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Ihr seid nicht allein...

Lager Gruppenstunde | Alter: 8-14 | Aufwand: hoch

Hintergrund

"Ihr seid nicht allein..." ist ein Geländespiel fürs Lager. Für die Gruppenstunde kann das Spiel abgewandelt werden, indem die Kinder in einer Gruppe gemeinsam von Station zu Station gehen und sich zwei Gruppenleiter/innen als Personen, die die Kinder bei den Stationen treffen, abwechseln.
Bei diesem Geländespiel sollen die Kinder spielerisch Geschichten über das Leben Jesu erfahren, wobei erst im Laufe des Spiels klar wird, dass es sich hierbei um Jesus dreht. Einige Ideen haben wir aus dem Buch "Der Schatten des Galliläers" von Gerd Theißen sowie aus dem Buch "Bilder von Jesus" von Anselm Grün genommen, die du dir beide im Jungschar-Büro ausborgen kannst.

Material

  • 5 gleiche Karten in verschiedenen Farben, in mehrere Stücke zerschnitten
  • Kuverts
  • Gegenstände (für Fest) oder Hinweise (für Wortgottesdienst)
  • evtl. Bild von einer Wüste
  • griechische Schrift
  • Luftballons, Draht und "Angel"
  • Fladenbrot
  • Zettel und Stifte
  • Perlen und Lederbänder als Dank für die Kinder
  • Sachen für Fest und/oder Wortgottesdienst

Aufbau

Die Kinder suchen zuerst Teile einer Karte, die zusammengesetzt werden müssen, um die Orte zu finden, an denen die Kinder verschiedene Personen antreffen. Dann suchen sie diese Personen auf, die ihnen Interessantes über Jesus erzählen. Das Spiel kann mit einem gemeinsamen Wortgottesdienst und/oder einem Fest enden.

 

Zu Beginn versetzt man sich mit den Kindern 2000 Jahre in der Zeit zurück: Hier tritt Andreas auf, ein Mann, der zur Zeit Jesu lebte. Erst im Laufe des Spiels, bei den ersten Stationen, die die Kinder besuchen, wird klar, dass es sich in dem Spiel um Jesus dreht. Es geht nicht darum, dies vor den Kindern zu verheimlichen, sondern einfach ihre Neugier zu wecken, um wen es sich hier denn handelt.
Andreas erzählt von Menschen, die, so wie er selbst auch, alle einen Mann getroffen haben, der ihr Leben verändert hat, sie sehr begeistert hat und der viele Leute als Anhänger/innen hatte. Diese leben ihren Glauben aber im Verborgenen aus, weil sie Angst haben, dass sie wegen ihrer Überzeugung ins Gefängnis geworfen werden, ohne etwas Unrechtes getan zu haben. Sie treffen sich stets im Geheimen und versuchen, möglichst ein ruhiges, unauffälliges Leben zu führen. Andreas möchte diese Menschen, die so wie er denken und glauben, zu einem Fest einladen, damit sie erkennen, dass sie nicht alleine sind. Diese Feier soll auch zu Ehren des Mannes, der ihr Leben so verändert hat, gefeiert werden.
Aber dazu braucht er Hilfe: Die Kinder sollen diese Leute finden und seine Einladung überbringen. Leider weiß er nicht genau, wo diese Menschen leben, nur, dass es eine Karte gibt, in der die Orte eingezeichnet sind. Diese wurde aber in viele Stücke zerteilt und muss erst gefunden werden.
Außerdem zeigt Andreas den Kindern das geheime Erkennungszeichen, das sich die Leute, die sie einladen sollen, ausgemacht haben, damit diese sehen, dass sie ihnen vertrauen können. Hierfür zeichnet er mit seinem Fuß die Umrisse eines Fisches auf den Boden. Das sollen die Kinder bei allen Stationen ebenso machen, um sich als Freund/innen zu erkennen zu geben.

Andreas hilft den Kindern bei der Einteilung in Kleingruppen (ca. 5 Kinder/Gruppe - jede Gruppe hat eine andere Farbe) und schickt sie los, die Teile der Karte in ihrer Farbe zu suchen. Außerdem sollen sie sich vor Beamt/innen in Acht nehmen, da diese nämlich nicht wollen, dass die Kinder Nachforschungen anstellen und mit den "Andersgläubigen" in Kontakt treten. Sie halten Kinder, die sich allzu auffällig benehmen, auf und fragen, was sie denn hier zu suchen haben. Die Kinder sollen sie dann überzeugen, dass ihr Verhalten harmlos ist, und müssen sich Ausreden für ihr Verhalten ausdenken. Falls die Beamt/innen nicht überzeugt werden, können sie den Gruppen einen bereits gefundenen Hinweis/ Gegenstand wegnehmen und wieder im Spielgebiet verstecken. Wichtig ist, dass sie die Kinder nicht beim Suchen stören, sondern v.a. in spannende Gespräche verwickeln.
(Falls ihr weniger Gruppenleiter/innen seid, funktioniert das Geländespiel natürlich auch ohne Beamt/innen.)

