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Zirkus

Lager Spiele | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

In der uns heute vertrauten Form gibt es Zirkus ungefähr seit Ende des 18. Jahrhunderts. Seine Funktion war damals wie heute, mittels artistischer Leistungen der Unterhaltung zu dienen. Clowns, Akrobat/innen, Dompteure/Dompteusen und viele andere Schausteller/innen gehören zum unverzichtbaren Repertoire jedes Zirkus.
Bei einer Zirkus-Aktion mit Kindern ist es wichtig, dass für die Kinder immer der Spaß am Ausprobieren und Vorzeigen im Vordergrund steht. Das gilt sowohl für das Aussuchen und Einstudieren der Nummern als auch für die Aufführung selbst. Selbstverständlich ist es auch möglich, Elemente mit ins Programm zu nehmen, die nicht zu einem "klassischen" Zirkus gehören, wenn sich Kinder dafür interessieren!

Ziel

Material

  • Bei einer Aktion wie dem Zirkus fällt es schwer aufzuzählen, welches Material benötigt wird, weil es sehr darauf ankommt, wie ihr die einzelnen Nummern gestalten wollt.
  • Als Grundausstattung sollte vorhanden sein:
  • viel Verkleidungszeug (Jacken, Sakkos, Hüte, Perücken, Accessoires, etc.), Schminke in verschiedenen Farben, Abschminke
  • für die Manege/das Bühnenbild: z.B. farbige Krepp-Girlanden, Packpapier, Tücher in verschiedenen Farben, evtl. Scheinwerfer
  • für die musikalische Untermalung: 1-2 CD-Player und etliche CDs
  • Requisiten für die Nummern: je nachdem, wie ihr die Nummern anlegt

 

Die Einladung


In einer Einladung bitten zwei Clowns des Zirkus Loyalo um einen Besuch. Zurzeit sind sie die einzigen Künstler/innen des Zirkus, da die restlichen Mitglieder alle auf Urlaub sind, doch morgen soll eine große Show stattfinden.

Zu Beginn der Aktion...


...werden die Kinder von Direktor/in Loyalo und den beiden Clowns Leonardo Buffo und Gigi Soubrette begrüßt. Der/die Direktor/in klagt den Kindern noch einmal sein/ihr Leid: Gerade jetzt, wo eine große Zirkus-Show stattfinden sollte, sind die meisten Künstler/innen auf Reisen.
Nachdem er/sie ein wenig gejammert hat, werfen die Clowns ein, dass ein Zirkus den Menschen doch Spaß machen sollte, also könnten sie doch zumindest gemeinsam ein wenig Musik machen!
Einer der Clowns beginnt damit, eine "Kapelle" zu dirigieren: Dazu bilden sich beliebig viele Gruppen, die sich jeweils ein sinnloses Wort aussuchen (z.B. "Hristloookl", "greftschiii", etc.) und sich wie ein Orchester dirigieren lassen (einzeln, mehrere Gruppen zugleich, langsam, schnell, laut, leise, etc.).
Nach diesem gemeinsamen Beginn taucht die Idee auf, vielleicht doch eine Vorstellung zustande zu bringen. Der/die Direktor/in zeigt den Kindern ein Plakat, auf dem geschrieben steht, was der Zirkus alles im Programm gehabt hat, und fragt die Kinder, ob sie nicht Lust hätten, dabei mitzumachen. Inzwischen sind sogar auch einige fahrende Künstler/innen (weitere Gruppenleiter/innen) vorbeigekommen, die bereit wären, bei der Show mitzutun — bei jedem Programmpunkt sind noch so viele Plätze frei, dass die Mithilfe der Kinder wirklich großartig wäre.
Wer macht was?
Jetzt haben die zukünftigen Artist/innen Gelegenheit dazu, sich in das große Programmplakat einzutragen. Bei jeder Nummer steht bereits der Name eines/r fahrenden Künstlers/in (Gruppenleiter/in), der/die gemeinsam mit den Kindern die Nummern einstudieren wird, bei der Suche nach passenden Kostümen behilflich ist, usw.
Natürlich wird auf Programmänderungsvorschläge der Kinder gerne eingegangen. Selbstverständlich muss auch kein Kind bei einer Nummer auf der Bühne stehen, wenn es das nicht möchte. Manche Kinder kümmern sich z.B. vielleicht lieber um ein Bühnenbild, die Musikuntermalung oder die richtige Beleuchtung der Manege. Eine Gruppe von Kindern kann auch gemeinsam mit dem/der Zirkus-Direktor/in die Nummern ansagen usw.

