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Gott verzeiht

Messmodelle

Hintergrund

Dieser Gottesdienst gehört zu einer zusammenhängenden Reihe von Gottesdiensten, die aufeinander aufbauen und über die gesamte Fastenzeit bis zum Palmsonntag gehen. Die dazugehörigen Gottesdienste sind:

  • Gott kennt die Menschen
  • Gott geht mit uns
  • Gott gibt viele Chancen
  • Gott verurteilt nicht
  • Von Jesus wird viel erwartet



Im Gleichnis vom guten Vater wird uns ein Wesensmerkmal Gottes vorgestellt, dass uns zeigt, dass er ein Gott ist, der verzeiht. An uns ist damit auch die Anforderung gestellt, dass wir uns überlegen müssen, wo wir der Verzeihung Gottes bedürfen und in welcher Weise wir umkehren müssen. Da auch das für die Menschen kein Leichtes ist, ist der heutige Gedankengang: Jesus traut den Menschen zu, umzukehren.

Material

  • Irrgarten (Anzahl sollte der der Plätze entsprechen)
  • Bleistifte
  • 1 Holzstütze (sollte nach der Messe ca. so aussehen)
  • Soffstreifen mit der Aufschrift "GOTT VERZEIHT"

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Spiel zu Beginn
  • Tagesgebet
  • Geschichte
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Lied nach der Kommunion

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jos 5,9a. 10-12

In jenen Tagen sagte der Herr zu Josua: Heute habe ich die ägyptische Schande von euch abgewälzt. Als die Israeliten in Gilgal ihr Lager hatten, feierten sie am Abend des vierzehnten Tages jenes Monats in den Steppen von Jericho das Pascha. Am Tag nach dem Pascha, genau an diesem Tag, aßen sie ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide aus den Erträgen des Landes. Vom folgenden Tag an, nachdem sie von den Erträgen des Landes gegessen hatten, blieb das Manna aus; von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.

2. Lesung: 2 Kor 5,17-21

Schwestern und Brüder! Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Verkündigung anvertraute. Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

Evangelium: Lk 15,1-3. 11-32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zum Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden

Hintergrund Evangelium:

Der Vorwurf


"Alle" Zöllner und Sünder... "Die" Pharisäer und.. - mit dieser Generalisierung deutet Lukas an, dass er hier eine typische Situation zusammenfassend skizziert. Zöllner werden in der Volksmeinung mit Dieben und Räubern gleichgesetzt, die Schriftgelehrten verdächtigen sie ständig wegen ihres Kontaktes mit Heiden der Unreinheit. Dass sie es sind, die Jesus aufgeschlossen gegenüberstehen und dass Jesus auf sie ein-und zugeht, ja sogar mit ihnen isst, ist für diese Superfrommen ein Skandal. Als Antwort auf diesen Vorwurf, fasst Lukas drei Gleichnisse in einer sich steigernden Komposition zusammen, die alle Gottes Sorge um das Verlorene und die Freude über das Wiederfinden betonen. (Verlorenes Schaf - verlorene Münze - "verlorener" Sohn.)

Erbteil


Ein Vater hat zwei Söhne. Der jüngere verlangt sein Erbteil. Nach dem Gesetz steht ihm ein Drittel zu, dem Älteren die anderen zwei Drittel. Dieses steht ihm an sich erst nach dem Tode des Vaters zu, der - solange er lebt - das Nutzungsrecht auf das Drittel des jüngeren Sohnes hat. Dass der Sohn nun seinen Teil verlangt, macht deutlich, dass er nur etwas vom Vater will, nicht aber den Vater selbst. Er wandert aus, er tut so, als hätte er den Vater, den er zurücklässt, bereits überlebt. Die Erzählung geht nicht auf die näheren Umstände ein, sie beschreibt auch nicht die Reaktion des Vaters (ist er erschüttert oder mit diesem Zeichen von Selbständigkeit seines Kindes einverstanden?), weil sie an anderen Aspekten interessiert ist.

Absturz


Der Sohn wandert aus. Dort verprasst er das Geld. Er wird sündig, weil er untreu wird gegenüber dem ihm vom Vater zum Leben anvertrauten Gut. Mehrfach erläutert Jesus an anderen Stellen, dass darin die Sünde besteht: im Missbrauch und der Veruntreuung des Anvertrauten. So wird der Sohn selbstverschuldet arm und ist nun der Katastrophe hilflos ausgeliefert. Er drängt sich auf, d. h. er gibt seine Selbstachtung auf, er arbeitet als Schweinehirt, und das bedeutet, dass er vom Gesetz und von der Ordnung seines Volkes abfällt und auch noch seine religiöse Identität verliert. Für den Juden steht er nun in einem Fluch und ist eine "Unperson ". Tiefer kann ein Mensch nicht mehr sinken.

