• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Mission 56 — Was ist los in Korinth?

Lager | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Die Kinder unternehmen eine Zeitreise ins Jahr 56 n.Chr.. Dort treffen sie auf unterschiedliche Menschen, die ihnen über Leben und Arbeit, aber auch über das Wesen der christlichen Gemeinde in Korinth erzählen.

Material

  • Karte von "Korinth" für jedes Kind (siehe Skizze: Vorschlag, wie der Plan vom Lagerquartier zum Plan von Korinth wird)
  • Verkleidung für die Gruppenleiter/innen
  • Das Material für die Stationen findest du bei der entsprechenden Stationsbeschreibung

Aufbau

Vormittag: Kinder (alleine oder in beliebigen Kleingruppen) lernen in 5 Stationen das Leben in einer römischen Stadt (Korinth) kennen und können einiges ausprobieren

Mittagessen: In der Taverne (Speisesaal) wird gegessen

Nachmittag: Kinder (in 5 Kleingruppen) lernen in 5 Stationen das Leben der christlichen Gemeinde kennen. Alle Kinder treffen sich am Versammlungsort der christlichen Gemeinde und setzen sich dort mit den Themen "Rücksicht nehmen" und "Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist gut für die Gemeinschaft" auseinander. Evtl. für Ältere: Auseinandersetzung mit dem Thema "Sammlung für Jerusalem"
Abschluss: (Wort-)Gottesdienst oder gemeinsames Essen

Dieses Spiel ist auch für sehr große Gruppen geeignet. An Gruppenleiter/innen werden benötigt:

  • ein/e Spielleiter/in, der/die die Kinder den ganzen Tag unterstützt
  • 5 Gruppenleiter/innen, die jeweils eine Station betreuen; spielen viele Kinder mit, ist es sinnvoll, Stationen mit 2 Gruppenleiter/innen zu besetzen. Aus diesem Grund sind die Geschichten bei den Stationen für 2 Personen beschrieben. Ist nur ein/e Gruppenleiter/in anwesend, sucht er/sie sich einen der beiden Charaktere aus.

 

Willkommen im Jahr 56


Du heißt die Kinder herzlichen willkommen und erzählst ihnen über Ort und Zeit in der Mission 56 stattfindet: "Ihr befindet euch im Jahr 56 nach Christus in Korinth. Korinth ist Teil des Römischen Reichs. Die Stadt liegt am Kreuzungspunkt zwischen Orient (Morgenland — z.B. Iran, Persien, Syrien, Türkei) und Okzident (Abendland — Europa) und ist ein wichtiges Handelszentrum. Es ist eine Stadt, in der Menschen aus vielen Ländern aufeinander treffen. Ihr habt nun den ganzen Vormittag Zeit, die Stadt zu erkunden, Menschen kennen zu lernen und mehr über das Leben in dieser Zeit zu erfahren".

Die Handwerker/innen in Korinth - die Stationen am Vormittag


Jedes Kind erhält einen Plan von Korinth, in dem die verschiedenen Handwerksbezirke (die Orte der jeweiligen Stationen - siehe Karte von Korinth) eingetragen sind. Die Kinder können alle Stationen in beliebiger Reihenfolge besuchen. Ob sie sich in Gruppen aufteilen oder alleine gehen, bleibt ihnen überlassen. Bei jeder Station lernen die Kinder zuerst eine oder zwei Person/en (die Gruppenleiter/innen, die diese Stationen betreuen) aus Korinth kennen, die ihnen etwas über ihr Leben und ihre Arbeit erzählt. Dann können die Kinder bei jeder Station selbst etwas ausprobieren.

Silberschmied/innen


Material: Metallfolie, Draht, Glasperlen, Metallschere, dicke Nägel bzw. Kugelschreiber, Zangen

Geschichte:
"Wir sind Acripina und Achaikus. Wir sind von Beruf Silberschmied/innen. Es gibt ziemlich viele Silberschmied/innen in der Stadt. Da Korinth eine große Handelsstadt ist, kommen mit den Schiffen viele Edelsteine und auch Silber, die wir dann weiter verarbeiten. Statuen von griechischen Gött/innen für die Tempel und Souvenirs für die Reisenden werden von uns erzeugt. Einige Ringe und Halsketten dienen nur zur Zierde, während viele Menschen Amulette und Talismane zum Schutz vor Gefahren tragen. Oft dient der Schmuck auch praktischen Zwecken. Schöne Verschlüsse sorgen für Halt bei Umhängen, Stolen und ausgefallen Haartrachten. Die meisten haben eine eigene kleine Werkstatt. Hier verkaufen sie auch gleich ihre Produkte.
Die Münzen zu prägen ist ebenfalls unsere Aufgabe. Die Römer/innen haben keine Zeitungen, da die meisten Römer/innen aber nicht lesen können, ist das ohnehin kein Problem. Deswegen bringt der Kaiser Münzen heraus, die große militärische Siege oder neue Vergünstigungen für das Volk verkünden. Das Bild des Kaisers soll zeigen, wer die Ruhmestat vollbracht hat. Ein Symbol auf der Rückseite zeigt das Ereignis. So haben wir halt eine andere Form der Zeitung!"

