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Sawubona Ningizimu Afrika!*

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Material

  • Weltkarte
  • Brief + Foto von Mpoli
  • Material zu den einzelnen Stationen findest du bei den Stationenbeschreibungen

Aufbau

Ihr habt einen Brief aus Südafrika bekommen, in dem Mpoli vom Leben in Südafrika und von der schwierigen Geschichte der Apartheid erzählt.
Bei mehreren Stationen könnt ihr mehr über Südafrika herausfinden.

 

Einstieg:


Du erzählst den Kindern, dass ihr einen Brief bekommen habt, von Mpoli aus Südafrika. Zunächst schaut ihr euch an, ob ihr Südafrika auf der Weltkarte finden könnt.
Nun liest du Mpolis Brief vor und zeigst das Fotos von Mpoli.

Sawubona! Hallo!


Mein Name ist Mpoli. Ich bin 11 Jahre alt und lebe in Südafrika. Ich würde euch heute gern etwas über meine Heimat Südafrika erzählen.
Zu Südafrika sagt man häufig auch: die Regenbogennation. Damit ist gemeint, dass Südafrika so bunt ist wie ein Regenbogen. Es leben hier Menschen mit den verschiedensten Hautfarben. Weiße, Schwarze und Menschen mit brauner Hautfarbe, die so genannten "Coloureds".

Ich gehe gemeinsam mit meiner Freundin Tara in die Schule, obwohl wir schwarz und weiß sind. Das ist überhaupt keine Selbstverständlichkeit in Südafrika. Und früher wäre das undenkbar gewesen. Unser Land hat nämlich eine Geschichte hinter sich, in der Schwarze und Weiße getrennt waren. Und diese Trennung war sogar per Gesetz geregelt. Das nannte man dann Apartheid. Die Apartheid regelte das Leben der Menschen von Geburt bis zum Tod. Und die Hautfarbe bestimmte das Schicksal der Menschen: ihre Rechte, ihren Wohnort, ihre Schulbildung usw. Schwarze und Weiße wohnten in getrennten Wohnbereichen, durften nicht in dieselbe Schule oder dasselbe Spital. Es gab extra Verkehrsmittel und Geschäfte, ja sie durften nicht einmal auf derselben Parkbank sitzen oder das gleiche Klo benutzen! Überall gab es Schilder: "Nur für Weiße!" oder: "Nur für Schwarze!"

Dabei waren die Schwarzen in allen Bereichen sehr benachteiligt. Sie hatten z.B. kein Wahlrecht, mussten einen Erkennungspass tragen, zu einem geringeren Lohn arbeiten und die Schulen für Schwarze waren viel schlechter als die für Weiße. Daher war es für sie auch sehr schwer, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern.

Diese Ungerechtigkeiten wurden aber nicht einfach so hingenommen. Viele Schwarze wehrten sich mit Demonstrationen, Streiks und auch Kämpfen. So wurden die Ungerechtigkeiten in Südafrika in der ganzen Welt bekannt und verurteilt.
Bei diesen Auseinandersetzungen wurden auch viele Menschen getötet.

Durch den Druck von anderen Ländern, die vielen Aufstände der schwarzen Bevölkerung und auch die Unterstützung von weißen Südafrikaner/innen wurde die Apartheid schließlich abgeschafft.

Aber nur, weil es diese Gesetze nicht mehr gibt, ist nicht alles von einem Tag auf den anderen besser geworden. Auch heute ist diese Trennung noch spürbar. Ich hab euch ja erzählt, dass Schwarze in eigenen Wohnvierteln leben mussten. Auch ich lebe heute mit meiner Familie in einem Viertel, in dem nur Schwarze leben, und daher leider auch weit weg von meiner Freundin Tara, die in einem "weißen" Viertel lebt.
Mein Papa sagt manchmal ironisch: Jetzt gibt es keine Weißen und Schwarze mehr! Nur noch Arme und Reiche!

