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Entscheidungen — Gehorsam oder Auflehnung

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Ausgehend von der Bibelstelle Daniel, 13 - "Die Rettung der Susanna durch Daniel" wird thematisiert, wie wir Entscheidungen treffen und welche Rolle Autoritäten dabei spielen. Es wäre gut, wenn du dir die Bibelstelle vorher durchliest.

Material

  • Drei-teiliges Manuskript
  • Zettel
  • Verkleidungen für Rollenspiele
  • Kärtchen mit Weiter so!, Das wird nichts!, Naja! — für jedes Kind
  • 3 Plakate
  • Stifte

Aufbau

Die Bibelstelle ist in drei Teile geteilt. Nach dem ersten Teil können die Kinder raten, wie sich Susanna entscheidet und nach dem zweiten Teil können sie sich in einem Rollenspiel überlegen, wie die Geschichte zu Ende geht. Zum Abschluss können die Kinder mit einer Plakatmethode diskutieren, welche Autoritäten es heute gibt und, ob man ihnen gehorchen oder sich auflehnen soll.

 

Einleitung


Du begrüßt deine Kinder als Bert/a Buch, Verleger/in zahlreicher Kriminalgeschichten. Du hast vor kurzem ein neues Manuskript bekommen, von einem anonymen Autor. Das Manuskript bestand leider nur aus einzelnen Zetteln, die in deinem Chaos leider verloren gegangen sind. Den ersten Teil hast du am Schreibtisch noch gefunden, aber die anderen zwei Teile kannst du nicht mehr auffinden. Deshalb bittest du die Kinder um Hilfe.

Du liest den Kindern den ersten Teil vor oder lässt ihn von einem Kind vorlesen.

Susannas Dilemma


Vor langer Zeit wohnte Susanna mit ihrer Familie in Babylon. Man muss sagen, dass sie schon immer sehr schön war und sich die Männer des öfteren nach ihr umsahen.
Ihr Mann war sehr reich und sie hatten ein riesiges Haus und einen schönen Garten mit vielen Palmen, Dattel- und Obstbäumen. Sogar einen Swimmingpool hatten sie im Garten.
Susannas Mann war nicht nur reich, sondern auch ein bisschen berühmt in Babylon. Sie hatten sehr oft Besuch und sogar Gerichtsverhandlungen wurden bei ihnen im Haus abgehalten. Damals war es üblich, dass zwei der Ältesten die Richter waren. Wenn jemand Probleme hatte, kam er/sie zu den Ältesten und diese entschieden dann, was zu tun war.
Wie schon gesagt, diese Gerichtsverhandlungen wurden öfters bei Susanna im Haus abgehalten. Sie war sehr schön, was auch die anderen natürlich merkten... Das eine führte zum anderen und beide Ältesten verliebten sich in Susanna. Sie suchten immer Gelegenheiten, um Susanna zu sehen. Zuerst machten sie es heimlich, doch irgendwann erkannten beide voneinander, dass sie ein Auge auf sie geworfen haben. Sie schmiedeten gemeinsam einen Plan. Sie versteckten sich im Garten und warteten, bis Susanna alleine schwimmen gehen wollte. Als sie ganz alleine war, kamen die Ältesten aus ihrem Versteck und gingen zu Susanna. Sie stellten sie vor die Entscheidung, entweder mit ihnen zu schlafen oder sie würden dem ganzen Ort sagen, dass sie zufällig entdeckt haben, wie Susanna mit einem fremden jungen Mann alleine war.
Susanna wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wusste nur eins: Das Gesetz sah bei "Fremdgehen" die Todesstrafe vor. So oder so würde es nicht gut um sie stehen.

Die Entscheidung


Dann fragst du die Kinder, wie sie glauben, dass die Geschichte weitergeht. Du hängst auf der einen Seite des Raumes einen Zettel auf, auf dem steht "Susanna schläft mit den Ältesten" und auf der anderen Seite einen Zettel mit "Susanna weigert sichm mit den Ältesten zu schlafen". Die Kinder stellen sich nun auf die Seite, wie sie glauben, dass Susanna reagiert. Dann können sie ihre Überlegungen den anderen mitteilen, warum sie das glauben.
Zufällig findest du danach den zweiten Teil der Geschichte, den du den Kindern wieder vorliest.

Susanne überlegte lange. Sie entschied sich aber, dass sie nicht gegen das Gesetz handeln will, und schrie um Hilfe. Gleichzeitig schrien auch die Ältesten. Als ein paar Leute aus dem Haus kamen, erzählten ihnen schon die Ältesten, dass sie Susanna mit einem jungen Mann erwischt haben, der aber fliehen konnte.
Sie setzten gleich für den nächsten Tag die Gerichtsverhandlung an.
Dort erzählten sie nochmal die Geschichte und alle Beteiligten glaubten ihnen, weil sie Richter waren. Sie verurteilten Susanna zum Tod.
Am Weg zur Hinrichtung aber kam Hilfe für Susanna in Form eines jungen Mannes namens Daniel. Daniel meinte, dass die Beweislage nicht ausreichend analysiert wurde und man nochmals alle Beteiligten verhören sollte.

Das Ende


Die Kinder sollen sich in Kleingruppen aufteilen und überlegen, wie Daniel die Ältesten überführen könnte. Danach können sie das Ende in einem Rollenspiel vorspielen. Jede Kleingruppe spielt ihr Ende vor (wenn sie wollen mit Verkleidungen) und jedes Kind im Publikum bekommt Kärtchen, die sie während des Rollenspiels heben können, um das Rollenspiel zu kommentieren. Die Rollenspieler/innen können auch direkt auf die Kommentare eingehen und spontan noch etwas ändern. Auf den Kärtchen könnten Kommentare stehen wie: Weiter so!, Das wird nichts!, Naja!

Zufällig findest du natürlich auch den letzten Teil.

Daniel verhörte die Ältesten getrennt voneinander und stellte beiden dieselbe Frage, nämlich unter welchem Baum er Susanna mit dem Mann gesehen hatte. Da der eine meinte unter einer Zeder und der andere unter einer Eiche, ist ihre Lüge aufgeflogen. Wie es im Gesetz stand, wurden die beiden zum Tode verurteilt, weil sie das auch für Susanna vorgesehen hatten. Der ganze Ort aber freute sich, dass Susanna gerettet wurde und dankten Daniel dafür.

Am Ende überlegst du kurz und kommst dann drauf, dass du die Geschichte schon einmal gehört hast, nämlich in der Bibel. Deshalb kannst du sie auch nicht nochmal abdrucken. Außer du schreibst die Geschichte doch noch um, nach den tollen Ideen der Kinder.

Dann hast du noch ein Plakat in Form eines Menschen hergerichtet, wo die Kinder draufschreiben können, wer oder was heutzutage die Ältesten sind oder Autoritäten, denen man gehorchen sollte.
Gleichzeitig hängst du links ein Plakat mit "befolgen" und rechts eines mit "hinterfragen" auf.
Nachdem die Kinder mit der Sammlung fertig sind, können sich die Kinder hinter das Plakat mit dem Menschen stellen und sagen, was die "Ältesten" heute zu sagen haben (wie z.B: das Gesetz sagt, dass man Kinder nicht schlagen darf oder Eltern sagen, dass man ihnen immer folgen soll). Direkt auf eine Aussage können sich die anderen Kinder links oder rechts dazu positionieren, je nachdem ob sie glauben, dass man es einfach befolgen oder doch hinterfragen soll und warum.

Autor/in: Lisi Straßmayr

Publikation: kumquat "AlT" 4/2010

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