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Bausteine und Methoden für Besprechungen

Regelmäßige Besprechungen in der Gruppenleiter/innen-Runde sind eine wichtige Grundlage für das Funktionieren der Jungschararbeit in einer Pfarre. Durch den Einsatz verschiedener Methoden können einzelne Tagesordnungspunkte kreativer gestaltet werden. Das bedeutet zwar einen gewissen Mehraufwand für dich als Pfarrverantwortliche/n bei der Vorbereitung, kann aber auch den Ablauf der Besprechung enorm auflockern und nicht zuletzt eine große Hilfe beim Moderieren sein. Unterschiedliche Möglichkeiten, Besprechungsteile anders aufzubauen, findest du in diesem Artikel.

Aller Anfang ist leicht…

Für den Beginn einer Sitzung hat sich in vielen Pfarren die so genannte „Kaffeehaus-Viertelstunde“ bewährt. In diesem vorher festgelegten Zeitraum können die Neuigkeiten der letzten Tage und Wochen untereinander ausgetauscht werden, was einerseits gleich am Anfang der Besprechung eine persönliche Atmosphäre schafft und andererseits die Besprechung ruhiger ablaufen lässt, weil sie dann nicht dauernd von Privatgesprächen gestört bzw. unterbrochen wird.

Eine Möglichkeit, sich nett auf die Besprechung einzustimmen und gleichzeitig überschüssige Energien abzubauen, ist die, am Anfang jedes Leiter/innen-Treffens gemeinsam ein Spiel (z.B. aus der Spielemappe) auszuprobieren. Dadurch wird auch das Spielrepertoire erweitert – und Spaß macht es allemal!

Ein anderer schöner Beginn für eine Besprechung ist es, wenn jede/r kurz erzählt, wie es ihm/ihr in den Gruppenstunden so geht und was sonst in der Gruppe los ist.  

Wenn in der Sitzung ein umfangreiches Thema besprochen werden soll, wie es z.B. bei der Planung des Sommerlagers der Fall ist, ist es eine gute Idee, zunächst den Staub von etwas ins Abseits geratenen Erinnerungen zu blasen. Zu ruhiger Hintergrundmusik können die Leiter/innen Stichworte, die ihnen zum Thema einfallen (wie z.B. „Abwasch“ oder „Spaß“ zum Thema „Lager“) auf kleine Zettel schreiben und diese für alle lesbar auf ein Plakat oder eine Wand kleben. Auch das Schmökern in alten Lagerzeitungen oder das Anschauen von Fotos vom letzten Sommerlager können die Erinnerungen und neue Ideen wecken.

…für zwischendurch…

In Besprechungen kommt es oft vor, dass man gemeinsam Ideen sammeln will. Die üblichste Methode ist da wohl ein Brainstorming. Dabei darf jede/r alle Ideen, die ihm/ihr zu dem Thema einfallen, einfach kundtun und/oder aufschreiben. Wichtig ist hier, dass der Prozess frei laufen kann, dass also alle Vorschläge unkommentiert bleiben. Danach können die Vorschläge bewertet und priorisiert werden.

Auf einem Plakat kann man Einfälle leicht festhalten, vor allem dann, wenn man sie anschaulich gestaltet. Eine Gliederungsmöglichkeit ist die Erstellung eines so genannten Mindmappings. Dafür wird gemeinsam auf einem großen Plakat gearbeitet. Begonnen wird in der Mitte mit dem Thema, z.B. "Öffentlichkeitsarbeit der Jungschar". Dann werden auf Hauptästen prinzipielle Themen und auf Nebenästen dazu passende Ideen aufgeschrieben. Dadurch entsteht ein Bild, bei dem man auf einen Blick zu einem Thema verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten sieht.

