• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Kinderwelten - heute und damals - Gruppenstunde oder Pfarraktion

Gruppenstunde | Alter: 9-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Über Kinder wird oft geschrieben, oft wird für sie gesprochen und entschieden. Kinder erleben sich auch häufig in der Rolle derer, denen etwas erklärt wird - sie selbst kommen aber selten zu Wort, um zu erzählen, was ihnen wichtig ist, was sie gerne machen und was sie interessiert.
In dieser Gruppenstunde/ Aktion soll dieses Rollenverhältnis einmal umgekehrt werden. Dieses Modell ermöglicht Begegnungen zwischen Kindern und Erwachsenen, bei denen die Kinder Erwachsenen aus ihrer Lebenswelt berichten können und Erwachsene angeregt werden, sich an ihre Kindheit zurückzuerinnern.

Material

  • Interviewbögen
  • Kärtchen oder Plakat
  • div. Material, je nach Auswahl der Dinge, die die Kinder Erwachsenen vorstellen wollen (siehe hinten)

Aufbau

Die Kinder interviewen und erzählen einander, was sie gerne tun. Aus dieser Sammlung werden Dinge ausgewählt, die die Kinder Erwachsenen zeigen wollen. In der Gruppenstunde oder bei einer Aktion stellen die Kinder Erwachsenen Verschiedenes vor und befragen sie über ihre Kindheit.

 

Das mach ich gern!


Im ersten Schritt geht es darum, gemeinsam zu überlegen, was deine Kinder denn gerne machen - in der Schule, mit Freund/innen, als Hobbys, usw.
Dazu gehen je 2-3 Kinder in Kleingruppen zusammen. Ein Kind ist der/die Interviewer/in, das andere wird interviewt, ein drittes Kind oder der/die Interviewer/in schreibt die Antworten in Stichworten auf einem Fragebogen mit. (Die Rollen werden dann getauscht.)
Den Fragebogen kannst du als Anregung für die Interviews vorher überlegen und für die Kleingruppen kopieren, mögliche Fragen sind:

  • Was machst du am Nachmittag gerne? (zu Hause, draußen, im Park,...)
  • Welche Bücher oder Comics gefallen dir gut?
  • Welche Musik hörst du gerne?
  • Was machst du gerne zusammen mit deinen Freunden und Freundinnen?
  • Was gefällt dir in der Schule gut? (bestimmte Fächer oder Dinge, die du lernen kannst)
  • Wie bewegst du dich gerne fort? (mit dem Fahrrad, gehen, laufen,...)
  • Was machst du sonst noch gerne?
  • Was gefällt dir gut?
  • ...


Damit ihr einen guten Überblick bekommt, erzählen die Kleingruppen nun über ihre Interviews - du schreibst dabei die unterschiedlichen Dinge auf Kärtchen oder auf einem großen Plakat mit. Ihr habt jetzt also eine große Sammlung an Tätigkeiten, Hobbys usw., die Kinder aus der Gruppe gerne machen.

Nun könnt ihr euch Folgendes überlegen: Gibt es in eurer Sammlung Dinge, von denen Erwachsene wenig Ahnung haben, oder Dinge, die es früher - als die Eltern noch Kinder waren - noch nicht gegeben hat? (z.B. vielleicht Gameboy-Spiele, Comics, eine bestimmte Musikgruppe, ...)?
Wenn ihr solche Dinge findet, dann klebt ihr ein Kärtchen mit einem Ohr dazu, das heißt: Davon haben die Erwachsenen noch wenig gehört!

Ich zeig dir was!


Oft bekommen Kinder von Erwachsenen Dinge gezeigt, erklärt, usw. - Erwachsene leben ja schon viel länger auf der Welt und können deshalb ja auch viele Dinge schon besser und wissen mehr über viele Themen. Was Kinder aber so wirklich interessiert und was sie gerne machen, davon haben viele Erwachsenen keine genaue Vorstellung - das ist doch eigentlich ein Auftrag an die Kinder!

Ihr überlegt euch nun, welche Dinge aus eurer Sammlung ihr gerne Erwachsenen vorstellen, zeigen, erklären usw. wollt: sei es ein Stück einer Lieblings-Musikgruppe; wie man ein Spiel am Gameboy spielt; ein Comic, das Kinder gerne lesen; wie ein Spiel funktioniert, das ihr gerne spielt, u.v.m. (Ihr könnt dabei Sachen wählen, zu denen ihr davor ein "Ohr" geklebt habt, oder aber einfach Lieblings-Beschäftigungen usw.)
Bei der Auswahl, was gezeigt wird, müssen sich die Kinder nicht auf eine Sache einigen - die Interessen der Kinder sind ja auch sicherlich sehr unterschiedlich. Am besten tun sich die Kinder zusammen, die ähnliche Ideen haben.

