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Kinder in den Medien

Gruppenstunde Bausteine | Alter: 10-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Die Kinder können in dieser Gruppenstunde bewerten, wie in Medien über sie berichtet wird, und sich eine Meinung bilden, wie sie gerne dargestellt werden möchten.

 

Zum Einstieg sowie zur weiteren Auseinandersetzung

Der Zeitschriftenraster


Du hast mehrere Zeitschriften, Zeitungen, Kinder- und Jugendmagazine (z.B. Fratz und Co), Werbematerial etc. mitgebracht. Die Kinder schneiden alle Bilder aus, auf denen Kinder abgebildet sind. In einem zweiten Schritt können sie dann die ausgeschnittenen Kinderbilder auf einem Plakat aufkleben, z.B. nach Gefühlsregungen (lachende, wütende, traurige, fragende... Kinder) oder auch danach, in welchen Situationen sie abgebildet werden (beim Spielen, in der Schule, in der Familie...). Ihr könnt das Plakat als Raster gestalten, sodass die Bilder nach den verschiedenen Kategorien aufgeklebt werden. Dann habt ihr einen guten Überblick, wie oft Kinder lachend, weinend, spielend usw. in den von euch angeschauten Medien vorkommen.

Serienquiz


Die Kinder sammeln zu zweit oder in zwei größeren Gruppen auf Kärtchen verschiedene Serien, in denen Kinder vorkommen (Eine himmlische Familie, Malcom, Full House, Die Nanny...).
Du hast einige Verkleidungsgegenstände mitgebracht oder, wenn es in eurer Pfarre eine Verkleidungskiste gibt, ist das jetzt ein idealer Zeitpunkt, sie zu verwenden. Abwechselnd nehmen sich nun 1 — 3 Kinder ein Kärtchen und versuchen, aus dieser Serie eine kurze Szene anzuspielen. Die anderen sollen erraten, welche Serie gemeint ist.
Nach der Raterunde bewerten die Kinder die verschieden Serien danach, wie die Darstellung von Kindern in der jeweiligen Serie erfolgt: realitätsnah — unrealistisch, lustig — blöd, Kinder werden eher nur brav/ nur schlimm dargestellt, usw.

Zeitschriften neu geschrieben


Aus verschiedenen Zeitschriften suchst du Werbungen heraus, in denen Kinder dargestellt werden, und löscht die Slogans aus den Sprechblasen heraus, indem du sie mit Korrekturlack überpinselst oder mit weißem Papier überklebst. In Kleingruppen sollen sich die Kinder dann überlegen, wie sie gerne in diesen Werbungen dargestellt werden wollen. Das können sie in die Sprechblasen hineinschreiben.
Wenn die Kinder noch Lust haben, können sie die Szenen dann auch nachspielen. (Dafür ist es wieder von Vorteil, entsprechende Requisiten dabei zu haben.)

Spots of Children (als extra Projekt)


Für diese Methode musst du über einen längeren Zeitraum Werbespots, in denen Kinder vorkommen, auf Video aufnehmen. Wenn du einige Spots hast, vereinbart ihr einen gemeinsamen Vorführtermin. Im Vorfeld macht ihr euch aus, nach welchen Jury-Kategorien ihr die Spots gerne bewerten wollt. Für jedes Kind gibt es dann ein Juryblatt, auf dem die Spots und die verschiedenen Jury-Kategorien aufgelistet sind, wie z.B.:

  • Wie lustig ist der Werbespot? lustig — nicht lustig
  • Wie realitätsnahe werden die Kinder dargestellt? sehr realitätsnahe — total realitätsfern
  • Werden Kinder eher positiv oder negativ dargestellt? positiv — negativ
  • Werden die Kinder (mit ihren Wünschen, Anliegen, Vorstellungen...) ernst genommen? ernst — nicht ernst
  • Werden die Kinder intelligent oder eher dumm dargestellt? eher intelligent — eher dumm
  • Werden die Kinder als Bereicherung oder als "lästige Anhängsel" dargestellt? Bereicherung — "Anhängsel"


Nach jedem Spot, erfolgt die "Bepunktung". Am Ende können dann noch (selbst gebastelte) Oscars für den lustigsten Werbespot/ jenen, in dem Kinder am intelligentesten dargestellt werden usw. vergeben werden. Natürlich darf dann eine Oscar-Party nicht fehlen.

Abschlussmethoden

Die Expert/innenrunde


Die Kinder verfassen als Expert/innen-Team einen Brief an eine/n Programmintendanten/in eines Fernseh- oder Rundfunksenders. Darin machen sie einen Vorschlag für eine mögliche Programmgestaltung, d.h. was sie sehen und hören wollen. Die Kinder können auch formulieren, wie sie gerne dargestellt werden wollen, indem sie ganz konkrete Situationen beschreiben, z.B. Wir Kinder wollen, dass man uns zuhört und uns ernst nimmt. Wir wollen, dass Erwachsene mit uns etwas unternehmen, anstatt uns als lästig und mühsam darzustellen...

Kinderfreundlichkeitswerbung


Die Kinder können Slogans erfinden und szenisch darstellen, in denen "Kinderfreundlichkeit" beworben wird — oder, wenn ihr mehr Zeit habt, auch einen Film dazu drehen.
Dabei ist es hilfreich, mit den Kindern Situationen zu überlegen, in denen ihnen Erwachsene unfreundlich begegnet sind (z.B. im Supermarkt an der Kasse oder beim Spielen im Hof...). Die Kinder erfinden dann Slogans, die auf ihre Rechte und Wünsche aufmerksam machen.

Ein Tipp zum Abschluss:


Wenn du mit deinen Kindern einen Film drehst, eine Fotocollage machst oder vielleicht ein Antwortschreiben von Fernseh- oder Rundfunkverantwortlichen erhältst, ist es sicherlich spannend, diese auch auszustellen (z.B. beim Pfarrcafe) oder bei einem Elternabend den Film vorzuführen. Schließlich sollen ja mehr Leute wissen, wie Kinder sich sehen und gerne dargestellt werden wollen.

Autor/in: Bernhard Binder

Publikation: kumquat "Folgen" 2/2006

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Schlagwörter: Medien, Kinderrechte