• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Was ist schön?

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Oft sind wir uns gar nicht bewusst, dass unsere Vorstellung davon, was "schön" ist, stark von gesellschaftlichen Einflüssen, der Werbung usw. geprägt ist. Gerade, was die Frage der körperlichen Schönheit angeht, ist dieser Begriff in unserer Gesellschaft sehr einseitig definiert. Dabei hat sich das Ideal von Schönheit in allen Bereichen — in der bildenden Kunst, der Musik, der Architektur, der Mode,... — über die Jahrhunderte immer wieder ganz radikal geändert. Dinge, die heute als schön bezeichnet werden, haben früher oft gar nicht dem herrschenden Schönheitsideal entsprochen.

Diese Gruppenstunde soll dazu beitragen, den Begriff "schön" wieder zu weiten und bewusst zu machen, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was "schön" ist — und das ist auch gut so!

Material

  • kleine Schilder mit dem Satz "Das ist schön!", ca. 5 pro Kind
  • evtl. Schnüre zum Aufhängen
  • für Jüngere: Tücher, Papier oder andere Dinge in verschiedenen Farben, lebhafte Musik
  • für Ältere: zwei sehr unterschiedliche Dinge, z.B. Kopien von Bildern aus unterschiedlichen Epochen oder zwei Pflanzen, die unterschiedlich aussehen (etwa eine Distel und eine Rose)
  • evtl. Matratzen und ruhige Musik

Aufbau

In der Gruppenstunde gibt es für alle Teile Varianten für jüngere und für ältere Kinder, die du je nach Alter und Interessen deiner Kinder verwenden kannst.

 

Das ist schön!

Für Jüngere


Am Beginn der Stunde bekommen die Kinder kleine Schilder, auf denen der Satz "Das ist schön!" steht. Du regst die Kinder nun an, im Pfarrheim und in der nahen Umgebung nach Sachen zu suchen, die sie schön finden. Es ist gut, wenn du dazu sagst, dass die Kinder auswählen sollen, was ihnen ganz persönlich gefällt. An diesen Orten stellen oder hängen die Kinder dann ihre Schilder auf (z.B. an einem Zweig,...).

Wenn die Kinder ihre Schilder verteilt haben, kommen wieder alle zusammen. Dann führen die Kinder die anderen zu den Orten, die sie für sich ausgesucht haben. Sie zeigen den anderen, was sie hier "schön" finden, und können, wenn sie wollen, auch etwas dazu erklären.
Achte dabei darauf, dass die Kinder dabei nicht zu werten beginnen, wenn sie etwas weniger schön finden als ein anderes Kind. Die "schönen" Orte und Dinge sollen bei diesem Rundgang nicht verglichen werden, sondern nebeneinander stehen bleiben.

Für Ältere


Ältere Kinder kannst du, bevor sie losgehen, auch auf nicht so offensichtliche Seiten von Schönheit hinweisen, nach denen sie suchen können, z.B. etwas verstecktes Schönes; etwas, das zuerst eher hässlich oder unscheinbar erscheint, aber auf den zweiten Blick schön ist,...

Anders schön...

Für Jüngere


Im nächsten Schritt können sich die Kinder in verschiedenen Bereichen überlegen, was sie schön finden, z.B.:

"Diese Farbe finde ich schön." Auf den Boden hast du Tücher, Papier, o.Ä. in möglichst vielen Farben aufgelegt. Zu Musik laufen die Kinder durch den Raum. Wenn die Musik aus ist, sollen sich die Kinder zu einer Farbe stellen, die sie "schön" finden, dann geht die Musik wieder an. Jedes Mal, wenn die Musik aus ist, können die Kinder einander Fragen stellen, z.B.: Welche Farbe findest du bei einem Haus, einer Blume,... am schönsten? Die Kinder stellen sich dann zu der für sie passenden Farbe.