Nicht selten kommt es vor, dass man in einer Besprechung ein sehr umfassendes Thema behandelt (z.B. „Religiöses in der Jungschar?“, „Nachdenken über die eigene Gruppe?“, „Arbeit in der Gruppenleiter/innen-Runde“ oder auch Teile der Lagervorbereitung wie z.B. „Wie soll ein Tag am Lager ablaufen?“). Um einerseits Raum für verschiedene Ideen, Problemlösungsansätze etc. zu geben und andererseits auch Zeit zu sparen, gibt es eine einfache, aber effiziente Lösung: Kleingruppen. Auf keine andere Art und Weise lässt sich die Arbeit so fein teilen oder auch ein Thema gleichzeitig von verschiedenen Personenkreisen bearbeiten! Außerdem kann sich jede/r mehr ins Geschehen einbringen, als es im Plenum möglich wäre. Natürlich macht Kleingruppenarbeit nur dann Sinn, wenn am Ende alle Ergebnisse wieder in der großen Runde zusammengeführt werden und ihr euch gegenseitig die Resultate eurer Kleingruppen präsentiert.

Wie auch in der Jungscharstunde bringt der Einsatz von Materialien Kreativität und Schwung in jede Sitzung: Egal ob es Legomanderln für die Sammlung von Vorschlägen für neue Gruppenleiter/innen, Klebepunkte zum Zustimmen auf Plakaten, Post-Its oder Bastelmaterialien sind, vieles geht leichter, wenn man etwas in der Hand hat, womit man sich ausdrücken kann, und wenn Personen und Ideen nicht nur Buchstaben auf einem Blatt Papier sind!

Um die Stimmung zu einem Thema einzufangen, kannst du grüne und rote Kärtchen austeilen, die eine positive oder negative Haltung der einzelnen Gruppenmitglieder gegenüber einem Thema in Sekundenschnelle deutlich machen. Sind gerade keine Kärtchen zur Hand, kann man sich mit einfachen Handzeichen (z.B. Daumen nach oben = positiv, Daumen waagrecht = mittel, Daumen nach unten = negativ) Klarheit verschaffen.

Ein nicht zu unterschätzendes Element einer Besprechung sind Pausen. Vor allem nach intensiveren Denkphasen oder anderen, nervenaufreibenden Besprechungsteilen können schon wenige Minuten Unterbrechung mit der Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu essen und/oder den Besprechungsraum zu lüften, wieder Entspannung und Produktivität schaffen. Außerdem hat dann jede/r die Gelegenheit, sich gerade diskutierte Themen nochmals durch den Kopf gehen zu lassen.

…zum Abschluss

Eine nette Methode, eine Besprechung abzuschließen, ist eine Feedbackrunde. Hier kann jede/r sagen, wie es ihm/ihr geht und wie er/sie mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Besprechung zufrieden ist. Vor allem längere Besprechungen, wie z.B. ein Klausurwochenende, sollten durch eine Feedbackrunde beendet werden. Eine kurze Form des Feedbacks ist eine Blitzlichtrunde, bei der jede/r einen Satz zur Sitzung sagen kann.
Feedback kann auch schriftlich gegeben werden, indem Leute mit Symbolen, Punkten o.Ä. auf einem Plakat ihre Stimmung und/oder Zufriedenheit mit dem Prozess kundtun. Natürlich kann danach auch noch etwas dazu erklärt oder nachgefragt werden. Ein Beispiel: Du hast auf einem Bogen Packpapier ein großes Thermometer aufgezeichnet. Jede/r Gruppenleiter/in kann nun aufschreiben, was für ihn/sie eher frostig, ungemütlich war und wo ihm/ihr so richtig warm ums Herz geworden ist. Außerdem kann man noch einen Punkt für die ganze Sitzung/ das gesamte Wochenende setzen.

Mit dem Einsatz von Methoden ist es wie mit der Verwendung von Gewürzen beim Kochen: Natürlich ist es meist weder notwendig noch sinnvoll, eine ganze Besprechung mit verschiedensten Methoden voll zu stopfen. Ein oder zwei passende Methoden können aber einer sonst vielleicht langweiligen Besprechung den fehlenden Pepp verleihen.

PS: Weitere Anregungen und Ideen kannst du dir in der Rubrik „Modelle für die Arbeit mit der Gruppenleiter/innen-Runde“!

Bernhard Baumann

[aus dem context "Anfangen"]

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