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Wer ist der Fremde

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Korinth ist in den 50er Jahren nach Christus eine große Handelsstadt, die durch den Hafen Lechaion und ihre geografische Lage ein Schnittpunkt vieler Kulturen, Religionen, sozialer Schichten und Strömungen des damaligen Griechenlands und römischen Reichs ist. Paulus kommt hier ca. 52 n. Chr. An. Er trifft hier eine schon eingesessene jüdische und wahrscheinlich auf kleine Anfänge einer ersten christlichen Gemeinde. Während seines ersten Besuchs für ca. eineinhalb Jahre wird er zum Begründer der Gemeinde von Korinth. Ziel ist, die Stadt Korinth, deren Bewohner/innen und vor allem die Person des Apostels Paulus den Kindern durch die Spielaktion näher bringen.

Material

  • Schreibtafel mit griechischen Buchstaben (zum Ausdrucken unter www.jungschar.at), Verkleidungsmaterial, 2-3 Plakate, Plastilin, Traubensaft, Brot, Plastikkübel, Exotische Früchte, 5 kleine Steine, Wasserfarben, Gruppentanz CD

Aufbau

Die Gruppenstunde ist wie ein Krimi aufgebaut. Die Kinder werden zu Agenten/innen und wandeln auf den Spuren Paulus. Sie werden sich mit den Bewohnern/innen austauschen und zusammenarbeiten müssen, um herauszufinden, wer Paulus eigentlich war. Diese Spielaktion dauert ca. 90min - gib den Kindern also schon in der Stunde davor Bescheid, dass es länger dauern wird. Außerdem solltest du die Gruppenstunde zu zweit machen. Für die Aktion brauchst du mindesten 2 Gruppenleiter/innen.

 

Einstieg
An der Tür zum Gruppenraum hast du schon ein großes Schild aufgehängt auf dem in griechischer Schrift Korinth steht - KOPINTH. Wenn die Kids den in die Gruppenstunde kommen, bist du bereits verkleidet und begrüßt du sie als Bewohner/innen von Korinth herzlich in deiner herrlichen Heimatstadt, und erzählst ihnen, dass ihr euch heute im Jahre 53 n. Chr. Befindet — zeig den Kindern den Plan der Stadt! Diese Stadt wollt ihr nun gemeinsam erkunden, damit die Kids keine Probleme mit den Behörden bekommen, gibt’s für jede/n einen Ausweis — nun kann jedes Kind mit Hilfe der Schreibttafel mit den griechischen Buchstaben den Namen auf ein Nameskärtchen schreiben. Außerdem sollten sie sich auch zur damaligen Zeit entsprechend Kleiden, ansonsten würden sie mit Jeans und Pullover großes Aufsehen in der Stadt erzeugen.
Nun erzählst du den Kindern, dass der Kaiser sich um die Provinz um Korinth sorgt. Es ist ihm zu Ohren gekommen, dass es Unruhen in Teilen der Bevölkerung gab. Man erzählt sich, dass ein einziger Mann dahinter steckt. Die Leute glauben, dass er gar nicht aus Korinth ist, sondern dass er von auswärts kommt. Der Kaiser bittet euch um eure Hilfe!
Nun bekommt jedes Kind einen Steckbrief — zum Download unter www.jungschar.at — dieser wird im Laufe des Spiels ausgefüllt werden. Nun teilt sich die Gruppe in drei Kleingruppen, nach jeder Untersuchungsphase treffen die Gruppen wieder zusammen und tauschen ihre Informationen gegenseitig aus.
Die drei Gruppen (alpha, betha und gamma) werden zu unterschiedlichen Orten geschickt. Wenn sie eine Aufgabe gelöst haben, kommen alle Gruppen wieder zusammen und bekommen ihre nächste Aufgabe. Nach jeder Aufgabe werden die Informationen in den Steckbrief bzw. den Rahmen eingetragen.
Macht für die Kinder Hinweisschilder, damit sie auch ihre Station finden. Das Ganze macht sicher mehr Spaß, wenn ihr die Stationen rund um und in der Pfarre verteilt. Zum Beispiel: Kinder müssen zum Markt, dieser ist in der Küche vom Pfarrhof... Die Aufgaben der Kleingruppen brauchen teilweise eine/n Gruppenleiter/in, teilweise nicht — umso mehr Leiter/innen bei dieser Aktion mitmachen, umso einfacher wird es!

