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Kunstraub und Kunstwerkstätte

Lager | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Bei diesem Kunst-Spiel werdet ihr gefragt, ob ihr an einer Kunstausstellung teilnehmen und auch eigene Kunstwerke ausstellen wollt. Klar wollt ihr, darum macht ihr euch sofort an das Entwerfen und Bilden von verschiedenen Kunstwerken. Doch dann wird ein Kunstwerk aus der bereits bestehenden Kunstsammlung gestohlen und ihr helft bei der Aufklärung des Diebstahls. Zum Schluss macht ihr eine private Ausstellung mit euren eigenen Kunstwerken.

Material

  • Ein Kunstobjekt (z.B. eingerolltes "Kunst"-Poster in einer Rolle)
  • Für Teil 1: Kunstobjekte (jede Gruppe bekommt ein anderes Materialpaket):
  • 1. Gatsch, Frischhaltefolie und Formen
  • 2. bunter Sand, Plakat und Kleber
  • 3. Früchte u.Ä. und alles, was sie finden
  • 4. Ziegelsteine, Kleber, Ritzgerät
  • 5. Holz — Messer zum Schnitzen (Gruppenleiter/in soll unbedingt dabei sein!)
  • 6. alte Fliesen, bemalte Steine, Kleber, Karton
  • für Teil 2 bis 4:
  • Verkleidungen für: Postlerin, Gruppenleiter/in, Spaziergänger/in, Mann mit Hut, Fischer/in, Bäcker/in
  • Stifte und kopierte Raster für die Gruppen
  • für den/die Bäcker/in: Salzteig: 2kg Mehl, 1kg Salz, Wasser, Schüssel für den Teig, Tablett
  • für den/die Spaziergänger/in: Kassetten-Rekorder und indische Musik
  • für den "Mann mit Hut": Stifte und Papier

Aufbau

Zur Durchführung
Dieses Spiel ist für 7 Gruppenleiter/innen (ein/e Kunstsammler/in und 6 Gruppenleiter/innen für die Kunstgruppen, die dann zu den 6 Verdächtigen werden) konzipiert und für 6 Gruppen mit je 5-8 Kindern beschrieben.
Wenn ihr weniger Kinder seid, könnt ihr weniger Gruppen machen, wenn ihr mehr seid größere Gruppen. Für den Fall, dass ihr mehr Verdächtige als beschrieben haben wollt (z.B. wenn ihr ein sehr großes Lager seid), könnt ihr natürlich einfach Personen dazu erfinden. Die Informationen müssen dann aber natürlich auch schlüssig zu den anderen passen. Dabei kann euch der Überblicksraster (am Ende der Spielbeschreibung) helfen, in dem ihr in Kurzfassung alle Informationen seht.

Dauer
Der 1. Teil kann so lange dauern, wie ihr wollt. Wichtig ist, dass von Anfang an klar ist, wie viel Zeit die einzelnen Gruppen haben, um ihr Kunstwerk zu machen (z.B. eine Stunde). Teil 2 dauert ca. 10 Minuten.
Wie lange Teil 3 dauert, hängt davon ab, wie weit die verdächtigen Personen voneinander entfernt sind, wie lange die Kinder sich bei ihnen aufhalten und wie explizit ihr die Informationen herausstreicht. (Je klarer die Informationen herausgestrichen werden, desto kürzer brauchen die Kinder bei den Stationen. Wichtig, ist, dass ihr spätestens wenn ihr merkt, dass die Kinder nicht mehr mit ganz soviel Begeisterung dabei sind, die Informationen klarer formuliert.)
Auch Teil 4 und 5 können beliebig lange dauern (insgesamt z.B. eine halbe Stunde).

 

Beginn


Ein/e Kunstsammler/in aus der Umgebung kommt euer Lager besuchen und erzählt euch von einer großen Ausstellung. Er/sie bewundert euer Lager und lädt euch ein, auch einige Kunstwerke für diese Ausstellung zu entwerfen. Es gibt einige Materialien, die er/sie euch zur Verfügung stellt (siehe Material).

1. Teil: Die Kunstwerkstätte


Die Kinder teilen sich in Gruppen mit jeweils 5-8 Kindern (es ist gut, wenn die Altersstufen durchmischt sind, da die Wiederbeschaffung des Kunstwerkes komplex ist). Jede Gruppe wird von einem/einer Gruppenleiter/in begleitet und be- kommt ein Paket mit Arbeitsmaterialien zur Verfügung.
Die Aufgabe lautet: für eine Ausstellung ein Kunstwerk aus den vorhanden Materialien herzustellen und eine Kurzbeschreibung dazu zu liefern. (Zeit: ca. 1 Stunde)

