationen, die für dieses Gespräch hilfreich sind.

Die Geschichte und Abrahams Opfer

In einem nächsten Schritt werden zwei Kleingruppen gebildet. Eine Kleingruppe sammelt ihre Eindrücke zu der Geschichte und überlegt dabei, was ihr anhand dieser Geschichte für das geplante Fest wichtig ist und was unbedingt beachtet werden sollte. Dazu gibst Du den Gruppenmitgliedern die Kopien der Geschichte mit.

Die zweite Kleingruppe bekommt Zettel mit der Abraham-Geschichte, die dem "Id al Adha"-Fest zugrunde liegt. Nach dem gemeinsamen Lesen werden die Eindrücke zu dieser Geschichte ausgetauscht und es wird überlegt, was aus dieser biblischen Erzählung heraus für die Gestaltung des Festes wichtig sein könnte.

In jeder Kleingruppe sollte ein/e Gruppenleiter/in anwesend sein, der/die das Gespräch leitet und die Eindrücke, Bemerkungen und Ideen mitschreibt.

Die Abraham-Geschichte

Gott stellte Abraham auf die Probe. Er sprach: Nimm Deinen Sohn Isaak und bring ihn als Brandopfer dar. Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, holte seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Opfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den Gott ihm genannt hatte. Nach einer Weile sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: "Vater!" Er antwortete: "Ja, mein Sohn!" Dann sagte Isaak: "Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?" Abraham entgegnete: "Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein Sohn." Und beide gingen miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf, fesselte seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: "Abraham! Abraham!" Er antwortete: "Hier bin ich." Jener sprach: "Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zu leide! Denn jetzt weiß ich, dass Du Gott fürchtest; du hast mir Deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten." Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.

Selbstverständlich können und sollen in den Kleingruppen konkrete Ideen für das Fest notiert werden.

Die Festvorbereitung

Für die Gestaltung des geplanten Festes sind natürlich noch viele Fragen zu klären und Vorbereitungsarbeiten zu erledigen. Diese können jetzt gemeinsam erfolgen:

Wer soll an dem Fest teilnehmen?
Welch anderen Jungschar- oder Pfarrgruppen bzw. Personen sollen eingeladen werden? Kann die Idee, auch "Bedürftigte" mitfeiern zu lassen, aufgegriffen werden?

Gestalten der Einladungen
Hier sollte auch geklärt werden, was auf der Einladung alles drauf stehen muss, damit die Eingeladenen wissen, zu welchem Anlass sie eingeladen werden und was die Anliegen der Gruppe bei der Gestaltung des Festes sind.

Essen
Am besten ist wahrscheinlich ein Grillfest, zu dem jede/r Festteilnehmer/in etwas mitbringt, das dann auf einem Tisch zusammengelegt und gemeinsam gegessen wird. Passend dazu können zu Beginn des Festes Zuspeisen bzw. Nachspeisen gekocht werden (Einfache Rezeptvorschläge findest Du unter "Elemente für das Fest". Weitere Rezepte findest Du z.B. in türkischen Kochbüchern.) Die Zutaten sollten von dir mitgebracht werden. Außerdem kannst Du Kostproben von Spezialitäten in entsprechenden Läden oder auf Marktständen kaufen.

Informationen
Es muss geklärt werden, wie den Festbesucher/innen über die Hinweise auf der Einladung hinaus Hintergründe dieses Festes und Informationen über das islamische Opferfest vermittelt werden können. Soll es Plakate geben oder Handzettel? Soll die Geschichte "70 Tage nach Ramadan" ausgehängt werden mit einem Plakat für Kommentare?

Diese Vorbereitungsarbeiten können natürlich nicht alle in dieser Gruppenstunde erledigt werden. Vielleicht will die Gruppe auch noch mehr Informationen in bestimmten Bereichen sammeln (z.B. zu jenen Fragen, die im ersten Teil der Gruppenstunde offen blieben). Daher solltest Du zu Ende der Gruppenstunde genug Zeit für die Beratung der weiteren Vorgangsweise bis zum Fest einplanen.

