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Der Friede sei mit euch!

Gruppenstunde | Alter: 10-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Das hebräische Wort schalom — heute mit Frieden übersetzt - bedeutet ursprünglich etwas wie Unversehrtheit, Vollständigsein. Es bezeichnet das Wohlbefinden des täglichen Lebens, den Zustand eines Menschen, der mit der Natur, mit sich selbst und mit Gott in Harmonie lebt.

Der Friedensgruß nimmt einen zentralen Platz vor der Kommunion ein. Dabei werden wir daran erinnert, dass es keinen Frieden mit Gott gibt, solange wir mit unseren Mitmenschen in Unfrieden sind. Dieser Gedanke findet sich schon in der Bibel Mt 5,23f: "Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe."
Dass der Friedensgruß erst vor der Kommunion und nicht bereits vor der Gabenbereitung ist, deutet auch darauf hin, dass es hier nicht nur um etwas geht, das Menschen machen können, sondern ein Friede gemeint ist, der von Gott geschenkt wird. Das klingt auch im Gebet an: "Schau nicht auf unsere Sünden (darauf, dass wir alleine den wirklichen Frieden nie zusammenbringen werden), sondern auf den Glauben (gemeint ist das lebendige Glauben der Menschen) deiner Kirche (Wir wollen auf Gott vertrauen, dass er das bewirken kann - den wirklich echten, tiefen Frieden.) und schenke ihr nach deinem Willen Einheit und Frieden."

Im Messbuch lautet die dann folgende Aufforderung: Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung. Wie dieses Zeichen aussehen soll, ist nicht fix vorgegeben. Hier gibt es einen Freiraum für Gestaltung.

Material

  • Plakat
  • Stifte
  • Zeitungen und Zeitschriften
  • Situationen
  • Klebstoff

Aufbau

In dieser Gruppenstunde können sich die Kinder mit dem Thema Frieden auseinander setzen. Dies kann auch als Grundlage für die Vorbereitung von Elementen zum Friedensgruß im Gottesdienst dienen. Die Gruppenstunde gibt den Kindern die Möglichkeit, sich davor in das Thema zu vertiefen und für sich den Sinn des Friedensgrußes herauszufinden.

 

Eine Gruppenstunde zum Thema Frieden, die auch die Vorbereitung eines Friedensgrußes umfasst



Der Friede sei mit euch!
Zu Beginn der Gruppenstunde begrüßt du die Kinder mit den Worten "Der Friede sei mit euch!" Dann könnt ihr euch darüber austauschen, wo ihr diesen Satz bzw. das Wort Frieden schon gehört habt. Ihr könnt in einer Bibel die Geschichten suchen, in denen der Satz vorkommt und schauen, in welchen Zusammenhängen Frieden bzw. der Friedensgruß erwähnt wird (z.B. Lk 10,5, Lk 7,50, Joh 20,19, Joh, 20,26, Ex 4,18, 1Sam 25,6, 2Sam 15,9, Ps 122). Die Stellen und ein Hinweis, in welchem Zusammenhang Frieden hier vorkommt, könnt ihr auf Kärtchen aufschreiben, dir ihr später zu dem Plakat mit der Collage kleben könnt.

In der Bibel
Schon zur Zeit Jesu war der Wunsch nach Frieden oftmals ausgelöst durch den fehlenden Frieden im Alltag. Ihr betrachtet nun eine Bibelstelle genauer, um zu überlegen, wie Frieden aussehen kann, den uns die Bibel wünscht.

Du erzählst den Kinder die Geschichte, in der Jesus Jünger/innen aussendet (Lk 10,4-6):
"Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren."

Um euch die Szene noch besser vorstellen zu können, macht ihr gemeinsam auf einem Plakat eine Collage aus alten Zeitschriften. Überlegt euch, wie es heute aussehen würde, wenn die Jünger/innen zu jemandem kommen und "Friede diesem Haus!" sagen.

Woran erkennt man nun, ob hier ein Mann bzw. eine Frau des Friedens wohnt? Um dieser Frage nachzugehen, schaut ihr euch nun verschiedene Situationen an.
Situationen könnten z.B. sein:

  • Es wird heftig diskutiert und wird auch immer mal wieder laut, aber jede/r darf aussprechen und alle Meinungen haben Platz.
  • Hier sind alle freundlich zueinander, aber kaum sind zwei oder drei alleine, dann wird über die anderen geredet.
  • In diesem Haus gibt es mehrere kleine Gruppen, die verschiedene Dinge tun.
  • In diesem Haus geht jede/r einer eigenen Tätigkeit nach und hat wenig Kontakt mit den anderen.
    Für die Situationen, in denen eurer Meinung nach keine "Menschen des Friedens" wohnen, könnt ihr auch noch überlegen, was sich an der Situation ändern müsste, damit hier "Frieden" ist.



Und was machen wir?
Weil Frieden nicht von selber kommt und oft auch ein hartes Stück Arbeit ist, gibt es den Friedensgruß im Gottesdienst. Darin sichert uns Gott zu, dass auch er uns seinen Frieden gibt und wir nicht alles alleine machen müssen. Der Friedensgruß soll das sichtbar machen.

Wenn ihr die Gruppenstunde zu einer Messvorbereitung nützen wollt, überlegt ihr nun, wie ihr den Friedensgruß gestalten wollt. Dabei ist es sinnvoll, sich an den vorherigen Gedanken der Kinder zu orientieren, damit ein klarer Bezug hergestellt werden kann. Z.B. wenn ihr im Zuge der Gruppenstunde auf ein für euch passendes Zeichen zum Thema Frieden stoßt, könnt ihr das für alle malen bzw. basteln und mit einer Erklärung verteilen. Einige Möglichkeiten, die du als Anregungen in peto haben kannst:

  • ein Friedenslied singen
  • ein kleines (von den Kindern selbst gemachtes) Geschenk überreichen
  • einen kurzen (selbst überlegten) Einleitungstext vorlesen
  • Jede/r Messbesucher/in erhält am Beginn der Messe einen kleinen Gegenstand, der dann beim Friedensgruß getauscht wird.
  • den Friedensgruß ganz bewusst sprechen und den Namen des/der anderen dazu nennen

Autor/in: Christina Schneider mit Ideen von Ena Vichytil

Publikation: Kumquat 3/05

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