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Was passiert eigentlich, wenn?

Gruppenstunde Lager | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Um uns herum gibt es viele erstaunliche Phänomene, die für uns so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie oft gar nicht mehr bemerken. Darum kann es gerade in der Gruppenstunde spannend sein, die Welt um uns herum (neu) zu entdecken und einigen Rätseln auf den Grund zu gehen. Manchmal wird sich etwas bestätigen, dass wir schon vermutet haben, vielleicht spüren wir aber auch das eine oder andere kleine Wunder auf.

Material

  • steht beim jeweiligen Experiment dabei.

Aufbau

Zu Beginn begrüßt du die Kinder als Wissenschaftler/in, der/die in Zeitnot geraten ist. Du hast von deinen Auftraggeber/innen einige Fragen bekommen, für die du noch Unterstützung von anderen Forscher/innen brauchst, um rechtzeitig fertig zu werden. Die Fragen hast du vorher auf ein Plakat geschrieben und es kann jeweils 1, 2 oder 3 angekreuzt werden. Ihr überlegt gemeinsam, was die richtige Antwort auf die Frage sein könnte, und kreuzt sie auf dem Plakat an. (Falls sich die Kinder nicht einigen können, gibt es auch noch eine Kategorie X auf dem Plakat.) Dann überprüft ihr eure Vermutung, indem ihr den passenden Versuch macht. Am Ende der Stunde bedankst du dich bei den Forscher/innen für ihre Mithilfe bei deinem Forschungs-Auftrag.

 

Experimente:


Hier findest du eine Sammlung von Experimenten mit dazugehörigen Fragen, von denen du einige für deine Gruppenstunde auswählen kannst. Am Schluss steht noch eine Experiment-Idee, die sich gut für ein Lager eignet, da sie mehr Zeit in Anspruch nimmt.

1) Was passiert, wenn man ein Stück Papier und eine Nadel auf die Wasseroberfläche legt? Was geht unter? (1=Papier, 2=Nadel, 3=beidesines von beiden)
Material: 1 Glas Wasser, 1 Nadel, 1 kleines Stück Papier, evtl. Spülmittel
Lege vorsichtig das Stück Papier auf die Wasseroberfläche, dann legst du sofort die Nadel darauf. Beides schwimmt, doch langsam saugt sich das Papier voll und geht unter. Die Nadel schwimmt aber weiter, sie hat die "Haut" des Wassers nicht zerrissen (Oberflächenspannung). Jetzt kannst du einen Tropfen Spülmittel ins Wasser geben. Die Nadel wird untergehen, weil das Spülmittel die "Haut" zerstört.

2) Wie hebt man einen Eiswürfel aus einem Wasserglas, ohne sich die Hände nass zu machen? (1=mit einem Wollfaden und Salz, 2=mit einem Essstäbchen und einer Serviette, 3=geht nicht)
Material: 1 Glas mit kaltem Wasser, einige Eiswürfel, 1 Wollfaden, Salz, Essstäbchen, Servietten
Lass die Kinder zuerst ausprobieren, wie es funktionieren könnte (mit allen Materialien), bevor du diese Methode zeigst:
Fülle das Glas voll mit Wasser und gib einen Eiswürfel hinein, dann lege einen Wollfaden auf den schwimmenden Eiswürfel und bestreue ihn mit Salz. Nach etwa 20 Sekunden kannst du den Faden an beiden Enden mitsamt dem Eiswürfel hochheben. Warum? Das Salz lässt das Eis schmelzen und löst sich gleich im Wasser auf. Da der Eiswürfel kalt ist, friert das Wasser auf ihm gleich wieder und schließt den Wollfaden mit ein.

3) In welche Richtung bewegt sich ein "aufgefädelter" Luftballon, wenn man die Luft auslässt? (1=in Richtung Öffnung (nach hinten), 2=in die andere Richtung (nach vorne), 3=gar nicht)
Material: 1 Luftballon, 1 Strohhalm, 1 Wäschekluppe, Tixo, 3-4 Meter Schnur
Verschließe den aufgeblasenen Luftballon mit der Kluppe. Befestige an einer Seite des Luftballons den Strohhalm mit Tixo, und zwar längs in Richtung Öffnung. Danach ziehst du eine Schnur durch den Halm. Die Schnur spannst du zwischen zwei Sessel und hängst so den Luftballon auf (siehe Abbildung 1).

