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Das Meer als Lebensraum

Gruppenstunde | Alter: 7-11 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Spielerisch sollen die Kinder mit Lebensrealitäten von Fischerfamilien auf den Philippinen konfrontiert werden. Durch ein Modellprojekt und Sternsingen werden eine Perspektive und Lösungsansätze aufgezeigt.

Material

  • Kiste z.B.: aus Karton, ohne Deckel, mit blauer Farbe bemalt (oder einen Kübel)
  • "Angeln" — Holzstäbe (ca. 60 cm) mit einer Schnur mit Haken (z.B.: eine am Ende aufgebogene Büroklammer) vorne dran.
  • Kartonfische: Aus stärkerem Papier oder Karton ausgeschnittene Fische, die vorne eine kleine Schlaufe montiert haben, sodass sie "erangelt" werden können.
  • Ein Bild von Mangrove

Aufbau

Nach einem Einstiegsspiel widmet man sich durch eine Angelmethode den Herausforderungen, denen Fischerfamilien auf den Philippinen gegenüber stehen. Im Anschluss wird das Modellprojekt vorgestellt und Lösungen aufgezeigt, bevor mit einem Fangspiel beendet wird.

 

Rette sich wer kann!


Für viele Menschen, auch auf den Philippinen, sind Fische wichtig für die Ernährung. Kleine Fische führen aber ein gefährliches Leben, sie werden von großen Raubfischen, Netzen oder sogar von der verbotenen Dynamitfischerei bedroht. Bei all diesen Gefahren müssen sich die Fische auf die richtige Art und Weise schützen.

Die Kinder gehen durch den Raum (eventuell auch zu Musik). Abwechselnd ruft der/die Gruppenleiter/in (GL) eine Gefahr aus und gibt ein akustisches Signal. Die Kinder müssen sich schnell entsprechend schützen (die Musik wird dann unterbrochen und danach wieder aufgedreht):

  • " Dynamit" und ein Händeklatschen - die Kinder legen sich flach am Bode
  • "Raubfisch" und ein Pfeifen - die Kinder bilden einen dichten Schwarm
  • "Fischernetz" und ein Bodenstampfen - die Kinder stellen sich dicht an die Wand


Wenn die Gefahr vorüber ist, sagt der/die Spielleiter/in "weiter" und alle "schwimmen" bis zur nächsten Gefahr. Nach einigen Durchgängen erfolgen die Signale nur mehr akustisch (ohne die Gefahr beim Namen zu nennen). Das Spiel wird so lange gespielt, wie es Spaß macht.

Ein Leben als Fischer/in...


Du erklärst, dass Fische natürlich nicht gefangen werden wollen. Für viele Familien auf den Philippinen ist der Fischfang aber überlebenswichtig: Einerseits ernähren sie dadurch ihre Familien, andererseits verkaufen sie Fische auf den Märkten und haben somit ein kleines Einkommen, mit dem andere Dinge für die Familie gekauft werden können, oder die Schule der Kinder finanziert werden kann.

In einem zweiten Schritt gilt es daher sich in die Rolle der Fischerfamilien hineinzuversetzen. Diese sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert — welche das sind, das gilt es beim nächsten Schritt herauszufinden:

Du hast eine Kartonkiste mitgebracht, die außen in Wasseroptik bemalt ist (z.B. Blau-grün, eventuell mit Fischen und Pflanzen darauf, da kannst du dich kreativ austoben), und mehrere Angeln. Es gilt nun, die Fische aus der Kiste zu angeln. Je nach Alter deiner Kinder und Schwierigkeitsgrad kannst du sie entweder nach Gefühl angeln lassen, d.h. ohne genau in die Kiste hineinsehen zu können, oder so, dass sie genau sehen welchen Fisch sie sich angeln wollen. Nacheinander können die Kinder nun versuchen sich einen Fisch zu angeln — auf diesem sind Informationen über das Leben der Fischerfamilien. Wenn ein Kind einen Fisch an der Angel hat, löst es ihn runter, liest es den anderen Kindern vor und klebt ihn dann auf ein schon vorbereitetes Plakat. (Wenn ein Kind nicht mitangeln will, kann es zum Beispiel das Plakat gestalten und verschönern und zu jedem Fisch ein passendes Bild malen.)

Folgende Dinge könnten auf den Fischen stehen:

