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Der Soldat des Kaisers

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In diesem Kreuzweg wird von einem Soldaten erzählt, der zum Teil als Betroffener und zum Teil als Beobachter den Leidensweg Jesu miterlebt. Die Geschehnisse bewirken bei ihm eine grundlegende Veränderung, die wir versuchen nachzuvollziehen.

Material

  • Kreuz aus 2 Holzbalken zum Mittragen
  • pro Kind ein Papierschwert
  • Klebstoff bzw. kleine Nägel und Hammer bzw. Reißnägel
  • Filzstifte
  • Liedtexte

Aufbau

Der Kreuzweg kann in einer Kirche, in einem anderen großen Raum oder im Freien durchgeführt werden. Dabei wird ein Kreuz aus zwei Holzbalken mitgetragen. Jedes Kind bekommt zu Beginn ein Schwert aus Karton oder starkem Papier. Bei jeder Station wird ein Stück dieses Schwertes abgerissen und an das Kreuz genagelt.

 

1. Station: Die Nacht im Garten


Erzähler/in: Im Hof des Palastes sitzen einige Soldaten beim Feuer. Unter ihnen ist auch Justus, ein junger Römer. Plötzlich wird Justus weggerufen, denn einer seiner jüdischen Freunde will mit ihm sprechen. "Komm", sagt der Freund zu Justus. "Heute brauche ich deine Hilfe. Der Hohe Rat hat beschlossen, einen Mann verhaften zu lassen. Er heißt Jesus und ist angeblich ein Gegner des Kaisers. Noch heute Nacht sollen wir ihn in einem Garten suchen." Das klingt ja ziemlich spannend. Und so entschließt sich Justus, seinem Freund zu helfen. Gemeinsam gehen sie zu einem Garten auf dem Ölberg. Dort erlebt Justus etwas Besonderes. Der Mann, den sie verhaften, wehrt sich überhaupt nicht. Er will auch nicht, dass er verteidigt wird. Das ist eine leichte Sache, denkt sich Justus, und er packt richtig fest zu. Ja, es hat einen eigenartigen Reiz, diesen komischen Menschen ganz fest zu fesseln. Er kommt sich stark und mächtig vor.

Gruppenleiter/in: Ist es uns auch schon einmal so wie diesem Justus gegangen, dass wir jemandem absichtlich wehgetan haben? Und das vielleicht nur, weil wir von jemandem anderen dazu verleitet worden sind?
Als Zeichen dafür, dass das auch in unserem Leben vorkommt, reißen alle die Spitze von seinem Schwert herunter. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass diese Spitze niemandem wehtun soll. Alle abgerissenen Spitzen werden dann auf das Kreuz genagelt.

Gebet (Das Gebet wird entweder von jemandem vorgelesen oder von allen Kindern gemeinsam gebetet):
Guter Gott, du hast deinen Sohn Jesus auf die Erde geschickt. Hier hat er viel leiden müssen. Obwohl wir wissen, dass Leid etwas sehr Trauriges ist, tun wir es doch manchmal anderen absichtlich an. Herr, erbarme dich unser.

2. Station: Jesus wird verspottet


Erzähler/in: Auch Justus ist unter den Soldaten, die Jesus nach dessen Verhaftung verspotten. Er gibt sogar damit an, dass er auch schon bei der Verhaftung dabei war. Justus spottet kräftig mit. Endlich einmal ist er stärker als ein anderer, endlich einmal muss nicht er sich erniedrigen lassen, sondern kann auf einen anderen herunterschauen.

Wir teilen uns in kleine Gruppen und überlegen uns, ob wir schon einmal erlebt haben, dass jemand erniedrigt, verspottet worden ist. Jede Kleingruppe, kann sich eine kurze Situation ausdenken und diese den anderen vorspielen.

Gruppenleiter/in: Auch verspotten kann jemandem so wehtun wie der Stich mit einem Schwert. Wir wollen uns bemühen, andere auf diese Weise nicht mehr so oft zu verletzen. Darum reißt jeder das nächste Stück von seinem Schwert ab, um es an das Kreuz zu nageln.

Lied: "Liebet einander" aus dem Gotteslob Nummer 626,4 (oder ein anderes Lied, das ihr kennt und gerne singt und das thematisch passt)

3.Station: Auf dem Weg nach Golgotha


Erzähler/in: Justus lässt sich das Spektakel nicht entgehen. Auch er ist auf dem Weg zu dem Ort, wo Jesus gekreuzigt werden soll, dabei. Doch diesmal ist es anders als bei sonstigen Kreuzigungen. Irgendwie ist es viel ruhiger. Es sind wohl nicht weniger Leute da als sonst, aber diese fangen nicht, wie das oft der Fall ist, eine Rauferei an oder rufen Parolen aus. Nein, einige weinen sogar. Justus fällt auf, dass vor allem Frauen um den Verurteilten trauern. Hatte dieser Jesus denn keine Männer unter seinen Freunden. Wo waren die nur? Justus spürt, dass dieser Jesus ein besonderer Mensch sein muss. Er beginnt zu zweifeln, ob es richtig von ihm war, bei der ganzen Aktion mitzumachen.

