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Der heilige Betriebsausflug

Gruppenstunde Lager | Alter: 8-14 | Aufwand: hoch

Ziel

Die Kinder können bei diesem Spiel einige Heilige mit einem Augenzwinkern (besser) kennen lernen und erfahren, welche/r von diesen Heiligen als Schutzpatron/in wofür zuständig ist.

Material

  • Heiligenscheine aus gelbem Papier (das können Kreise oder Ringe sein)
  • Leintücher und Sicherheitsnadeln für die Verkleidung der Heiligen,
  • ein Plakat und Sessel für den Reisebus
  • Die Verkleidungen der einzelnen Heiligen und Material für die Stationen sind bei der jeweiligen Station angeführt.

Aufbau

Bei ihrem Betriebsausflug auf die Erde wollen die Heiligen den Kontakt zu den Menschen verbessern. Bei verschiedenen Stationen bekommen die Kinder Aufgaben gestellt und sollen gleichzeitig den/die falsche/n Heilige/n herausfinden, der/die sich unter die anderen geschwindelt hat.
Das Geländespiel ist sowohl für ein Lager, als auch als Aktion für eine oder mehrere Gruppen in der Pfarre geeignet. Dabei kann, wenn ihr nicht so viele Gruppenleiter/innen seid, ein/e Gruppenleiter/in auch nacheinander in die Rollen verschieder Heiliger schlüpfen.

 

Vom Himmel hoch...


Die Gruppenleitenden, welche die Heiligen darstellen, präsentieren als Einstieg ins Spiel eine kleine Szene. Einige Heilige haben sich versammelt, um zu beraten, wie sie ihren Kontakt zu den Menschen verbessern könnten: immer weniger Leute wissen, welche/r Heilige wofür Schutzpatron/in ist und so wird kaum jemand von ihnen noch angerufen, es scheint, dass die Heiligen unmodern geworden sind. Deshalb beschließen sie, einen Betriebsausflug auf die Erde zu unternehmen, um Menschen zu treffen, mit ihnen etwas zu erleben und über ihr Leben zu erzählen. Beim Einsteigen in den Reisebus (zwei parallele Sesselreihen mit einem Plakat am vordersten Sessel, das den Zielort "Erde" angibt) werden die Heiligenscheine an die Heiligendelegation verteilt. Beim Einnehmen der Sitzplätze stellt sich heraus, dass ein Platz zu wenig ist: jemand, der nicht für die Reise angemeldet war, hat sich einfach dazugeschwindelt! Da ein/e richtige/r Heilige/r so etwas nicht tun würde, ist klar, dass eine unheilige Person sich eingeschlichen haben muss! Da die Zeit drängt, fährt der Bus jedoch ab, der heilige Raffael lenkt und die heilige Cilly, die keinen Sitzplatz bekommen hat, muss stehen.

Während der Fahrt wird gemeinsam mit den Kindern "Ja wenn die Heilgen einmarschiern" ("Oh when the Saints go marchin in") gesungen.

Auf der Erde angekommen verteilen sich die Heiligen auf ihre Stationen, während der heilige Nikolaus die Kinder begrüßt und ihnen erklärt, wo sie die einzelnen Stationen finden und Heilige treffen können. Er bittet sie auch, den/die falsche/n Heilige/n ganz unauffällig herauszufinden, aber zunächst nicht zur Rede zu stellen und hilft den Kindern, sich in Gruppen zu je ca. 8 - 10 Kindern einzuteilen und schickt sie los.

Die Heiligen - Stationen


Bei jeder Station können die Kinder zunächst anhand der Kleidung und Attribute versuchen, den Namen des/der Heiligen und wofür er/sie Schutzpatron/in ist zu erraten, dann erzählen die Heiligen etwas aus ihrem Leben. Dann spielen die Kinder bei jeder Station ein kleines Spiel oder erfüllen eine Aufgabe. Der Platz in diesem Heft ist zu knapp, um die Lebensgeschichten aller angeführten Heiligen abzudrucken, im Jungscharbüro kannst du aber ausführliche Infos über die Heiligen in diesem Spiel ausborgen.