  • Auf den Philippinen leben rund 5 Millionen Menschen samt ihren Familien vom Fischfang — daher ist das Meer ganz wichtig für das Leben dieser Menschen
  • Fischer/in sein ist ein harter Beruf. Viele Fischer fahren mehrmals am Tag aufs Meer, das erste Mal oft um 3 Uhr morgens.
  • Wenn ein Sturm weht, es regnet, oder die Wellen zu hoch sind, können die Fischer/innen mit ihren kleinen Booten nicht aufs Meer fahren. Wenn nun mehrere Tage Wellengang sind und die Familie keine Vorräte hat, gibt es oft tagelang nur Reis zu essen.
  • Viele Fischerfamilien sind sehr arm, wie so viele Menschen auf den Philippinen. 80% der Bevölkerung leben von weniger als 2€ Euro am Tag.
  • Die Fischernetze, mit denen gearbeitet wird, reißen leicht und es gilt sie regelmäßig zu flicken, eine Arbeit bei der man sehr genau sein muss und die viel Fingerfertigkeit verlangt.
  • Die Fische werden immer weniger! Große Fischfangflotten vernichten mit ihren riesigen Schleppnetzen den Fischbestand, weshalb es für die Fischerfamilien immer schwieriger wird, über die Runden zu kommen.
  • Der Klimawandel, also das es auf unserer Welt immer wärmer wird, ist auf den Philippinen schon zu spüren. Die Korallenriffe, in denen die Fische zuhause sind, werden durch die Erwärmung und durch Verschmutzung immer weniger.
  • Große Fischereibetriebe fangen oft mit unerlaubten, schädlichen Techniken, z.B. mit Dynamit, wodurch viele Fische und Korallen auf einmal getötet werden.
  • Die Umweltverschmutzung bedroht Strände und Meere. Viel Menschen und auch Fabriken leiten ihren Müll ins Meer, wodurch Fische und Korallen verenden.
  • Mangrovenwälder werden abgeholzt. Mangroven sind eine Art Bäume, die im Salzwasser wachsen und ganz lange und verflochtene Wurzeln haben, die aus der Erde hinausschauen. Auch diese sind wichtiger Lebensraum für Fische und schützen auch vor Überschwemmungen. Ohne Mangroven gibt es weniger Fische und die Leute sind weniger vor Springfluten und Überschwemmungen geschützt. (Hier kannst du ein Bild von Mangrovenbäumen herzeigen und zum Fisch aufs Plakat dazu kleben).
  • Dieser Fisch ist noch zu klein, wirf ihn wieder zurück! Um gut auf den Fischbestand zu achten, werden kleine Fische wieder zurückgeworfen. Außerdem gibt es Fischschutzzonen, in denen nicht gefischt werden darf. So wird darauf geachtet, dass sich der Fischbestand wieder erholen kann.

Was tun?


Nachdem ihr nun so viel über die Meere und das Leben von Fischerfamilien erfahren habt, kannst du erzählen, dass beim Sternsingen auch ein Projekt unterstützt wird, dass den Fischerfamilien zur Seite steht (Nähere hierzu findest du im vorangegangenen Artikel). Zu einigen Problemen gibt es konkrete Lösungen, so z.B. werden Mangrovenwälder aufgeforstet, illegale Fischfang gemeinsam überwacht, nach alternativen Einkommen gesucht, und vieles mehr. Wenn du eine Maßnahme von CERD vorstellst, können die Kinder überlegen, welches "Problem" auf den Fischen dadurch gelöst oder verbessert wird und zu diesem Fisch einen Stern dazu malen. (Du kannst hierzu auch die Fotoserie zum Modellprojekt verwenden, auszuborgen im Jungscharbüro oder als Download unter www.sternsingen.at)

Es werden nicht alle Herausforderungen, denen Fischerfamilien auf den Philippinen gegenüber stehen, so gelöst werden können. Du kannst den Kindern aber erklären, dass dadurch, dass ihr Sternsingen geht, viele verschiedene Projekte auf der ganzen Welt unterstützt werden, die dazu beitragen, die Welt ein Stück gerechter zu machen. Durch euer Mittun bei der Sternsingeraktion leistet ihr einen ganz wichtigen Beitrag und zeigt, dass euch andere Menschen und Ungerechtigkeiten nicht egal sind.

Bei vielen Problemen sind auch wir im Norden gefragt, da reicht es nicht nur Spenden zu sammeln. Der Klimawandel ist so ein Beispiel. Hier kannst du erklären, dass bei uns darauf zu achten ist, dass wir unsere Umwelt weniger verpesten und auf unseren Lebensstil achten sollten — vielleicht fallen deinen Kindern ja Dinge ein, die man hier tun kann (weniger Fleisch essen, Bahn statt Auto, Energie sparen, lokal und regional kaufen,...). Dies ist ein Thema, das für junge Kinder vielleicht noch ein wenig komplex ist und es soll den Kindern auf keinen Fall Schuldgefühle gemacht werden. Andererseits ist es wichtig, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und unsere Kinder für solche Themen zu sensibilisieren. Falls deine Kinder hierzu mehr wissen wollen: Anregungen, wie du mit Kindern zum Thema Klima arbeiten kannst, findest du im Sonder-Kumquat zu "Klimagerechtigkeit", zu bestellen oder abzuholen im Jungscharbüro.

Qualle-Koralle!


Zum Abschluss könnt ihr noch ein Fangspiel spielen: Es heißt Qualle-Koralle. Ein/e Spieler/in ist Fänger/in, die Qualle. Die Qualle stellt sich an ein Ende des Spielfeldes, die übrigen Spieler/innen (Fische) an das gegenüber liegende.

Zu Beginn rufen alle Kinder laut Qualle Koralle! Nun müssen die Fische versuchen, auf die anderen Seite zu kommen- die Qualle will das verhindern und versucht, so viele Fische wie möglich zu berühren. Alle, die er erwischt, sind gefangen, müssen am Platz stehen bleiben. Wichtig: Die Fische dürfen in alle Richtungen laufen und ausweichen, die Qualle jedoch, die sich ja nicht so wendig ist, wie Fische, darf beim Fangen nur in Richtung des gegenüberliegenden Endes und seitwärts laufen, nicht aber zurück in Richtung ihres Startfelds.

Alle Fische, die den Ozean überquert haben, also am anderen Spielfeldende angekommen sind, dürfen in der nächsten Runde wieder versuchen erneut auf die andere Seite zu gelangen. Die von der Qualle berührten Fische hingegen verwandeln sich in Korallen und bleiben wie angewurzelt dort stehen, wo sie berührt wurden. In den folgenden Runden dürfen auch die Korallen die Fische fangen, sie dürfen sich dabei aber ihre Füße nicht von der Stelle bewegen.
Wenn die Qualle nicht mehr Qualle sein will, kann das Spiel beendet werden und ein anderes Kind Qualle sein.

Autor/in: Clemens Huber

Publikation: kumquat "platsch!" 4/2011

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Schlagwörter: Welt, Sternsingen