• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Bilder – Buch – Bibel

Mit Kindern die Bibel entdecken
Die Bibel ist ein sehr altes, in die meisten Sprachen der Welt übersetztes Buch. Und sie enthält unzählige Geschichten, Gleichnisse, Erzählungen und Weisheiten. Vielleicht geht es dem einen oder der anderen von euch ja wie mir? Ich brauche, um eine Bibelstelle wirklich gut zu verstehen, eine längere, intensive Auseinandersetzung und vielleicht sogar jemand, mit dem ich drüber reden kann. Ist also die Bibel kein Buch für Kinder? Sind die darin enthaltenen Geschichten, die Bilder die da gezeichnet werden, keine, die Kinder verstehen können, wo sie etwas für sich daraus lernen oder erfahren können? DOCH! Wir müssen uns nur die Mühe machen, diese alten Geschichten 1. in die Gegenwart und 2. in die Sprache unserer Kinder zu übersetzen und 3. an ihren realen Alltag anknüpfen. Im Folgenden versuche ich euch Möglichkeiten aufzuzeigen, welche Schritte für so eine Übersetzung hilfreich sein können.

Die Geschichte verstehen

Egal, ob du eine Bibelstelle für eine Gruppenstunde oder einen Kinderwortgottesdienst o. Ä. Vorbereitest, bevor du etwas übersetzen kannst, solltest du es verstehen. Dazu kopiere dir den Text, den du bearbeiten willst aus einer Bibel heraus oder drucke ihn aus (www.die-bibel.de ist zum Beispiel eine online Bibel, in der du nach bestimmten Worten oder Bibelstellen suchen kannst)
Dann nimm einen Stift und markiere dir beim Durchlesen, was dich stört, was dir besonders gefällt oder was du nicht verstehst. Wenn du das Glück hast, die Stelle mit Mehreren zu bearbeiten, könnt ihr euch über diese Punkte, die ihr markiert habt austauschen und so schon ein Stück weit die Bibelstelle kennenlernen. Wenn du alleine an dem Text arbeitest, hilft dir bestimmt eine Erläuterung zu der Stelle, die es auch online gibt. (www.erzabtei-beuron.de) Anschließend suchst du dir den Aspekt des Textes aus, der für dich am besten erscheint um daran die Deutung für die Kinder aufzuhängen.

Den Kontext erkennen

Jede Geschichte wird in ihrer eigenen Zeit geschrieben. Gerade in der Bibel stehen viele Dinge, die in unserer heutigen Welt kaum mehr Sinn zu machen scheinen, die uns fremdartig und komisch vorkommen. Deshalb ist es notwendig, die Geschichte erst in ihrer Zeit zu verstehen und dann zu transferieren. Denn auch, wenn es keine Aussätzigen im Sinn einer ekelerregenden Hauterkrankung mehr an unseren Straßenecken gibt, so gibt es sie doch im übertragenen Sinn. So könnte man zum Beispiel den/die Augustinverkäufer/in oder Bettler/innen als Menschen einer Randgruppe definieren, die eben scheinbar nicht zur Gesellschaft gehören, die übersehen werden, mit denen man nicht spricht. Wie sind die Menschen damals mit Aussätzigen umgegangen und wie gehen wir heute mit Menschen am Rand der Gesellschaft um? Hat sich in den tausenden Jahren etwas verändert? Und wie können wir möglichst christlich – also im Geist Jesu – handeln?

In die Welt der Kinder eintauchen

Oft sind es gerade die Kinder, die mit viel offeneren und wacheren Augen durch unsere Welt gehen. Die Dinge wahrnehmen, die wir als Erwachsene übersehen oder ausblenden. Freundschaft, Ehrlichkeit, Gemeinschaft und das Zusammenleben im Allgemeinen sind für Kinder wichtige Parameter ihres Lebens und im Grunde handeln die meisten Bibelgeschichten genau davon. Anknüpfungspunkte können also leicht gefunden werden. Tolle Hilfe dazu gibt es im Internet. Die Website derkindergottesdienst.de hat viele solcher Bibelgeschichten für Kinder aufbereitet. Leicht verständlich und mit Gestaltungsideen für z.B. Kinderwortgottesdienste. Natürlich kannst du mit ein bisschen Kreativität bestimmt auch selber solche Übersetzungen in die reale Welt deiner Kinder finden. Und am bBesten sind die Kinder selber, beim Übersetzen. Mit ein bisschen Anleitung und ein paar gezielten Fragen, können sie selbst ihre eigene Lebenswelt in den Bibeltexten erkennen.

Kreatives Verstehen

Deine Kids können also am besten sagen, wo sie sich selbst in den Bibelgeschichten wieder finden. Um das noch zu verdeutlichen, kannst du mit verschiedenen Methoden eine vertiefende Auseinandersetzung durchführen. Zum Beispiel könntest du mit den Kindern eine Bibelstelle malen, du liest ein Stück vor, und die Kinder malen dann, was sie gehört haben. Es wird erstaunlich sein, wie unterschiedlich die Kinder das Gehörte umsetzen. Eine andere Variante wäre ein Stegreif-Theater. Dazu liest du einen Abschnitt einer Geschichte vor und die Kinder übersetzen das in ein Theaterspiel. Es gibt keine Regeln, außer, dass niemand verletzt werden darf (psychisch und physisch). Wenn das Spiel ins Stocken kommt, kannst du ja einfach weiterlesen :D

Vom Verstehen zum Handeln

Wenn die Kinder die Bibelstelle verstanden haben, kann es manchmal Sinn machen, gemeinsam zu überlegen, was diese Geschichte für uns als Christ/innen heißt. Müssen wir in unserem Alltag Handlungsmuster ändern, um wirklich im Geiste Jesu zu leben? Und wie können wir das? Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, wie zum Beispiel „Hallo“ zu sagen, oder dem/der Augustinverkäufer/in einmal ein kleines Geschenk zu bringen (man kann ja vorher fragen, ob lieber eine Wurst/Käsesemmel oder was zum Naschen ;) ) oder etwas vom  eigenen Spielzeug in ein Flüchtlingsheim bringen, um den Kindern dort eine kleine Freude zu machen. Eine tolle Möglichkeit ist auch die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar! Da kann man ganz einfach internationale Hilfe leisten, indem man den Menschen in der eigenen Pfarre den Segen in die Häuser bringt und dabei Geld für Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika sammelt.  Oder in einer Gruppenstunde die „Aktion Kilo“ durchzuführen und vor einem Supermarkt die Menschen zu bitten, ein Kilo / ein Gebinde eines Lebensmittels mehr zu kaufen und für eine caritative Einrichtung zu spenden.  Es gibt sehr viele Möglichkeiten – auch da fällt euch gemeinsam bestimmt etwas ein!

Keine Angst!

Auch wenn die Bibel ein sehr altes Buch ist und wir viele Geschichten nicht mehr oder noch nicht verstehen, so gibt es doch eine Menge an Texten, die wir kennen und die wir uns aneignen können. Keine Angst davor! Im Jungscharbüro gibt es für jedes Lesejahr ein Effata – ein Behelf, der mit tollen Inspirationen und Informationen zu diversen Bibelstellen gefüllt ist, um dir die Arbeit mit der Bibel zu erleichtern.

Viel Spaß bei der Bibelarbeit!

Nika Fürhapter

kumquat "Sprache" 4/2014

Share |