Der heilige Nikolaus von Myra


Er trägt Bischofsmütze und -stab und ist Schutzpatron u.a. der Kinder und Seeleute. Da es für ihn immer schwieriger wird zu wissen, was Kindern heute gefällt und was sie am 6. Dezember gerne geschenkt bekommen würden, bittet er die Kinder, ihm zu helfen, eine "In & Out" - Liste zu erstellen - er hat gehört, dass Äpfel und Nüsse als Mitbringsel angeblich out sein sollen.
Material: Papier und Stifte

Die heilige Cäcilie


Sie hat ein Musikinstrument bei sich und ist Patronin der Musik, des Tanzes und der Dichtung, gefeiert wird sie am 22. November. Cäcilie bittet die Kinder zum Tanz, sie bringt ihnen bei, wie man sich zu Renaissancemusik (kannst du im Jungscharbüro ausborgen!) schreitend, knicksend und verbeugend bewegt. Leider weiß Cilly nicht, wie man zu aktueller Musik tanzt: sie bittet die Kinder, es ihr beizubringen.
Material: CD - Player, Renaissancemusik und aktuelle CDs.

Der heilige Hubertus


Er hat ein Jagdhorn (Tröte oder ähnliches Blasinstrument) bei sich und trägt eventuell einen Hubertusmantel, ist Schutzpatron der Jäger/innen und Forstleute und wird am 3.Novmeber gefeiert. Mit einem Spiel will er den Kindern beibringen, sich richtig anzuschleichen. Die Kinder spielen die Tiere des Waldes, die Hubertus im Schlaf necken und anstupsen wollen. Hubertus spielt einen Jäger, der auf einer Lichtung schläft. Wenn er die Kinder beim Anschleichen hört, erwacht er und stößt in sein Horn. Dann müssen alle wieder außer Sichtweite zurücklaufen und das Spiel beginnt von neuem. Ziel ist es, Hubertus zu berühren, bevor er aufwacht. Wem dies gelingt, der/die darf in der nächsten Runde der/die schlafende Jäger/in sein.

Die unheilige Heidemarie


Sie erzählt den Kindern eine skurrile Lebensgeschichte und stellt sich als Schutzpatronin der Flüche vor, zwischendurch flucht sie selbst recht viel. Wenn die Kinder nach ihrem "Namenstag" fragen, gibt sie den 30. Februar an und bedauert, dass sie nur alle 4 Jahre gefeiert wird. Sie bittet die Kinder, ihr zu helfen, neue, lustige Flüche zu erfinden, weil manche ihrer Flüche ("Sakrahaxn", etc.) gar nicht mehr verstanden werden und andere nicht gut sind, weil sie andere verletzen können.

Der heilige Wendelin


Er ist Schutzpatron der Bauern und des Viehs und zuständig für eine gute Ernte. Gefeiert wird er am 20.Oktober. Er bittet die Kinder, ihm verschiedene Begriffe zu erklären, zu denen bei ihm immer wieder Anrufe einlangen und die er nicht ganz versteht: Massentierhaltung, biologische Landwirtschaft, Vogelgrippe, Legebatterie, etc. Als Dank schickt er die Kinder in seinen Obstgarten, wo jede/r sich eine der auf Bäumen versteckten Früchte suchen und pflücken darf.
Material: Obst, Schnüre, mit denen die Früchte in Reichweite der Kinder aufgehängt werden

Der heilige Antonius von Padua


Der Schutzpatron der Liebenden und Suchenden - sein Festtag ist der 13.Juni - trägt eine Lilie bei sich. Antonius klagt den Kindern sein Leid: Er wird immer wieder von jungen Menschen angerufen, die unter Liebeskummer leiden und ihn bitten, eine Whatsapp-Nachricht mit Liebesgrüßen für sie zu verfassen. Er hat zwar schon ein Smartphone, stellt sich damit aber sehr ungeschickt an und bittet die Kinder um Hilfe. Vor allem mit den Emoticons kennt er sich gar nicht aus. Sie sollen mit ihm eine oder mehrere Liebes - Nachrichten mit zeitgemäßen Liebesgrüßen und Emoticons formulieren und ihm auch beim Verschicken der Whatsapp-Nachrichten an den/die imaginäre/n Ratsuchende/n helfen.
Material: ein Smartphone

