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In der Regenbogenfabrik!

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Die "Regenbogenfabrik" ist eigentlich ein Betrieb in Berlin, in dem fast 60 Menschen arbeiten. Gemeinsam betrieben sie eine Kantine, ein Café, ein Kino, eine Fahrradwerkstatt und eine Kindertagesstätte. Dabei ist die Regenbogenfabrik ganz anders, als die meisten Unternehmen — denn sie zählt zur Bewegung der "solidarischen Ökonomie". Ich habe die Regenbogenfabrik kennen lernen dürfen und war fasziniert von den Menschen, die dort arbeiten und sich so für ein solidarisches Miteinander einsetzen und den Mut haben, Alternativen auszuprobieren.
In dieser Gruppenstunde macht ihr euch gemeinsam auf Entde­ckungstour durch die Regenbogenfabrik.

Material

  • Zettel, Stifte
  • Plakat, Klebepunkte
  • Rededings
  • mitgebrachte Sachen von zu Hause, die zu Hause nicht mehr gebraucht werden (am besten Zettel mit einer Erinnerung in der Gruppenstunde davor austeilen)

Aufbau

Die Tour startet damit, dass ihr mit Hilfe von Gruppenpantomime herausfindet, was in der Regenbogenfabrik produziert wird. Danach seid ihr bei einem Meeting und trefft einige Entscheidungen. Nach dem Meeting tauscht ihr Sachen im UmsonstLaden. Zum Abschluss der Tour und der Stunde lernt ihr Talente von den anderen, die ihr mit nach Hause nehmen könnt.

 

Willkommen in der Regenbogenfabrik!


Am Beginn der Stunde begrüßt du deine Kinder zur Führung durch die Regenbogenfabrik. Du selbst stellst dich als Susi Solidar vor und bedankst dich bei ihnen für ihr Interesse, die Fabrik zu besuchen. Du sagst deinen Kindern, dass du sehr zufrieden bist, hier in dieser Fabrik zu arbeiten und du lädst sie ein, gemeinsam mit dir herauszufinden, was und wie in der Regenbogenfabrik gearbeitet wird. Dazu hast du die Begriffe "Cafèhaus", "Kino", "Kantine/Mensa", "Fahrradwerkstatt" und "Kindergarten" auf Zettel geschrieben. Ihr teilt euch in zwei Gruppen auf. Dann zieht jemand einen Begriff und stellt diesen gemeinsam mit den anderen pantomimisch dar. Die andere Gruppe rät, was gemeint ist. Danach zieht die andere Gruppe einen Begriff. So macht ihr das weiter, bis ihr herausgefunden habt, was in der Regenbogenfabrik gemacht wird.

Mitbestimmung!


Nachdem ihr herausgefunden habt, was in der Regenbogenfabrik gearbeitet wird, lädt Susi Solidar zum Meeting am runden Tisch ein. Es gibt nämliches einiges zu tun und zu besprechen. Die erste Frage ist, wer will was arbeiten. Auf dem Plakat steht Kantine, Café, Kino, Fahrradwerkstatt und Kindertagesstätte. Jede/r von euch schreibt den Namen dorthin, wo er heute am liebsten arbeiten würde. Es muss nicht überall jemand stehen, ihr seid wahrscheinlich zu wenige, um alles anzubieten.
In der Regenbogenfabrik ist es wichtig, dass alle, die wollen bei wichtigen Fragen mitreden und mitentscheiden dürfen. Sucht euch eine wichtige Frage aus. Wichtige Fragen könnten sein: Welche Farbe oder welches Muster sollen unsere Fahrräder heute haben? Welchen Film spielen wir heute im Kino? Was soll es heute zu essen geben?

Entscheidung!


Die Besprechung läuft folgendermaßen ab: Zuerst sammelt ihr Ideen für eure Antworten. Du schreibst alle Ideen auf einem Plakat mit. Wenn euch keine Antworten mehr einfallen, dann klebt jede/r von euch ein bis drei Punkte bei der Antwort hin, die euch gut gefällt. Über die drei Antworten, die am meisten bepunktet sind, entscheidet ihr dann.

Dazu schreibst du die übriggebliebenen Antworten noch mal auf, zum Beispiel "gelb", "gelb mit pinken Herzen", "grün-schwarz-gestreift" auf Zettel und du verteilst sie gut sichtbar im Raum. Stellt euch zu eurer Lieblingsantwort. Und jetzt kann argumentiert werden, warum ihr was super findet. Die anderen hören zu und falls sie mit dem Gesagten übereinstimmen, wechseln sie den Platz. Wichtig ist, dass ihr so lange diskutiert, bis alle zufrieden sind und ihr eine Lösung habt.

UmsonstLaden


Um ein bisschen zu relaxen geht ihr nun in den Umsonst-Laden. In der Gruppenstunde vor dieser hast du deine Kinder gebeten, einige Sachen, die sie selbst nicht mehr brauchen und die bei ihnen zu Hause "verstauben" in die nächste Stunde mitzunehmen. Am besten, du teilst Zettel als Erinnerung aus und du nimmst selbst auch etwas mit, damit es nicht zu wenig gibt. Wenn eure Kids noch kleiner sind, könnt ihr ihnen raten, die Sachen gemeinsam mit ihren Eltern auszusuchen. Wenn eure Kinder spezielle Wünsche haben, könnt ihr euch auch ausmachen, zum Beispiel nur Gewand, nur Bücher oder nur Spielsachen zum Tausch mitzunehmen.

Im Umsonst Laden liegen alle mitgebrachten Dinge auf einen Tisch und ihr könnt nach Lust und Laune tauschen — so kann der niemals richtig beachtete Teddy ein neues Zuhause finden, und das zu klein gewordene Shirt wird wieder getragen.

Talente-Austausch


Zum Abschluss der Führung, könnt ihr eventuell noch ein gemeinsames Spiel spielen, bei dem ihr euch gegenseitig eure Talente lernt. Stellt oder setzt euch in einem Kreis auf, so dass ihr euch gut sehen könnt. Ein Kind sagt nun etwas, das es besonders gut oder gerne macht und zeigt eine dazupassende Geste oder Bewegung — also wenn Max ganz besonders gut darin ist, Kirschkerne mit dem Fuß weg zu schießen, zeigt er einen Fußkick vor. Alle anderen machen nun diese Bewegung nach. Während alle weiter mit dem Fuß kicken, sagt nun das nächste Kind, was es gut kann — zum Beispiel besonders viele Zuckerln essen und reibt sich dabei den Bauch. Alle anderen reiben sich auch den Bauch, aber kicken gleichzeitig mit dem Fuß weiter. Mit dem nächsten Kind kommt eine weitere Bewegung dazu - solange, bis es kaum mehr möglich ist, alle Talente gleichzeitig darzustellen. Vollgepackt mit den neuen Talenten verabschiedet ihr euch von der Regenbogenfabrik.

Autor/in: Conni Barger, Betti Zelenak

Publikation: kumquat "vernetzt" 1/2011

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