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Yes we buy!

Gruppenstunde | Alter: 10-14 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Eine Gruppenstunde zu fairem und bewusstem Konsum. In dieser Gruppenstunde geht es darum, mit den Kindern den eigenen Konsum wahrzunehmen und sich darüber Gedanken zu machen - vor allem auch, was unser Konsum auf internationaler Ebene bewirkt.

Material

  • findest du auch bei den jeweiligen Stationen
  • ausgedruckte Obst-und Gemüsekärtchen oder echtes Obst und Gemüse (z.B.: Banane, Apfel, Melone, Weintrauben, Kraut, Zucchini, Avocado, Ananas, Datteln, Erdbeeren, Nektarinen, ...)
  • Weltkarte
  • Musikabspielgerät
  • Musik (auf See)
  • Sessel
  • Kilo-Kärtchen(pro Kilo Obst machst du ein Kärtchen) oder diverses Bastelmaterial in den richtigen Proportionen
  • Kreppband zum Kennzeichnen des Feldes
  • verschiedene Fair Trade Orangensäfte
  • Gläser
  • Deko

 

Los geht’s: Obst- und Gemüsesorten zuordnen


Material: ausgedruckte Obst-und Gemüsekärtchen oder echtes Obst und Gemüse (z.B.: Banane, Apfel, Melone, Weintrauben, Kraut, Zucchini, Avocado, Ananas, Datteln, Erdbeeren, Nektarinen, ...), Weltkarte
Zu Beginn der Gruppenstunde lädst du die Kinder ein, unterschiedliche Obst und Gemüsesorten ihren Ursprungsländern zuzuordnen, also dort wo sie zuallererst gewachsen sind. Hierbei wollen wir den Kindern aufzeigen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir eine so große Nahrungsvielfalt in Österreich besitzen und das Essen oft eine lange Reise machen musste und muss, damit wir uns daran erfreuen können. Zur Veranschaulichung könnt ihr auch einige echte Exemplare der aufgezählten Obst- und Gemüsesorten bei euch in der Gruppenstunde haben, die ihr dann am Ende zu einem Obstsalat verarbeiten könnt.

Die Weltkarte liegt am Boden, daneben die ausgedruckten Kärtchen oder das echte Obst/Gemüse. Jedes Kind nimmt sich ein Kärtchen und versucht es, auf der Weltkarte zum Ursprungsland zuzuordnen. Sobald alle Kärtchen verteilt sind, überprüfst du die Aufteilung und retournierst bei Bedarf die Kärtchen mit dem falsch geratenen Ursprungsland. Die Kinder können noch sooft eine Aufteilung der restlichen Kärtchen versuchen, solang sie Spaß daran haben — du kannst auch gerne Tipps geben. Dann folgt die Auflösung und die richtige Zuordnung der Herkunftsorte.

(Banane - ursprünglich aus der Region Chinas bzw. Indien; Wassermelone —Südafrika, Namibia; Weintrauben - Palästina, Syrien, Georgien; Kartoffel - Peru, Chile; Zucchini - Italien, Frankreich; Avocado — Mexiko; Ananas — Paraguay; Datteln — Persien; Erdbeeren — Chile; Nektarinen - China)

Reise nach Ecuador


Material: Musikabspielgerät, Musik (auf See), Sessel
Im nächsten Schritt begeben wir uns auf die Reise in eins der Länder, wo aktuell sehr viel unseres Lieblingsobstes, der Banane, angebaut wird! Wir haben uns für Ecuador entschieden! Um dort hinzukommen, nehmen wir das Frachtschiff, mit dem wir allerdings vier bis sechs Wochen unterwegs sind. Damit die Reisezeit schneller vergeht, spielen wir eine Runde "Reise nach Ecuador" — natürlich mit Schiffsmusik à la Fluch der Karibik. (Sesselminimalspiel: Du hast Sessel im Raum aufgestellt, soviele wie Kinder mitspielen. Es wird Musik gespielt, sobald die Musik pausiert wird, suchen sich alle Kinder einen Sitzplatz. Jede Runde wird ein Sessel wegegeben — da wir aber alle nach Ecuador wollen, müssen wir versuchen, möglichst gut gemeinsam auf den immer weniger werdenden Stühlen Platz zu finden. Nach einigen Minuten, sehen wir am Horizont plötzlich Land - und wir haben Ecuador erreicht!

Endlich angekommen, erwartet uns schon ein/e Ecuadorianer/in, der/die uns sein/ ihr Anbaugebiet, sein/ihr Ackerland zeigen möchte.