Die Vorbereitung



Macht euch auf jeden Fall vorher aus, wie viel Zeit ihr für das Proben verwenden wollt (z.B. 1 ½ Stunden), damit alle wissen, wie viel Zeit sie fürs Einstudieren und für die Wahl der Kostüme usw. zur Verfügung haben.
Der/die Direktor/in kann immer wieder bei den Gruppen vorbeischauen und darauf achten, ob die ausgemachte Zeit für alle ausreichend ist. Er/sie stellt in Absprache mit den Gruppen die Reihenfolge der Nummern zusammen, sodass das Programm abwechslungsreich ist, aber auch die Wünsche der Gruppen bezüglich der Auftrittszeit berücksichtigt werden. Die Reihenfolge wird den Gruppen möglichst bald bekannt gegeben, damit sich die Kinder darauf einstellen können. Durch ein vereinbartes Signal wird dann zur Vorstellung gerufen.
Bei der Vorbereitung und während der Aufführung der Nummern ist immer darauf zu achten, dass der Spaß am Ausprobieren und Vorzeigen im Vordergrund steht und nicht eine "perfekt" durchgeplante Vorstellung!

Vorschläge für Zirkus-Nummern



Clowns


Wer Lust hat, etwas zu parodieren, eine Slapstick-Nummer o.Ä. zu machen, kann das in der Clowngruppe tun. Die Kinder können in die Rollen von Clowns schlüpfen, die über ihre großen Schuhe stolpern, Dinge verkehrt machen oder auf andere Weise das Publikum zum Lachen oder Nachdenken anregen. Auf jeden Fall ist es fein, wenn der/die Gruppenleiter/in sich vorher die eine oder andere Idee überlegt, um möglicherweise nötige Impulse geben zu können. Ganz wichtig ist bei dieser Nummer, dass keine anderen Kinder parodiert werden und der Spaß nicht auf Kosten anderer Personen geht!

Akrobat/innen


Bei dieser Gruppe können Kinder verschiedenste "gymnastische" und "akrobatische" Nummern einstudieren, von Rad schlagen und Purzelbaum bis zu einfachen Jonglierübungen oder einer kleinen Menschen-Pyramide. Natürlich bietet sich auch hier die Möglichkeit an, die Nummern eher komisch anzulegen: Eine Seiltanznummer, bei der das Seil gespannt am Boden liegt und die Akrobat/innen als tollpatschige Clowns ans Werk gehen, die untereinander vielleicht auch noch zerstritten sind, ist nur eine von vielen Arten, sich der Materie lustig anzunähern. Für alle Übungen ist es wichtig, Matten usw. zur Verfügung zu haben, damit sich dabei sicher kein Kind weh tut.

Schlangenbeschwörung & andere Tiernummern


Tiernummern stellen eine Fundgrube für einen Zirkus dar!
Für die Schlangennummer braucht es zumindest eine/n Schlangenbeschwörer/in und eine Schlange: Ein Kind hüllt sich als Schlange ganz in ein großes Tuch und hockt sich in eine Kiste (Karton o.Ä.). Der/die Schlangenbeschwörer/in setzt z.B. zu orientalischer Musik eine Flöte an den Mund und die Schlange schlängelt sich langsam aus der Kiste. Als Überraschungseffekt kann die Musik dann plötzlich zu Popmusik wechseln, zu der die Schlange zu tanzen beginnt!
Bei einer Löwennummer kann sich z.B. der "gefährliche Löwe" weigern, durch den Reifen zu springen und stattdessen Hoola-Hoop mit dem Reifen spielen.
Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Wahrsager/innen


Auf verschiedene Arten kann hier Zuschauer/innen, die vorher eingeweiht wurden, ihre Zukunft vorhergesagt werden — einer Gruppenleiterin, die z.B. ihren Urlaub in Japan verbringen wird, kann eine große Reise vorhergesagt werden, und dass sie ihre Mahlzeiten in Zukunft mit Stäbchen essen wird. Dieser Programmpunkt eignet sich auch gut für Parodien auf bekannte Prominente, die "zufällig" im Publikum sitzen und von dem/der Wahrsager/in nach vorne gebeten werden. Für den Blick in die Zukunft könnt ihr Utensilien wie ein Pendel, mehrere Murmeln usw. verwenden.

Zaubern


Es sind nicht nur die aufwändigen und spektakulären Tricks, die ein Publikum in Spannung halten! Auch mit einfachen Zauberkunststücken kann in der Manege eine "magische" Atmosphäre gezaubert werden. In Zauberkästen oder Büchern findet ihr viele Anregungen für Tricks mit Karten, Tüchern, usw.