"Dieses Tier finde ich schön." Die Kinder teilen sich je nach Größe der Gruppe in zwei oder mehr Kleingruppen. In jeder Gruppe überlegen sich die Kinder, welche Tiere sie schön finden. Dann stellen die Gruppen einander diese Tiere pantomimisch vor, die anderen sollen erraten, worum es sich handelt. Entweder wird jedes gewählte Tier extra dargestellt, indem alle Kinder einer Gruppe gemeinsam dieses Tier darstellen, oder die Kinder einer Gruppe stellen gleichzeitig jeweils ihre Tiere dar.

Für Ältere


Für ältere Kinder benötigst du für den nächsten Schritt zwei sehr unterschiedliche Dinge. Das können z.B. zwei Bilder sein (Kopien aus Bildbänden), die aus ganz unterschiedlichen Epochen stammen, oder aber zwei Pflanzen, die verschieden aussehen (etwa eine Distel und eine Rose).

Nun tauscht ihr euch zu folgenden Fragen aus:

  • Was findest du daran schön? Was findest du daran nicht schön?
  • Ist eines schöner als das andere?
  • Was müsste sich verändern, damit es für dich nicht mehr schön ist bzw. schön wird?
  • Kann man den Begriff "schön" definieren?


Bei dieser Diskussion ist es nicht das Ziel, zu einem gemeinsamen Schönheits-Begriff zu kommen, vielmehr geht es darum, Vorstellungen von "schön" zu beschreiben, in Frage zu stellen und darüber gemeinsam zu philosophieren.

Ich bin schön!

Für Jüngere


Leider beginnt es durch gesellschaftlichen Druck immer früher, dass Kinder, und ganz besonders Mädchen, Teile ihres Körpers nicht schön finden. Natürlich kann man in einer einzelnen Gruppenstunde nicht gegen diesen Trend wirken, aber folgende Methode soll ein Beitrag dazu sein, die Kinder anzuregen, ihrem Körper mit positiven Gefühlen zu begegnen:

Die Kinder suchen sich einen gemütlichen Platz, evtl. auf Matratzen oder Polstern. Wenn sie wollen, können sie die Augen schließen, eventuell spielst du ruhige Musik. Gerade für jüngere Kinder ist es oft schwierig, zur Ruhe zu kommen, deshalb lass ihnen genug Zeit und rechne nicht damit, dass sie für diese letzte Methode ganz ruhig sein werden.

Du leitest eine Art Phantasiereise an, bei der du die Kinder "durch den Körper führst" und sie anregst, sich zu überlegen, was sie an sich alles schön finden, z.B. mit ähnlichen Worten:
"Du machst es dir ganz gemütlich,... du hörst wie du atmest,... du spürst deine Arme, deine Beine,... kannst mit deinen Zehen wackeln,... in Gedanken schaust du dir deine Zehen genauer an,... wie sehen sie denn aus?... überleg einmal, was du an deinen Zehen ganz besonders schön findest,... usw. ... spürst du, wie sich dein Bauch hebt und senkt, wenn du atmest?... was machst du denn mit deinen Armen besonders gerne... welche Geräusche hören deine Ohren im Moment?... spürst du mit deinem Rücken die Unterlage, auf der du liegst?... auf welchen Unterlagen liegst du besonders gerne? usw. (Anleitungen zu verschiedenen Teilen des Körpers)... jetzt streckst und räkelst du dich, streckst deine Arme und Beine aus, bewegst deine Finger und Zehen,... und machst deine Augen wieder auf und fühlst dich wohl und erfrischt!"

Für Ältere


Gerade Kinder in der Pubertät sehen ihren Körper oft sehr kritisch, deshalb ist es bei älteren Kindern besonders wichtig, vorsichtig zu formulieren, damit ihnen die Übung nicht peinlich ist. Gut ist es, die Anregungen recht offen und weniger konkret als bei jüngeren Kindern zu formulieren und den Kidsdadurch die Möglichkeit zu geben, sich Unterschiedliches dazu zu denken.

Autor/in: Andrea Jakoubi

Publikation: kumquat "Es reicht!" 1/2006

Share |

 

Schlagwörter: Ich und die anderen, Sinne, Körper