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Jeder Mensch hat Rechte

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Auch wenn es nicht auf der ganzen Welt Realität ist, so haben doch alle Menschen etwas gemeinsam. Ihnen stehen allen seit 1948 die gleichen Rechte zu. Fast alle Staaten haben dies prinzipiell anerkannt, aber die praktische Durchführung ist nicht immer gewährleistet. In Europa gibt es den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, an den sich jede/r einzelne bei einem Verstoß wenden kann. International gibt es den UN Menschenrechtsrat, der Beobachter zur Überwachung in einen Staat schicken kann. Diesem Menschenrechtsrat gehören 46 Mitglieder an. Kritisiert wird, dass unter diesen Mitgliedern auch Staaten sind, die sich selber vielleicht nicht an die Menschenrechte halten und trotzdem stimmberechtigt sind.
Ein besonderer Schwerpunkt in der Gruppenstunde soll das Recht auf Bildung sein. 2009 hatten ca. 75 Millionen Kinder keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Die Vereinten Nationen haben als Ziel, dass 2015 alle Kinder die Schule besuchen.

Material

  • drei Sessel
  • ein Plakat
  • Stifte
  • ausgeschnittene Symbole, wo ein Stift, der gerade schreibt, ein Buch und 2+2=4 durchgestrichen ist
  • ein großes Menschenpuzzle
  • Menschenrechte auf Zetteln

Aufbau

Durch die Gruppenstunde führt Martin/a, eine Jura Studentin. Er/Sie wird von einer Freundin gefragt, was man tun kann in einem Land, damit alle Kinder in die Schule gehen können. Als ersten Schritt können die Kinder in einem Spiel überlegen sie, was man alles in der Schule lernt. Anschließend können sie gemeinsam auf einem Plakat Gedanken sammeln und notieren, welche Probleme sich ergeben, wenn man nicht lesen/schreiben/rechnen kann. Dann überlegen sich die Kinder, was ein Mensch allgemein zum Leben braucht. Martin/a erklärt, dass es deshalb Menschenrechte geben muss und die Kinder können spielerisch erraten, welche es gibt.

 

Einstieg


Martin/a kommt zu den Kindern und stellt sich vor. Sie studiert gerade und will später Anwalt/Anwältin werden. Er/Sie hat von einer Freundin einen Brief bekommen, die gerade eine Reise durch Kambodscha macht. Er/Sie schreibt, dass er/sie in einem kleinen Dorf gefragt wurde, ob er/sie weiß, was man machen könnte, damit alle Kinder in die Schule gehen könnten. Sie haben schon demonstriert, aber das hat nicht geholfen. Deswegen dachte der/die Freund/in, Martin/a könnte ihr helfen, weil er/sie das vielleicht schon im Studium gelernt hat. Martin/a kann sich nicht mehr genau erinnern und bittet deshalb die Kinder um Hilfe.

Was lernt man in der Schule?


Um herauszufinden, wieso die Schule so wichtig ist, erklärt Martin/a ein Spiel und zwar "Rotes Sofa" mit der Fragestellung "Was lernt man in der Schule?".
Es stehen drei Sessel nebeneinander. Der/Die Gruppenleiter/in beginnt, indem er/sie sich auf den mittleren Sessel setzt und sagt z.B.: "In der Schule lernt man lesen. Was lernt man noch in der Schule?" Danach können sich Kinder auf die anderen Sessel setzen und sagen, was man noch in der Schule lernt. Die mittlere Person darf sich nun von den beiden äußeren immer eine Person mitnehmen, die seiner/ihrer Meinung nach besser zu seinem/ihrem Statement passt. Danach rückt das Kind, das sitzen geblieben ist, in die Mitte und beginnt wieder, indem es seinen bereits gesagten Spruch wiederholt, was man in der Schule lernt und fragt, was zu ihm/ihr passt....

Danach hat Martin/a Symbole vorbereitet (durchgestrichene Kreise, ein Stift, der gerade schreibt, ein Buch und 2+2=4). Die Kinder können jetzt auf den passenden Symbolen notieren, welche Probleme auftreten können, wenn man nicht schreiben, lesen, rechnen kann (z.B. kann man einem Freund keinen Brief schreiben oder man kann am Bahnhof nicht lesen, welcher Zug wann abfährt oder man weiß nicht, wie viel man sich um sein Taschengeld leisten kann). Diese können dann alle auf ein Plakat aufklebt werden.

Was braucht ein Mensch?


Martin/a meint, dass aber Bildung und Schule nicht das einzig Wichtige ist, was Menschen brauchen. Deshalb hat er/sie ein Puzzle vorbereitet, welches einen Menschen abbildet. Die Kinder können nun in Kleingruppen zusammen gehen, wobei jede Gruppe einen/mehrere Teil/e bekommt. Dann sollen sie sich überlegen, was ihrer Meinung nach ein Mensch zum Leben generell benötigt und notieren dies. Danach werden alle Teile zusammengefügt und einander vorgestellt.

Welche Rechte gibt es?


Martin/a erzählt, dass die Menschen auf der Welt schon lange nachgedacht haben, wie man festhalten kann, dass alle Menschen das bekommen, was sie brauchen. Es gab in verschiedenen Ländern schon Gesetze, die das regelten. Aber auf der ganzen Welt gibt es erst seit ca. 60 Jahren die Menschenrechte, die wirklich für alle Menschen gelten, egal welches Geschlecht sie haben, aus welchem Land sie sind, wie alt sie sind und welche Religion sie haben. Martin/a hat ein paar Menschenrechte mitgenommen, die die Kinder erraten können

Ein paar Menschenrechte sind zum Beispiel:

  • Recht auf Freiheit
  • Sklaverei ist verboten
  • Folter ist verboten
  • Schutz vor Diskriminierung
  • Alle sind gleich vor dem Gesetz
  • Recht auf Privatleben
  • Recht auf Asyl in anderen Ländern
  • Recht auf Eigentum
  • Recht auf Religionsfreiheit
  • Recht auf Meinungsfreiheit
  • Recht auf soziale Sicherheit
  • Recht auf Arbeit und freie Berufswahl
  • Recht auf Erholung und Freizeit
  • Recht auf Bildung
  • Recht auf Mitbestimmung


Jedes Kind kann sich, wenn es möchte, einen Zettel nehmen. Die anderen Kinder dürfen dann erraten, um welches Recht es sich handelt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: das Recht erklären, zeichnen, pantomimisch darstellen, einzelne Buchstaben auseinander schneiden und zusammenfinden lassen,...

Martin/a fällt wieder ein, was er/sie im Studium gelernt hat, nämlich dass es einen Menschenrechtsrat gibt, bei dem man sich beschweren kann, wenn etwas gegen die Menschenrechte passiert. Dieser Rat kann dann Beobachter/innen in ein Land schicken, um die Menschenrechte überwachen zu lassen. Das wird sie gleich ihrer Freundin schreiben.
Martin/a bedankt sich bei den Kindern und sagt, dass sie die Plakate und Menschenrechte gerne in der Pfarre aufhängen können, damit jede/r sehen kann, wie wichtig Bildung ist und welche Rechte alle Menschen haben.

Autor/in: Gabi Eichtinger, Lisi Straßmayr

Publikation: Kumquat "gratis" 2/2011

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