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Hallo, ich bin der Leopold!

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Der Hl. Leopold ist Landespatron von Wien und Niederösterreich und beschert uns einen Feiertag am 15. November. In dieser Gruppenstunde geht es darum, diesen Mann besser kennenzulernen, zu erfahren, warum er unser Landespatron ist und was er in seinem Leben tolles gemacht hat um heiliggesprochen zu werden. Noch mehr zum Hl. Leopold findest du hier.

Material

  • Verkleidung für den Bauern / die Bäuerin (Gruppenleiter/in)
  • Verkleidung für das Rollenspiel
  • Rollenbeschreibungen für die Spieler/innen des Rollenspiels
  • Plakate mit Heiligenschein und kleine Heiligenscheine
  • Holz- oder Papierwappen, Acryl- oder Wasserfarben

Aufbau

Ein/e einfache/r Bauer/Bäuerin begrüßt die Kinder zur Entdeckungsreise. Gemeinsam macht ihr eine Reise ins Mittelalter. Ihr ergründet die Schleierlegende und die Gründung des Stifts Klosterneuburg, überlegt, welche Wunder für euch Grund genug für eine Heiligsprechung wären und kreiert abschließend ein eigenes Leopoldwappen.

 

Leopold und Agnes


Die Kinder stehen verteilt im Raum. Ein Kind übernimmt die Rolle von Leopold, der Rest der Kinder mimt hilfreiche Vögel. Da es Nacht ist, hat Leopold die Augen geschlossen. Die anderen Kinder machen sich nun aus, wer Agnes spielt (alle übrigen spielen Vögel). Agnes, deren strenge Mutter nicht möchte, dass sie Leopold heiratet und sie daher im Haus eingeschlossen hat, und alle anderen Kinder, die Vögel darstellen bleiben immer auf dem selben Platz stehen. Leopold will Agnes finden und beginnt nun, im Raum umher zu gehen. Um Agnes leichter finden zu können, kann er insgesamt dreimal "Agnes!" rufen. Weil Agnes Leopold natürlich helfen will, zu ihr zu kommen, antwortet sie auf sein rufen mit "Leopold!". So kann dieser erkennen, wo Agnes steht. Die Vögel, die nahe bei Agnes sind, zwitschern laut, damit Leopold Agnes besser finden kann. Die übrigen Vögel zwitschern leise um Leopold anzuzeigen, wo sie stehen. Haben sich Leopold und Agnes gefunden, können zwei andere Kinder die Rollen übernehmen.
ACHTUNG! Als Spielleiter/in bist du dafür verantwortlich, dass Leopold, der die Augen geschlossen hat, nichts zustößt! Pass auf, dass er nirgends anstößt oder sich weh tut. Auch wenn er ab und zu blinselt ist das völlig in Ordnung. Es geht um den Spaß am Spiel, der nur gegeben ist, wenn die Kinder sich in ihrer Situation wohl fühlen!

Als nächstes erzählt der/die Bauer/Bäuerin, dass er/sie die Kinder gerne zum Schloss mitnehmen würde, weil dort das frisch verheiratete Grafenpaar vom Balkon winken wird. In der weitern Folge spielt ihr gemeinsam die Szene der Schleierlegende nach. Dabei kommt es nicht auf die geschichtlich-getreue Nachahmung an, sondern darauf, dass die Kinder Spaß dabei haben, sich mit der Geschichte mit Hilfe der Methode des Rollenspiels auseinander zu setzten. Besonders viel Spaß macht so ein Rollenspiel natürlich, wenn du die passenden Verkleidungen zur Verfügung stellst und die Kinder sich für ihre jeweilige Rolle einkleiden können. Dies hilft dann auch wieder beim Ausstieg aus der Rolle. Wenn das Gewand ausgezogen ist, sind die Kinder wieder sie selbst.

Die Schleierlegende — neu interpretiert


Um die Kinder nicht zu überfordern, spielt ihr nicht die gesamte Legende nach, sondern nur folgende Szene:
Markgraf Leopold und Markgräfin Agnes kommen von ihrer Hochzeit zurück und winken dem Volk vom Balkon ihrer Residenz aus zu. Plötzlich ergreift ein Windstoß den Schleier von Markgräfin Agnes und weht ihn fort.

Rollenbeschreibungen


Leopold:
Du bist 33 Jahre alt, Markgraf von Ostarrîchí und hast gerade deine wunderschöne Gemahlin geheiratet. Dein Volk, das du friedvoll regierst und dass dich sehr verehrt, jubelt dir zu. Plötzlich reißt eine Windböe den Schleier deiner Ehefrau fort. Da du ein sehr gottesfürchtiger Mensch bist, unDu erschrickst sehr und flüchtest dich sofort in deine Kammer, wo du dich unter einem Tisch. Du glaubst, es ist ein schlechtes Zeichen, dass der Schleier fortgerissen wurde und schwörst, an der Stelle, an der du ihn je wiederfinden würdest, zu Ehren Gottes eine Kirche zu errichten.