Dieses Projekt kann dann in der Gruppenstunde oder aber in einer größeren Aktion durchgeführt werden:

In der Gruppenstunde...


Wenn ihr das Projekt in einer Gruppenstunde durchführt, bieten sich zwei verschiedene Möglichkeiten an:
Wenn das bei euch in der Pfarrumgebung möglich ist, könnt ihr Leute in der näheren Umgebung mit eurem Projekt "überraschen", z.B. Passant/innen auf der Straße oder Spaziergänger/innen in einem nahe gelegenen Park. In diesem Fall sollten die Kinder natürlich Tätigkeiten vorstellen, die kürzer dauern, bzw. Dinge, die leicht transportierbar sind.
Die Kinder können in der nahen Pfarrumgebung losziehen (jüngere Kinder immer mit Begleitung!) und Leute ansprechen, um das Projekt vorzustellen, z.B.: "Wir haben uns gedacht, dass Erwachsene oft nicht so genau wissen, wie ... geht. Außerdem bekommen wir Kinder oft von Erwachsenen Dinge erklärt - und jetzt würden wir das gerne einmal umdrehen! Haben Sie Lust, ... kennen zu lernen?"
Nachdem die Kinder die Tätigkeit/ das Ding gezeigt haben, kann es auch spannend sein, im Gegenzug die Erwachsenen über ihre Kindheit zu befragen: "Gab es so etwas Ähnliches auch, als Sie ein Kind waren?", "Womit haben Sie gerne gespielt, als Sie jünger waren?"...
Wieder im Gruppenraum, können die Kinder einander von ihren Erlebnissen berichten: Wie haben die Passant/innen reagiert? Was haben sie erzählt?...

Genauso könnt ihr aber auch verschiedene Personen in die Gruppenstunde einladen, um ihnen eure Dinge vorzustellen, z.B. den Pfarrer, den/die Pastoralassistent/in, den/die Pfarrsekretär/in, Eltern,... Wenn ihr Leute in eure Räumlichkeiten einladet, habt ihr natürlich etwas mehr Vorbereitungszeit und die Möglichkeit, Tätigkeiten vorzustellen, die etwas länger dauern, bzw. Dinge, die erst hergerichtet werden müssen.

Je nachdem, welche Variante ihr wählt bzw. welche Dinge vorgestellt werden sollen, kann das Projekt gleich gestartet werden oder aber in der nächsten Gruppenstunde. Für die nächste Stunde können die Kinder auch Gegenstände von zu Hause mitnehmen, z.B. Gameboy, Gummihüpf-Schnur, Bücher,... (am besten ein Erinnerungszetterl mitgeben).

Bei einer Aktion...


Dieses Projekt könnt ihr natürlich auch in etwas größerem Rahmen bei einem Pfarrcafe der Jungschar, nach einer Messe oder bei einer Pfarr-Aktion durchführen.

Wenn ihr eine größere Aktion macht, dann können die Dinge, die vorgestellt werden, natürlich auch länger dauern und aufwändiger in der Vorbereitung sein. Diese Aktion sollte dann natürlich auch entsprechend vorher angekündigt sein und (in der Messe) beworben werden, damit sich die Leute auch Zeit dafür nehmen.
Für eine Aktion beim Pfarrcafe oder nach der Messe können die Kinder verschiedene Stationen vorbereiten, bei denen die Erwachsenen unterschiedliche Tätigkeiten ausprobieren können usw.
Es kann einen Spieletisch geben, einen Scooter-Parcours, eine (Vor-) Leseecke für Erwachsene, einen Musik-Corner usw. Zu Beginn kannst du oder die Kinder die Anwesenden begrüßen und ihnen von eurem Projekt erzählen. Dann geht es los und die Erwachsenen (und Kinder) können sich umsehen und die verschiedenen Dinge ausprobieren. Dafür stehen natürlich als Expert/innen die Kinder als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Autor/in: Andrea Jakoubi

Publikation: kumquat "Himmel" 2/2007

Share |