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Stay online! Stay safe!

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Das Internet ist eigentlich DAS aktuelle Medium. Man kann heutzutage fast immer und überall ins Internet — auch Kids kommen damit stark in Berührung. Das Internet hat viele Vorteile: Vernetzung mit Freund/innen, Infos über Treffpunkte, Austausch von Informationen vielleicht auch in Bezug auf Hausaufgaben, Filme anschauen, Texte lesen, Musik anhören, Bilder austauschen, einkaufen,... Im Grunde kann man im Internet alles tun, was man im "realen" Leben auch tun kann, außer sich persönlich begegnen, was man aber in der JS tun kann.

Medien umgeben uns ständig. Da sie unsere ständigen Begleiter/innen sollte man sich auch kritisch mit ihnen auseinandersetzen. Neue Medien haben viele positive, aber auch negative Seiten. So kann es auch problematisch sein, wenn soziale Begegnungen von Kindern sich zu einem großen Teil online abspielen. Als Jungschar wollen wir einen Raum schaffen, in dem wir uns real und persönlich begegnen und setzen uns auch innerhalb der Gesellschaft möglichst dafür ein, dass Kindern von Angesicht zu Angesicht zu begegnen ist. Für uns sind deshalb Angebote wie facebook in Bezug auf Kinder kritisch zu sehen und wir würden abraten, Online Aktivitäten für Kinder anzubieten oder nahezulegen.
Da sich Kinder im Internet aufhalten, kann es gut sein, einige problematische Aspekte mit den Kids zu thematisieren, einen Raum zu schaffen, mit den Erfahrungen umzugehen, die sie online machen.

Material

  • Tesakrepp
  • Verkleidungen
  • Filzstifte
  • Klebeetiketten
  • Digitalkamera
  • A3 Plakate (so viele wie Kinder in der Gruppenstunde)
  • Zettel für Fragen an den/die It-Buddy
  • Bunt beklebte Mailbox (Schuhschachtel)

Aufbau

Der/die It-Buddy führt die Kinder durch die Gruppenstunde. Zuerst steigt ihr gemeinsam in das Internetz, also in ein reales Netzwerk ein. Danach erklärst du ihnen, dass das Internet wie ein anderes Land ist, in dem es auch gewisse Regeln zu beachten gibt. Danach überlegt ihr euch Usernamen, mit denen ihr euch in der restlichen Gruppenstunde ansprecht. Anschließend probiert ihr gemeinsam eine Diskussionsmethode zum Thema soziale Netzwerke aus, und im Anschluss haben die Kids die Möglichkeit, Fragen, die sie zum Thema Internet haben, anonym an den/die It-Buddy zu stellen.

 

Vor Beginn der Gruppenstunde hast du mit Tesakrepp ein Netz über den Boden geklebt. Es kann ruhig ein bisschen wie ein Spinnennetz aussehen.
Der/die It-Buddy begrüßt die Kinder in der Gruppenstunde. Du begrüßt die Kinder als It-Buddy und erklärst ihnen, dass du heute gerne eine Gruppenstunde zum Thema Internet machen möchtest, allerdings hast du nicht genügend Computer mit Internet­anschluss gefunden, und deshalb hast du dir überlegt, ihr steigt einfach gemeinsam wirklich ins Netz ein und schaut euch dort gemeinsam um. (Soll das aufgeklebte Netz am Boden sein).
Außerdem erklärst du ihnen, wieso du sie als It-Buddy herum führst. Der/die It-Buddy ist so etwas wie ein/e Reiseführer/in für ein fremdes Land, denn das Internet ist eigentlich nichts anderes als das. Es ist eben wie ein anderes Land, in dem es Regeln gibt, an die man sich halten sollte. Der/die It-Buddy kennt sich in diesem Land besonders gut aus, und erforscht es gemeinsam mit den Kindern. Wenn man die Regeln aus diesem anderen Land erst einmal kennt, kann man sich überlegen, ob man sich auch an diese halten möchte, oder ob man sie vielleicht auch ändern könnte.

Habt ihr dieses Land schon einmal besucht?


Wahrscheinlich haben deine Kinder dieses weite, aber doch sehr nahe Land schon einmal bereist. Du fragst sie als It-Buddy, ob sie es denn schon mal besucht haben, beziehungsweise, ob sie vielleicht schon öfters dort waren.