Was tun:
Die Kinder können hier aus Draht und Metallfolie Schmuck (Ketten, Armreifen, Ringe) basteln bzw. eigene Münzen entwerfen, indem sie in ein rundes Metallfolienplättchen mit einem Nagel bzw. Kugelschreiber Muster eindrücken.
Außerdem können die Kinder raten, was Dinge in Korinth (ungefähr) gekostet haben bzw. was sie heute (ungefähr) kosten.
z.B.:

  damals heute
1 modius (= 6,5 kg) Roggen 3 Sesterzen 8 Euro
1/3 kg Öl 1 Sesterze 1 Euro
100 Stück Feigen 0,86 Sesterzen getrocknet 500 g ca. 3 Euro
1 Metron (= 2,92 Liter) Meersalz 0,86 Sesterzen 1 kg 2 Euro
1 Brot (200 — 300 g) 0,57 Sesterzen 1kg 80 Cent — 2 Euro
1 Buch (Schriftrolle) 4 — 20 Sesterzen 1 Taschenbuch 15 Euro
1 Tunika 15 Sesterzen 30 Euro
1 Maultier 520 Sesterze 1000 Euro

Hafenarbeiter/innen


Material: Seilstücke in 2 verschiedenen Stärken

Geschichte:
"Wir sind Marius und Krispus. Wir sind Hafenarbeiter. In Korinth gibt es zwei Häfen und es ist ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aus der ganzen Welt. So kommen Waren aus dem Orient, aus Indien, Syrien, Afghanistan und sogar aus China, aber auch aus der Gegend von Korinth. Diese werden dann weiterverkauft ins gesamte römische Reich, nach Rom aber auch bis nach Spanien und Nordafrika. Deswegen gibt es hier auch viele reiche Händler. Aber nicht nur Waren aus der ganzen Welt kommen nach Korinth. Viele verschiedene Menschen besuchen die Stadt, reisen durch oder bleiben hängen. Sie bringen nicht nur ihre Waren, sondern auch ihre Bräuche und Kulte mit, sodass die Stadt ein regelrechter Schmelztiegel der Kulturen ist.
Direkt am Hafen sind auch viele Geschäfte, in denen Waren aus der ganzen Welt zum Verkauf angeboten werden. Am Hafen ist immer etwas los, selbst wenn man nichts kaufen will, kann man stundenlang Menschen beobachten oder Schiffe in allen Größen bewundern."

Was tun:
Hier können die Kinder ausprobieren, wie Schiffsknoten (auch heute noch) geknotet werden.

Achterknoten:

Kreuzknoten: verbindet zwei gleich dicke Seile
Schotstek: verbindet zwei unterschiedlich dicke Seile

Palstek: zum Festmachen an Ringen oder Pfählen

Römische Beamte


Material: ein griechisches Alphabet für jedes Kind, Papier, Stifte, Kopie vom römischen Kalender (evtl. für jedes Kind)

Geschichte:
"Wir sind Quartus und Apollos. Wir sind römische Beamten. In Korinth gibt es seit ca. 85 Jahren einen eigenen römischen Statthalter, der darauf achtet, dass hier alle ihre Steuern pünktlich zahlen. Er arbeitet ehrenamtlich (bekommt kein Geld dafür), genauso wie alle anderen Beamten auch. Es gibt genaue Vorschriften, was man als Beamter tun und lassen darf. Beamter zu sein, ist auch eine ehrenvolle Aufgabe. Wir sind auch diejenigen, die schreiben und lesen können, denn nicht alle Bürger/innen können das. Schreiben und lesen zu können, ist für uns sehr wichtig. Wenn wir etwas schreiben wollen, nehmen wir entweder die Tinte des Tintenfisches oder eine Mischung aus Wasser, Saft, Farbstoff und Ruß. Mit einem Schilfrohr schreiben wir dann auf Papyrus. Da das aber sehr teuer ist, nehmen wir auch manchmal, z.B. für einfache Notizen, Holztafeln, die mit Bienenwachs überzogen sind, und ritzen etwas hinein."

Was tun:
Die Kinder können sich ein Namensschild machen, auf das sie ihren Namen mit griechischen Buchstaben schreiben.

Der römische Kalender ist anders als der bei uns heute Übliche. Es gibt drei Fixtage (Iden, Nonen und Kalenden), von denen aus zurückgerechnet wird: "pridie" und "ante" bedeuten "vor" auf Lateinisch. Ein Beispiel zur Erklärung: Der elfte Tag vor den Kalenden des Mai entspricht dem 21. April; der sechste Tag vor den Iden des März entspricht dem 10. März. Mit Hilfe der folgenden Tabelle können die Kinder versuchen, ihren eigenen Geburtstag auszurechnen.
Jedes Kind kann sich einen römischen Kalender mitnehmen und z.B. herausfinden, welcher Tag heute ist.

Maurer/innen


Material: Maßbänder, (Woll)Faden, Kleiderbügel aus Draht, leere Garnrolle, Seil, Drahtschere

Geschichte:
"Wir sind Lucius und Plinius. Wir sind Maurer. Die Römer/innen sind wahre Meister/innen, was das Bauen angeht. Sie haben sogar den Mörtel erfunden! Eine andere wichtige Erfindung ist, wie man Bögen baut. Zusammen mit dem Mörtel können wir dann Brücken und Aquädukte über lange und breite Täler bauen. So einen Bogen und ganz besonders eine lange Brücke zu bauen, dauert sehr lange und ist eine sehr schwierige und mühsame Arbeit.
Mehr Freude macht es uns, wenn wir Landhäuser für reiche Menschen bauen können. Da kann man sich so richtig austoben, denn jeder hat andere Wünsche und Vorstellungen. Da es an Geld nicht fehlt, kann man sehr viele neue Ideen verwirklichen."

