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Spurensuche

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Wenn wir nach Gott fragen, haben wir zunächst ein Problem: Gott ist unsichtbar. Kinder lösen die Frage nach dem Unsichtbaren im Laufe ihres Heranwachsens immer wieder neu. Interessanterweise stellen sie dabei nicht Gott infrage, sondern "prüfen" seinen Aufenthaltsort. Der Unsichtbare wohnt zunächst "außen", an einem Ort außerhalb der sichtbaren Welt, also "im Himmel". Wir können beobachten, dass am Übergang zum Jugendalter Gott einen neuen Platz bekommt, nämlich "innen", im Herzen der Menschen, in der Welt der Gefühle: Gott ist Liebe! Wenn du mit Mädchen und Buben zum Thema Gottesbilder arbeitest, ist es wichtig, die unterschiedlichen, auch gegensätzlichen Erfahrungen und Vorstellungen als Mosaiksteine eines ganzheitlichen Bildes zu sehen. Vor allem musst du auf eine Beurteilung in "richtig" und "falsch" verzichten. Gottesbilder - nicht nur das von Heranwachsenden, auch unsere eigenen - ergänzen und wandeln sich ständig.

Ziel

Die Kinder erkennen, dass sich der unsichtbare Gott in den Kleinigkeiten der Schöpfung entdecken lässt.

Material

  • Geschichte von den Spuren Gottes
  • aus Papier ausgeschnittene Fußabdrücke
  • Stifte zum Beschriften

 

Die hier abgedruckte Gruppenstunde ist eine gekürzte Fassung, die ganze Gruppenstunde findest du im behelp "Gott geht mit".

Fotoapparat


Zwei Kinder bilden je ein Paar. Eines davon ist der Fotoapparat, der/die andere Fotograf/in. Wer gerade der "Fotoapparat" ist, schließt die Augen und lässt sich von dem/der Fotograf/in durch die Gegend führen. Drückt der/die Fotograf/in einmal kurz (und leicht!) von oben auf den Kopf, so öffnet der "Fotoapparat" für einen Augenblick die Augen. Dann schließt er sie wieder und beschreibt kurz aus dem Gedächtnis, was er eben gesehen hat. Aufgabe des/der Fotograf/in ist es, interessante Motive zu finden. Nach einiger Zeit werden die Rollen gewechselt.

Fußspuren - eine Geschichte


Ein französischer Gelehrter durchstreift die Wüste und hat sich als Führer einige Araber mitgenommen. Bei Sonnenuntergang breiten die Araber ihre Teppiche auf den Boden und beten. "Was machst du da?", fragt der Gelehrte einen. "Ich bete." "Zu wem?" "Zu Allah." "Hast du ihn jemals gesehen, betastet, gefühlt?" "Nein." "Dann bist du ein Narr!" Am nächsten Morgen, als der Gelehrte aus seinem Zelt kriecht, meint er zu dem Araber: "Hier ist heute Nacht ein Kamel gewesen!" Da blitzt es in den Augen des Arabers: "Haben Sie es gesehen, betastet, gefühlt?" "Nein." "Dann sind Sie aber ein sonderbarer Gelehrter!" "Aber man sieht doch rings um das Zelt die Fußspuren!" Da geht die Sonne auf in all ihrer Pracht. Der Araber weist in ihre Richtung und sagt: "Da sehen Sie, die Fußspuren Gottes!"

Fußspuren legen


Du hast etliche aus Papier ausgeschnittene Fußabdrücke vorbereitet. Du lädst die Mädchen und Buben nun ein, auf eine Entdeckungsreise zu gehen. Am besten geht ihr dazu aus dem Gruppenraum hinaus an einen günstigen Platz in der näheren Umgebung und vereinbart, welches Gebiet erforscht werden soll.
Die Kinder sollen sich alleine oder zu zweit auf den Weg machen und die Gegend nach Dingen absuchen, die ihnen besonders gut gefallen (besondere Steine, Blumen, Bäume, Spinnennetz usw.).
Wenn sie etwas gefunden haben, legen sie dorthin eine kurze Fußspur (2-4 Fußabdrücke). Auf die Fußabdrücke sollen sie zuvor noch draufschreiben, warum ihnen das gefundene Ding so gut gefällt.

Auf den Spuren Gottes


Wenn alle Fußabdrücke ausgelegt sind, versammelst du die Kinder und erklärst ihnen, dass ihr euch jetzt auf eine besondere Spurensuche machen werdet: "Stellen wir uns vor, diese Fußabdrücke sind - wie der Mann in der Geschichte behauptet hat - die Fußspuren Gottes. Stellen wir uns vor, Gott war eben hier, er ist eben hier herumgegangen und hat seine Fußspuren hinterlassen. Und seine Fußspuren führen uns zu besonderen Plätzen, wo wir etwas Besonderes sehen können. Wir werden von Platz zu Platz gehen und schauen, was es dort Besonderes zu sehen gibt. Und dann werden wir nachdenken, was uns Gott vielleicht damit zeigen oder sagen wollte..."
Ihr geht nun von Platz zu Platz. Jene Kinder, die die jeweilige Stelle mit den Fußabdrücken markiert haben, zeigen, was sie Besonderes gefunden haben. Alle miteinander überlegt ihr, was Gott euch vielleicht mit diesem besonderen "Ding" zeigen oder sagen wollte. Was euch dazu einfällt, notiert ihr zusätzlich auf den dazugehörigen Fußabdrücken.

Autor/in: Maria Kreidl und Hermine Feurstein

Publikation: kumquat 4/04-05

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Schlagwörter: Religiöses, Ich