Erinnerung


Die Erinnerung an die guten, alten Zeiten beim Vater bringt ihn zur Selbstbesinnung. Er entschließt sich zur Umkehr und wird sich klar, dass jeder Verstoß gegen den Mitmenschen sich auch gegen Gott richtet ("gegen Gott im Himmel und gegen dich"). Nach jüdischem Recht hat er die Wiedereinsetzung in das Sohnverhältnis verwirkt, das ist ihm bewusst. Er möchte auch nur als Taglöhner akzeptiert werden. Der Einsicht und Reue folgt die Tat: Er bricht auf und kehrt zurück.

Entgegenkommen


Der Vater sieht ihn kommen. Seine Empfindungen werden nicht beschrieben. Das Gleichnis will im Tun des Vaters zeigen, wie Gott handelt: Der alte Mann läuft dem Sohn entgegen. In der Kultur des Orients ist dies nicht nur ungewöhnlich, es ist entschieden unter seiner Würde, als Älterer dem Jüngeren entgegenzulaufen. Umarmung und Kuss setzen den Sohn in seine Rechte wieder ein, noch bevor dieser ein Wort gesagt hat, bevor er seine Schuld zugibt und um Vergebung bittet.

Rehabilitierung


Erst jetzt kommt der Sohn zu Wort. Der Vater antwortet wieder mit Zeichen. Das Ehrenkleid ist eine höchste Auszeichnung (In der Antike gibt es keine Orden. Wenn etwa ein Kleid auszeichnen will, schenkt er ihm ein prunkvolles Gewand). Auch Ring und Schuhe haben eine solche symbolische Bedeutung. Der Sohn soll nicht länger wie ein Sklave barfuß gehen. Die volle Gemeinschaft im Festmahl dokumentiert nicht nur die Freude des Vaters sondern auch die restlose Rehabilitierung.

Kriterium Liebe


Der ältere Sohn ist damit nicht einverstanden. Was uns heute psychologisch nachvollziehbar erscheinen mag, ist im Gleichnis aber mehr als das. In dieser Figur wird den Pharisäern und ihrem (am Anfang stehenden Vorwurf) geantwortet. Der beleidigte Zorn dessen, der sich im Recht fühlt, ist das Gegenteil vom Erbarmen des Vaters. Auch auf ihn geht der Vater ein und macht ihm klar: wenn er als Vater den Jüngeren nicht verstößt, dann hat auch der älteste Sohn kein Recht dazu. Das ist direkt an die Pharisäer gerichtet. Jesus verteidigt sein Verhalten, indem er auf die Liebe Gottes verweist.

Bedingungslos


Dieser Vater hat sich konsequent für die Liebe entschieden. Er hindert seinen Jüngeren nicht an dem, was er tun will - und nimmt ihn ohne Vorwürfe und bedingungslos wieder auf. Er handelt nicht nach dem Gesetz, sondern nur nach der Liebe zum Sohn.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Spiel zu Beginn


Auf jedem Platz liegt ein Bleistift und ein Zettel, auf dem folgender Irrgartenabgebildet ist:


Jeder soll nun versuchen, den richtigen Weg vom Eingang zum Ausgang zu finden. Dabei soll die gedachte Linie immer gleich mit Bleistift ein gezeichnet werden. Benachbarte Kinder und Erwachsene können einander helfen. Merkt man, dass man auf dem falschen Weg ist, fährt man mit dem Bleistift den Weg wieder zurück und sucht einen neuen Weg. Das geht so lange, bis man am Ausgang angelangt ist Sind alle damit fertig, wird ein kurzes Gespräch darüber geführt, wie es einem beim Wegsuchen ergangen ist. Musste man oft den Weg ändern und umkehren? Oder ging es recht schnell? Dabei zeigt der Priester einen Karton mit folgendem Bild her:

Tagesgebet


Guter Gott, Jesus hat die Menschen immer wieder darauf hingewiesen, dass sie umkehren müssen und ihr Leben ändern. Wir wissen, dass das auch für uns gilt, doch wirklich umzukehren und einen neuen Weg zu suchen, das ist sehr schwer. Hilf uns, dass wir die richtigen Wege erkennen und dass wir uns nicht zu oft verirren. Verzeih uns bitte, wenn wir unsere Fehler nicht erkennen und sei immer bei uns. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder. Amen.

