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Danke

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Erntedank zählt zu den Festen im Jahreskreis, die sich besonders gut für eine Feier mit Kindern eignen, da das Thema sehr viele konkrete Anknüpfungspunkte bietet. Andererseits hat das Thema Ernte für viele (vor allem in der Stadt lebende) Kinder nur wenig mit ihrem Alltag zu tun. In Supermärkten herrscht das ganze Jahr über ein fast unüberschaubares Angebot an Lebensmitteln, die nicht erkennen lassen, wie sie hergestellt wurden. Deswegen befassen sich die Kinder in dieser Gruppenstunde damit, woher ihr Essen kommt, und überlegen gemeinsam, wofür sie gerne danken möchten.

Material

  • Tischtuch
  • verschiedene essbare Dinge wie Früchte, Gemüse, Früchtejoghurt, Brot,...
  • bunte Kärtchen
  • Psalm 104 (gekürzt - siehe unten) auf ein Plakat geschrieben
  • leeres Plakat

Aufbau

Zu Beginn schaut ihr euch an, welche Dinge ihr mitgebracht habt. Bei zwei Spielen setzt ihr euch mit den Dingen auseinander und nähert euch dem Thema "wachsen" und "ernten" an.
Im Gleichnis vom Wachsen der Saat schaut ihr, was in der Bibel zu dem Thema zu finden ist.
Zum Abschluss geht es darum, selbst Danke zu sagen. Nach einer spielerischen Annäherung überlegt ihr ausgehend von Psalm 104 Texte mit euren persönlichen Dankesworten.

 

Zur Vorbereitung


Du bittest die Kinder, für die Gruppenstunde etwas Essbares mitzubringen (1 Ding), das sie selbst geerntet haben oder zu dem sie erzählen können, wo sie es gekauft/ bekommen haben.

Du hast im Gruppenraum auf einem Tuch verschiedene Früchte, Gemüse, aber auch Dinge wie Früchtejoghurt, Brot,... vorbereitet.

Was ist denn das?


Zu Beginn der Gruppenstunde begrüßt du die Kinder und bittest sie, ihre mitgebrachten Dinge zu den Gaben auf das Tuch zu legen und kurz zu erzählen, wo sie diese herhaben und ob es einen besonderen Grund hat, warum sie gerade das mitgebracht haben.
Gemeinsam könnt ihr noch schauen, welche Dinge du mitgebracht hast und woher diese stammen.

Gaben raten


Damit alle Kinder genau schauen, was da alles liegt, könnt ihr nun ein Tuch über eure Gaben breiten und gemeinsam versuchen, möglichst viele der Dinge aufzuzählen, die sich unter dem Tuch befinden. Fällt euch nichts mehr ein, lüftet ihr das Tuch und schaut, was ihr vergessen oder übersehen habt.

Ihr könnt auch eine Abwandlung von "Ich seh, ich seh, was du nicht siehst" spielen. Dafür sucht sich jedes Kind nach der Reihe einen Gegenstand aus, überlegt eine Eigenschaft (Farbe, Form, Geschmack,...) und sagt z.B. "Ich seh, ich seh, was ihr auch seht, und das schmeckt süß." Die anderen Kinder dürfen nun raten, indem sie Fragen stellen, die mit ja oder nein zu beantworten sind. Wurde der Gegenstand erraten, ist das nächste Kind an der Reihe.

Zurück zu den "Wurzeln"


Im nächsten Schritt geht es darum, sich bewusster zu machen, woher die Dinge, die ihr mitgebracht habt, kommen, wie sie wachsen usw. Dazu setzt ihr euch im Kreis auf und du beginnst zu einer mitgebrachten Speise eine Geschichte zu erzählen — entweder von ihrem Ursprung an (z.B. Samen der in den Boden gelegt wird) oder vom heutigen Zustand zurück zum Ursprung (z.B. vom Joghurt zurück zur Milch). Nach ein paar Sätzen hörst du auf zu erzählen und reichst die Speise weiter, sodass ein Kind weitererzählen kann, wenn es möchte. So wird ein Ding weitergegeben bzw. ein neues gewählt, wenn ihr dessen Geschichte fertig erzählt habt. Die Geschichten müssen nicht nur ganz ernst und sachlich sein, sondern es kann ruhig lustig zugehen und auch einmal eine Unwahrheit versteckt sein, die die anderen erraten sollen.

