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Achtung vor den Rechten der Kinder!

Messmodelle | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Gottesdienste sind sehr vielschichtig. Einerseits sind sie die Feier des gemeinsamen Mahls der Christinnen und Christen, andererseits sind sie Lebensunterstützung und greifen durch den Wortgottesdienst Themen auf, die unser Tun und Handeln betreffen. Dadurch geben sie den Menschen, die die Gottesdienste gestalten, die Möglichkeit, Themen in der Pfarrgemeinde präsent zu machen.

Das Thema, das in diesem Gottesdienstmodell aufgegriffen werden soll, behandelt etwas, das uns in der Jungschar sehr wichtig ist und auch für die Pfarrgemeinde große Wichtigkeit besitzt oder besitzen sollte, da es dabei um den Umgang mit Kindern und die Kinder selbst geht: Die Kinderrechte.

Material

  • Schilder für die Begriffe,
  • vorbereitete Fürbitten
  • vorbereitetes Kyrie
  • Kinderrechteplakate und Flyer aus dem Jungscharbüro
  • evtl. Essen für die Agape

Aufbau

Besonders gestaltet werden zu Beginn dieses Gottesdienstes das Kyrie und die Einleitung zur Lesung. Außerdem gibt es passende Fürbitten und ein gemeinsam gesprochener Segen bildet den Abschluss.

 

Bibelstellen

Einzug und Begrüßung


Gemeinsam mit dem Priester und den Ministrant/innen ziehen alle Kinder in die Messe ein. Spannend wäre es, im Vorfeld mit den Kindern eine Aktion zum Thema Kirchenraum durchzuführen und die dadurch entstandenen Eindrücke für die Messbesucher sichtbar aufzuhängen, um schon im Vorfeld auf die Thematik hinzuweisen.

Kyrie


Gemeinsam mit den Kindern werden die Kinderrechte so umformuliert, dass sie alltägliches Geschehen, das den Kinderrechten widerspricht artikulieren. Danach folgt ein Herr/Christus erbarme dich. Das könnte zum Beispiel so aussehen:
Manchmal haben Kinder nicht die Möglichkeit, in die Schule zu gehen.
Viel zu selten können Kinder mitbestimmen, was in der Welt so vor sich geht.
Oft wird Kindern nicht genug Platz zugestanden.

Einleitung zur Lesung


Als Einleitung zur Lesung könnten zwei Kinder oder Gruppenleiter/innen ein Gespräch über Situationen führen, in denen sie selbst zu Wort kommen möchten, an die Reihe genommen werden oder beachtet werden möchten. Gemeinsam könnten diese Situationen in einer Gruppenstunde gesammelt werden und daraus ein Gespräch geschrieben werden, in dem sich die beiden Kinder kurz erzählen, welche Situationen sie diesbezüglich erlebt haben.

Dieses Gespräch könnte ungefähr so lauten:
A: Du, heute in der Schule, da hab ich eine ganz dringende Frage gehabt, und die Lehrerin hat am Gang geplaudert und mich einfach wieder weggeschickt.
B: Hm...das ist ja voll blöd. Aber mir passiert das auch oft. Die Mama oder der Papa, die haben auch oft gar keine Zeit, um mit mir zu reden. Da hab ich dann einfach das Gefühl, ich bin ihnen nicht wichtig.
A: Oder wie wir heute erfahren haben, welchen Ausflug wir machen werden — also ich hätte da schon gern mitentschieden.
Priester oder Gruppenleiter/in: Heute hören wir in der Lesung eine Geschichte, zeigt, dass auch Jesus als Kind Dinge, die er für selbstverständlich hielt, erst erklären musste.

Lesung


Der zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2,41-52)

Evangelium


Gleichnis vom barmherzigen Sarmariter (Lk 10, 25-37)

Impulse zur Predigt


Die Predigt kann entweder — wie üblich — von eurem Pfarrer gehalten werden oder aber eine/r eurer Gruppenleiter/innen spricht zu der Pfarrgemeinde als sogenanntes "Glaubenszeugnis".

Hier einige Impulse dazu:
Jesus spricht hier im Evangelium ganz stark von dem Bemühen um andere Menschen, in welcher Notlage sie auch sein mögen. Der Samariter gibt dem Verletzten, was der jetzt braucht. Auch wir in unserem Leben können und sollen darauf achten, was andere brauchen. Dazu gehört auch Respekt und Achtung. Beim Verletzten war es leicht zu erkennen, was er gebraucht hat. Evtl. Frage an die Kinder: Wie ist denn das mit uns? Was brauchen wir, was braucht ihr so von anderen Menschen — was fällt euch da ein? (Hier kann auf die Einleitung zur Lesung verwiesen werden, eventuell muss die Frage für die Kinder auf verschiedene Lebensbereiche konkretisiert werden.)
Was bedeutet Nächstenliebe? Dass wir anderen auch Freiheiten eingestehen, ohne dass wir Verantwortung vernachlässigen.

Die Dinge, die die Kinder brauchen, können auf vorbereitete Schilder geschrieben werden und bei den Fürbitten mit nach vorne getragen werden.

Fürbitten


Hier kann es spannend sein, mit den Kindern im Vorfeld zu überlegen, welche Dinge ihnen da am Herzen liegen würden. Wichtig ist beim gemeinsamen Formulieren darauf zu achten, dass die Kinder nicht an der Formulierung selbst hängen bleiben. Das bedeutet ihnen die Möglichkeit zu geben, anonym zu formulieren (Fürbitten können zum Beispiel als Briefchen geschrieben werden und in einem "Briefkasten an Gott" gesammelt werden) oder sich von den Kindern Schlagworte geben zu lassen, die dann von den Gruppenleiter/innen ausformuliert werden.

Zum Abschluss der Fürbitten kann von einer Gruppenleiterin oder einem Gruppenleiter kurz gesagt werden, dass es dabei um Bitten an Gott aber auch um Dinge geht, die wir hier bei uns verändern können und dass es wichtig ist, diese Fürbitten auch in unserem Herzen und unserem Denken bewusst zu haben.

Segen


Ein gemeinsamer Segen kann gesprochen werden, dazu legen die Messbesucher/innen einander die rechte Hand auf die Schulter. Der Text des Segensgebets sollte groß und für alle lesbar aufgeschrieben sein. Zuerst wird der Segensspruch gelesen, dann kann vom Priester der Schlusssegen gespendet werden.

Dein Segen sei über uns —
in unseren Gedanken, unserem Sprechen und unseren Ideen.
Dein Segen sei in uns —
in unserem Fühlen, unserem Leben, in unserem Lieben.
Dein Segen sei um uns —
in unseren Taten, unseren Schritten und unseren Arbeiten.

Agape


Bei den Verlautbarungen könnt ihr herzlich zur anschließenden Agape einladen. Eine gemeinsame Agape, bei dem das Thema Kinderrechte noch einmal in Form von Plakaten, Fotos und evtl. mit den Kindern gestalteten Dingen präsent gemacht wird, ist gut geeignet, um das Thema auch hinaus aus der Kirche in den "Pfarralltag" zu tragen. Dabei helfen die Kinderrechte-Plakate (gibt es gratis im Jungscharbüro).

Autor/in: Sara Dallinger

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Schlagwörter: Gottesdienst, Kinderrechte