Geschichte


Weil heute so viel vom Umkehren die Rede ist, wird nun eine kurze Geschichte vorgelesen, die sehr gut beschreibt, wie es einem oft geht, wenn man daran denkt, dass man eigentlich umkehren müsste.

Eigentlich müsste ich umkehren
Ein Mann sitzt im Bummelzug. Bei jeder Station steckt er den Kopf zum Fenster hinaus, liest den Ortsnamen und stöhnt. Nach vier oder fünf Stationen fragt ihn besorgt sein Gegenüber: "Tut ihnen etwas weh? Sie stöhnen so entsetzlich." Da antwortete er: "Eigentlich müsste ich aussteigen. Ich fahre dauernd in die falsche Richtung. Aber hier ist es so schön warm drinnen."
(Aus: Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten 2, Seite 43)

Verkündigung


Das, was wir heute im Evangelium gehört haben, kennen sicher schon viele von euch. Da war also dieser Sohn, der von seinem Vater seinen Erbteil verlangte und auszog. Dabei ist es ihm zu Hause doch sicher gut gegangen. Warum, meint ihr denn, wollte der Sohn von zu Hause weg? (Gespräch mit den Kindern) Mir geht es manchmal so, dass ich lange brauche, bis ich entdecke, dass ich einen Fehler mache, dass ich auf dem falschen Weg bin. Je länger ich dann den Fehler schon mache, desto schwieriger ist es, ihn mir abzugewöhnen und etwas anders zu machen. Wie das mit dem Verändern ist, darüber haben wir schon letzten Sonntag gesprochen.

Jetzt merken wir, dass es vorher dazu noch etwas bedarf. Nämlich dass wir überhaupt erkennen, dass wir etwas anders machen müssen. Der Sohn in dem Gleichnis hat erst sehr spät gemerkt, dass er einen Fehler gemacht hat. Aber eigentlich geht es Jesus gar nicht so sehr um den Sohn, wenn er den Menschen diese Geschichte erzählt. Er will vielmehr auf den Vater aufmerksam machen. Denn er will sagen: So wie der Vater in der Geschichte zu seinem Sohn ist, so ist Gott zu euch. Ihr könnt noch so dumme Fehler machen, wenn ihr erkennt, dass ihr am falschen Weg seid und wenn ihr umkehrt, dann empfängt er euch mit großen Freuden. Dann ist es ihm wichtiger, dass voll Freude gefeiert wird, dass ihr wieder in seiner Nähe seid, als dass lange über eure Fehler gesprochen wird. Gott verzeiht! Weil das ein ganz wichtiger Satz ist, werden wir ihn festhalten. (Der Priester bringt ein Stoffband mit diesem Satz am vierten Pfeiler an). Weil Jesus die Menschen kennt und weiß, dass er verzeiht, darum traut er uns auch zu, unsere Fehler selbst zu erkennen und umzukehren.

Fürbitten


Jeder, der eine Fürbitte liest, soll sich dabei zu dem vierten Holzständer mit dem "Umkehr-Schild" stellen.

  • Weil Jesus den Menschen zutraut umzukehren, lohnt sich das Bemühen der Menschen unserer Pfarrgemeinde, wenn sie eigene Fehler erkennen und einen neuen Weg suchen. Doch alle brauchen dazu auch deine Hilfe, um die wir dich bitten.
  • Weil Jesus den Menschen zutraut umzukehren, können Unterdrückte ermutigt werden, sich gegen ihre Unterdrückung zu wehren und auf die Einsicht der Übermächtigen hoffen. Auch sie brauchen deine Hilfe, um die wir dich bitten.
  • Weil Jesus den Menschen zutraut umzukehren, können auch die Verantwortlichen in der Kirche ihre Fehler eingestehen und Wege suchen, nach deinem Evangelium zu leben. Sie brauchen auch deine Hilfe, um die wir dich bitten.
  • Weil Jesus den Menschen zutraut umzukehren, werden Menschen bestärkt, sich aufrichtig auf das Osterfest, das Fest der Auferstehung und des Neubeginns, vorzubereiten. Dazu brauchen sie deine Hilfe, um die wir dich bitten.

    Lied nach der Kommunion


    Dieses Lied eignet sich gut, von einer Schola vorgesungen zu werden:

Publikation: effata

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Jahreskreis: Fastenzeit

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 4. Fastensonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Fastenzeit

 

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