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Die Kinder aus Krawudlpudl

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Ziel

Die Kinder sollen auf spielerische Weise viele verschiedene Informationen zum Thema Kinderrechte und das Recht auf freie Meinungsäußerung bekommen. Durch verschiedene Aufgaben, Spiele und Aktionen innerhalb des Spiels können sie langsam und intensiv mit der Thematik vertraut werden.
Mit diesem Spiel können die Kinder gut auf eine Pfarraktionen vorbereitet werden.

Material

  • Plakate
  • eine Wäscheleine und Kluppen
  • Filzstifte, Plakatstifte, ev. Buntstifte oder Fingerfarben
  • zerschnittene Texte vom Puzzle
  • das Spielbrett
  • Spielfiguren
  • ein Würfel
  • Aufgabenkärtchen
  • Uhr
  • Achtung: Das Spielpaket mit Spielplan und Aufgabenkärtchen hat dein/e Pfarrverantwortliche zugeschickt bekommen, frag sie/ihn danach!

Aufbau

Vorbereitung:
Bevor die Kinder ankommen, kannst du die Wäscheleine schon durch den Raum spannen und die Kluppen raufzwicken. Schneide einige Plakate in ca. 30 cm breite Streifen, auf die dann verschiedene Statements draufgeschrieben werden können.
Die Aktionskärtchen sollen schon fertig ausgeschnitten sein.
Klebe einen Papierstreifen mit der Aufschrift "Meckerecke” in eine Ecke des Raumes bzw. wenn die Wäscheleine lang genug ist auf eine Seite der Wäscheleine.

 

Der Einstieg zum Spiel "Die Kinder aus Krawudlpudl"


Am Anfang der Stunde erklärst du den Kindern, dass du ihnen eine Geschichte, die sie mit den Kindern von Krawudlpudl bekannt machen wird, erzählen willst (Die Geschichte findest du am Ende der Gruppenstunde!)

Nun kann die Geschichte vorgelesen werden bis zu dem Punkt, an dem das Spiel anfängt. Ziel des Spieles ist es, innerhalb der Spielzeit von 45 Minuten gemeinsam möglichst viele Wattestäbchen zu sammeln, um den Kindern von Krawudlpudl zu helfen, genug Wattestäbchen für die Erwachsenen zu ergattern, damit diese sich die Ohren ausputzen und von jetzt an besser auf die Kinder hören können.

Das Spiel


Die Kinder gehen in Kleingruppen zusammen. Es sollten nicht mehr als 5 Kleingruppen sein. Jede Gruppe hat einen Spielkegel und setzt diesen auf ein beliebiges Spielfeld. Eine Gruppe beginnt zu würfeln und rückt gemäß der Augenzahl Felder vor.

Kommt der Kegel auf einem Feld mit Sprechblase zu stehen, dann darf die Gruppe sich ein Aktionskärtchen nehmen. Ist die Aufgabe erfüllt, so bekommt ihr die angezeigte Anzahl Wattestäbchen.

Kommt der Kegel auf einem Ohr zu stehen, so bedeutet dies, dass die Erwachsenen gut zuhören. Ihr bekommt ein Wattestäbchen.

Das Feld mit den Kopfhörer bedeutet, dass die Erwachsenen anscheinend nichts von den Worten der Kinder aus Krawudlpudl mitbekommen. Gebt ein Wattestäbchen wieder ab.

Sobald ihr fertig gespielt habt, liest du den Kindern den Schluss der Geschichte vor und überreichst ihnen feierlich die Kinderrechtsurkunde.