2. Teil: Das Kunstwerk ist weg!


Alle treffen sich (zur verabredeten Zeit) im Aufenthaltsraum. Dort erfahren die Kinder, dass das Kunstwerk eines/r berühmten Künstlers/in aus der Sammlung für die Ausstellung gestohlen wurde! Der/die Gruppenleiter/in hat es um 4 Uhr (als er/sie zu einem Sonnenaufgangspaziergang aufgebrochen ist) noch gesehen. D.h. die mögliche Tatzeit ist zwischen 4 Uhr und eurer momentanen Zeit. Es gibt 6 tatverdächtigte Personen, die ihr nun befragen könnt. Jede Gruppe bekommt ein Ermittlungsformular, Stifte und eine Erklärung, wie sie jetzt weiter vorgehen soll (Wo sind die verdächtigten Leute,...).
Eine wichtige Info ist auch, dass der/die Kunstsammler/in im Aufenthaltsraum bleiben wird und jederzeit Hilfe und Auskünfte geben kann.

3. Teil: Wer war es?


Die 6 verdächtigen Personen werden von Gruppenleiter/ innen gespielt. Jede der 6 verdächtigen Personen erzählt, wenn die Kinder zu ihr kommen, was er/sie wann gemacht hat, will dafür aber eine Gegenleistung (siehe Tätigkeiten). Weiters erzählen die Personen, wen sie gesehen haben. Die Infos über die Person selbst erzählen immer andere Personen (also nicht die Person selbst). Die Fragen nach dem Waldviertler Wochenblatt werden deswegen gestellt, weil in dieser Zeitung die Ausstellung groß angekündigt war, und dies daher eine mögliche Wissensquelle über den Aufenthaltsort der kostbaren Kunstgegenstände ist.
Die Kinder gehen in den Gruppen (wie zu Beginn eingeteilt) zu den einzelnen Personen und versuchen herauszufinden, welche Info nicht stimmen kann.
Im Folgenden findest du jeweils bei den Personen beschrieben, was sie erzählen. Im Überblicksraster (am Ende der Spielbeschreibung) siehst du bei jeder Person auch, was andere Personen über sie erzählen. Dieser Raster ist vor allem dann wichtig, wenn du irgendetwas an dem Spiel verändern willst.

Zu den Personen:


Die Postlerin:


Die Postlerin möchte von den Kindern unbedingt den neuesten Tratsch und Klatsch und Nachrichten aus aller Welt hören und erzählt auch ihrerseits den Kindern alles Mögliche.

  • Das Waldviertler Wochenblatt (die lokale Tageszeitung) liest sie natürlich, am Postamt liegt es ja auch auf.
  • Sie erzählt über den Mann mit dem Hut, dass er ihr Ehemann ist und seit Jahren ein schweres Fußleiden hat.
  • Zwischen 4 und 6 Uhr hat sie im Bett neben ihrem Ehemann geschlafen, von 6-8 wie jeden Tag alleine Post sortiert und von 8 Uhr bis jetzt die Post verteilt. Beim Post-Verteilen hat sie den/die Spaziergänger/in gesehen, der/die Fischer/in war heute nicht da; sonst trifft sie ihn/ sie eigentlich immer.


Der/die Gruppenleiter/in (spielt sich selbst):


  • Das Waldviertler Wochenblatt liest er/sie nicht, so weit geht sein/ihr Interesse am Lagerort nun auch wieder nicht...
  • Er/sie erzählt über die Postlerin, dass sie angeblich kaufsüchtig ist, aber eigentlich eine sehr verlässliche Person. Die Post wird immer pünktlich zugestellt und auch sonst ist sie in der Umgebung sehr beliebt.
  • Um 4 hat er/sie beim Weggehen das Kunstwerk noch gesehen. Zwischen 4 und 6 Uhr hat er/sie einen Sonnenaufgangsspaziergang gemacht und ist dabei an dem/der Fischer/in vorbeigekommen, von 6 bis 8 noch ein wenig im Gruppenleiter/innen-Zimmer/Zelt geschlafen und von 8 Uhr bis jetzt gemeinsam mit vielen Kindern und Gruppenleiter/innen gefrühstückt.


Spaziergänger/in:


  • Der/die Spaziergänger/in ist ein schräger Typ und möchte mit den Kindern unbedingt einen indischen Tanz ausprobieren.
  • Das Waldviertler Wochenblatt liest er/sie immer am Bankerl beim Spazierengehen, aber eigentlich liest er/sie nur die Politik, die ihn/sie dann so aufregt, dass er/sie die Zeitung gleich wieder wegwirft.
  • Er/sie erzählt über den/die Fischer/in, dass er/sie ihn/sie oft unterwegs trifft und weiß, dass die Fischerei sehr schlecht geht.
  • Zwischen 4 und 6 Uhr hat er/sie beim Wirten mit dem/der Bäcker/in gefrühstückt, von 6 bis 8 war er/sie spazieren und hat unterwegs den/die Bäcker/in beim Ausliefern getroffen und von 8 Uhr bis jetzt war er/sie immer noch spazieren und hat niemanden gesehen, der/die Fischer/in war heute ausnahmsweise nicht da.