Auch in der Bibel ist vom Wachsen die Rede:

Das Gleichnis vom Wachsen der Saat (Mk 4,26-29)


Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

Du erzählst den Kindern das Gleichnis. Anschließend versucht ihr gemeinsam, die Geschichte pantomimisch darzustellen (z.B. säen, schlafen, aufstehen,...). Zur Hilfestellung kannst du die Geschichte auch ein zweites Mal erzählen.

Wir danken auch für...


Nachdem ihr die Bibelstelle gehört habt, überlegt ihr gemeinsam, was sie bedeuten könnte und ob ihr schon Erfahrungen in diese Richtung gemacht habt. Wenn das für deine Kinder zu schwer ist, kannst du ihnen folgende Gedanken auch vorweg sagen und ihr tauscht euch nachher darüber aus:

  • Um gute Ergebnisse zu erreichen, ist es notwendig, sich zu bemühen und alles zu tun, was dafür notwendig ist.
  • Dennoch hängt es nicht nur von uns ab, ob etwas gelingt.
  • Wir müssen/können auch ein Stück darauf vertrauen, dass es gelingt, wenn wir unseren Teil dazu beigetragen haben.
  • Es kann aber auch immer wieder etwas schief gehen. Das gehört zum Leben dazu.
  • Diese Erfahrung ist ein Grund dafür, warum es in allen Kulturen der Erde so etwas wie das Erntedankfest gibt — weil die Menschen von einer guten Ernte abhängig sind.


Wenn euch Beispiele einfallen, könnt ihr diese auf bunten Kärtchen notieren und ebenfalls zu euren Gaben dazulegen.

Danke sagen


In einem nächsten Schritt geht es darum, Danke für unser Essen zu sagen. Dazu überlegen sich die Kinder in Kleingruppen, was sie gerne essen und für welches Essen sie Danke sagen wollen. Danach zeigt jede Gruppe pantomimisch vor, um welche Speisen es sich handelt — die anderen Kinder sollen diese erraten.

Du erzählst den Kindern, dass es in der Bibel auch verschiedene Loblieder gibt, die Gott für die Schönheit und den Reichtum an Dingen auf der Erde danken. Folgenden Auszug aus dem Psalm 104 "Ein Loblied auf den Schöpfer" kannst du den Kindern vorlesen:

Lobe den Herrn, meine Seele! / Herr, mein Gott, wie groß bist du! / Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, / sie eilen zwischen den Bergen dahin.
Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, / die Wildesel stillen ihren Durst daraus.
An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, / aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, / aus deinen Wolken wird die Erde satt.
Du lässt Gras wachsen für das Vieh, / auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde /
und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Öl erglänzt / und Brot das Menschenherz stärkt.
Die Bäume des Herrn trinken sich satt, / die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.
In ihnen bauen die Vögel ihr Nest, / auf den Zypressen nistet der Storch.
Die hohen Berge gehören dem Steinbock, / dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
Du hast den Mond gemacht als Maß für die Zeiten, / die Sonne weiß, wann sie untergeht.
Du sendest Finsternis und es wird Nacht, / dann regen sich alle Tiere des Waldes.

Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, / will meinem Gott spielen, solange ich da bin.
Möge ihm mein Dichten gefallen. / Ich will mich freuen am Herrn.
Lobe den Herrn, meine Seele! / Halleluja!


Als Abschluss könnt ihr einen eigenen Lobgesang auf die Schöpfung verfassen. Dazu könnt ihr euch an den Psalm anlehnen und ihn "weiterschreiben" — oder ein eigenes Gedicht verfassen. Eure Texte könnt ihr auch in den Psalm einfügen. Die Texte sollen nicht in einer abgehobenen, den Kindern fernen Sprache geschrieben sein, sondern können in den Worten, in denen die Kinder Danke sagen, verfasst werden. Schreibt die Sätze groß auf ein Plakat, sodass alle sie gut lesen können. Dann könnt ihr gemeinsam eure Dankesworte sprechen.

Autor/in: Christina Schneider

Publikation: kumquat "Rot" 3/2006

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Jahreskreis: Sonstiges

Schlagwörter: Erntedank, Essen, Bibel