Was tun:
Die Kinder können alte Längenmaße mit "ihren Maßen" vergleichen. Anschaulicher wird es, wenn für jedes Längenmaß z.B. eine Schnur in entsprechender Länge dabei abgebildet ist. Die Kinder können dann ihre Ergebnisse daneben schreiben.
Elle: 45,8 cm, gemessen von der Spitze des Ellbogens bis zur Spitze des Mittelfingers
Spanne: 22,9 cm, gemessen von der Daumenspitze bis zur Kleinfingerspitze der gespreizten Hand
Handbreite: 7,6 cm, gemessen an der Fingerwurzel
Finger: 1,9 cm (das ist eine Daumenbreite)
Fuß: 30,8 cm
Schritt: 92 cm

Flaschenzüge sind ein wichtiges Hilfsmittel zum Heben von schweren Lasten. Hier können die Kinder einen einfachen Flaschenzug bauen: Der Kleiderbügel wird an der Unterseite mit der Drahtschere durchgeschnitten.
Die Enden werden nun durch die Garnrolle durchgesteckt und der Draht wird um den anderen Draht herumgewickelt.
Nun kann der Kleiderbügel mit dem Haken z.B. an einem Baum aufgehängt werden. Ein Seil wird über die Garnrolle gelegt und um einen Gegenstand gebunden, den ich hochheben will. Nun wird am Seil angezogen und der Gegenstand hebt sich.

Bäcker/innen


Material: Gewürze zum Riechen, evtl. verschiedene Getreide-sorten in ganzen Körnern, Weizenkörner, evtl. Getreidemühle oder Mörser, Zutaten für Zimt-Rosinen-Brötchen (siehe unten)

Geschichte:
"Wir sind Jason und Norona. Wir sind Bäcker/innen. Die meisten Bäcker/innen haben ihren eigenen kleinen Laden, in dem sie Brot erzeugen und verkaufen. In einer typischen Brotstube gibt es runde Mahlsteine zum Mahlen des Getreides und einen großen Ziegelofen zum Backen des Brotes. Das Mahlen von Korn ist so eine schwere Arbeit, dass sich nur Sklav/innen und verarmte Bürger/innen, die sonst keine Arbeit mehr finden, in den Backstuben plagen.
In den kleinen römischen Wohnungen ist das Kochen so schwierig, dass viele Menschen ihre Speisen zu öffentlichen Backstuben bringen und sie dort gegen geringe Gebühr auf den Ofen stellen.
Es gibt viele Bäcker/innen, denn die Römer/innen essen zu jeder Mahlzeit Brot. Sie verwenden keine Servietten, sondern wischen ihre schmutzigen Finger (sie essen mit den Händen) in das Brot und essen es danach auf. Viele Menschen leben nur von Brot, Bohnen, Weizenbrei und Gemüse. Die römische Küche verwendet jedoch viele Gewürze und Kräuter, um die Mahlzeiten wohlschmeckender zu machen. Bei ausgefallenen Banketten der reichen Leute, versuchen die Römer/innen die Speisen so unkenntlich zu machen, dass niemand mehr weiß, was in dem Essen enthalten ist. Für die Römer/innen war keine Speise zu exotisch, im Gegenteil, um ihre Gäste aufs Neue zu beeindrucken, lassen gute Gastgeber/innen Tiere und Gewürze aus dem ganzen Reich kommen. Das ist in Korinth kein Problem, denn mit den zwei Häfen und den Waren, die täglich aus der ganzen Welt ankommen, haben wir immer eine Abwechslung."

Was tun:
Die Kinder können an verschiedenen Gewürzen riechen und erraten, welche das sind. Außerdem gilt es zu erraten, welche Getreidesorten wie aussehen. Die Kinder können mit Hilfe einer Getreidemühle bzw. eines Mörsers Weizenmehl selber mahlen.

Außerdem können die Kinder selber Zimt-Rosinen-Brötchen backen, die schon die Römer/innen gerne gegessen haben.

Zutaten für Zimt-Rosinen-Brötchen:
50 dag Weizenmehl
1 Prise Salz
300 ml Milch
40 dag Butter
1 Packung Germ
1 Esslöffel Zucker
Rosinen, Zimt, brauner Zucker, weiche Margarine

Dafür werden Mehl, Salz, Milch, Butter, Germ und Zucker in eine Schüssel gegeben und gut durchgeknetet. An einem warmen Ort muss dieser Teig ca. eine halbe Stunde rasten. Danach wird er erneut durchgeknetet. Auf einer Arbeitsplatte wird der Teig nun ausgerollt, bis eine ca. 1/2 cm dicke, rechteckige Teigplatte entsteht. Die weiche Margarine wird mit einem Pinsel darauf verteilt. Nun werden brauner Zucker, Zimt und Rosinen darüber gestreut und der Teig wie ein Strudel eingerollt. Die Rolle wird nun in 2,5 cm breite Scheiben geschnitten, auf ein eingefettetes Backblech gelegt und mit weicher Margarine bestrichen. Nun muss der Teig nochmals aufgehen. Dafür werden die fertigen Röllchen mit einem Geschirrtuch bedeckt und an einem warmen Ort nochmals 30 Minuten stehen gelassen. Anschließend müssen sie für ca. 20 Minuten ins Backrohr.