Mann mit Hut:


  • Der Mann mit Hut erstellt gerade eine Rezeptsammlung und bittet die Kinder um ihre besten Rezepte.
  • Das Waldviertler Wochenblatt liest er/sie immer von vorne bis hinten durch.
  • Er/sie erzählt über den/die Bäcker/in, dass er/sie sehr nett und ehrlich ist, die besten Mohnstriezerl im ganzen Waldviertel macht und früher auch mal Jungschargruppenleiter/in war.
  • Zwischen 4 und 6 Uhr hat er zuhause im Bett neben seiner Frau geschlafen, von 6-8 hat er immer noch geschlafen und von 8 Uhr bis jetzt war er beim/bei der Bäcker/in frühstücken.


Fischer/in:


  • Der/die Fischer/in will nur mit den Kindern reden, wenn sie ihm/ihr dafür Geld geben. Natürlich geben sie ihm keins, er/sie lässt sich aber doch überreden und gibt zumindest widerwillig Auskunft.
  • Das Waldviertel Wochenblatt interessiert ihn/sie nicht.
  • Er/sie erzählt über den/die Gruppenleiter/in einige unwahre Geschichten, von denen die Kinder wissen, dass sie nicht stimmen.
  • Er/sie war von 4 Uhr bis jetzt immer am gleichen Ort (nämlich genau hier, wo er/sie auch jetzt ist) fischen. Zwischen 6 und 8 Uhr hat er/sie den/die Bäcker/in beim Ausliefern gesehen.


Bäcker/in:


  • Der/die Bäcker/in ist gerade ziemlich im Stress und bittet die Kinder sehr freundlich, ihm/ihr ein wenig beim Backen zu helfen (z.B. Salzteig).
  • Vom Waldviertler Wochenblatt liest er/sie nur das Fernsehprogramm und das Wetter.
  • Er/sie erzählt über den/die Spaziergänger/in, dass er/sie ein schräger Typ ist. Er/sie ist ganz lustig und nett, aber irgendwie auch komisch und ein wenig ausgeflippt.
  • Zwischen 4 und 6 Uhr hat er/sie beim Wirten gefrühstückt und dort den/die Spaziergänger/in gesehen, von 6 bis 8 hat er/sie Brot ausgeliefert und den/die Spaziergänger/in und den/die Fischer/in gesehen und von 8 Uhr bis jetzt in der Bäckerei gearbeitet, der Mann mit dem Hut war auch dort.


4. Teil: Der Dieb wird gestellt


Sobald die Kinder glauben, dass sie wissen, wer das Kunstwerk gestohlen hat, kommen sie zum vereinbarten Punkt zurück. Spätestens aber zur vereinbarten Schlusszeit sollen alle Gruppen zurück sein. Sobald alle Gruppen zurück sind, begrüßt der/die Kunstsammler/in sie herzlich und fragt sie, ob sie wissen, wer das Kunstwerk gestohlen hat. Alle Gruppen können nun berichten, was sie glauben.

Die Auflösung:


Woher kann man wissen, wer der/die Täter/in ist? Der/die Fischer/in war es!
Er/sie behauptet, von 4 Uhr bis jetzt immer am gleichen Ort gefischt zu haben. Aber: Zwischen 8 Uhr und jetzt hat ihn/sie niemand gesehen, obwohl die Postlerin und der/die Spaziergänger/in ihn/sie an seinem/ihrem gewohnten Platz hätten sehen müssen. Dass der/die Fischer/in auch unfreundlich ist, ist natürlich kein Indiz, kann den Kindern aber beim Ermitteln durchaus auch helfen. Der/die Fischer/in ist die einzige Person, die lügt! Er/sie erzählt etwas über den/die Gruppenleiter/in, das nicht wahr ist.

Im Anschluss daran kommt es zu einer Diskussion, wie ihr dieses Problem nun weiter behandelt. Währenddessen kommt der/die Fischer/in zu euch, gesteht, entschuldigt sich schrecklich schuldbewusst und bringt das Kunstwerk zurück. Der/die Kunstsammler/in bedankt sich ganz herzlich bei allen.

5. Teil: Eine private Ausstellung...


Nun ist das Problem gelöst, aber die offizielle Kunstsammlung wird nicht stattfinden. Der/die Kunstsammler/in fragt, ob er/sie eure Kunstobjekte betrachten darf. Daraus entsteht die Idee, eine kleine, private Ausstellung zu eröffnen. Die von euch gebildeten Kunstwerke werden arrangiert, vielleicht
mit erklärenden Hinweisschildern versehen und schon kann die Museumsführung losgehen. Jede Gruppe kann im Laufe des Rundganges ihr eigenes Kunstwerk präsentieren und die Künstler/innen vorstellen.

Publikation: Lager - Alltag und Programm 3

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Lager-Kategorie: Workshops & Co.

Schlagwörter: Kreativität, Lager, Kunst/Kultur, Spaß