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Die Künste und der Tod

Gruppenstunde | Alter: 12-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Der Tod betrifft alle. Viele Künstler/innen haben sich mit diesem Thema beschäftigt und versucht, es sinnlich zu fassen. Dieses Modell will Kids die Möglichkeit bieten, sich mit unterschiedlichen Zugängen der Kunst zum Thema Tod zu beschäftigen. Es geht also in diesem Modell weniger darum, wie jede/r den Tod persönlich sieht, sondern wie Künstler/innen ihn sehen. Dennoch solltest du überlegen, ob dieses Thema für deine Gruppe zur Zeit passt. Wenn etwa gerade erst kürzlich die Oma eines deiner Gruppenmitglieder verstorben ist, könnte es sein, dass das Thema zu sensibel ist.

Material

  • Papierstreifen mit Gedichtzeilen
  • leere Papierstreifen
  • 10 bis 12 Bilder zum Thema Tod (siehe unten)
  • CD mit ruhiger Musik, CD-Player
  • verschiedene Zeitschriften und Illustrierte
  • Scheren, Kleber, Filzstifte, etc.
  • für jedes Kind einen A3-Bogen Papier

 

Einstieg


Du begrüßt deine Gruppe und machst sie auf das Thema der heutigen Gruppenstunde aufmerksam: Im Raum befindet sich eine Reihe an Papierstreifen, auf denen jeweils ein bis zwei Gedichtzeilen zum Thema Tod zu finden sind. Du lädst die Gruppenmitglieder dazu ein, sich diese anzuschauen und durchzulesen.

Die wunderbare Nacht ist aufgegangen.
Joseph von Eichendorff (1788-1857), Todeslust

"Doch einmal wird die Schale leer,
Die letzte Neige schlürftest du."
Gustav Falke (1853-1916), Was will ich mehr!

Trotz! Tod, komm her, ich fürcht dich nicht,
Trotz, eil daher in einem Schnitt.
Arnim/Brentano (Hrsg.), Erntelied

Der Tod! — der Tod? Das Wort erschreckt mich nicht
Adelbert von Chamisso (1781-1838), Das ist der Tod...

Sei guten Muts! ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!
Matthias Claudius (1740-1815), Der Tod und das Mädchen

O Würmer! Schwarz Geleit ohn Auge, ohne Ohr!
Ein Abgeschiedner kommt, der froh den Tod erkor.
Charles Baudelaire (1821-1867), Der freudige Tote

Tod, so heißt er,
Und die Geister
Beben vor ihm, dem schrecklichen Held.
Clemens Brentano (1778-1842), Der Feind

Wie wenn das Leben wär nichts andres
als das Verbrennen eines Lichts!
Theodor Storm (1817-1888), Wie wenn das Leben...

Wenn die Welt mir schweigt, -
Dann trage mich fort, Tod.
Gerrit Engelke (1890-1918), An den Tod

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
Tönt so traurig, wenn er sich bewegt
Matthias Claudius (1740-1815), Der Tod

Quelle aller Verse: http://www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/trauergedichte
Es liegen auch leere Papierstreifen bereit, auf denen die Kids eigene Formulierungen aufschreiben können.

Gemalter Tod


Nun wendet ihr euch der Malerei und Zeichenkunst zu. Auch hier wurde der Tod bereits tausendfach dargestellt. Du hast im Raum ca. 10 bis 12 Bilder verteilt, auf denen der Tod vorkommt. Die Gruppenmitglieder können nun durch die "Ausstellung" schlendern und die Bilder auf sich wirken lassen.

Nachdem alle die Bilder ein erstes Mal ausreichend betrachtet haben, stellst du einige Fragen dazu. Als Antwort stellt man sich jeweils zu dem Bild, das am ehesten der Antwort entspricht:

  • Welche dieser Darstellungen des Todes gefällt mir besonders bzw. spricht mich besonders an?
  • Mit welchem kann ich gar nichts anfangen?
  • Welches schreckt mich ab?/li>


Nach jeder Frage tauscht ihr euch kurz darüber aus.

Anschließend sucht ihr euch eines oder zwei dieser Bilder aus, stellt euch davor und tauscht euch darüber aus, was der/die Künstler/in mit diesem Bild wohl ausdrücken wollte.

Wie kommst du zu Bildern vom Tod?
Am einfachsten natürlich über das Internet. Zum Beispiel:


Vielleicht findest du zu Hause oder in einer öffentlichen Bibliothek aber auch einen Bildband, in dem sich Bilder zu diesem Thema finden.

Kollagierter Tod


Nun lädst du die Gruppenmitglieder dazu ein, ein eigenes Kunstwerk zum Thema Tod zu schaffen. Dazu soll jede/r eines oder mehrere der vorhin betrachteten Bilder auswählen. Außerdem hast du Zeitschriften und Illustrierte mitgebracht sowie einige weitere Ausdrucke der Gedichte, aus denen die Verse vom Einstieg waren. Zu den Gedichten kommst du über den Weblink. Du kannst natürlich weitere oder auch ganz andere Gedichte suchen und mitbringen.

Nun bekommt jedes deiner Kids einen großen Bogen Papier. Es gilt nun, aus den Bildern, den Illustrationen aus den Illustrierten und einzelnen Versen oder Wörtern aus den Gedichten eine eigene Kollage zu verfertigen. Wie sehe ich den Tod? Dazu ist es gut, im Hintergrund leise und ruhige Musik zu spielen. Anschließend können die Kollagen von den anderen angeschaut werden, wer mag kann auch etwas dazu erzählen, warum er oder sie sein oder ihr Kunstwerk gerade so gestaltet hat.

Tod, wo ist dein Stachel? (1 Kor 15,55)


Der Tod ist kein einfaches Thema. Es kann durchaus unangenehm und auch bedrohlich sein, sich damit zu befassen. Trost und Halt bietet der christliche Glaube dazu an. Zum Abschluss der Gruppenstunde kannst du das Kapitel 15 (oder auch nur einige Verse) des Ersten Briefes an die Korinther vorlesen, in dem Paulus eine ganze Reihe spannender und tröstlicher Gedanken zum Tod und zur Auferstehung der Toten formuliert.

Zum Beispiel:
Die Verse 20-26 "Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. [...] Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod."
Oder die Verse 51-58 "Seht, ich enthülle euch ein Geheimnis: wir werden nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden — plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenschall. [...] dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Daher, geliebte Brüder, seid standhaft und unerschütterlich, nehmt immer eifriger am Werk des Herrn teil und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist."

Zum Abschluss der Stunde wird es aber gut sein, noch etwas anderes zu machen oder zu besprechen, damit die Kids nicht in zu gedrückter Stimmung nach Hause gehen.

Autor/in: Gerald Faschingeder, Kathrin Wexberg

Publikation: kumquat "Abschied" 2/2009

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