Die Aufgaben

Gruppe alpha Aufgabe 1 am Brunnen
Sie finden einen Brief, darin steht:
Liebe Agenten/innen, der Brunnen war so etwas, wie das Kaffeehaus bei euch heute. Die Leute hier können sich an diesen Fremden erinnern. Allerdings war er schon länger nicht mehr in der Stadt. Sie wissen noch, dass er ein sehr freundlicher Mann war, und sie hätten sein Alter auf 50 bis 55 Jahre geschätzt. Er war nicht sehr groß und hatte ein schmales Gesicht. Außerdem hat er nicht besonders kräftig und gesund ausgesehen.
Liebe Grüße, Aaron


Was ist zu tun?

Die Kinder sollen Kübeln die sie am Brunnen finden auf dem Kopf balancieren, ihr könnt auch Pölster hineingeben, denn leere Küberl sind sehr schwer zu balancieren. Bei dieser Aufgabe ist wichtig, dass ein/e Gruppenleiter/in dabei ist.

Gruppe alpha Aufgabe 2 am Markt:
Sie finden einen Brief darin steht:
Liebe Agenten/innen, auf unserem Markt in Korinth geht es immer bunt zu. Viele verschiedene Leute aus vielen verschiedenen Städten kommen hierher um zu handeln. An euren Fremden kann ich mich noch sehr gut erinnern. Er war immer sehr freundlich und hat viel mit den Leuten geredet, er hat sogar sehr viele verschiedene Sprachen gesprochen. Lesen konnte er außerdem, er hat mal einer Frau ihren Brief vorgelesen, weil sie ihn selbst nicht entziffern konnte. Ich glaube, er war so etwas wie ein Schriftgelehrter, er konnte sehr gut schreiben, lesen und sprechen.
Liebe Grüße, Ester

Was ist zu tun?

Ein/e Gruppenleiter/in hat verschiedene Fruchtstücke von ganz verschiedenen exotischen Früchten (z.B. Sternfrucht, Feigen, Mango etc.) vorgeschnitten. Die Kinder müssen nun erraten um welche Früchte es sich hier handelt. Wenn sie es nicht wissen, können sie sich selbst Namen überlegen. Wenn sie zum Informationstausch zurückkommen, kannst du ihnen die richtigen Namen der Früchte sagen.

Gruppe alpha Aufgabe 3 im Hafengasthaus:
Hier erzählt ein/e Gruppenleiter/in, verkleidet als Hafenarbeiter/in, dass er/sie den Fremden gut kannte. Er war immer unglaublich freundlich zu ihnen (den Hafenarbeitern) und den Sklaven. Das war eigentlich ungewöhnlich denn sie gehörten zu den Armen und Rechtlosen. Er/Sie weiß, dass er in Tarsus in Kleinasien geboren wurde, und er soll dann in Jerusalem studiert haben. Außerdem soll er in Damaskus gewesen sein, wo irgendetwas ganz Seltsames gewesen sein soll, aber daran kann er/sie sich nicht mehr so gut erinnern.

Was ist zu tun?

Ihr spielt das Spiel mit den kleinen Steinen. Man legt 5 kleine Steine auf den Handrücken, wirft sie hoch und versucht sie mit der gleichen Hand wieder zu fangen. Dieses Spiel war damals in Korinth sehr beliebt.

Gruppe betha Aufgabe 1 im Theater
Sie finden einen Brief, darin steht:
Liebe Agenten/innen, der von euch gesuchte Mann war hier zweimal im Theater. Er lieferte jedesmal anders gefärbte Stoffe, aus diesen wurden dann Kostüme genäht. Aber er selbst war kein Stofffärber. Er hat mir erzählt, dass er bei Aquila und Priscilla wohnt und ihnen beim Ausliefern der Stoffe an die Kunden hilft. Leider ist mir der Name entfallen.
Liebe Grüße, Irit

Was ist zu tun?

Die Kinder ziehen Begriffe aus einem Topf und stellen sie sich gegenseitig pantomimisch dar. Die Begriffe können z.B. Berufe sein, die es in dr Stadt gegeben hat, wie z.B. Tischler, Händler/Verkäufer, Polizist, ....

Gruppe betha Aufgabe 2 in der Synagoge:
Hier erzählt ein/e Gruppenleiter/in, verkleidet als Arbeiter/in, erzählt:
Die Synagoge ist das Gebetshaus der Juden. Der Gesuchte ist vor ca. drei Jahren hier plötzlich aufgetaucht. Er sagte Dinge, die die frommen Juden sehr empörten. Sie sagten, die Dinge die er sagte, seien Gotteslästerung und sie brachten ihn vor das Gericht. Aber der Stadthalter Gallio hatte sie abgewiesen. Aber der Fremde überzeugte sogar den Synagogenvorsteher Krispus später, dass er sich zu dem neuen Glauben bekehrte, den der Fremde predigte.