Spiel für zwischendurch: Knochenspiel


Material: 5 Knöpfe bzw. Münzen (früher wurde es mit kleinen Knochen gespielt), kleiner Ball

Dieses Spiel kann zwischendurch gespielt werden, z.B. wenn Wartezeiten bei einer Station auftreten oder Kinder schon früher in der Taverne eintreffen.
Die "Knochen" werde auf den Boden geworfen. Anschließend wird der Ball in die Luft geworfen. Solange der Ball in der Luft ist, versucht man so viele "Knochen" wie möglich aufzusammeln und anschließend den Ball wieder aufzufangen. Zu Beginn ist es einfacher mit einem "Knochen" anzufangen.

Mittagspause


Zum Mittagessen trefft ihr euch in der Taverne (dem Speisesaal/Zelt), die ebenfalls am Plan eingezeichnet ist. Vielleicht ist es auch möglich, den Speiseplan entsprechend zu gestalten und z.B. einen Gemüseeintopf mit Weißbrot zu servieren. Nach der Mittagspause trefft ihr euch an einem ausgemachten Platz in Korinth, z.B. der Agora.

Du erzählst den Kindern, dass es in Korinth auch eine der ersten christlichen Gemeinden gibt. Sie wurde vom Apostel Paulus um das Jahr 50 n.Chr. herum gegründet. Ihr habt nun die Möglichkeit, Menschen aus der Gemeinde kennen zu lernen und zu versuchen, mehr über das Leben in der Gemeinde herauszufinden. Dafür teilen sich die Kinder in 5 Gruppen auf, in denen sie den Nachmittag verbringen werden. Jede Gruppe erfährt einen Ort in Korinth, an dem sie ihre Erkundungen beginnen und eine Person treffen wird.

Die Christ/innen in Korinth - Stationen am Nachmittag


Wie am Vormittag treffen die Kinder bei jeder der Stationen (wieder ein Ort auf der Karte von "Korinth": Stadtion, Badehaus, Bibliothek, Markt, Brunnen) auf verschiedene Personen, die ihnen etwas über das Leben in der christlichen Gemeinde erzählen. Bei jeder Station gibt es ein Spiel, um die Botschaft zu verdeutlichen. Anschließend bekommen die Kinder einen neuen Ort mitgeteilt. So besuchen alle Kinder die Stationen. Bei der jeweils 5. und letzten Station, die eine Kleingruppe besucht, wird diese eingeladen, mit in die Gemeinde zu kommen.

Leben in der Gemeinde


Material: Sprichwörter auf einem Plakat

Geschichte:
"Wir sind Priska und Aquila. Wir sind erst vor kurzem aus Rom nach Korinth gekommen. Aquila ist von Beruf Zeltmacher. Er beschäftigt auch einige Angestellte in seinem Kleinbetrieb. Paulus hat bei Aquila gearbeitet und bei uns beiden gewohnt.

Wir haben gehört, dass ihr mehr über unsere Gemeinde herausfinden wollt? Ich finde, das Besondere ist, dass wir versuchen, unser Leben zu teilen, und einander auch im Glauben gegenseitig unterstützen. Das Leben hier in Korinth ist ja oft gar nicht so einfach. Da ist es gut, wenn es andere gibt, die gleiche Ziele haben und die mir auch einmal helfen können. Das kann eine handfeste Hilfe sein, z.B. wenn mein Dach undicht ist, aber auch ein Gespräch oder eine gemeinsame Feier, nach der es mir wieder besser geht. Außerdem finde ich es gut, auch über die Geschichten von Jesus und die Briefe von Paulus immer wieder zu diskutieren. Das bringt uns immer wieder neue Erkenntnisse."

Was tun:
(Variante des Spiels "Rosa Frau")
Spielgeschichte: Noch gibt es noch nicht so viel Erfahrung mit christlichen Gemeinden. Deswegen muss erst noch ausprobiert werden, wie groß denn so eine Gemeinde sein soll. Klar ist, dass jede/r Christ/in in einer Gemeinde sein soll. Deswegen gehen Priska bzw. Aquila herum und rufen: "Seid ihr eine Gemeinde?" Darauf antworten die Kinder "Ja!" Als Antwort folgt: "Dann bildet Gemeinden zu (viert, siebt,...)!" D.h. die Kinder sollen sich nun immer so zusammentun, dass dort, wo Priska oder Aquila sind, die geforderte Anzahl Kinder ist. Ist dies der Fall, kommt die Frage: "Wie lautet euer Motto?" Dann suchen sich die Kinder einen Satz (siehe unten) aus und rufen ihn gemeinsam. Dann gehen Priska und Aquilla weiter zu einer anderen Gemeinde. Die Kinder dürfen und sollen die Gemeinden zwischendurch wieder auflösen, auch um den anderen eine Gemeindebildung zu ermöglichen, z.B. bei großen Zahlen. Nach einiger Zeit kann die Anzahl der Mitglieder einer Gemeinde geändert werden bzw. auch die Kinder können die Rollen von Priska und Aquilla übernehmen.

