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Wie komme ich bei anderen an?

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Menschen beziehen ihr Selbstbild, also die Vorstellung davon, wie sie selbst sind, zu einem relativ großen Teil darüber, wie sie bei anderen ankommen, also wie andere auf sie reagieren usw. Wie andere Menschen eine Person sehen, wird dann "Fremdbild" genannt. Je älter die Kinder werden, desto mehr können sie über dieses Thema reflektieren und desto spannender wird auch die Auseinandersetzung mit dem Selbst- und dem Fremdbild. Es geht in den folgenden Gruppenstunden um die Persönlichkeiten der Kinder, und insofern ist Vorsicht geboten, denn allzu leicht kann es, auch unbeabsichtigt, zu beleidigenden oder verletzenden Äußerungen kommen. Daher solltest du diese Gruppenstunde(n) nur dann durchführen, wenn es in deiner Gruppe keine schwelenden Konflikte gibt. Zusätzlich wäre es gut, die Ohren offen zu halten, um bei unfairen oder für Kinder unangenehmen Situationen eingreifen zu können.

Material

 

für Jüngere:

Detektivspiel


Zu cooler, geheimnisvoller Musik gehen alle Kinder durcheinander im Raum herum. Jedes spielt eine/n Detektiv/in, der/die den Auftrag bekommen hat, jemanden möglichst unauffällig zu beschatten, also nicht aus den Augen zu lassen. Die Kinder suchen sich jemanden aus, den/die sie "beschatten" wollen, und versuchen, nicht erkannt zu werden. Gleichzeitig können die Kinder versuchen herauszufinden, ob sie selbst auch von jemandem beschattet werden. Nach einiger Zeit stoppst du die Musik und die Kinder erzählen einander, wen sie beobachtet haben und ob sie bemerkt haben, wer sie beschattet hat.

Du erklärst, dass es in der heutigen Gruppenstunde auch um Dinge geht, die wir aneinander beobachten können. Dazu spielt ihr folgendes Spiel:

Wer ist denn das?


Jedes Kind füllt für sich selbst einen Steckbrief aus. Mögliche Kategorien für diesen Steckbrief wären beispielsweise: Was ich am liebsten vor dem Schlafengehen mache, was mich an der Schule nervt, was ich gerne esse, was ist mein Lieblingswetter, was mache ich meistens, wenn mir fad ist, wohin ich gern auf Urlaub fahren würde,... Dann wird der Fragebogen in die einzelnen Fragen zerschnitten und zu jeder Frage ein Häufchen mit den Antworten gemacht. Reihum ziehen die Kinder dann je eine Antwort und überlegen gemeinsam, von wem diese Antwort sein könnte...

So bin ich (aber nicht)!


Im vorigen Spiel haben die Kinder gehört, wie die anderen Kinder sie einschätzen, je nachdem welche Antworten ihnen zugeschrieben wurden. Mit einigen dieser zugewiesenen Eigenschaften werden die Kinder wahrscheinlich zufrieden sein, andere Dinge sehen sie vielleicht anders. Um den Kindern noch Möglichkeit zu geben, ihre Meinung kundzutun, könnt ihr Folgendes machen:
Pro Kind hast du ein aus Papier ausgeschnittenes Maxerl vorbereitet. Die Kinder können hier Dinge aufschreiben oder hineinzeichnen, die zu ihnen gehören. Dabei können sie sowohl die im vorigen Spiel erwähnten Eigenschaften heranziehen, als auch Dinge, die ihnen wichtig sind, hinzufügen. Dabei ergeben sich vielleicht noch Gespräche darüber, wie gut sich die Kinder eingeschätzt gefühlt haben. Ihr könnt dann die ausgefüllten Maxerln noch gemeinsam anschauen.

"Wenn ich gut drauf bin, dann mache ich so!"


Als Abschluss könnt ihr ein Spiel spielen, bei dem es darum geht, sich einen Gesichtsausdruck oder eine Geste, die jeweils zu einem Gefühl passt, zu überlegen. Und so geht’s: Ihr bildet einen Kreis. Ein Kind beginnt und sagt z.B. "Wenn ich gut drauf bin, dann mache ich so (zeigt z.B. mit dem Daumen hinauf)!", und alle anderen Kinder machen die Geste nach. Die Kinder können sich aber auch ein anderes Gefühl aussuchen, wie wütend, gelangweilt, lustig,...

für Ältere:

3 typische Gesichter!


Wie wir bei anderen ankommen, hängt nicht zuletzt von der Situation ab, in der wir uns befinden. So verhalten wir uns verschiedenen Leuten gegenüber ganz unterschiedlich. Im Leben der Gruppenmitglieder können dies Leute sein wie Eltern, Geschwister, Großeltern, Freund/innen, Mitschüler/innen, Lehrer/innen... Zu Beginn der Gruppenstunde könnt ihr einander 3 typische Gesichtsausdrücke vorführen, und das geht so:
Jedes Gruppenmitglied überlegt, "mit welchem Gesicht" es beispielsweise den Großeltern, dem älteren Bruder und der Physikprofessorin begegnet. Dazu können sich die Kids spezielle Situationen überlegen, z.B. "Wenn mein großer Bruder mir wieder einmal die Nachspeise geklaut hat, dann schau ich so drein!" oder "Kurz vor dem Physiktest schau ich meine Physikprofessorin so an." Dann führt er/sie die 3 typischen Gesichtsausdrücke dem Rest der Gruppe vor. (Wenn ihr die Möglichkeit habt, könnt ihr diese Gesichter auch fotografieren.) Die übrigen Gruppenmitglieder können zu den Gesichtern Rückfragen stellen.

Persönlichkeitsprofil


Im folgenden Teil der Gruppenstunde können die Gruppenmitglieder ihr Persönlichkeitsprofil erstellen und mit der Einschätzung anderer vergleichen.

Bildet Zweier- oder Vierergruppen, die füreinander und für sich selbst Persönlichkeitsprofile ausfüllen. In der Vierergruppe können jeweils zwei miteinander beratschlagen, wie sie die anderen beiden sehen — sie erstellen also drei Profile (je eines für das andere Paar und ihr eigenes allein). Es ist wichtig, dass die Kids die Möglichkeit haben, sich frei zu entscheiden, mit wem sie für die nächste Methode zusammengehen, weil es um persönliche Einschätzungen geht.

Mindestens genauso wichtig wie das Ausfüllen ist dann auch die Überreichung und Erklärung des Profils für den/die andere/n! Dafür soll es ausreichend Zeit geben und die Ermunterung, einander wirklich zu erklären, wie man auf spezielle Eigenschaften kommt. Wichtig ist dazuzusagen, dass es sich hier um einen Eindruck handelt, den andere von einem in gewissen Situationen haben, dieser kann sehr unterschiedlich sein...

Die Nachbesprechung


Am Ende der Gruppenstunde trefft ihr euch noch einmal alle gemeinsam und könnt noch einige allgemeine Fragen besprechen:

  • Wie schwierig ist es, andere einzuschätzen?
  • Wie schwierig ist es, sich selbst einzuschätzen?
  • Waren die Unterschiede sehr groß?
  • Ist es verständlich geworden, wie die anderen auf Dinge kommen, die man selbst anders wahrnimmt?

Autor/in: Lisi Paulovics

Publikation: kumquat "ankommen" 4/2005

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Schlagwörter: Werte, Gefühle, Ich, Ich und die anderen