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Heile Welt

Gruppenstunde | Alter: 8-11 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Klimawandel und Gerechtigkeit

Ziel

In dieser Gruppenstunde könnt ihr euch spielerisch mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Erde auseinandersetzen. Die Welt fühlt sich nicht wohl und ihr könnt den Grund dafür bei einem Experiment herausfinden. Dann macht ihr eine kleine Weltreise durch schmelzende Eisschollen, starke Wirbelstürme, unregelmäßige Regenzeiten und Trockenperioden. Wieder zu Hause angekommen, könnt ihr euch gemeinsam überlegen, was die Welt wieder heil machen könnte.

Material

  • bei den jeweiligen Punkten angegeben

 

Einstieg


Du verkleidest dich als Erde (du kannst zum Beispiel eine Weltkarte um dich herum wickeln), stellst dich deinen Jungscharkindern vor und beklagst dich bei den Kindern, dass es dir in letzter Zeit nicht gut geht. Du hast dich nicht mehr unter Kontrolle. Es passieren dir ganz komische Dinge. Irgendwie ändert sich deine Oberfläche, weil sich deine Temperaturen ändern. An manchen Stellen ist dir viel heißer als sonst, deine Gletscher beginnen zu schmelzen, du trocknest aus. An anderen Stellen wirst du überflutet.
Du warst schon beim Weltenarzt und hast erfahren, warum es dir so schlecht geht. Du schlägst den Kindern vor, ihnen zu zeigen, was der Arzt herausgefunden hat und lädst sie zu einem Experiment ein:

Dazu braucht ihr zwei schwarze, mit Wasser gefüllte Filmdöschen ohne Deckel, ein Thermometer (z.B. ein Badethermometer), ein Wasserglas und die Sonne (zur Not eine Schreibtischlampe). Stülpt das Glas über eines der beiden Filmdöschen und messt mit dem Thermometer alle fünf Minuten die Temperatur in beiden Filmdöschen. Tragt die Werte in eine Tabelle ein. Was bemerkt ihr?

Wenn man vom Treibhauseffekt spricht, meint man etwas Ähnliches wie das, was ihr hier in eurem Experiment testet. Klar, die Erde befindet sich nicht in einem Glashaus. Und deshalb muss es etwas geben, das die Erde vor der Kälte da draußen im Weltall (-273 °C) schützt, damit es auf der Erde Leben geben kann. Das ist die Atmosphäre. Sie besteht aus Gasen, die wie eine schützende Glocke die Wärme auf der Erde zurückhalten. Man nennt diese Gase auch Treibhausgase, weil sie ähnlich wirken wie das Glasdach eines Glashauses. Sie lassen die Wärmestrahlung der Sonne durch, aber die von der Erdoberfläche zurückgestrahlte Wärme kann nicht mehr raus. Das wichtigste Treibhausgas ist Wasserdampf. Der Mensch kann auch Gase wie Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre "blasen" zum Beispiel durch die Verwendung von Benzin fürs Autofahren. Dadurch wird der natürliche wärmeschützende Mantel dicker. Der Treibhauseffekt wird künstlich verstärkt und das ist schädlich, weil es viel zu warm wird.

Du lädst die Kinder zu einer kleinen Weltreise ein, um ihnen zu zeigen, welche Auswirkungen die Verstärkung der Treibhausgase auf dich, deine Oberfläche und deine Bewohner/innen hat. Zuerst macht ihr euch auf den Weg zum Südpol.

Eisschollen am Südpol


Material: Packpapier oder mehrere, aneinander geklebte Stück Zeitungspapier
ab 7 Kindern geeignet

Am Südpol angekommen, zeigst du deinen Mitreisenden, wo ihr euch gerade befindet. Da es hier sehr kalt ist und außer wenigen Forscher/innen keine Menschen leben, seid ihr alle Pinguine, die auf einer Eisscholle (dem Papier) in den warmen Golfstrom treiben. Da das Wasser zu warm für die Eisscholle ist, schmilzt diese und wird immer kleiner. Du oder ein Kind reißt (als Golfstrom) immer wieder ein Stückchen von der Eisscholle ab. Die Kinder müssen sich also gut schachteln, damit alle Platz haben. Bevor es jemandem auf der Eisscholle zu eng wird, kann er/sie "Land in Sicht!" rufen. Dann hat die Eisscholle Land erreicht und alle Pinguine können sich ihre Füße vertreten.

Nach dem Spiel erzählst du den Kindern, dass es durch die Erhöhung der Temperatur immer weniger Eisschollen gibt und immer mehr Wasser. Auch Österreich ist betroffen. Bei uns gibt es zwar keine Eisschollen aber Gletscher. Und die schmelzen auch ein bisschen.

Taifun auf den Philippinen


Ihr reist weiter auf die Philippinen. Da gibt es normalerweise zwischen Juni und Dezember starke Wirbelstürme, die Taifune genannt werden. In letzter Zeit verschieben sich die Phasen, in denen sich Taifune häufen. Da auf den Philippinen viele Bäume gerodet wurden, kann der Boden oft die Wassermengen nicht halten. Es kommt zu Erdrutschen und Häuser werden zerstört.