Gespräch mit den Kindern: Gemeinsam überlegen wir, wie das ist, wenn man sich Gedanken darüber macht, ob das, was man getan hat, richtig oder falsch war. Was fällt einem dann alles ein? Was tut man dann?

Gebet:
Lieber Gott, wir wollen dir jetzt sagen, wie es ist, wenn wir uns Gedanken darüber machen, ob wir etwas richtig oder falsch gemacht haben.
(Gemeinsam werden nochmals die wichtigsten Gedankengänge formuliert.)
Wir bitten dich, hilf uns, wenn wir nicht wissen, was wir tun sollen; hilf uns, die richtige Entscheidung zu treffen. Amen.

4. Station: Jesus stirbt am Kreuz


Erzähler/in: Justus ist ganz verwirrt. Was da vor sich geht, hat er noch nicht erlebt. Vielleicht war dieser Jesus von Nazareth, um dessen Kleider sich einige seiner Kollegen noch gestritten hatten, doch kein Verbrecher. Justus fühlt sich ganz elend und traurig und geht nach Hause. Doch noch in derselben Nacht wird er nochmals zum Dienst gerufen. Er soll mit einem anderen Soldaten zusammen das Grab von Jesus bewachen.

Gruppenleiter/in: Was könnte sich Justus denken, als er so viele Stunden Zeit hat, während er neben dem Grab sitzt?

Je zwei bis drei Kinder überlegen gemeinsam, was sich Justus denken könnte, und schreiben das auf den vierten Teil ihrer Schwerter. Dann erzählen die Kinder einander, was ihnen eingefallen ist. Danach werden die vierten Teile der Schwerter abgerissen und an das Kreuz genagelt.

Gebet:
Justus hat viel nachgedacht. Auch wir überlegen uns oft, warum wir so vieles nicht verstehen, warum es so viel Leid auf der Welt gibt, warum Menschen traurig sein müssen. Manchmal fällt es uns dann schwer zu glauben, dass du wirklich da bist. Darum bitten wir dich: Hilf uns und allen Menschen gerade in Situationen, in denen wir sehr traurig sind und zeig allen, dass du wirklich da bist und uns helfen willst. Das bitten wir dich durch Jesus, unseren Bruder, der am Kreuz gestorben ist. Amen.

5. Station: Jesus ist auferstanden


Erzähler/in: Justus ist ein bisschen eingeschlafen und döst vor sich hin. Plötzlich wird er aus dem Schlaf gerissen. Irgendetwas blendet ihn und er bekommt große Angst. Und dann hört er Stimmen, die etwas sagen von Leichnam und nicht mehr da und auferstanden... Er kann sich das alles nicht erklären. Zwei Frauen stehen herum und laufen plötzlich weg. Es wirkt so, als freuten sie sich sehr. (Hier kann der/die Erzähler/in die Kinder fragen, ob sie wissen, was da passiert ist und mit ihnen gemeinsam die Auferstehungsgeschichte "rekonstruieren".) Als Justus wieder klar denken kann, denkt er, dass er vielleicht nur geträumt hat. Und doch, es dürfte Wirklichkeit gewesen sein — Jesus hat den Tod besiegt, er lebt. Da wird Justus klar, dass die Menschen, die sagten, dass Jesus Gottes Sohn ist, Recht haben. Er ist wirklich auferstanden. Da ist Justus sehr erleichtert. Er springt auf und singt vor Freude ein Lied.

Lied
Jesus ist auferstanden
1. Dankt unserm Gott, singt unserm Gott!
2. Freude bringt er, Friede bringt er!
3. Singet doch mit, tanzet doch mit!
(Text und Musik: Regina Petrik, Wien)

Erzähler/in: Dann zerbricht Justus sein Schwert. Es bleibt nur mehr die Form des kleinen Kreuzes übrig. Das nimmt er sich zur Erinnerung an sein Erlebnis mit und bewahrt es gut auf.

Gruppenleiter/in: Auch unsere Schwerter sind während des Kreuzweges zu kleinen Kreuzen geworden. Diese können auch wir als Erinnerung an den Tod und die Auferstehung von Jesus mit nach Hause nehmen.

Autor/in: Regina Petrik

Publikation: kumquat "grün" 1/2010

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Jahreskreis: Fastenzeit

Schlagwörter: Kreuzweg, Religiöses, Bibel