Sie sollen auf das Netz aus Tesakrepp schreiben welche "Sehenswürdigkeiten" sie schon einmal, oder öfters besucht haben. (z.B. google, orf, gmx, ...). Nachdem ihr eure bereits besuchten "Sehenswürdigkeiten" dokumentiert habt, könnt ihr vergleichen, vielleicht gibt es ganz besonders große "Touristenattraktionen" oder vielleicht gibt es auch Sehenswürdigkeiten, wo bis jetzt nur ein zwei Kinder waren.
So kannst du einen Überblick bekommen, wo sich deine Kinder im Netz aufhalten, und ihr könnt vielleicht Gemeinsamkeiten über eure Interessensgebiete finden.

Username


Das Internet ist, wie ein richtiges Land, ein öffentlicher Raum. Vielleicht will ich dort nicht immer als ich selbst auftreten. Ich erzähle ja auch nicht gleich jedem/r auf der Straße meinen ganzen Namen und meine Wohnadresse und Telefonnummer. Da man im Internet sehr schnell an solche Informationen gelangt, ist es oft besser, sich einen anderen Namen zu zulegen, einen sogenannten Usernamen.

Dazu überlegt ihr euch eine Zahl, ein Eigenschaftswort und ein Hauptwort, z.B. grüneHaselmaus56. Diesen Namen schreibt ihr nun auf ein Klebeetikett und sprecht euch den Rest der Stunde mit diesem Namen an.

Recht am eigenen Bild


Wie gerade erwähnt, kann man sich im Internet andere Identitäten zulegen, trotzdem kann man natürlich auch bei seiner/ihrer eigenen Identität bleiben. Grundsätzlich bleibt es immer die eigene Entscheidung, wie man im Internet auftreten möchte Man kann anonym bleiben oder auch nicht, trotzdem bleiben Spuren von uns im Internet. Unsere IP-Adresse ist wie ein digitaler Fingerabdruck, den man überall nachverfolgen kann. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten was wir ins Internet stellen. Gerade Fotos sind ein Thema, das vielleicht auch deine Kinder betrifft (z.B. über soziale Netzwerke). Man hat immer auch ein Recht auf sein eigenes Bild, denn man kann seine eigenen Bilder wieder löschen, oder anderen sagen, dass man diese Fotos von sich nicht im Internet haben möchte.

Um andere Identitäten auszuprobieren, hast du verschiedene Verkleidungen und Accessoires (ein Hut, ein Stock, ein Schal, eine Brille, ...) im Gruppenraum vorbereitet. Sie können sich auch während der Gruppenstunde immer wieder umziehen, um andere Identitäten oder Rollen auszuprobieren.
Während der gesamten Gruppenstunde liegt eine Digitalkamera im Raum, die die Kinder jederzeit verwenden können. Sie können damit Fotos von sich und anderen in der Stunde machen. Am Schluss schaut sich der/die It-Buddy nochmals mit den Kindern durch und ihr entscheidet gemeinsam, welche Fotos ihr für das Internet, also für die Öffentlichkeit ok findet.

Jungschar-VZ


Soziale Netzwerke sind ein wichtiges Thema für Kinder. Auch viele deiner Jungschar-Kinder werden sich dort bewegen. Im Gegensatz zu Sozialen Netzwerken (wie Facebook, Twitter, Schüler-VZ,...) hat aber die Jungschar das Potenzial, sich persönlich zu begegnen. Jungschar ist eigentlich so ein Netzwerk, nämlich ein reales und kein virtuelles. Soziale Netzwerke sind wie ein großes Diskussionsforum, und auch hier im realen Jungschar-Alltag sollen die Kinder dazu die Möglichkeit haben.

Jede/r bekommt ein A3 Plakat, das ist dann seine/ihre Pinnwand (wie es das eben auch in sozialen Netzwerken gibt). Jede/r hat nun kurz die Möglichkeit diese Pinnwand ein wenig zu gestalten, man kann ein Portrait von sich malen oder aus Zeitschriften ausschneiden und kleben. Man kann seinen/ihren Usernamen oder den Echten darauf schreiben, man kann seine/ihre Hobbies aufschreiben, oder welche Musik man gerne hört oder welche Bücher man gerne liest. Man kann das ganze natürlich auch sehr knapp halten, wenn man diese Informationen nicht an andere weiter geben möchte und einfach nur seinen/ihren Usernamen auf die Pinnwand schreiben.