Beispiele für ein Motto:

  • Auf einem Bein kann man nicht tanzen.
  • Zwei Augen sehen besser als eines.
  • Wenn mehrere Spinnen gemeinsam ein Netz spinnen, können sie einen Löwen fangen.
  • Eine Ameise allein kann keinen Ameisenhaufen errichten.
  • Eine einzelne Stimme ist nur ein Pfeifen.
  • Man kann mit einer Hand keinen Acker bestellen.


Ein Leib und viele Glieder


Material: keines

Geschichte:
"Ich bin Stephanas. Ich bin einer der ersten Christen in Korinth und wurde von Paulus selbst getauft und auch mit der Leitung der Gemeinde beauftragt.
Ich bin Gaius, ein ziemlich angesehener Bürger der Stadt Korinth. Auch ich wurde von Paulus getauft. Ich stelle mein Haus für die gemeinsamen Versammlungen zur Verfügung.

Wir haben erkannt, dass in jedem Menschen etwas Einzigartiges steckt. Und jede/r kann etwas zur Gemeinde beitragen. Das können ganz verschiedene Dinge sein, von der Deutung der Heiligen Schrift oder der Organisation verschiedener Dinge,... aber auch ein offenes Ohr für jemanden haben, für Unterhaltung sorgen, für jemanden zu beten,... Dabei haben wir erkannt, dass alle Aufgaben gleich wichtig genommen werden sollen. Denn was wäre, wenn bei einem gemeinsamen Mahl plötzlich alle die Tischrede halten wollten, bloß weil das die wichtigste Aufgabe ist. Dann wäre der Raum nicht hergerichtet, niemand hätte eingekauft, es gäbe nichts zu essen, nachher würde niemand aufräumen. So wollen wir nicht darauf vergessen, das jede/r Dienst an der Gemeinde wichtig ist. Paulus hat dafür ein schönes Bild entworfen. Stellt euch vor, in einem Körper wollten auf einmal alle die Leber oder das Gehirn sein. Das würde nicht funktionieren und der Mensch nicht lebensfähig sein."

Was tun:
Gemeinsam spielt ihr das Spiel "Affe-Elefant-Palme":
Zu Beginn des Spiels einigt sich die Gruppe darauf, wie die drei Begriffe (Affe, Elefant, Palme) dargestellt werden sollen. Immer drei Kinder stellen die Begriffe gemeinsam dar. Beim Begriff "Elefant" kann z.B. das mittlere Kind mit seinen Händen den Rüssel bilden, die beiden äußeren Kinder stellen die Ohren dar. Beim Begriff "Palme" kann das mittlere Kind den Stamm darstellen, die beiden äußeren Kinder sind die sich wiegenden Palmblätter. Beim "Affen" kann z.B. das mittlere Kind mit seinen Händen den langen Schwanz bilden, die äußeren Kinder stellen die Ohren dar.
Dann bewegen sich alle kreuz und quer durch den Raum. Ein Kind nennt einen der drei Begriffe. Nun gehen alle schnell in Dreiergruppen zusammen und stellen den genannten Begriff dar. Dann lösen sich die Gruppen wieder auf und die Kinder gehen wieder durch den Raum. Wenn beim Gruppenbilden ein Kind zu viel ist, sucht es aus, was als nächstes dargestellt werden soll. Bleiben zwei Kinder übrig, einigen sie sich auf einen Begriff.

Männer und Frauen


Material: Puzzle mit "Männer- und Frauensätzen"

Geschichte:
"Wir sind Eusebia und Marcella. Wir sind Dienerinnen. Eusebia kommt von einer kleinen Insel in der Ägäis, ich komme aus Nubien, das liegt am Oberlauf des Nils.

In Korinth und auch bei uns zu Hause haben Frauen nicht viel zu sagen. Aber bei den Christ/innen ist das anders. Da dürfen Frauen aus den Briefen von Paulus vorlesen und sie dürfen mit den Männern diskutieren. Natürlich gibt es auch hier immer wieder welche, die sagen, dass Frauen nicht so viel reden sollen. In den Geschichten von Jesus kommt das so aber nicht vor. Christus will, dass die Frauen auch gut behandelt werden. So fühlen wir uns hier in der Gemeinde als gleichwertig mit den Männern."

Was tun:
für Ältere:
Zwei Puzzles (die aus den gleichen Steinen bestehen) enthalten Aussagen über Männer und Frauen in der Antike. Diese sollen möglichst korrekt zusammengebaut werden. Dazu ist es hilfreich, Aussagen mit dem gleichen Thema zu Beginn nebeneinander zu legen. Hat sich die Gruppe geeinigt, können sie die Puzzles umdrehen und haben auf der Rückseite hoffentlich einen Mann und eine Frau in typischem Gewand.
Dann sollen die Kinder die Gelegenheit haben zu überlegen, was heute anders ist bzw. ob es im 21. Jahrhundert noch immer Dinge gibt, die eher Frauen/Männern zugeordnet werden.

für Jüngere:
Die Puzzles werden zuerst mit den Männer- und Frauenbildern zusammengebaut und dann umgedreht. Dann können die Kinder schauen, was für Frauen und Männer damals typisch war.
Dann sollen die Kinder die Gelegenheit haben zu überlegen, was heute anders ist.