Schattentheater


Für das Schattentheater benötigt ihr ein großes Leintuch und eine starke Lichtquelle (z.B. einen Diaprojektor). Spannt das Leintuch auf und postiert dahinter das Licht. Im dazwischen liegenden Raum könnt ihr nun Szenen spielen. Dadurch, dass die Zuschauer/innen von den Schauspieler/innen nur die Konturen sehen können, gewinnt diese Nummer ihren eigenen Reiz. Bei den Proben ist es wichtig auszuprobieren, wie sich die Kinder hinter dem Leintuch bewegen müssen, damit die Dinge, dir ihr darstellen wollt, auch für die Zusehenden gut sichtbar sind!
Hinweise für die Gruppenleiter/innen
Es stört nicht, wenn auch Gruppenleiter/innen kurze Nummern einstudieren. Wenn ihr das tut, dann vermeidet aber bitte, euer ganzes schauspielerisches und/oder akrobatisches Talent unter Beweis zu stellen, damit durch eure Darbietung nicht die Nummern der Kinder in den Schatten gestellt werden — die Hauptakteur/innen dieses Abends sind die Kinder!
Während der Aufführung ist es gut, wenn die Gruppenleiter/innen, die die Nummer mit den Kindern einstudiert haben, im Hintergrund zur Verfügung stehen, damit sie den Kindern bei Bedarf Hilfe geben, einsagen usw. können.
Es ist fein, wenn die Gruppenleiter/innen bei der Vorstellung Begeisterung für die Dinge, die die Kinder darbieten, zeigen — gerade auch für die weniger spektakulären Nummern, hinter denen genauso viel Bemühen und Freude am Tun steht, wie hinter den "Zirkus-Hits".

Vorschläge für andere Aktivitäten


Auch für die Kinder, die sich nicht aktiv an einer Nummer beteiligen wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, am Zirkus hinter der Bühne mitzuwirken.

Bühnenbild gestalten


Für die Aufführung gilt es eine Manege herzustellen. Dafür ist in Absprache mit den Gruppen einiges zu überlegen: Brauchen die Gruppen einen Vorhang, der zwischen den Nummern zugezogen wird, damit die nächste Gruppe sich vorbereiten kann? Wie lässt sich mit Tüchern und Girlanden ein Zirkuszelt machen? Soll es eine große bemalte Kulisse geben? Braucht die eine oder andere Gruppe für ihre Nummer eine ganz besondere Bühnengestaltung? Wie steht es um die Beleuchtung? Gibt es Scheinwerferspots? Wann sollen diese an- und ausgeschaltet werden?

Musik


Die passende Musik kann die Atmosphäre des Beginns des Programms und einzelner Nummern noch verstärken: Wenn ein Zaubertrick z.B. mit spannender Musik hinterlegt wird, kann er noch geheimnisvoller wirken. Wichtig ist, dass die Musik das Programm nicht übertönt, sondern die dargebotenen Nummern unterstreicht. Im Austausch mit den Gruppen suchen die Kinder, die sich für die Musikuntermalung interessieren, je nach Wunsch spannende, romantische, poppige,... Musik für die Nummern aus. Während der Vorstellung können sie sich auch um den Einsatz der Musik kümmern.

Die Vorstellung


Wenn alle Gruppen mit ihren Vorbereitungen fertig sind, kann die Vorstellung beginnen. Der/die Direktor/in (und/oder Kinder, die das gerne machen) erklärt, wie die Vorführung ablaufen wird und führt durch das Programm. Er/sie applaudiert natürlich auch begeistert nach jeder Nummer und leitet zur nächsten Darbietung über.
Damit eure Vorstellung nicht zu anstrengend für alle Beteiligten wird, könnt ihr auch eine Pause einplanen. Für die Stärkung der Artist/innen und Zuschauer/innen kann ein einfaches Buffet mit Knabbereien und Getränken sorgen. So haben die Kinder auch Gelegenheit, mit Leuten aus anderen Gruppen zu plaudern, sich die Füße zu vertreten oder vor dem Auftritt noch einmal zu entspannen.
Nach der letzten Nummer findet das große Finale statt, bei dem alle Beteiligten auf die Bühne kommen und sich der/die Direktor/in aufs herzlichste bei den Kindern bedankt. Wenn es das Budget des Zirkus Loyalo verkraftet, kann allen am Schluss ein nettes Erinnerungsstück an die Vorstellung überreicht werden, etwa ein lustiger Luftballon, eine bedruckte Karte oder was euch sonst passend erscheint.

Publikation: Lager - Alltag und Programm 1

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Lager-Kategorie: Workshops und Co

Schlagwörter: Lager, Kreativität, Spiel