Die heilige Luzia


Sie trägt ein Schwert und eine Lampe und ist Patronin u.a. der Armen und kranken Kinder. Am 13. Dezember wird ihr Gedenktag begangen. Sie spielt in einem begrenzten Spielfeld eine Variante von "Virus" mit den Kindern: Ein Kind ist das Virus, das durch Berührung die anderen Kinder, die herumschwirrenden Blutkörperchen, versteinern (infizieren) will. Das Virus ist mit einem Schaumgummiball ausgerüstet, mit dem es die Blutkörperchen infizieren kann. Will es nicht mehr Virus sein, so wirft es den Ball weg. Das Kind, das den Ball aufnimmt, ist das neue Virus. Wenn zwei Blutkörperchen Hand in Hand stehen, sind sie gegen das Virus immun und können nicht versteinert werden. Ein infiziertes Blutkörperchen kann geheilt werden, indem ein gesundes und Luzia es zwischen ihre einander gereichten Hände nehmen und rufen: "Gesund, gesund!" Kreisen drei Blutkörperchen und Luzia einander an den Händen haltend das Virus ein und rufen :"Lirum larum Aspirin, Fencheltee und Vitamin!", so muss dieses seinen Ball hergeben.
Material: Schaumgummiball

Der heilige Rafael


Er trägt einen einfachen Pilgerstab und ist Schutzpatron der Reisenden, sein Gedenktag ist der 29. September. Rafael spielt "Schaut her, schaut her!" mit den Kindern. Dazu teilen sie sich in zwei Gruppen, von denen sich jede überlegt, woher sie kommt und was sie dort macht oder ist, z.B. aus der Schweiz der Käse, aus Wien das Riesenrad, etc. Haben sie sich ausgemacht, wie sie das darstellen wollen, stellen sich die zwei Kleingruppen in einer Reihe gegenüber auf. Eine Gruppe sagt: "Schaut her, schaut her!", die zweite Gruppe fragt "Woher kommt ihr, woher kommt ihr?" Die erste antwortet zum Beispiel: "Aus der Schweiz, aus der Schweiz!", worauf die zweite Gruppe fragt: "Was macht ihr dort, was macht ihr dort?" Das stellt die erste Gruppe nun pantomimisch dar, die zweite versucht, es zu erraten.

Zum Abschluss...


Wenn alle Gruppen alle Stationen besucht haben, kommen sie noch einmal mit den Heiligen zusammen. Nikolaus hält eine Abschiedsrede und bedankt sich für die Gastfreundschaft der Kinder, aber eines muss er noch wissen: Wer von den Heiligen ist nicht echt gewesen? Die Kinder haben hoffentlich erkannt, dass Heidemarie die falsche Heilige war und Nikolaus fragt, wie die Kinder draufgekommen sind. (Es gibt keine heilige Heidemarie, Heilige fluchen nicht, es gibt keinen 30. Februar, die Lebensgeschichte war so unglaubwürdig,...) Daraufhin wird Heidemarie von Nikolaus zur Rede gestellt.

Heidemaries Geständnis


Heidemarie erklärt reumütig, dass sie sich aus Langeweile in den Himmel eingeschlichen hat. Sie hat an der Himmelstür Petrus gegenüber so über das Wetter geflucht, dass dieser weggelaufen ist, um sich Oropax zu holen, während Heidemarie sich in den Himmel geschlichen hat. Nun gibt sie ihren Heiligenschein ab und erklärt, bei den Kindern auf der Erde bleiben zu wollen, wo sie hingehört. Sie verspricht Nikolaus, auch wirklich nur lustige Flüche zu verwenden und mit ihrem Schimpfen niemanden zu kränken. Nikolaus und die anderen Heiligen verabschieden sich und fahren mit ihrem Ausflugsbus wieder nach Hause in den Himmel.

Autor/in: Andrea Jakoubi und Martin Lacroix

Publikation: kumquat "rollen" 3/2001

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Lager-Kategorie: Stationenspiele

Schlagwörter: Geländespiel, Religiöses, Kinderpastoralwoche