Beispiele für Männer-Sätze:

  • Nach der Hochzeit blieb ich bei den eigenen Eltern und versorgte diese im Alter.
  • Ich durfte mit 14 Jahren heiraten.
  • Meine durchschnittliche Lebenserwartung war mehr als 30 Jahre.
  • War ich ein Sklave, war ich für die Zubereitung der Mahlzeiten zuständig.
  • Ich durfte den ganzen Tag außer am Vormittag ins Badehaus gehen.
  • Ich bin mit 17 Jahren in die Armee eingetreten.
  • Bei der Getreideernte arbeitete ich mit einer Sichel.
  • Meine Aufgaben waren es zu repräsentieren und die Erhaltung meiner Macht zu sichern.


Beispiele für Frauen-Sätze:

  • Nach der Hochzeit lebte ich bei den Schwiegereltern oder musste diese im Alter versorgen.
  • Ich habe mit 12 Jahren geheiratet.
  • Meine durchschnittliche Lebenserwartung lag zwischen 20 und 30 Jahren.
  • Es war unvorstellbar, dass ich wählen durfte und etwas besitzen durfte.
  • Wenn ich arbeitete, erhielt ich nur den halben Lohn.
  • Von mir wurde Arbeitseifer erwartet.
  • Ich hatte darauf zu achten, dass mit dem Geld sparsam umgegangen wird.
  • Bei der Getreideernte arbeitete ich nur mit meinen Händen und sammelte Heruntergefallenes auf oder zupfte Unkraut.



Gleichwertigkeit — Aufhebung der Gesellschaftsordnung


Material: keines

Geschichte:
"Ich bin Chloe. Ich besitze eine Hafenkneipe in der sich die Hafenarbeiter gerne treffen. Ich lege großen Wert auf meine christliche Freiheit und singe gerne.
Ich bin Fortunatus. Ich bin von Beruf Hafenarbeiter. Es ist eine harte Arbeit, da man bei jedem Wetter draußen sein muss.

In unserer Gemeinde kommen die Menschen aus ganz verschiedenen Berufen und Schichten. Es gibt viele Arme, die für wenig Geld hart arbeiten müssen. Auch etliche Sklav/innen sind in der Gemeinde zu finden. Und dann gibt es auch einige hohe römische Beamte, Großhändler,... Da könnt ihr euch wohl gut vorstellen, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben in der Gemeinde gibt. So sind auch die Probleme der Menschen sehr verschieden. Da wir nach dem Vorbild von Jesus leben wollen, gelten in der Gemeinde die Unterschiede zwischen Armen und Reichen nicht. Alle sind in der Gemeinde als Person gleich. Das ist nur manchmal gar nicht so einfach, weil wir auch gar nicht soviel davon wissen, wie die anderen leben. So haben eine Zeit lang die Reicheren immer zu essen begonnen, bevor wir von der Arbeit gekommen sind, und für uns ist dann nichts mehr übrig geblieben. Das haben wir nun geändert. Jetzt wird erst angefangen, wenn alle da sind. Wir versuchen also bewusst, aufeinander Rücksicht zu nehmen."

Was tun:
Es wird das Spiel "Vorhang auf" gespielt:
Es finden sich jeweils zwei Kinder zusammen. Sie stehen mit dem Rücken zueinander. Jedes Kind denkt sich nun eine einfache Bewegung und ein einfaches Geräusch dazu aus. Haben sich beide für etwas entschieden, drehen sie sich mit den Worten "1-2-3 Vorhang auf!" zueinander und machen ihre Bewegungen und Geräusche. Dann drehen sie wieder ihre Rücken zueinander.
Jedes Kind überlegt sich, in welcher Weise es seine Bewegung und/oder sein Geräusch geringfügig verändern könnte, damit diese der Bewegung und/oder dem Geräusch des anderen Kindes ähnlich werden. Dann sagen sie wieder "Vorhang auf!", wenden sich zueinander und zeigen einander gleichzeitig ihre neuen Kreationen. Das geht so lange, bis beide dieselbe Bewegung und dasselbe Geräusch machen. Dabei sind eine neue Bewegung und ein neues Geräusch entstanden.
Sobald zwei Kinder zu demselben Geräusch und derselben Bewegung gelangt sind, suchen sie sich ein weiteres Paar. Die Paare versuchen nun, auf die gleiche Weise ihre beiden Kreationen einander anzugleichen. Die Kinder, die zusammen ein Paar bilden, beraten sich dabei, wie sie ihr Geräusch und/oder ihre Bewegung verändern wollen. Das Spiel endet, wenn die ganze Gruppe dieselbe Bewegung und dasselbe Geräusch macht.

Woran glauben wir — Auferstehung


Material: gelbes Tuch, schwarzes Tuch, Schellen oder Glöckchen

Geschichte:
"Ich bin Erastus, ein einflussreicher Beamter in der Stadtverwaltung. Ich bin Grieche.
Ich bin Titus Justus, ein reicher römischer Händler, der viele Sprachen beherrscht. Ich habe gute Beziehungen zu Juden und Griechen.