Agnes:
Du bist die junge Gemahlin von Markgraf Leopold und genießt es, am Balkon zu stehen und vom Volk bejubelt zu werden. Der Wind am Tag deiner Hochzeit nervt dich schon ziemlich, weil deine Frisur und dein Kleid ganz durcheinander gewirbelt werden. Als dann noch dein Schleier weggerissen wird, bist du furchtbar aufgeregt, du rufst nach deiner/deinem Kammerdienerin/Kammerdiener, die/der sofort gehen und den Schleier suchen soll, der schon seit vielen hundert Jahren ein Erbstück in deiner Familie ist. Du schimpfst auf den blöden Wind und forderst deinen Gemahl auf, auf der Stelle einen Suchtrupp auszuschicken um deinen kostbaren Schleier wiederzubeschaffen

Kammerzofe/Kammerdiener von Agnes:
Du bist 13 Jahre alt und arbeitest in der Residenz in Klosterneuburg als Kammerzofe/Kammerdiener. Du bist dafür zuständig, dass Agnes Haare frisiert sind, dass ihr Korsett richtig geschnürt ist und dass alle Wünsche deiner Markgräfin umgehend erfüllt werden. Du weißt, dass sie ein bisschen exzentrisch und aufbrausend ist. Wenn sie anfängt herum zu kreischen hältst du dir die Ohren zu und singst ein Liedchen vor dich hin.

Bauern/Bäuerinnen:
Du bist ein einfacher Bauer, eine einfache Bäuerin und stehst vor dem Balkon, bewunderst und bejubelst Markgraf Leopold und seine Frau Agnes. In dem Moment als der Schleier weggeweht wird, greifst du sofort zu deiner Mistgabel und rennst unter lautem Geschrei dem Stoff hinterher um ihn deiner geliebten Markgräfin zurück zu holen.

Minnesänger/in:
Du bist ein/e angehende/r Minnesänger/eine Minnesängerin und willst Markgraf Leopold und Markgräfin Agnes mit einem Ständchen zu ihrer Hochzeit gratulieren. Dazu hast du deine Laute mitgebracht und versuchst nun die Menschenmenge zu übertönen und dein Lied vorzutragen.
Wie reagieren die Beteiligten? Was passiert weiter? Mit Hilfe der Rollenbeschreibungen können die Kinder eine neue Interpretation mit überraschenden Wendungen nachspielen. Hier ist Kreativität und Phantasie gefragt. Deine Kinder können ihre Rolle verschiedenst interpretieren und haben bestimmt viel Spaß daran, ihren Charakteren neue Eigenschaften zu verpassen.

Nach dem Theaterspielen läd der/die Bauer/in die Kinder ein, an der Heiligsprechung von Leopold teil zu nehmen. Als Zeugen und Zeuginnen, für die wundervollen Taten von Leopold, dem Frommen. Bevor jedoch die Heiligsprechung erfolgen kann, braucht es eine grundsätzliche Befassung mit dem Thema.

Gute Gründe — 100 Wunder für die Heiligsprechung


Für eine Heiligsprechung müssen dem Kandidaten/der Kandidatin Wunder zugesprochen werden. Der Heilige Leopold wurde unter anderem wegen seiner friedvollen Regentschaft und der Gründung einiger Stifte in Niederösterreich heiliggesprochen. Was wäre für deine Kinder ein Grund, jemanden heilig zu sprechen? Sammelt gemeinsam wundersame Gründe, die für euch aussagekräftig genug für eine Heiligsprechung wären. Dazu kannst du auf einem großen Plakat einen Heiligenschein aufzeichnen und auf etwas kleiner könnt ihr eure Wunder sammeln. Das Plakat kann dann auch im Gruppenraum hängen bleiben.

Der/die Bauer/in erzählt den Kindern nun, dass nach der erfolgreichen Heiligsprechung das Niederösterreichische Landeswappen entworfen wurde. So wie es sich heute zeigt, mit der Mauerkrone und mit den fünf gelben Aldlern auf blauem Hintergrund. Anfangs wurden die Adler für Lerchen gehalten, weil eine römische Legion, nach der das Wappen möglicherweise benannt wurde, "Lerchen" hieß. Es entstand lange nach Leopolds Tod, jedoch wurde es von seinen Nachkommen eingeführt.

Landes-/ Gruppenwappen


Nun können die Kinder ihr eigenes oder ein Gruppenwappen gestalten. Dazu entweder aus Papier oder aus 3mm dickem Sperrholz (Baumarkt) Wappenformen ausschneiden. Überlegt euch, was das Wappen darstellen soll. Was macht eure Gruppe so besonders, was zeichnet euch aus? Oder was sind die Besonderheiten jedes/jeder einzelnen. Mit Acryl- oder Wasserfarben könnt ihr dann eure Wappen individuell gestalten.

Autor/in: Nika Fürhapter

Publikation: kumquat "Abenteuer" 3/2011

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