• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Rollen - spielen

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-15 | Aufwand: niedrig

Ziel

Einige kreative Rollenspielideen

Material

Aufbau

 

Ich mach das so, oder aber...?!


In unserem Alltag, in der Schule oder zu Hause ist es uns nur schwer möglich, aus unseren eingespielten Rollen herauszuschlüpfen oder in neue zu wechseln, Handlungen ungeschehen zu machen oder gar nochmals ganz anders zu probieren. Im Rollenspiel ist das natürlich ganz anders! Denn hier ist es geradezu erwünscht, nicht Alltägliches auszuprobieren!

Damit das auch möglich ist, müssen sich die Kinder sicher sein, dass sie im Rollenspiel auch tatsächlich Neues (also z.B. Antworten oder Reaktionen) erproben dürfen, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen! Einen wichtigen Beitrag kannst du als Gruppenleiter/in dazu leisten, wenn du darauf achtest, dass Spieler/in und Rolle getrennt werden. Und was bedeutet das?
Ganz einfach: Die Kinder steigen am Anfang des Spielens in eine Rolle ein (ev. sogar sichtbar durch Requisiten oder Verkleidungen) und am Ende wieder aus dieser Rolle aus - mit all dem, was die Person gesagt oder getan hat — und sind für das also auch nicht "verantwortlich"! Gerade beim Nachbesprechen kann in der Hitze des Gefechts leicht darauf vergessen werden. Aber: Nicht dein Jungscharkind, Eva, hat "blöd gespielt", sondern "Frau Huber" hat in der Szene "blöd reagiert"! Im Rollenspiel kann also auch nichts "falsch" gemacht werden!

Das Tolle daran ist: Durch diesen Freiraum bietest du für Kinder die einmalige Möglichkeit, verschiedene Handlungsvarianten ausprobieren zu können und für kurze Zeit in Rollen zu schlüpfen, die sie im Alltag vielleicht nicht annehmen können oder wollen.

Ein Tipp zum Schluss...


Wo wirst du während des Rollenspiels gebraucht? Wenn es Zuschauer/innen gibt, dann kannst du mitten unter ihnen dazu beitragen, für die spielenden Kinder eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, und mit den zuschauenden Kindern kleine "Aufgaben" übernehmen (z.B. rot-grün Kärtchen heben, wenn euch der Vorschlag (nicht) gut möglich erscheint, Schilder "super skurril" "echt tragisch" heben,...). Wenn alle Kinder mitspielen, dann ist es wichtig, dass auch du dich am "Spiel-Feld" bewegst - von dort aus kannst du dann auch wenn nötig vorsichtig den Spielverlauf steuern!

Neu beim Rollenspiel dabei?


Wenn du mit deiner Gruppe noch nie oder erst wenig Rollenspiele ausprobiert hast, dann kann es für deine Kinder sehr hilfreich sein, zuerst mit ein paar einfacheren "Vorübungen" zu beginnen. Es ist schließlich keine alltägliche Situation, mit vielen anderen Kindern und eventuell sogar vor Zuschauer/innen Rollen zu spielen. Hier findest du einige Tipps, wie solche "Übungen" aussehen können.

Sprichwörter raten & CO


Eine gute Übung, um sich charakteristische Bewegungen zu überlegen und sie auch auszuführen, ist, Sprichwörter (z.B. Viele Köche verderben den Brei), Berufe (z.B. Fahrlehrer/in) oder zusammengesetzte Hauptwörter (z.B. Hochzeitstafel) pantomimisch darzustellen. Besonders am Beginn gibt es den Kindern Sicherheit, wenn sie die zu erratenden Begriffe nicht allein, sondern in Gruppen darstellen sollen.

Spielregel erraten


Du gehst mit einigen Kindern vor die Tür und vereinbarst mit ihnen ein paar pantomimische Tätigkeiten in einer bestimmten Reihenfolge, z.B. Zähneputzen — Starthaltung für Schnellläufer/innen — durch ein Fensterglas schauen — Stiefel anziehen (und wieder von vorn). Vereinbart auch, wann ihr die Position jeweils wechselt. Ihr könnt euch z.B. ausmachen, dass ihr euch solange die Zähne putzt, bis ein zuschauendes Kind lacht oder hustet, dann wechselt ihr alle in die nächste pantomimische Tätigkeit.
Nachdem ihr alle pantomimischen Tätigkeiten durchgeprobt habt, geht ihr wieder zurück zu den anderen Kindern. Nun bitte die Kinder um absolute Ruhe und weise darauf hin, dass sie die Regel erraten sollen, die den Szenenwechsel verursacht. Sollte sich dies als schwierig herausstellen, so gebt den ratenden Kindern Tipps!

