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Wie ist das?

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 6-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Hast du dich schon mal gefragt, ob dieses oder jenes kindertauglich ist? Frag doch deine Gruppe! Im Rahmen eines Tests prüft ihr gemeinsam die Kindertauglichkeit einer Einrichtung oder bestimmter Gegebenheiten in eurer Umgebung.

Aufbau

Möglichkeiten für Kindertauglichkeitstests gibt es viele: Vom Supermarkt oder dem Eissalon über öffentliche Einrichtungen bis zu Schwimmbädern und Radfahrmöglichkeiten. ihr testet natürlich nur solche Sachen, die euch auch wirklich interessieren. Zur Inspiration eine kurze Ideenliste:

  • öffentliche Einrichtungen: Gemeindeamt, Postamt, Stadtinformation,...
  • Freizeiteinrichtungen: Spielplatz, Schwimmbad, Skatepark, Kino, Theater, Kegelbahn, Minigolfplatz
  • öffentliche Plätze: Fußgänger/innen-Zone, Einkaufszentrum, Parkanlage, Sportplatz,...
  • Gastronomie: Eissalon, Kaffeehaus, Pizzeria, Würstelstand, Maronibrater/in,...
  • Verkehrssituation: Schulwegsicherheit, Radwegenetz, Fußbänger/innenbereiche, Zebrastreifen, Wohnstraße,...
  • Pfarrsituation: Gottesdienste, Pfarrblatt, Räumlichkeiten, Veranstaltungen, Pfarrcafé,...


Natürlich könnt ihr auch Vergleichstests anstellen. Die Vorgangsweise orientiert sich dabei immer am gleichen Modell: Testbogen erstellen, Test durchführen, Test auswerten, Testergebnisse weitersagen.

 

Den Testbogen erstellen


Ein Kindertauglichkeitstest braucht einen Testbogen. Überlegt euch in der Gruppenstunde vor eurem Test, was eure Kriterien sind und worauf ihr besonders achten wollt. Es ist wichtig, dass die Kriterien von den Kindern selbst gesucht und festgesetzt werden, denn nur sie sollen nach ihren Interessen und Bedürfnissen bestimmen, was nun kindertauglich ist und was nicht. Um die gemeinsame Suche von Kriterien zu erleichtern, kannst du mögliche Untersuchungsfelder vorbereiten, die ihr ergänzt und kurz besprecht — ihr könnt euch dazu auch in Kleingruppen aufteilen.

Beispiel für einen Schwimmbadtest:

  • Eintrittspreise
  • Wassertemperatur, Geruch, Chlorierung
  • Schwimm- und Spielmöglichkeiten im Wasser
  • Liegemöglichkeiten (Wiese, Liegen, etc.)
  • Spielmöglichkeiten im Bad
  • Verpflegung, Buffet (Angebot, Preise)
  • Umkleideräume, Kästchen, Duschen
  • Bademeister/in, andere Angestellte (freundlich?)
  • andere Badegäste


Legt ihr die Kriterien in der Stunde vor dem Test fest, kannst du die Kriterien in einen Testbogen verarbeiten und für jedes Kind eine Kopie mitbringen. Beachte dabei, dass du möglichst viel in Zahlen ausdrücken kannst (z.B. Bewertungsskalen von eins bis zehn Punkte, Schulnoten, etc.), dann fällt die Auswertung leichter. Es hilft auch, wenn ihr konkrete Fragen stellt (z.B. nicht "Die Rutsche muss toll sein" sondern "Was ist an der Rutsche toll? Was fehlt noch zu einer tollen Rutsche?")

Außerdem könnt ihr bei eurer Beschäftigung mit Testbereichen Fragen notieren, die interessante Hintergrundinformationen zu eurem Test liefern und die sich vielleicht nicht sofort beantworten lassen (z.B. Was bewirkt die Chlorierung des Wassers? Wem gehört das Bad eigentlich? etc.) Diese Dinge kannst du dann bis zum Test recherchieren.

Den Test durchführen


Für kleinere Tests wird der Zeitraum einer Gruppenstunde ausreichen. Größere Tests wie zum Beispiel das Schwimmbad oder Orte mit einer längeren Anreisezeit werden eine größere Zeitspanne benötigen: Nehmt euch hierfür genug Zeit und informiert die Eltern rechtzeitig, dass ihr länger braucht.
Je nach Menge der Testbereiche kann jedes Kind den ganzen Testbogen bearbeiten oder ihr teilt euch in Spezialteams für einzelne Testbereiche auf.

Bei Einrichtungen wie Gemeindeämter, Banken oder Postämtern fällt ein Kindertauglichkeitstest leichter, wenn man dort etwas zu erledigen hat. Damit ihr hierfür nichts erfinden müsst, könnt ihr auch gemeinsam etwas erledigen, was in der Jungschararbeit oder bei dir privat ohnehin anstehen würde: Am Gemeindeamt oder bei der Polizei eine Jungscharveranstaltung anmelden, ein Sparbuch auf der Bank eröffnen, bei der Post ein Paket aufgeben, etc. Das ist oft gar nicht so leicht und eine Szene wie zum Beispiel eine Sparbucheröffnung könnt ihr auch vorher in einem Rollenspiel üben. Tipp: Tretet bei der Tätigkeit selbst inkognito auf und tragt erst nachher die Beobachtungen in den Bogen ein.

Den Test auswerten


Eure Bögen könnt ihr gemeinsam in der nächsten Gruppenstunde auswerten und die Ergebnisse auf einem gemeinsamen Plakat festhalten. Dabei könnt ihr aufschreiben:

  • das Gesamtergebnis der Gruppe (z.B. Durchschnitt oder alle Antworten)
  • die Einzelergebnisse vergleichen: Wo gab es bei uns große Übereinstimmungen? Wo waren wir unterschiedlicher Ansicht?
  • Kontrollrunde: Haben wir bei der Erstellung der Testkriterien noch auf etwas vergessen, das unbedingt zur Kindertauglichkeit unseres Untersuchungsgebietes gehört und uns erst bei der Testdurchführung aufgefallen ist?

Das Testergebnis weitersagen


Zum Abschluss überlegt ihr noch, wer vom Testergebnis wissen sollte. Allgemein kommen hierzu zumeist drei unterschiedliche Gruppen in Betracht:

  • andere Kinder: Ihnen nützt das Ergebnis, weil sie es bei ihren eigenen Entscheidungen im Alltag berücksichtigen können. Also: Im Jungscharraum aufhängen, in der Jungscharzeitung berichten, Testberichte an Freund/innen verteilen,...
  • die Öffentlichkeit: Auch Erwachsene können aus eurem Testergebnis viel lernen. Hier erfährt man konkret, was Kindern taugt und worauf es ihnen ankommt. Also: Im Pfarrsaal oder Schaukasten aufhängen, Bericht an das Pfarrblatt oder eine Regionalzeitung schicken,...
  • Zuständige: oder besser: jene, die auch etwas verändern können. Im Fall unseres Schwimmbadtests werden das wahrscheinlich Bürgermeister/in, Leiter/in des Schwimmbades, Bademeister/in, etc. sein. Diesen Personen könnt ihr euren Testbericht schriftlich zuschicken. Nicht vergessen: Sagt auch Lob weiter. Das bestärkt sie, weiterhin auf die Interessen der Kinder zu achten.

Publikation: kumquat "Tabu" 3/2009

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Schlagwörter: Kinderrechte, Spiel, Spaß, Mitbestimmung