Genug Ackerland


Material: Kilo-Kärtchen(pro Kilo Obst machst du ein Kärtchen) oder diverses Bastelmaterial in den richtigen Proportionen, Kreppband zum Kennzeichnen des Feldes
Bevor die Kinder in die Gruppenstunde kommen, hast du ein 2x2m-Feld am Boden abgeklebt. Dies symbolisiert die Fläche an Land, die jede Person auf der Erde pro Tag zum Anbau nützen kann. Denn würde alles Ackerland (also Land, auf dem Lebensmittel angebaut werden können) der Erde gleichmäßig auf alle Menschen aufgeteilt werden, so kämen auf jede Person pro Jahr 1500m² zu bebauendes Land. Das ist z.B. so groß wie ein Straßenstück von 15m Breite und 100m Länge. An jedem Tag könnte jeder Mensch durchschnittlich auf 4m² ernten (ganz exakt: 1500m²/365=4,1m²). In der Realität wird natürlich an manchen Tagen mehr geerntet und dann die Früchte gelagert. So viel wie Ertrag wäre, kann ein Mensch gar nicht essen! 4m², das reicht nämlich z.B. für: 12kg Erdäpfel, oder 9kg Gemüse, oder etwa 20kg Bananen. Diese Angaben kannst du auf Kärtchen oder mit echtem Obst in das 2x2m Feld legen lassen, nachdem die Kinder versucht haben, die Mengen zu erraten, die sich in einem 4 m² Feld anbauen lassen.
Das Spannende an dem Spiel ist, die Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass es eigentlich genug und noch mehr Lebensmittel für alle Menschen auf der Erde geben würde, doch leider die Verteilung nicht gerecht ist und die unfairen Handelsbedingungen große Probleme bringen, die zu Hunger und Armut führen.

Der/die Ecuadorianer/in arbeitet jedoch mit fairen Handelspartner/innen zusammen, was bedeutet, dass er/sie für die Arbeit einen adäquaten Lohn erhält. Dies wird unter anderem durch das FairTrade Gütesiegel garantiert. Infos, die du deinen Kindern erzählen kannst, findest du z.B. unter www.fairtrade.at

Nachdem wir uns vor Ort über die Bedingungen der Bananenbauern überzeugt haben, werden wir für unsere Heimreise mit Orangensaft und Bananen ausgestattet.

Faire Orange = Faire Orange?


Material: verschiedene Fair Trade Orangensäfte, Gläser, Deko
In der Schiffskajüte bittet uns der Kapitän zur großen Orangensaftverkostung, um die Qualität der Produkte, die er nach Hause bringt, gewährleisten zu können. Orangensaft ist nach der Banane eines des am häufigsten gekaufte Fair Trade Produkte (neben Schokolade und anderen Süßwaren, Kaffee, sowie Rosen) Wir machen den Test und vergleichen die Säfte miteinander.
Aber welchen soll man jetzt kaufen? Welcher schmeckt am besten?
Im Moment gibt es vier verschiedene faire Orangensäfte in Österreich zu kaufen: PFANNER Fair Trade Orangensaft aus Brasilien und Kuba, GEPA Batida del Mundo (Brasilien), Sweet Valley Orangensaft (Brasilien), Happy Day - FAIRTRADE Orangensaft (Brasilien).

Den Test könntet ihr wie eine Weinverkostung gestalten, mit schönen Gläsern, oder bunten Becher mit Schirmchen, und bei Kerzenschein. Außerdem könnt ihr einmal versuchen, auch so eine Sprache zu verwenden: "samtig im Abgang, voll im Geschmack, lieblich im Anfang, vollmundig, fruchtige Note, stöpselt, ..."

Hier einige Kriterien, nach denen untersucht werden kann:


  • Geschmacks-Test: Wie ist der Geschmack? Süß, sauer, bitter, hat Nachgeschmack, schmeckt nach Wasser; wie schmeckt er gespritzt?

  • Fruchtfleisch-Test: Welcher der Säfte hat am meisten Fruchtfleisch? (Säfte durch ein feines Sieb leeren und schauen, was und wie viel im Sieb bleibt.)

  • Farbe: Haben die Säfte unterschiedliche Farben? Welche ist die schönste?

  • Verpackung: Welche Verpackung ist am umweltfreundlichsten? Wie gefällt uns die Gestaltung der Packung? Wie würde das ideale Fruchtsaftpackerl aussehen? Wie viel Liter fasst die Packung?

  • Konsistenz: Ist der Saft eher dünn- oder dickflüssig? Was ist besser?

  • Frühstückstest: Wie gut ist der Saft mit Müsli, Brot, Cornflakes,... kombinierbar?

  • Informationen über das Herkunftsland: Stehen auf der Packung genug Infos?



Auf einem Plakat könnt ihr in einem Raster die verschiedenen Bewertungen aufschreiben und am Schluss noch eine Gesamtwertung (Punkte, Handzeichen) machen, welcher Saft für euch der Beste ist.

Zum Abschlus


Nach unserem spannenden Ausflug nach Ecuador können wir nun auch in Österreich versuchen, bewusster und fairer einzukaufen. Welche weiteren Fair Trade Produkte kennt ihr noch bzw. finden sich im Supermarkt? Kennt ihr schon den Weltladen? (Ein Tipp für die nächste Jungschar- oder Mini-Stunde wäre zum Beispiel ein Besuch im Weltladen, wenn es einen in eurer Nähe gibt. Du kannst deinen Kindern auch für zu Hause einen österreichischen Obst- und Gemüse-Saisonkalender mitgeben (online z.B. unter: www.gesundheit.gv.at), damit sie wissen, wann man welches Gemüse und Obst kaufen kann, ohne dass es quer durch die halbe Welt reisen musste.

Autor/in: Kathi Metzbauer und Conny Selch

Publikation: kumquat "Liebe" 3/2013

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Schlagwörter: Werte, Welt, Ungerechtigkeit