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Kindergottesdienst-Tipp Nr. 7

Gruppenstunde Messmodelle | Alter: 8-13 | Aufwand: mittel

 

Mit allen Sinnen


Manchmal steigt mir ein Duft in die Nase und in Sekundenschnelle erscheinen Bilder eines längst vergangenen Erlebnisses vor meinem inneren Auge. Und so ergeht es mir auch mit Geschmack, mit Bildern,... Der Mensch nimmt seine Umwelt mit allen Sinnen wahr — wenn viele Sinne involviert sind, handelt es sich meist auch um eine sehr intensive Erfahrung. Manchmal hilft es zum besseren Wahrnehmen auch, einen Sinn bewusst auszuschalten, z.B. die Augen zu schließen, um besser hören zu können. Dies kann man sich auch bei der Gestaltung von Gottesdiensten zu Nutze machen. Nicht umsonst wurden gotische Kathedralen so gebaut, dass den/die Besucher/in ein Gefühl von Ehrfurcht durchfährt, wird die Orgel als Instrument eingesetzt, Weihrauch benutzt,... Weil Kinder spielerischer an die Welt herangehen als Erwachsene, gilt das oben Gesagte für Kinder umso mehr, da sie konkreten Erfahrungen mindestens genauso viel Bedeutung zumessen wie dem gesprochenen Wort.

Deswegen ist es wichtig, nicht nur die Methoden, Geschichten und Lieder bewusst auszuwählen, sondern sich auch über den Rahmen eines Gottesdienstes Gedanken zu machen. In welchem Raum feiern wir? Fördert er eine Stimmung, die zu dem passt, was wir gemeinsam tun wollen — ausgelassen, festlich, ruhig,...? Gibt es eine Möglichkeit, ihn feierlicher zu gestalten? Wie und wo sitzen die Kinder? Welches Licht erhellt den Raum? Gibt es eine gestaltete Mitte? Welche Sinne werden wie angesprochen? Gibt es viele Eindrücke, die ablenken (herumstehende Gegenstände,...)?... Diese und weitere Fragen können dir helfen herauszufinden, ob die Umgebung für eure Feier förderlich ist.

Auch bei der Gestaltung des Ablaufs kannst du darauf achten, viele Sinne anzusprechen und so den Kindern ganzheitliche Erfahrungen zu ermöglichen. Eine Geschichte z.B. kann gehört werden, sie kann mit Bildern oder passenden Gegenständen veranschaulicht werden, vielleicht kommen auch Dinge vor, an denen man riechen bzw. die man angreifen kann, z.B. Blumen, Weihrauch, Gewürze, Baumrinde, Steine,..., vielleicht gibt es auch ein zentrales Element, das die Kinder nachspielen können, z.B. eine Geste, einen Satz,... oder das sie selber herstellen können, z.B. eine Blume aus Papier, ein kleines Kreuz,...
Um kein Gefühl der Überfrachtung entstehen zu lassen, ist es wichtig, nicht alle Sinne gleichzeitig mit vielen Materialien anzusprechen, sondern bei der Auswahl auf eine ausgewogene Mischung und ausreichend Zeit für alle Schritte zu achten.

In diesem Sinn wünsche ich gute Gottesdienste, bei denen die Kinder mit all ihren Sinnen Platz finden können.

Autor/in: Christina Schneider

Publikation: kumquat "Raum" 2/2005

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Schlagwörter: Gottesdienst, Sinne, Religiöses