Übungen im Gehen


Die Kinder gehen im Raum umher und bekommen folgende Impulse:
Geht auf den Zehenspitzen — auf der Außenkante der Füße — auf der Innenkante der Füße — mit großen Schritten.
neuer Impuls:
Nehmt beim Gehen verschiedene Haltungen ein: verschlafen und ohne Ziel — zielstrebig zu einer wichtigen Person eilend — wie ein Cowboy gehen — wie ein betrunkener Mann gehen.
neuer Impuls:
Stellt euch vor, ihr geht über — einen sumpfigen Boden — einen eisglatten Boden — glühende Kohlen — einen alten, knarrenden Holzboden.

In Zeitlupe


Stellt gemeinsam bestimmte Situationen so langsam wie möglich dar (z.B. "In der Tanzschule", "Massenschlägerei", "Jubel bei einem Fußball-Tor").

Schachtelspiel


Alle Kinder kauern klein auf dem Boden, und du erzählst ihnen: "Ihr alle seid geheimnisvolle Zauberschachteln und ihr seid jetzt ganz fest zu. Langsam öffnen sich die Schachteln und heraus kommen lauter Frösche! (alle bewegen sich wie Frösche) — und jetzt schließen sich die Schachteln wieder."
Beim nächsten Öffnen der Schachtel können verschiedene Gegenstände, Persönlichkeiten, Tiere usw. heraussteigen (z.B. Charlie Chaplin, Roboter, Hasen). Am Ende steigt jedes Kind wieder in seiner gewohnten Gestalt aus der Schachtel.

Unsichtbare Gegenstände


Alle Spieler/innen sitzen oder stehen im Kreis. Du gibst nun einen unsichtbaren — mit Gestik & Mimik dargestellten — Gegenstand im Uhrzeigersinn weiter. Ist der Gegenstand wieder bei dir angekommen, können die Kinder erzählen, welches Ding sie in ihrer Phantasie weitergegeben haben. (Dabei gibt es natürlich kein richtig & falsch!)

Schon geübter?


Ist deine Gruppe in Rollenspielen schon etwas geübter, dann steht euch eine große Bandbreite an Möglichkeiten offen. Einige Ideen für deine Gruppe findest du hier.

Stock


Bring einen Stock mit, anhand dessen ihr überlegen könnt, welche Bewegungen und Begebenheiten euch dazu einfallen. Wozu braucht man einen Stock? Welche charakteristischen oder auch fantastischen Bewegungen fallen euch dazu ein? Überlegt kurz, wann braucht man einen Stock, wozu, wer? Wie wird er verwendet? Aus welchem Material ist der Stock? usw.
Entwerft dann verschiedene Szenen unter möglichst vielseitiger Verwendung von Stöcken! Dazu teilt ihr euch in kleinere Gruppen (4-6 Personen) und erarbeitet die verschiedensten Szenen, die ihr einander daraufhin vorführt.

Spielsack


Du hast auf einem Tisch viele Utensilien vorbereitet, z.B. Schirm, Hut, Flasche, Buch, Schuhe, Seil, Puppe,... Teilt euch in Kleingruppen (3-6 Personen). Jede Kleingruppe sucht drei Gegenstände aus, überlegt ein Wort das dazu passt und schreibt dieses auf einen Zettel. Dann steckt die Kleingruppe die Utensilien in einen Spielsack und befestigt den Zettel daran. Die Spielsäcke werden unter den Kleingruppen ausgetauscht. Mit den erhaltenen Gegenständen bereitet jede Gruppe eine kleine Szene vor, die dann den anderen vorgespielt wird.

Situationsbeschreibungen


Spannende, "schräge" oder lustige Situationen, deren Ausgang offen ist, können für eine geübte Gruppe eine gute Anregung sein, um Rollen zu spielen. Auch hier ist es sehr hilfreich, Requisiten und/oder Kostüme bereit zu stellen.

  • Im Supermarkt kommt ein Mann mit einem vollen Einkaufswagerl an die Kasse und sagt der Kassiererin, er sei arbeitslos und habe Hunger, könne aber nicht bezahlen. Er bietet an, für den Einkaufsbetrag im Markt zu arbeiten. Die Kassiererin und die Wartenden reagieren...
  • In einem Park steht ein "einsamer" Koffer, der offenbar niemandem gehört. Die Passant/innen sind neugierig oder wundern sich...
  • Pauli hat bald Geburtstag. Die Großeltern haben ein Paket geschickt, das haben die Eltern hoch oben auf den Kasten gelegt. Das Kind wüsste gern, was im Paket ist. Aber immer, wenn es den dicken Knoten gerade ein bisschen weiter aufgeknüpft hat, kommt jemand ins Zimmer. Das Kind muss sich immer neue Ausreden ausdenken, weshalb es da auf dem Sessel steht.
  • Ein Mann ist zu Besuch bei Leuten, die einen Hund haben. Plötzlich juckt ihn etwas. Hat er einen Hundefloh im Hemd? Er möchte die Gastgeber/innen nicht kränken. Verstohlen kratzt er sich und versucht, den Floh zu fangen. Die Gastgeber wundern sich über seine merkwürdigen Verrenkungen.

Autor/in: Andrea Jakoubi, Lisi Paulovics

Publikation: Kumquat_3/01

Share |

 

Schlagwort: Rollenspiel