Woher kommt ihr denn? Wir haben gehört, dass ihr auch eine Gemeinde gründen wollt? Was wisst ihr denn über Jesus Christus?... Wir sind ja noch nicht so lange Christen und wir haben Jesus leider nicht selber kennen gelernt, aber was über ihn erzählt wird, finden wir sehr faszinierend. Vor allem die Sache mit der Auferstehung war für uns anfangs schwer zu glauben. Wie soll das denn gehen, dass jemand von den Toten aufersteht und dann wirklich lebt? Aber alle, die dabei waren, sind sich dessen so sicher, dass auch wir uns überzeugen haben lassen. Außerdem ist ja gerade unser Glaube an die Auferstehung von Jesus Christus, was uns zu Christ/innen macht. Und der Glaube daran, dass auch wir auferstehen werden, lässt uns auch unser Leben hier in der Welt anders betrachten."

Was tun:
Das "Sonnenlaufspiel" wird gespielt:
Ein Kind bekommt das gelbe Tuch. Es ist ein starker Sonnenstrahl. Wer von ihm mit dem Tuch berührt wird, bleibt stehen und lässt die Arme wie eine ausgetrocknete, verdorrte Pflanze hängen. Ein anderes Kind bekommt das schwarze Tuch. Dieses stellt die Nacht dar. Wird ein Kind von der Nacht berührt, wird es ganz müde und legt sich auf den Boden zum Einschlafen nieder. Der kleine Sonnenschein (das Kind mit den Schellen) kann Kinder (durch Berühren) vom Schlaf aufwecken und laufende Kinder (auch durch Berühren) zum "Gießen" (sanftes Berühren mit den Fingern, wie ein leichter Sommerregen) verdorrter Pflanzen einladen, die dann wieder frisch weiterlaufen. Wenn ein Kind aus seiner Rolle schlüpfen mag, gibt es seinen Gegenstand an einem dafür bestimmten Platz ab. Dadurch kann ein anderes Kind die Rolle übernehmen.

Willkommen in der Gemeinde


Material: Prüfberichte, Stifte, Zettel mit Tätigkeiten

Bei der 5. Station, die die Kinder besucht haben, lädt sie die jeweilige Person ein, in ihre Gemeinde mitzukommen. An dem Ort angekommen, wo sich die christliche Gemeinde trifft treffen sie auf alle anderen Kinder und bekommen wieder eine Geschichte zu hören:

"Wir freuen uns, dass heute so viele gekommen sind, um unsere Gemeinde kennen zu lernen. Zurzeit setzen wir uns gerade mit einem Satz vom Apostel Paulus auseinander und versuchen zu verstehen, wie er das gemeint hat. Ich lade euch ein, euch daran zu beteiligen.
Das Leben in der Gemeinde verläuft oft mit Streit und Uneinigkeit, weil die Menschen so unterschiedlich sind und jede/r die Geschichten und die Briefe von Paulus anders versteht. Paulus hat uns dazu in einem seiner letzten Briefe geschrieben: Alles ist erlaubt. Das hat natürlich für Verwirrung gesorgt. Das kann ja nun doch nicht sein, dass man alles tun darf was man tun kann. Aber er hat es dann noch erläutert und dazugesagt: Nicht alles nützt der Gemeinschaft. Das heißt so viel wie: Meine Freiheit geht soweit, wie ich die Freiheit der anderen nicht einschränke. Wir müssen also immer alle Menschen in unserer Umgebung mitbedenken bei unseren Entscheidungen.
Das können wir nun auch in einem Spiel ausprobieren."

Nun spielt ihr gemeinsam "Stopp — Los":
Ihr geht kreuz und quer durch den Raum. Wenn ein Kind "Stopp" sagt, bleiben alle stehen, bis ein anderes Kind "Los" sagt. Dann gehen wieder alle weiter.
Nach einiger Zeit wird "Stopp" und "Los" nicht mehr gesagt. Es bleibt einfach jemand stehen, worauf alle anderen auch stehen bleiben. Sobald jemand weitergeht, gehen alle anderen wieder weiter.
Es kann einige Zeit dauern, bis die Kinder entdecken, dass das Spiel auch spannend bleibt, wenn nicht gleich hintereinander "Stopp" oder "Los" gesagt wird.
Wenn ihr das Spiel mit vielen Kindern spielt, ist es sinnvoll euch auf 2 bis 3 Gruppen aufzuteilen, damit es nicht zu unübersichtlich wird.

Dann erhalten jeweils 2 bis 3 Kinder je 1-3 Prüfberichte.

Außerdem gibt es eine Vielzahl von Kärtchen, auf jeweils eine Tätigkeit steht, z.B.

  • Ich raufe mit einem Freund/einer Freundin.
  • Ich tratsche mit einem Freund/einer Freundin.
  • Ich schimpfe.
  • Ich spiele Ball.
  • Ich lese ein Buch.
  • Ich fahre Rad.
  • Ich probiere aus, wie stark ich bin.
  • Ich langweile mich.
  • Ich will etwas anderes tun, als die anderen.
  • Ich mache das, was alle machen.
  • Ich will, dass die anderen das tun, was ich will.
  • Ich will alleine sein.
  • Ich erzähle einen Witz.
  • Ich gehe bei Rot über die Ampel.
  • Ich bin gut in der Schule.
  • Ich bin schlecht in der Schule.
  • Ich will ein Abenteuer erleben.