Die Karte und die Hinweise/ Gegenstände


Um zu erfahren, wo sich die Menschen verstecken, die zu dem Fest geladen werden sollen, muss zuerst die Karte gefunden werden, auf der die Standorte eingezeichnet sind. Andreas zeigt den Kindern das Gebiet, in dem er die versteckten Kartenteile vermutet. Die Kinder sollen die Teile in ihrer Farbe finden und gemeinsam zusammensetzen. (Wenn du die Karte in 5 Teile zerteilt versteckt hast, muss also z.B. die blaue Gruppe 5 blaue Teile finden.) Verstecke die Teile nicht zu schwer, am besten hast du noch Ersatzteile dabei, falls eine Gruppe einen Teil nicht gefunden hat.
Sobald die Kinder die Teile gefunden haben, kehren sie wieder zu Andreas zurück, der sie nun bittet, zu den eingezeichneten Stellen in der Karte zu gehen und die Menschen dort aufzusuchen. In diesem Gebiet finden die Gruppen jeweils auch noch weitere, eventuell auch in ihrer Farbe gehaltene Hinweise. Diese können entweder Gegenstände sein, die ihr nachher für das Fest braucht (z.B. Kerzen, Brot, Tischtuch, Servietten, Becher,...) oder - wenn ihr einen Wortgottesdienst macht - Hinweise, die alle etwas mit Jesus und seinem Leben zu tun haben. Diese Informationen über Jesus können z.B. sein: Brot, Licht, König, Kreuz, Wasser (kurze Erklärungen findest du am Ende des Spiels).

Die Stationen


Das Leben all der Menschen, die die Kinder zum Fest einladen, wurde von Jesus geprägt bzw. verändert. Die Menschen erzählen den Kindern von seinen Wundern und Taten und vermitteln somit einen Einblick in sein Leben, ohne aber seinen Namen gleich zu verwenden. (Im Laufe der ersten Stationen werden die Kinder aber eingeweiht - wenn sie nicht schon vorher darauf gekommen sind, dass es sich um Jesus handelt.)
Die Reihenfolge, in der die Gruppen die Stationen besuchen, ist beliebig. Nachdem sie sich mit dem Geheimzeichen zu erkennen gegeben und die Menschen zur Feier eingeladen haben, sollen sie bei jeder Station eine kleine Aufgabe erfüllen bzw. können ein Spiel spielen.

Baruch:


Baruch, ein Essener (dies ist eine Volksgruppe, die damals in dem Gebiet lebte), ist in der Wüste, um so wie z.B. auch Moses oder Jesus einen Ort der Stille, der inneren Einkehr zu finden. Damals war es so üblich, dass man, wenn man viel Nachdenken musste, in die Wüste ging - so wird es zumindest erzählt. Viele Personen, über die die Bibel schreibt, waren einmal in der Wüste, um über sich und ihr Leben nachzudenken (Moses, Johannes der Täufer, Jesus). Die Wüste ist ein Ort, an dem es nicht viel gibt (vielleicht kannst du den Kindern auch ein Bild von einer Wüste zeigen) - also ein Ort, an dem es auch wenig gibt, das einen beim Nachdenken ablenkt.
Die Kinder sollen ihren persönlichen "Ort der Ruhe", an den sie sich zum Nachdenken zurückziehen können, auf einen Zettel schreiben und im Boden vergraben.
Anschließend spielt ihr gemeinsam eine Version des Spiels "Goofy": Die Kinder sind in der Wüste auf der Suche nach einer Oase, aber da ein starker Sandsturm weht, können sie nichts sehen. Ein Kind stellt die Oase dar und stellt sich irgendwo ins Spielfeld. Die anderen tasten mit geschlossenen Augen umher - wenn sie auf ein Kind stoßen, fragen sie "Oase?". Antwortet das andere Kind nun ebenfalls "Oase?", suchen sie weiter, denn die Oase erkennt man daran, dass sie nicht antwortet. Wenn ein Kind die Oase gefunden hat, öffnet es die Augen, stellt sich daneben und ist fortan Teil der Oase. Das heißt, wenn das Kind jetzt von einem weiteren Kind berührt wird, antwortet es als Oase ebenfalls nicht. Wenn alle Kinder die Oase gefunden haben, kann eine neue Runde beginnen.