Was ist zu tun?

Ihr tanzt gemeinsam den jüdischen Volkstanz Hashual. Du findest diesen auf der Gruppentanz CD — erhältlich im JS-Büro.

Gruppe betha Aufgabe 3 im Tempel des Apollo
Sie finden einen Brief:
Liebe Agenten/innen, auch ich hörte von dem Fremden, den ihr sucht. Der war sehr seltsam, der verstrickte uns immer wieder in Diskussionen, ob nun Opfer erlaubt sind oder nicht zum Beispiel. Er soll in Athen eine große Rede von einem Gott gehalten haben, der die Welt erschaffen hat und sie alle liebe. Außerdem hat dieser Gott einen Menschen geschickt, den er von den Toten auferweckt hat. Angeblich haben ihn alle ausgelacht. Danach hat er Athen bald verlassen und kam nach Korinth.
Liebe Grüße, Alexandros

Was ist zu tun?

Die Gruppe soll gemeinsam mit Wasserfarben auf einem großen Plakat den Tempel von Apollo malen. So wie sich ihn vorgestellt haben.

Gruppe gamma Aufgabe 1 bei der/dem Töpfer/in
Hier empfängt sie der/die Gruppenleiter/in, verkleidet als Arbeiter/in und erzählt: Ich kann mich noch an den Gesuchten erinnern. Er hat mir mal eine Lederschürze für die Arbeit mitgebracht. Er war nämliche ein Lederhandwerker, aber eigentlich war er auf Zelte spezialisiert.
Was ist zu tun?
Die Kids können mit dem Töpfer aus Plastilin oder auch aus Ton kleine Schüsseln oder Krüge herstellen.

Gruppe gamma Aufgabe 2 bei der Gerichtstribüne
Sie finden einen Brief:
Liebe Agenten/innen, gerade ist eine Gerichtsverhandlung zu Ende gegangen. Mehrere Juden von der Synagoge haben einen Mann gebracht. Er soll angeblich die Leute dazu überredet haben, dass sie Gott anders verehren, als sie es bis jetzt getan haben, das verstößt gegen das Gesetz. Aber der römische Richter Gallio fand, dass das religiöse Vorschriften seien und er somit nicht gegen das römische Gesetz vertosse, sie sollten das untereinander klären. Leider kann ich mich nicht mehr an den Namen des Angeklagten erinnern. Aber er war vorher auch schon in anderen Städten wie Philippi und Thessalonich.
Euer Kostas

Was ist zu tun?

Die Kinder sollen Donner-Wetter-Blitz spielen. Die Kinder die Donner-Wetter-Blitz sagen, sind die Stadtwachen. Die anderen Kinder müssen sich sozusagend an den Stadtwachen vorbeischleichen.

Gruppe gamma Aufgabe 3 im Haus des Titus Justus
Sie finden einen Brief:
Liebe Agenten/innen, auch hier war der Gesuchte, er hat ca. eineinhalb Jahre hier gelebt. Er kam hierher nach Korinth um über einen gewissen Jesus, den Sohn Gottes, zu erzählen. Und was ganz besonders komisch an diesem Jesus war, der wurde hingerichtet, aber unglaublicher Weise ist er dann wieder auferstanden. Kaum zu glauben! Er ist zurzeit in Ephesus und schreibt von dort nun Briefe an die "Gemeinde" - was immer das auch heißen mag? Vielleicht wisst ihr es ja?
Liebe Grüße, Sophea

Was ist zu tun?

Die Kids können hier einfach ein bißchen Brot essen und Traubensaft trinken. Sie können auch den anderen Kindern der anderen Gruppen etwas davon mitbringen.

Wer ist der Fremde?

Wenn alle Nachforschungen abgeschlossen sind — und erst jetzt — fragt ihr euch, wer der Mann gewesen sein könnte. Ihr könnt dabei den nun ausgefüllten Steckbrief nochmals durchschauen. Gib den Kindern ein paar Tipps damit sie den Namen Paulus erraten!

Abschluss

Als Abschluss dankst du den Kindern für die hervorragende Geheimdienstarbeit. Zwar wisst ihr jetzt einiges über Paulus, aber noch nicht sehr viel über das was eigentlich in der Christengemeinde von Korinth so viel Unruhe verursacht. Das wollt ihr dann in der nächsten Stunde genauer untersuchen.
Wenn noch Zeit bleibt, könnt ihr euch zu Saft, Weißbrot und Trauben — einer griechischen Jause — noch gemütlich zusammensetzen.

Publikation: Kumquat Tatort Korinth

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Schlagwörter: Rollenspiel, Kreativität, Spiel, Spaß