Jede Kleingruppe sucht sich nun 1 bis 3 verschiedene Tätigkeiten aus und füllt für diese den Prüfbericht aus. Die Ergebnisse stellt ihr einander kurz vor.
Wichtig ist, den Kindern vorher zu sagen, dass nicht jede Tätigkeit der Gemeinschaft nützen muss, um trotzdem gut zu sein.

Die Sammlung für Jerusalem


Material: Brief von Paulus, Plakatpapier, Stifte

Dieser Abschnitt des Spiels ist eher für Ältere geeignet und kann auch weggelassen werden:


Die Gemeinde erreicht ein Brief von Paulus, der sofort verlesen wird:
Liebe Gemeinde!
Heute trete ich mit einer Bitte an euch heran. Mir ist es ein großes Anliegen, meine Verbundenheit mit unserer Muttergemeinde in Jerusalem auszudrücken. Deswegen möchte ich Geld für die Armen in Jerusalem sammeln. Ich bitte euch hiermit, eure wöchentliche Geldsammlung den Armen in Jerusalem zur Verfügung zu stellen.
Ich werde das Geld bei meinem nächsten Aufenthalt bei euch in Empfang nehmen und es persönlich der Gemeinde in Jerusalem überbringen.
Ich bedanke mich schon jetzt für euren Einsatz und wünsche euch Gottes Segen!
Paulus


Bevor ihr dieser Bitte von Paulus nachkommt, versucht ihr euch, eine Meinung zu diesem Thema zu bilden. Dafür begeben sich die Kinder wieder zu 5 Plätzen in Korinth (5 Orte am Plan in der Nähe des Lagerquartiers), wo sie von Personen, die sie schon kennen, verschiedene Meinungen über den Umgang mit Geld erfahren.

Diese sind:

  • Ich finde das eine gute Idee. Christ/innen müssen auch über die eigene Gemeinde hinausschauen. Sonst kann es leicht passieren, dass man nur noch an die eigenen Probleme denkt. Deswegen werde ich mich sicher dafür einsetzen, dass auch bei uns Geld für die Armen in Jerusalem gesammelt wird.
  • Ich finde ja, dass Paulus prinzipiell recht hat. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen. Aber muss es gerade Jerusalem sein. Es gibt hier in Korinth so viele Menschen, die nicht einmal das Notwendigste zum Leben haben. Da sollten wir doch zuerst diesen Menschen helfen.
  • Ich würde ja wirklich gerne was spenden, aber meine Freund/innen und ich verdienen selber gerade genug, um halbwegs überleben zu können. Da können wir nicht auch noch etwas spenden.
  • Ich glaub ja nicht, dass das was bringt. Da haben die Menschen dann kurz ein bisschen Geld und was ist dann? Dann geht es ihnen erst wieder schlecht. Ich finde, da muss sich zuerst in der Gesellschaft was verändern. Dann wäre ich auch gerne bereit, etwas zu spenden. Aber bei der derzeitigen Situation glaube ich, dass das Geld hinausgeworfen ist.
  • Ich werde da sicher nicht mitmachen. Es geht mir zwar ganz gut, aber das Geld habe ich mir hart erarbeitet. Die anderen sollen lieber schauen, dass sie auch arbeiten. Mir hat ja schließlich auch keiner was geschenkt.


Eine gemeinsame Lösung


Wenn alle Kinder wieder zurück sind, teilen sich die Kinder in Kleingruppe (5 bis 10 Kinder) auf. Gemeinsam sammelt jede Kleingruppe, welche Meinungen die Kinder erfahren haben. Diese werden aufgeschrieben und die Kinder sollen diese nun nach ihrer Wichtigkeit reihen. Das heißt zu überlegen, welche Argumente bei der Entscheidung am stärksten berücksichtigt werden sollten und welche weniger.
Sind alle Gruppen fertig, können die Kinder zu den anderen Gruppen schauen, wie die anderen gereiht haben und sich darüber austauschen.
Wenn das Interesse der Kinder nachlässt, finden sich alle Kinder wieder bei ihrer Gruppe ein. In den Kleingruppen wird nun überlegt, welche Position sie zur Sammlung für Jerusalem haben. Dies kann auch eine vollkommen neue Variante sein, die mehrere Argumente mit einbezieht oder verschiedene Möglichkeiten vorsieht. Die Position wird auf einem Zettel aufgeschrieben und zur Versammlung aller Gruppen mitgebracht. Dort lesen alle Gruppen ihrer Positionen vor.
Dann versuchen alle, sich auf eine Lösung für die gesamte Gemeinde zu einigen. Diese wird in einem Brief an Paulus festgehalten.

Abschluss


Wenn ihr wollt, könnt ihr das Spiel mit einem gemeinsamen (Wort-)Gottesdienst bzw. mit einem gemeinsamen Essen abschließen.

Publikation: Lager - Alltag und Programm 3

Share |

 

Lager-Kategorie: Geländespiele

Schlagwörter: Kinderpastoralwoche, Bibel, Experimente, Ich und die anderen, Rollenspiel, Pfarrgemeinde