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Die lieben Eltern…

Von schwierigen Situationen mit Jungschareltern und warum wir uns, als Gruppenleiter/innen mit diesen auseinander setzen müssen.

Viele Gruppenleiter/innen wünschen sich brave, lustige, motivierte Kinder, und am besten sollten diese auch noch einfache, umgängliche und entgegenkommende Eltern haben. Doch leider ist das nicht immer so einfach. Es gibt nicht nur schwierige Kinder, es gibt auch schwierige Eltern, und auch diese können Gruppenleiter/innen in herausfordernde Situationen bringen. Wie soll man aber mit solchen umgehen, was ist wichtig im weiteren Umgang und in der Beziehung zu den Kindern?

Kinder haben Eltern
… oder Erziehungsberechtigte. Dieser Umstand ist nicht zu leugnen, und da Kinder, die in die Jungschar gehen, und somit zwischen ca. acht und 14 Jahren alt  sind, sind sie noch sehr von ihren Eltern abhängig. Ihre Eltern können bestimmen, was ihr Kind in der Freizeit machen soll, oder auch nicht. Eltern können sich auch für oder gegen die Jungschar entscheiden. Nur wenn Eltern wissen, was in der Jungschar passiert, und wie es ihrem Kind dort geht, werden sie es ihrem Kind erlauben in die Jungschar zu gehen.

Eltern sind auch nur Menschen

Eltern sind, so wie auch ihre Kinder, ganz unterschiedlich und haben verschiedene Bedürfnisse und Vorstellungen. Vorstellungen insbesondere hier, was ihr Kind in der Jungschar erleben soll und wie es ihm/ihr dort gehen soll. Es gibt Eltern, die sich wünschen, dass ihr Kind besonders viele Abenteuer erleben kann, dass es wild sein darf/soll, andere wollen lieber das ihr Sohn/ihre Tochter etwas Schönes bastelt und mit nach Hause bringt. Die Ansprüche und Bedürfnisse der Eltern sind so unterschiedlich, wie die ihrer Kinder.

Meine Rolle als GL
Nur weil man mit den Eltern nicht unbedingt auf einen grünen Zweig kommt, darf man diese Konflikte nicht in die Beziehung mit dem Kind hinein tragen. Wenn die Eltern eines Kindes schwierig sind, darf man nicht gleich denken, dass sicherlich auch das Kind schwierig ist. Schließlich will man auch nicht selbst immer eins zu eins mit den eigenen Eltern verglichen werden.

Als Gruppenleiter/in sollte man ein möglichst unterschiedliches Programm bieten, so ist für alle etwas dabei, und jedes Kind kann ein anderes Mal zeigen was es gut kann. Sicherlich erzählen deine Kinder dann auch ihren Eltern davon, und seine/ihre Eltern freuen sich dann wiederum, dass ihr Kind schöne Erlebnisse in der Jungschar sammeln kann. Sofern also deine Kinder feine Erfahrungen in der Jungschar machen, bekommen das auch ihre Eltern mit und dann wird das Arbeiten mit den Eltern wesentlich einfacher.

Wie wäre es wenn ich Mama oder Papa wäre?
Was vielleicht auch helfen kann, ist es sich in die Rolle einer Mama oder eines Papas hineinzuversetzen. Überlege dir was du gerne hättest, was dein Kind erleben soll, was du gerne wissen würdest, was es in der Jungschar so macht, wahrscheinlich würdest du auch wissen wollen, wer sich eigentlich um dein Kind kümmert und wer sonst noch in die Jungschar geht?
Wenn du dir einige dieser Fragen und vielleicht noch ein paar andere stellst, kannst du dir sehr schnell selbst beantworteten, wofür es gut ist Elternarbeit zu leisten. Vielleicht kannst du dann manche Sorgen, Ängste, Verärgerungen der Eltern besser verstehen und leichter darauf eingehen. Trotzdem solltest du nie aus den Augen verlieren, dass in der Jungschar die Kinder die Hauptakteur/innen sind und nicht ihre Eltern.

Kathi Bereis

[aus dem context "Elternarbeit"]

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