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Es liegt im Auge des/der Betrachter/in...

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Die Bilder von der Welt: Oft schreiben wir über die sogenannte "Dritte Welt", auch in den Medien sind immer wieder Fotos und Artikeln aus den "Entwicklungsländern". Mit der Zeit haben sich sicher einige Bilder in den Köpfen gesammelt.

Ziel

Mit nicht stereotypen Bildern arbeiten und sehen, dass verschiedene Menschen Bilder unterschiedlich sehen und interpretieren.

Material

  • Fotos, die in 2-3 Teile zerschnitten sind (das geht mit allen Bildern, hier sind es Bilder aus Ländern des Südens, also "weltige" Fotos).
  • Plakate, Uhu, Tixo, Stifte & Zeitschriften, etc.

Aufbau

Zuerst finden sich Kleingruppen mit einer Fotopuzzle-Methode, anschließend werden Geschichten zu den Bildern überlegt und eine Ausstellung gemacht, sowie die Bilder der anderen interpretiert und ein Assoziationsspiel gespielt.

 

Einstieg: Fotopuzzle


Vor Beginn der Gruppenstunde hast du ausgedruckte A4 Fotos in zwei bis vier Teile zerschnitten (je nachdem wie groß die Kleingruppen werden sollen). Gute Fotos mit Weltbezug findest du z.B. in den Länderpaketen, die du dir im Jungschar-Büro ausborgen und kopieren kannst.

Zu Beginn der Gruppenstunde erklärst du, dass es heute um Bilder gehen wird und darum, welche unterschiedlichen Geschichten ein Bild erzählen kann - je nachdem, wer sie vor sich hat. Jedes Kind erhält einen Teil eines Fotos. Sie sollen sich das Bild anschauen und einprägen. Dann sollen sie herumgehen und den anderen erzählen, was auf ihrem Bild ist. Wenn man auf eine Person trifft, von der man glaubt, dass sie laut der Beschreibung einen anderen Teil des eigenen Bildes hat, kann man die Teile vergleichen. So finden sich nach einiger Zeit hoffentlich alle Kleingruppen zusammen.

Was erzählt das Bild für eine Geschichte?


Die Aufgabe der Kleingruppen ist es nun, ihr gemeinsames Bild anzuschauen und sich zu überlegen, was für eine "Geschichte" dieses Bild erzählt. Dazu kannst Fragen stellen: Wo ist das Bild entstanden? Was ist kurz davor passiert? Was glaubt ihr, ist danach passiert? Wer hat das Foto geschossen? Falls Personen abgebildet sind: Wer sind diese Personen (z.B.: wie heißen sie, was machen sie da gerade und warum,...) und was tun sie so in ihrem Leben? Hierfür sollen genug Zeit sein, sodass die Kinder unterschiedliche Ideen haben können und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wichtig ist, dazu zu sagen, dass es am Ende keine "richtige" Antwort gibt, sondern alle Interpretationen Platz haben.

Wenn die Gruppe auf einige der Fragen eine Antwort gefunden hat, oder sich gar auf eine Geschichte geeinigt hat, gilt es, das gemeinsame Bild in einer Ausstellung zu präsentieren. Hierfür hast du schon verschiedene Bastelmaterialien und Plakate vorbereitet. Die Kinder können das Bild aufkleben, weiter zerschneiden, Dinge dazu malen, es erweitern oder eine Collage daraus machen. Die Gruppe soll das Bild so gestalten, dass ihre Version der Geschichte des Bildes betont bzw. weitererzählt wird.

Ausstellung!


Wenn die Kinder fertig sind, werden die fertigen Werke ausgestellt. Wie bei einer Vernissage könnt ihr nun rundherum gehen. Die Kinder (und auch du) sollen zu jedem Bild sagen, was das Bild ihrer Meinung nach sagen möchte. Die gleichen Fragen wie oben können gestellt werden. Im Anschluss sollen die jeweiligen Bildgestalter/innen erzählen, was sie sich dazu gedacht haben.

In manchen Fällen wird das vielleicht recht nahe an den Interpretationen der Anderen sein, in anderen Fällen ganz etwas anderes. Wichtig ist, das nicht zu werten, sondern anzumerken, dass das zeigt, dass Bilder (und auch viele Bilder aus Ländern des Südens) eben immer nur einen kurzen Ausschnitt von etwas abbilden, ohne das man in der Regel weiß, was davor oder danach passiert ist. Jede Person wird somit auch unterschiedliches hineininterpretieren.

Zum Abschluss: Assoziationskette


Am Ende der Ausstellung könnt ihr ein Assoziationsspiel spielen: Genauso wie Bilder unterschiedlich gelesen werden, assoziieren Menschen auch zu verschiedenen Begriffen ganz verschiedliche Dinge. Ihr setzt euch im Kreis auf und du sagst einen Begriff (z.B. kannst du ein Wort verwenden, das bei der Bildinterpretation, oder -ausstellung vorgekommen ist). Die nächste Person muss das erste Wort sagen, das ihr dazu einfällt. Die folgende Person wiederum assoziiert zu dem neuen Wort einen Begriff- und so geht es reihum weiter. Nach einigen Runden kannst du, wenn du an der Reihe bist, mit einem letzten Assoziationswort Schluss machen. Nun kommt die Überraschung: lasst die Assoziationskette in die andere Richtung zurücklaufen! Du startest mit dem letzten Wort und reihum versucht jede/r, sich zu erinnern, welches Wort er/sie gesagt hat. Oft ist es schwieriger als man denkt - das zeigt auch, wie unterschiedlich Assoziationen eigentlich verlaufen!

Autor/in: Clemens Huber

Publikation: kumquat "Abenteuer" 3/2011

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