Die Rahmengeschichte zum Spie

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Es war einmal vor langer, langer Zeit eine Stadt, die hieß Krawudlpudl, und sie war keine gewöhnliche Stadt. Nein, Krawudlpudl war eine Kinderstadt. Deshalb war Krawudlpudl die fröhlichste und bunteste Stadt, die es je gegeben hatte. Alle Kinder lebten dort sehr glücklich und zufrieden. Es gab viele verschiedene Tiere in Krawudlpudl und auch viele Spielsachen. Es gab keine Autos, nur Radwege, keine Abgase und keinen Lärm, nur Kindergeschrei und Lachen. Natürlich gab es oft auch Streitereien, aber danach versöhnten sich die Kinder wieder. Sehr stolz waren alle Kinder in Krawudlpudl auf ihre eigenen Gesetze und Rechte. Das Gesetzesbuch hieß KRK, oder ausgesprochen Kinderrechtskiste.
Wisst ihr, was da drinnen gestanden hat??
Das Recht Nummer 23 hieß "Behinderte Kinder sollen keine Außenseiter sein”. Und so war es auch in Krawudlpudl. Alle Kinder, ob behindert oder nicht behindert, schwarz oder weiß oder gelb, lebten miteinander und keines war Außenseiter/in, alle waren gleichwertig, wie es auch im Recht Nummer 2 steht.
"Kinder dürfen spielen”, das war eines ihrer Lieblingsrechte, genauso wie "Kinder sind neugierig”. Das heißt, jedes Kind darf alles erforschen, was es möchte, nur nicht die Tagebücher und Geheimsachen der anderen Kinder. So steht‘s auch im Recht Nummer 16 "Kinder haben das Recht auf Privatleben.” Außerdem darf niemand einem Kind hinterrücks irgendwelche Schlechtigkeiten nachsagen. Ganz wichtige Rechte waren Nummer 12 und 13. Nämlich "alle Kinder haben das Recht, ihre eigene Meinung zu sagen” und "allen Kindern muss dabei auch zugehört werden”.
Mit all den klugen Rechten der Kinderrechtskiste funktionierte das Zusammenleben der Kinder in Krawudlpudl ausgezeichnet.
Eines Tages aber kamen einige Erwachsene auf Besuch nach Krawudlpudl und sie waren ganz entzückt von der Kinderstadt, weil alles so bunt und fröhlich war. So sagten die Erwachsenen: ”Hier bleiben wir, weil hier ist es viel bunter und lustiger als in unseren Städten.” Als die Kinder bemerkten, dass die Erwachsenen tatsächlich hier bleiben wollten, waren sie ganz verdutzt und riefen sofort alle Kinder zu einer Versammlung zusammen. Karli und Marie, die Stadtsprecher, sagten, dass es gemein wäre, die Erwachsenen wieder zu verjagen. Zum Schluss einigten sich die Kinder, dass die Erwachsenen bleiben könnten, aber nur, wenn sie sich an ihre Gesetze und Rechte hielten. Dies erzählten Karli und Marie den Erwachsenen, die auch bezeugten, dass sie sich an die Gesetze halten würden. Aber es dauerte nicht lange, da fingen die Erwachsenen an, eine Straße für ihre Autos zu bauen. Und als die Kinder aus Krawudlpudl lautstark protestierten, hörten die Erwachsenen einfach nicht zu und machten weiter. Später fingen die Erwachsenen an, den Kindern zu sagen, was sie tun dürfen und was nicht, dass sie nicht soviel spielen sollten und mehr lernen, dass sie nicht so neugierig sein und nicht so viele Fragen stellen sollen.
Mit der Zeit wurde die fröhliche, glückliche Stimmung in Krawudlpudl sehr getrübt, weil die Kinder nicht mehr so wie früher leben konnten. Deshalb wurde von Karli und Marie wieder eine Versammlung einberufen. "Wir verjagen sie wieder”, rief Fritzi ganz empört. "Ja, raus mit ihnen, sie machen alles kaputt”, beklagte sich Lisa. "Es muss doch einen Weg geben, gemeinsam glücklich und zufrieden zu leben. Ich habe den Eindruck, ihre Ohren sind verstopft, weil sie uns nicht zuhören wollen.”, meinte Marie. "Ich habe eine Idee”, rief Karli und blinzelte ganz geheimnisvoll. "Wir rufen alle zu einer Stadtversammlung, Kinder und Erwachsene. Dann machen wir ihnen klar, dass sie uns gefälligst einmal anhören sollen. Und damit niemand eine faule Ausrede hat, bekommt jeder und jede von ihnen ein Wattestäbchen zum Ohrenausputzen. Wir erklären ihnen dann noch mal unsere Gesetze.”
"Und wer sich nicht daran hält, fliegt raus aus Krawudlpudl.”, lachte Philipp begeistert. "Genau richtig. Allerdings müssen wir auf der Versammlung auch einige neue Gesetze machen, weil sich durch die Erwachsenen hier viel geändert hat.”, sagte Marie abschließend.
Und so wurde es gemacht.

Es ist aber sehr viel Arbeit alles vorzubereiten. Deshalb brauchen die Kinder von Krawudlpudl auch eure Hilfe. Mit diesem Spiel könnt ihr den Kindern helfen, ihr glückliches Leben zurückzubekommen. Ziel ist es, gemeinsam viele Wattestäbchen zu sammeln. Denn je mehr Wattestäbchen ihr habt, desto besser werden die Erwachsenen den Kindern von Krawudlpudl zuhören.

SPIEL - ANFANG

Der Schluss der Rahmengeschichte


Ihr habt es tatsächlich geschafft. Die Erwachsenen haben den Kindern in der Versammlung zugehört und den Sinn der Rechte eingesehen. Sie nannten die Rechte für sich "die Kinderrechtskonvention” — also auch KRK. Vor allem aber nahmen sie sich vor, dass sie den Kindern zuhören, wenn diese etwas sagen wollen, und sie auch in ihren Ansichten ernst nehmen. Die Kinder wiederum nahmen sich vor, die Erwachsenen in Zukunft immer wieder an die Abmachungen zu erinnern und zum zuhören aufzufordern. Das ist ein Riesenerfolg.
Die Kinder von Krawudlpudl danken euch ganz herzlich für eure große, tatkräftige Unterstützung. Sie haben noch ein kleines Geschenk zur Erinnerung für euch: Nämlich eine Urkunde. Das ist die original Krawudlpudler Kinderrechtsurkunde, die nur für ganz besondere Verdienste vergeben wird.
Gratuliere!!

Übrigens: Alle diese Kinderrechte, die es in Krawudlpudl gibt, sind auch eure Rechte. Jede/r einzelne von euch hat ein Recht auf freie Meinungsäußerung, das Recht zu spielen, das Recht gesund aufwachsen zu können, das Recht auf Privatsphäre und alle die anderen auch.

Autor/in: Gudrun Simmer

Publikation: Kumquat_3/01

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Schlagwörter: Kinderrechte, Spiel, Mitbestimmung