Elemente für das Fest

In der Vorbereitungsstunde hat Deine Gruppe bereits etliche Programmpunkte für das Fest gesammelt. Darüber hinaus findest Du hier einige Ideen für Aktivitäten und Speisen, die dazu beitragen können, das Frühlingsfest zu einem Ort des Kennenlernens islamischer Speisen, Lieder und Tänze zu machen.

Sap sap
Kindertanz aus der Türkei zu einem gesprochenen Reim

Eller sap sap Mit den Händchen schap, schap
Ayaklar rap, rap Mit den Füßen rap, rap
Bir saga, bir sola Einmal rechts, einmal links
Dans edelim kol kola. Tanzen wir Arm in Arm

Bei diesem einfachen Tanz können schon sehr junge Kinder mitmachen. Zwei oder mehr Kinder stehen sich gegenüber. Alle Mitspieler sprechen den Reim und führen dazu folgende Bewegungen aus:

Eller sap: In die Hände Klatschen
Ayaklar: Arme schwenken, mit den Füßen auf den Boden stampfen.
Bir saga: Hände auf die Hüften Stemmen, den Oberkörper nach rechts und nach links beugen.
Dans… Je zwei Kinder gehen auf einander zu, hängen Arm in Arm und hüpfen im Sprechrhythmus.

Tilki tilki saatin kac (Fuchs, Fuchs, wie spät ist es)
Ein Fangspiel aus der Türkei

Die Kinder stehen neben einander an einer markierten Linie. Der Fuchs steht ihnen gegenüber mit dem Gesicht zur Wand. Die Kinder fragen:
Tilki tilki saatin kac (Fuchs, Fuchs, wie spät ist es?)

Der Fuchs antwortet mit einer Zahl, und die Kinder machen entsprechend viele Schritte. Sobald sie in Reichweite des Fuchses angekommen sind, berührt ein Kind den Rücken des Fuchses und alle laufen davon. Sie versuchen, die Anfangslinie zu überschreiten. Wer vorher vom Fuchs berührt wird, bleibt stehen und nimmt am nächsten Spieldurchgang erst wieder teil, wenn er von einem anderen Mitspieler durch berühren erlöst wird.

Na kisi
ein Lied aus der Türkei
(donwload na_kisi.jpg)

Zahlen bis zwölf auf türkisch:
bir (eins) iki (zwei)
üc (drei) dört (vier)
bes (fünf) alti (sechs)
yedi (sieben) seki (acht)
dokuz (neun) on (zehn)
onbir (elf) onki (zwölf)

Folgende Spielvariationen dient einer guten Atmosphäre während des Spieles: Wenn zwei vor dem Fuchs flüchtende sich an den Händen halten, hat die Berührung des Fuchses keine Wirkung. Wenn vier Flüchtende einen Kreis um den Fuchs schließen, ist sein Bann gebrochen und ein/e andere/r Mitspieler/in ist für die nächste Spielrunde der Fuchs.

Rezepte

Tufakia
Zutaten: Äpfel, Zucker
Ganze Äpfel schälen und von der Stielseite her aushöhlen. In sehr stark gezuckertem Wasser weich kochen und mit geriebenen Nüssen und Honig füllen.

Cacik
Zutaten: eine grüne Gurke, Salz, 2 Knoblauchzehen, 3 Esslöffel Öl, 4 Becher Joghurt, getrocknete Pfefferminze.
Zubereitung: Gurke schälen, in feine Würfel schneiden, leicht salzen und etwas stehen lassen. Schüssel mit Knoblauch ausreiben, die Gurkenwürfel mit dem Joghurt darin vermengen, nochmals abschmecken. Dann die in der Hand fein geriebene Pfefferminze und das Öl darüber verteilen. Kalt servieren.

Lahmacun - Fladenbrot
Zutaten: 500 g Mehl, Germ, Margarine, Salz
Einen Germteig (laut Rezept auf der Germpackung) zubereiten und eine halbe Stunde stehen lassen. Kleine flache Fladen formen und auf ein geöltes Backblech legen. In einem heißen Backofen 15 - 20 Minuten backen. Die Fladen können auch mit einer Mischung aus Faschiertem, Zwiebel, Tomaten und Gewürzen belegt werden.
Fladenbrot erhält man auch in türkischen Geschäften und auf vielen Märkten in Wien.

Diese Aktion wurde von Gabi Iser und Johannes Trimmel erstellt.

 

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