Thaddäus:


Thaddäus ist ein Schriftgelehrter, bei dem die Kinder die griechische Schrift erlernen können. (Griechisch und hebräisch haben zur damaligen Zeit eine wichtige Rolle gespielt.) Das Neue Testament wurde ursprünglich in Griechisch geschrieben. Zu jener Zeit war es nicht üblich, dass alle Menschen schreiben und lesen konnten, das galt als etwas Besonderes.
Jedes Kind soll ein Namensschild mit seinem Namen schreiben. Dieses kann später beim Fest als Tischkärtchen verwendet werden.

Mirijam:


Eine junge Frau namens Mirijam erzählt, dass Jesus sie von einer unheilbaren Krankheit heilte, als sie beinahe schon alle Hoffnung auf Genesung aufgegeben hatte. In der Bibel stehen viele Geschichten darüber, dass Jesus Menschen geheilt hat (Lahme, Blinde,...). Heute werden die Heilungen auch so gedeutet, dass Jesus durch sein Auftreten diese Menschen so fasziniert und gestärkt hat, dass sie begonnen haben, ihm und wieder an sich zu glauben - also wieder zu sich zu finden und dadurch "gesund zu werden".
Hier spielt ihr das Spiel "Virus", bei dem es darum geht, dass ein Virus, der/die Fänger/in, versucht, die anderen Kinder krank zu machen. Diese laufen natürlich davon. Wenn das Virus ein Kind trotzdem gefangen hat, bleibt dieses stehen und hustet und niest. Es kann aber von zwei anderen Kindern wieder gesund gemacht - d.h. wieder erlöst werden, wenn sich diese um das Kind herumstellen, sich die Hände reichen und zweimal laut: "Gesund, gesund!" rufen.

Bartholomäus:


Ausgehend von der Idee "Ich werde Menschenfischer aus euch machen!" berichtet der Fischer von den Aposteln und zahlreichen Anhänger/innen Jesu, die seine Lehren verbreitet und von seinen Taten erzählt haben. Viele Apostel waren Fischer, denn das war in der Gegend, in der Jesus gelebt hat (um den See Genezareth), ein sehr verbreiteter Beruf.
Bartholomäus bittet die Kinder, ihm bei seiner Arbeit als Fischer zu helfen: Mit einer gebastelten Angel können sie versuchen, mit ein wenig Wasser gefüllte Luftballons aus einem Bottich Wasser bzw. einer seichten und ruhigen Flussstelle zu fischen. Hierfür befestigt man an den Luftballonen (am besten direkt beim Verknoten) aus Draht geformte Schlaufen.

Johanna:


Johanna war eine Frau, die Jesus unterstützt hat und bei der wundersamen Brotvermehrung dabei war. Jesus, der als Prediger (Erzähler) durch das Land gezogen ist, hat an verschiedenen Orten auch Menschen gekannt, die ihn finanziell unterstützt haben. Die Geschichte der Brotvermehrung (es gab nur wenig Brot und wenige Fische und trotzdem wurden tausende Menschen satt), wird sehr oft erzählt.
Bei dieser Station können sich die Kinder mit geteiltem Fladenbrot und Wasser ein wenig stärken und gemeinsam sammeln, was man im Leben alles teilen kann und welche Dinge durch Teilen "mehr" werden (z.B. Lachen, Zeit, Liebe,...).

Es ist geschafft...


Nachdem die Gruppen alle Leute eingeladen haben, kehren sie wieder zu Andreas zurück. Gruppen, die früher kommen, können bei der Vorbereitung für die Feier mithelfen.
Bei einem Wortgottesdienst kannst du den Kindern die gefundenen Hinweise auch noch genauer erklären: Licht - Jesus hat vielen Menschen Hoffnung gegeben, Brot - Jesus hat Brot geteilt, z.B. beim letzten Abendmahl, und wir erinnern uns jeden Sonntag daran, König - Jesus wird als König der Juden gesehen, er wollte aber nicht herrschen wie ein König, sondern für viele Menschen ein gutes Vorbild sein, Kreuz - Jesus wurde gekreuzigt, Wasser - Jesus wurde von Johannes dem Täufer getauft, wenn wir getauft werden, passiert das auch mit Wasser...
Als Dank für ihre Hilfe überreicht Andreas am Ende des Spiels jedem Kind eine Perle und ein Lederband (auch als Erinnerung an das Spiel) und lädt sie ein, auch bei der Feier mitzumachen.

Autor/in: Ena Vichytil und Clemens Huber

Publikation: kumquat "Raum" 2/2005

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Lager-Kategorie: Geländespiele

Schlagwörter: Geländespiel, Bibel, Religiöses, Kinderpastoralwoche