Auch ihr geratet in einen Taifun. Zwei von euch können mit den Händen ein Dach formen und bilden ein Haus. In jedem Haus hockt jeweils ein Kind. Wenn jemand "Taifun" schreit, laufen die Kinder, die die Häuser geformt haben herum und formen dann wieder jeweils zu zweit ein neues Haus über einer hockenden Person. Ruft jemand "Umzug" laufen alle hockenden Kinder weg und suchen sich ein leeres Haus. Wenn jemand "Schönwetter" ruft, können sich alle bewegen und ein Haus bilden oder sich in ein Haus setzen.

Regen in Uganda


Nun befindet ihr euch in Uganda und setzt euch in einen Kreis. Dann macht ihr die Augen zu. Durch die Abfolge verschiedener Bewegungen soll nun das Geräusch des Regens nachgemacht werden. Du beginnst, deine Handflächen aneinander zu reiben. Nimmt das links neben dir sitzende Kind dieses Geräusch wahr, reibt es ebenfalls seine Handflächen aneinander. So geht da Geräusch durch die ganze Runde, bis schließlich alle die Hände aneinander reiben. Dann wird die Bewegung geändert und macht genauso die Runde. Nach dem Händereiben wird mit den Fingern geschnippt, dann geklatscht. Danach wird mit den Händen auf die Oberschenkel und zuletzt mit den Füßen auf den Boden getrommelt. Danach nimmt der Regen wieder ab, bis es ganz ruhig ist.

Dürre in Brasilien


Das verrückte ist, erzählst du als Welt, dass es in einigen Ländern Überflutungen und viel Wasser gibt, aber andererseits nimmt auch die Trockenheit zu. Ihr reist gemeinsam nach Brasilien, wo ihr in eine Dürreperiode kommt. Euch ist heiß und ihr werdet durstig. Der Wind weht euch Sand in Augen, deshalb schließt ihr sie lieber.

Eine/r von euch hat Wasser mit. Er/sie hat die Augen offen und bleibt an einem Platz stehen. Die anderen Kinder machen sich auf die Suche nach Wasser. Sobald sie ein anderes Kind treffen, fragen sie "Wasser?". Fragt das andere Kind zurück, geht die Suche weiter. Gibt das andere Kind keine Antwort, so ist das Wasser gefunden. Das suchende Kind macht die Augen auf (da es mit sich mit Wasser den Sand aus den Augen waschen kann). Es bleibt stehen und gibt dem/der Mitspieler/in mit dem Wasser die Hand.

Alle, die schon zum Wasser gefunden haben, helfen den noch Suchenden weiter, indem sie ihnen die Hände entgegen strecken. Bevor ein Kind am Schluss lange alleine weitersuchen muss, gehen ihm die anderen entgegen! Da die Kinder die Augen geschlossen haben, ist es besonders wichtig, dass keine Gegenstände im Raum liegen oder stehen, an denen sie sich weh tun können.

Heile Welt


Nach dieser anstrengenden Reise macht ihr euch auf den Weg nach Hause. Nun habt ihr gesehen, dass sich die Welt so nicht wohl fühlen kann: es gibt zu viel Regen an manchen Stellen, zu viel Dürre an anderen. Es wird insgesamt immer wärmer.
Gemeinsam könnt ihr nun überlegen, wie es der Welt besser gehen könnte. Schreibt gemeinsam ein Rezept, um die Welt zu heilen, damit die Temperatur nicht weiter ansteigt sondern sinkt. Ihr könnt ein Fieberthermometer basteln und euer "Rezept" drauf schreiben. Möglichkeiten, die CO2-Emission zu reduzieren sind zum Beispiel: statt dem Auto das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel verwenden, saisonale Bioprodukte aus der eigenen Region kaufen, den Fleischkonsum senken, nur noch Glühbirnen, Geräte, Maschinen oder Autos mit Energiestandard A kaufen, auf den Standby-Modus bei Elektrogeräten verzichten und ganz abschalten, eine Minute oder noch weniger lang duschen, die Heizung um ein (oder mehr) Grad zurück drehen, weniger Flugkilometer hinter sich bringen,...

Da sich für die ganze Welt nur dann etwas ändert, wenn mehrere Menschen etwas ändern, könnt ihr euer Rezept an den Wirtschafts- und/oder Finanzminister (nicht Umwelt) mit der Bitte um Behandlung schicken. Einen Begleittext findet ihr hier:

Liebe Politiker/innen!
Wir haben uns in unserer Jungscharstunde mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf die Welt auseinandergesetzt. Uns ist dabei klar geworden, dass wir Menschen für die aktuellen Entwicklungen auch verantwortlich sind. Deshalb haben wir ein gemeinsames Rezept verfasst, mit Möglichkeiten, die notwendig sind, um weitere Schäden zu verhindern. Unser Rezept wollen wir Ihnen gerne schicken.

Da wir wissen, dass viel mehr Menschen als wir, vor allem in so reichen Ländern wie Österreich etwas ändern müssen, wollten wir Sie darauf hinweisen, dass es auch Ihre Aufgabe und Verantwortung ist, sicher zu gehen, dass wirklich etwas verändert wird. Die Erderwärmung darf nicht weiter steigen und da wir in Österreich sehr viel Energie verbrauchen und mit Schuld sind an der weltweiten Entwicklung, bitten wir Sie etwas zu unternehmen!

Mit freundlichen Grüßen!

Autor/in: Betti Zelenak mit Ideen von Gerald Faschingeder und Ute Mayerhofer

Publikation: kumquat "macht" 1/2009

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Schlagwörter: Spiel, Umwelt, Kreativität, Umwelt, Experimente