Nun könnt ihr euch gemeinsam ein Thema überlegen, z.B. Lieblingsstars, wohin wollen wir einmal einen Ausflug machen, was gefällt mir in der Jungschar besonders gut/nicht, was ist mein Lieblingsessen...
Wenn ihr euch ein Thema ausgesucht habt, könnt ihr über eure Pinnwände miteinander schriftlich ins Plaudern kommen. Jede/r kann ihre/seine Position auf seine/ihre Pinnwand schreiben, und dann können die anderen sich auf der Pinnwand mit einbringen.
So könnt ihr einmal im Realen ausprobieren, wie es ist nur schriftlich zu kommunizieren. Es ist sicher nicht einfach, und manchmal möchte man vielleicht ganz schnell etwas darauf antworten. Versucht wirklich, nicht miteinander zu reden, sondern nur zu schreiben. Das ist sicher eine Herausforderung, die auch viel Spaß machen kann.

Gerüchteküche


Nicht alles im Internet ist wahr und man sollte die Informationen, die man sehr schnell im Internet bekommt, hinterfragen, denn man kann/darf nicht immer allen Quellen vertrauen.
Schnell können sich "Fakten" im Internet als falsch herausstellen. Man muss oft bei verschiedenen Quellen nachschauen, bevor ich sicher gehen kann, dass die Information, die ich gerade herausgefunden habe, auch stimmt. So passiert es auch oft im Alltag, dass "Fakten" sich im Laufe der Zeit verändern können. Manchmal verstehen wir einfach schlecht, was wir von anderen erzählt bekommen, oder vielleicht ist es auch gerade sehr laut und deshalb hören wir nur die Hälfte einer Geschichte. Trotzdem wollen wir vielleicht die Information weitergeben, nur können wir uns vielleicht schlecht erinnern, oder haben vielleicht nicht alles verstanden, und dann kann etwas ganz Anderes herauskommen. Genau das wollen wir auch in unserer Gruppenstunde ausprobieren.

Im Prinzip funktioniert das Spiel Stille Post ganz genauso. Viele deiner Kinder werden dieses Spiel wahrscheinlich schon kennen, deshalb probiert doch folgende Variante.
Der/die Erste überlegt sich einen Begriff, der/die Nächste versucht dann dem/der Nächsten den Begriff zu erklären, diese/r versucht dann zu erraten was der Begriff sein könnte und sagt wieder den Begriff weiter, der/die Nächste erklärt wieder, u.s.w. Wahrscheinlich wird oft etwas völlig anderes am Schluss herauskommen, als am Anfang.So kann man sehen, dass wenn viele Menschen an einer Informationsbearbeitung dran sitzen, oft etwas anderes am Schluss herauskommen kann, als das worum es am Anfang ging. Deshalb ist es wichtig, auch im Internet immer die Quellen zu überprüfen

Sie haben Post!


Hier soll ein Raum für die Kinder geschaffen werden, Frage stellen zu können. Oft können ihnen die gleichen Dinge, wie auch im echten Leben passieren. Auch im Internet gibt es Mobbing oder Gewalt. Vielleicht gibt es aber auch ganz andere Dinge, die die Kinder wissen möchten, wie z.B. kann ich mich mit Leuten treffen, die ich im Internet kennengelernt habe, wer darf Fotos von mir sehen, wo darf ich Musik downloaden.

Dazu hat der/die It-Buddy eine Mailbox eingerichtet (bunt beklebte Schuhschachtel). Die Kinder können ihm/ihr nun Mails mit ihren Fragen schicken. Das können sie natürlich anonym machen. Der/die It-Buddy zieht nun eine Frage nach der anderen aus seiner/ihrer Mailbox und versucht mit den Kindern die Fragen zu beantworten. Vielleicht weißt du auch nicht immer eine Antwort auf die Frage, aber die Kinder vielleicht. Versucht gemeinsam nach Lösungen zu suchen, und wenn es sich um ganz spezielle Begriffe handelt, die keine/r von euch kennt, dann versuch bis zur nächsten Gruppenstunde herauszufinden, worum es sich dabei handelt und bring den Kinder das nächste Mal die Info mit.

Autor/in: Betti Zelenak, Kathi Bereits

Publikation: kumquat "vernetzt" 1/2011

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