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Adler, Hirte, Feuersturm?

Gruppenstunde | Alter: 10-14 | Aufwand: niedrig

Ziel

Die Kinder setzen sich mit unterschiedlichen Gottesbildern auseinander, versuchen ihr eigenes zu begründen und gestalten zum Abschluss künstlerisch ihr persönliches Gottesbild.

Material

  • Malutensilien
  • Papier
  • Ölkreiden
  • Stifte
  • Kärtchen mit Begriffen

Aufbau

Die Geschichte von den blinden Weisen wird vorgelesen, anschließend positionieren sich die Kinder zu unterschiedlichen Gottesbildern. Die Kinder gestalten ihr eigenes Gottesbild und stellen es den anderen vor.

 

Die drei Weisen


Lies den Kindern am Anfang der Gruppenstunde die Geschichte der drei Weisen vor. Diese vermutlich in Südasien entstandene Geschichte soll zeigen, dass die Realität oft sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann und dass Erkenntnis immer von der Perspektive abhängt.

Eines Tages erreichte einen König eine wichtige Nachricht. In einer fernen Region wurde ein ganz besonderes Tier entdeckt, dass noch niemand zuvor gesehen hatte — ein Elefant. Der König hatte fünf weise Berater, die allesamt blind waren. Er rief sie zu sich und schickte sie aus, um das Tier zu untersuchen und ihm zu berichten.

Die Weisen kamen nach langer Reise in einem fernen Dorf an und ließen sich sofort zum Elefanten führen. Der erste Weise trat vor und griff nach dem Tier. Er erwischte den Rüssel und berichtete nach eingehender Untersuchung: "Das Tier ist wie eine Schlange, ein langer Schlauch, der sich hebt und senkt". Der zweite Weise trat ebenso vor und erwischte ein Bein. Er sagte: "Das Tier ist eine mit Haut und Haaren bedeckte Säule, ähnlich einem Baumstamm". Der dritte Weise erwischte ein Ohr und meinte: "Das Tier ist einem großen Fisch ähnlich, es ist flach wie ein Teller". Ein anderer betastete den Schwanz, ihm war klar: "Das ist kein Tier, sondern ein langes Seil mit einem ausgefranstem Ende". Der Letzte bekam einen Stoßzahn zu fassen und stellte fest: "Ihr irrt euch alle, das Tier ist ein riesiges Nashorn!".

Die Weisen begannen sich zu streiten und jeder behauptete, recht zu haben, sie wussten nicht, was sie dem König berichten sollten.


Im Anschluss an die Geschichte bittest du die Kinder um eine kurze Einschätzung:
Haben die Weisen nun eine Vorstellung davon, was ein Elefant ist? Wird der König wissen, was ein Elefant ist, wenn seine Berater zurückkommen und erzählen, was sie erforscht haben?
Jede einzelne Beobachtung der Weisen stimmt, dennoch kann keiner von ihnen die ganze Wirklichkeit erfassen. Ähnlich ist es auch bei den Bildern von Gott, die wir haben. Wir alle haben unterschiedliche Bilder und Vorstellungen von Gott und alle sind für uns "richtig".

Standpunkt beziehen


Du legst die vorbereiteten Kärtchen am Boden aus und lädst die Kinder ein, einen Rundgang durch den Raum zu machen und die einzelnen Begriffe genau durchzulesen.

  • Adler
  • Wolkensäule
  • Vater
  • Mutter
  • Gärtnerin
  • Quelle
  • Fels
  • Hebamme
  • König
  • Zauberer
  • Heiliger
  • Lehrerin
  • Strahlende
  • Ärztin
  • Retterin
  • Kuschelgott
  • Die Einzige
  • Zorniger
  • Trösterin
  • Magierin
  • Hirte
  • Sturm
  • Sonne
  • Allmächtige
  • Henne
  • Helferin
  • Oma
  • Befreier
  • Burg


Nun stellen sich die Kinder zu dem Begriff, der ihrer Meinung nach am wenigsten zu ihrem Gottesbild passt und können kurz den anderen Kindern erklären, warum sie hier stehen. Anschließend suchen sich die Kinder einen Begriff, der gut zu ihrem Gottesbild passt. Die Kinder können nun im gemeinsamen Gespräch ihre Auswahl kurz begründen. Dabei ist es notwendig, das Gespräch gut anzuleiten:

  • Achte darauf, dass die Kinder ihre Gottesbilder nicht gegenseitig bewerten.
  • Die Kinder können natürlich auch mehrere Gottesbilder gut finden und diese in ihrer Erklärung aufzählen.
  • Gottesbilder können ein sehr sensibles und privates Thema sein — achte gut darauf, dass kein Kind gezwungen wird, etwas zu sagen.


Mein persönliches Gottesbild gestalten


Im folgenden Schritt geht es darum, dass die Kinder selbst kreativ werden und ihr Gottesbild darstellen. Biete deinen Kindern dafür eine möglichst große Auswahl an Materialien, seien es nun Malfarben, Ölkreiden, Plastilin oder Naturmaterialien.

Damit sich die Kinder gut auf die Methode einlassen können, ein paar kleine Tipps:

  • Jedes Kind soll sich selbst einen Platz suchen, an dem es sein Gottesbild gestalten will.
  • Mit ruhiger Hintergrundmusik kannst du für eine entspannte Stimmung sorgen.
  • Sag den Kindern rechtzeitig Bescheid, wenn die Zeit zu Ende geht — so werden sie nicht mitten im Arbeiten herausgerissen.
  • Lass die Kinder möglichst alleine und selbstständig arbeiten.
  • Wenn möglich, biete den Kindern mehrere Räume an, damit sie genug Platz und Ruhe zum Malen haben.


Ausstellung im Gruppenraum


Zum Abschluss der Gruppenstunde suchen sich die Kinder einen Platz im Raum, an dem sie ihr Kunstwerk den anderen Kindern präsentieren wollen. Wie bei einer Ausstellung gehst du nun mit der gesamten Gruppe herum. Die Künstler/innen können den anderen Kindern kurz ihre Werke präsentieren. Die Bilder können, wenn das für die ganze Gruppe passt, auch in der Pfarre aufgehängt werden, in Schaukästen oder auf Gängen — vielleicht können sie auch in eine Kindermesse eingebaut werden!

Autor/in: Dominik Mach nach einer Idee von Maria Kreidl und Hermine Feuerstein

Publikation: Kumquat "Tabu" 3/2009

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Schlagwörter: Religiöses, Gottesdienst