Aber es hat sich schon viel verändert: Wir gehen in dieselbe Schule und dürfen miteinander spielen. Für meine Eltern ist es viel schwieriger, die Verschiedenheiten zu akzeptieren. Sie sind in der Zeit der Apartheid aufgewachsen, in der es nur getrennte Schulen für Weiße und Schwarze gab. Sie kannten daher auch keine Kinder anderer Hautfarbe.
Viel gäbe es noch zu erzählen...
Ihr könnt auch einiges selber herausfinden — bei den folgenden Stationen, bei denen ich euch noch mehr von meinem Land erzählen möchte.

Viel Spaß dabei!
Liebe Grüße, Mpoli

Hallo, guten Tag!


In Südafrika gibt es viele Sprachen. Insgesamt 11, davon sind die folgenden 4 die am meisten Gesprochenen: Zulu, Xhosa, Afrikaans und Englisch.

Zu Beginn wollen wir uns in den vielen Sprachen Südafrikas begrüßen. Während du Musik laufen lässt (z.B. afrikanische, die du dir im Jungscharbüro ausborgen kannst), können die Kinder dazu tanzen oder einfach im Raum herumgehen und schauen, wer noch so da ist. Dann stoppst du die Musik und rufst die jeweilige Sprache, in der begrüßt werden soll — z.B. Zulu! Daraufhin begrüßen sich die Kinder mit dem Zuluwort: Sawubona!
Immer, wenn du die Musik ausmachst, begrüßt ihr einander in einer anderen Sprache. Dazu ist es gut, wenn du die jeweiligen Wörter auf Kärtchen geschrieben hast und diese in die Höhe hältst:

Hallo, guten Tag, heißt in Zulu: Sawubona! in Xhosa: Molo! in Afrikaans: Dag! in Englisch: Hi!

Geschichten und Sprichwörter zu erzählen, hat eine lange Tradition bei uns. Es gibt ein Sprichwort, das heißt: "Wenn ein alter Mensch stirbt, verbrennt eine ganze Bibliothek." — d.h., dass über die Geschichten, die uns die Alten erzählen, viel Wissen an uns Jüngere weitergegeben wird. Mir gefällt folgende Geschichte:

Das ist die Geschichte von einem Mann, der fünf Kinder hatte. Der Mann war sehr stolz auf sie und hatte viel Freude mit ihnen. Aber als die fünf Kinder älter wurden, stritten sie unaufhörlich miteinander. Der Mann war sehr traurig, als er das sah, und dachte sich einen Plan aus. Er rief sie zu einem Platz, an dem er mit ihnen alleine war. Er gab jedem von ihnen einen Stock und forderte sie auf, den Stock zu brechen. Das war leicht. Jedes brach seinen Stock mühelos. Dann nahm der Vater ein Bündel mit fünf Stöcken. Jedes Kind sollte nun versuchen, das Bündel zu brechen. Eines nach dem anderen versuchte es, aber so sehr sie sich auch anstrengten, es gelang keinem von ihnen. Der Vater sagte zu seinen Kindern: "Umuntu ungumuntu ngabantu". "Ein Mensch ist Mensch erst mit den anderen" (oder, wie man auch sagt: "Ubuntu"). Wir leben nicht alleine auf der Welt und zusammen ist manches oft einfacher.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr das Ästebrechen auch selbst ausprobieren. Achte bei den Ästen, die du mitbringst, darauf, dass sie weder zu hart noch zu dünn sind.
Dann könnt ihr euch überlegen, was denn so Dinge sind, die gemeinsam besser gelingen bzw. die mit anderen einfach mehr Spaß machen (z.B. Spiele spielen, abwaschen etc.). Eure Ideen könnt ihr aufschreiben und auf die Äste hängen.

"Ubuntu" — ist für Südafrika sehr zentral und hat auch bei dem langen Prozess der Versöhnung zwischen Schwarzen und Weißen eine große Rolle gespielt. Ein Leben, das für alle gut ist.

Kommt mit nach Mariannridge!