Jetzt öffnest du die Kluppe und der Ballon schießt die Schnur entlang nach vorne. Das passiert, weil der Luftdruck im Ballon höher ist als draußen und er versucht, sich so schnell wie möglich auszugleichen. Da aber die Öffnung im Ballon, durch die er das kann, nur relativ klein ist, schießt der Luftballon durch den Rückstoß nach vorne.

4) Womit kann ich ein schwimmendes Papier-Schiffchen lenken, ohne es zu berühren und ohne Luft darauf zu blasen? (1=Plastik-Strohhalm, 2=Bleistift, 3=beideines von beiden)
Material: 1 Plastik-Strohhalm (ist auch mit einem Lineal möglich), 1 Bleistift, 1 gefaltetes Papier-Schiffchen, 1 Schüssel mit Wasser, 1 Wolltuch (z.B. Pullover)
Probiert zuerst beides aus, bevor ihr Folgendes macht:
Setze das Schiffchen aufs Wasser. Dann lade den Strohhalm statisch auf, indem du ihn am Wolltuch reibst und halte ihn mit dem Ende vor eine Spitze des Schiffchens ins Wasser. Das Schiff wird sich in Richtung Strohhalm bewegen, da die statische Aufladung das Wasser vor dem Bug zur Seite hin ausweichen lässt.

5) Welche Farbe bekommt Zucker, wenn man ihn erhitzt? (1=braun, 2=rot, 3=er bleibt weiß)
Material: Kerzen, alte Löffel, Zucker, Schüssel mit kaltem Wasser
Schütte etwas Zucker auf einen Löffel und halte ihn über die Kerze. (Vorsicht: Der Löffel wird rußig, es sollte also eher ein alter Löffel verwendet werden!) Der Zucker karamellisiert, das heißt, er verflüssigt sich und wird braun. Achtung: heiß! (Im Zucker ist unter anderem Wasser und eine geringe Menge Kohlenstoff enthalten, der für sich allein schwarz ist. Wenn man den Zucker erhitzt, verdunstet das Wasser und die Kohlenstoff-Konzentration wird höher, die schwarze Farbe "kommt durch" und der Zucker wird erst hell- und später dunkelbraun.) Sobald der Zucker flüssig ist, halte ihn ins kalte Wasser. Dabei entsteht ein hartes Karamell-Zuckerl, das ihr dann lutschen könnt. (Dauert nicht lang, also kann man das ruhig öfter machen, damit jedes Kind ein Zuckerl bekommt.)

6) Wie bringt man einen "aufgespießten" Korken zum stehen? (1=einfach so, 2=mit zwei Gabeln, 3=gar nicht)
Material: 1 hohes Glas (ca. so groß wie eine Gabel), 1 Korken, 2 Gabeln, 1 Stecknadel
Steck die Stecknadel zur Hälfte in ein Ende des Korkens (siehe Abbildung 2).

Jetzt könnt ihr ausprobieren, ob ihr es schafft, den Korken auf den Nadelkopf zu stellen. Er wird immer umfallen.
Wenn du links und rechts in den Korken eine Gabel steckst und den Nadelkopf auf das umgedrehte Glas stellst (siehe Abbildung 3), wird die Konstruktion stehen bleiben, weil der Schwerpunkt durch die Gabeln nach unten verlagert wird und sie so den Korken im Gleichgewicht halten. Nach demselben Prinzip balancieren Seiltänzer/innen mit ihren langen Stangen übers Hochseil.

7) Kann man Pflanzen "von innen" färben? (1=ja, 2=nein, 3=nur den Stängel)
Material: 3 Joghurtbecher, Wasser, Tinte/Lebensmittelfarbe (mind. 2 verschiedene Farben), Blumen oder Selleriestangen
Gib Wasser und Tinte/Farbe in einen Becher und stelle die Pflanze hinein. Nach ca. 12 Stunden (über Nacht am Lager) hat sich die Pflanze in der Farbe der Tinte verfärbt. Du kannst sie auch mit zwei Farben einfärben. Dazu musst du den Stängel der Länge nach bis ca. zur Hälfte spalten. Die beiden Hälften stellst du jetzt in je einen Becher mit unterschiedlichen Farben (z.B. ein Becher blau, der andere rot). Das Wasser steigt mit der Zeit in dünnen Röhren im Pflanzenstängel hoch und die Pflanze wird halb blau und halb rot.

Viel Spaß beim Experimentieren!

Autor/in: Jutta Niedermayer & Sandra Fiedler

Publikation: Kumquat "warum?" 1/2008

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Lager-Kategorie: Workshops & Co.

Schlagwörter: Spiel, Spaß, Experimente