In meiner Gemeinde, Mariannridge, leben etwa 1500 Familien. Die meisten sind sehr arm. Es ist nämlich sehr schwer, Arbeit zu finden. Die Menschen leben auf sehr engem Raum und bei den teilweise sehr schweren Lebensbedingungen kommt es auch zu Diebstählen und Schlägereien. Viele Menschen sind auch krank und die Gesundheitsversorgung ist ziemlich schlecht. Das Leben bei uns ist also nicht immer einfach. Wir haben aber beschlossen, dass wir etwas tun wollen, und so haben wir ein Zentrum gegründet — das MCC. Dort kann ich hingehen, wenn ich Probleme in der Schule habe. Dort kümmern sich die Mitarbeiter/innen auch um Kranke und Kinder, deren Eltern gestorben sind. Manchmal geh ich auch einfach nur hin, um mit den anderen Kindern zu spielen. Später kann mir dort vielleicht dabei geholfen werden, eine Arbeit zu finden.
Das Zentrum MCC wird von den Sternsingern und Sternsingerinnen unterstützt. Ich habe mal gehört, dass das nur deswegen möglich ist, weil Kinder in Österreich sich verkleiden, singend von Haus zu Haus ziehen und um Geld bitten, damit es den Leuten, z.B. hier bei uns, besser geht. Aber seht selbst!

Hilfe, der Leopard!


Ein Fangspiel, das ich gerne spiele, heißt: Hilfe, der Leopard!
Und es geht so: Ein Kind spielt den Leoparden. Die anderen Kinder sind Hennen. Während der Leopard sich zur Wand dreht, machen sich die Hennen aus, welche von ihnen das Küken ist. Gerade mit diesem will der Leopard spielen. Das ist dem Küken aber gar nicht recht, weil es sich fürchtet. Darum versuchen die Hennen, es vor dem Leoparden zu schützen — ohne, dass der Leopard beim Herumschleichen merkt, wer denn das Küken ist. Wird eine andere Henne vom Leoparden berührt, bleibt sie auf dem Platz stehen und bietet dem Küken Möglichkeit, sich zu verstecken. Wird das Küken vom Leoparden berührt oder ruft der Leopard den Namen des Kindes, das das Küken spielt, wird es zum neuen Leoparden.

Ukudla: Essen!


Was bei uns sehr viel gegessen, ja für viele arme Südafrikaner/innen das tägliche Essen ist, ist: Maisbrei mit Soße. Wenn der Brei gar ist, wird er auf einem Holzbrett serviert.

Du hast den Brei entweder schon vor der Stunde vorbereitet, oder ihr bereitet ihn gemeinsam zu. Dann könnt ihr ihn gemeinsam verspeisen.

Zutaten:
1 Liter Wasser
3ml Salz
500 Gramm Maismehl
3 gehackte Zwiebeln
250ml Tomatensoße
80ml Worcestersoße
125ml Wasser
2—3 gehackte Tomaten
80ml Weinessig
30ml Zucker
½ Teelöffel Senfpulver
ca. 1 Teelöffel Mehl zum Eindicken
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung des Maisbreis:
Das Salzwasser zum Kochen bringen. Langsam das Maismehl hinein geben und auf kleiner Flamme ca. 30 bis 40 Minuten köcheln lassen. Mit einem Holzlöffel öfters umrühren, bis die Masse locker krümelig wird. Dazu wird eine Soße serviert.

Zubereitung der Soße:
Die Zwiebeln und Tomaten in Öl gar dünsten, dann die restlichen Zutaten hinein geben und 2 Minuten kochen lassen. Etwas Mehl mit kaltem Wasser zu einer Paste verrühren und damit die Soße eindicken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Als Abschluss könnt ihr, wenn ihr noch Zeit und Lust habt, eine Postkarte schreiben und erzählen, was ihr besonders spannend gefunden habt...

Wenn du mit deinen Kindern noch mehr zum Thema Afrika machen möchtest, kannst du dir Materialpakete im Jungscharbüro ausborgen — mit vielen weiteren Ideen, wie du Afrika in deine Gruppenstunde bringen kannst (Stoffdruck aus Ghana, afrikanischer Düfteparcours, eine Ausstellung, etc.).

Autor/in: Clara Handler

Publikation: kumquat "ankommen" 4/2005

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Schlagwort: Welt