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Da geht nix weiter!

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: mittel

Material

  • Kärtchen mit Sprichwörtern
  • Würfel (z.B. Papier, Karton, Holz,...)
  • Plakat mit verschiedenen "verfahrenen Situationen"
  • Schilder "Deine Schuld ist dir vergeben - Steh auf und geh!"
  • div. Material, um die Würfel zum "rollen" zu bringen

Aufbau

Nach einem spielerischen Einstieg ins Thema werden gemeinsam für Phantasie-Personen verfahrene Situationen gesammelt. Diese werden in Kleingruppen besprochen, es werden mögliche Lösungen diskutiert und das Diskutierte wird in Szenen pantomimisch dargestellt. In Anlehnung an die Bewegung, die in die Situationen gebracht wird, werden am Ende auch Würfel zum Rollen gebracht.

 

Jesus heilt einen Gelähmten (Mt 9,1-8)


"... Dort brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre zu ihm. Als Jesus sah, wie groß ihr Vertrauen war, sagte er zu dem Gelähmten: Hab keine Angst! Deine Schuld ist dir vergeben. Da dachten einige Gesetzeslehrer: Dieser Mann lästert Gott! Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken? Was ist leichter - zu sagen: Deine Schuld ist dir vergeben. oder Steh auf und geh? Aber ihr sollt sehen, dass der Menschensohn von Gott die Vollmacht hat, hier auf der Erde Schuld zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Bahre und geh nach Hause! Der Mann stand auf und ging nach Hause. Als die Leute das sahen, befiel sie große Furcht, und sie priesen Gott, dass der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat."
(aus: Die Gute Nachricht)

Hintergrund zur Bibelstelle:


Im Markus-, Matthäus- und Lukas-Evangelium wird die Geschichte von dem Gelähmten in ähnlichen Worten erzählt. Ganz zentral steht in allen Erzählungen der Satz: "Deine Schuld ist dir vergeben - steh auf und geh!" Beim Lesen kommt es wahrscheinlich eigenartig vor, Gelähmt-Sein mit Schuld zu verbinden. Was ist da für eine Schuld gemeint? Meint Jesus, dass man sich selbst schuldig macht, wenn man gelähmt ist? Das Gelähmt-Sein ist in dieser Stelle sicher auch im übertragenen Sinn zu verstehen: Jede/r von uns kennt solche Situationen, in denen wir uns aus Sorge vor einer Entscheidung, wegen eines Misserfolgs, aus Angst vor Fehlern usw. wie "gelähmt" fühlen, uns nicht "bewegen können", in denen wir uns möglicherweise selbst unseren Handlungsspielraum und unser Denken einengen. Schuld haben kann in diesem Sinn dann heißen, sich nicht zu erlauben, sich zu verändern, in eine anderen Richtung zu bewegen und möglicherweise einen Schlussstrich unter etwas zu setzen und neu "zu leben" beginnen. In den Worten "Deine Schuld ist dir vergeben!" steckt dann also eine Aufforderung und Ermutigung zu glauben, dass Altes (Verhalten) überwunden werden kann und wir - wieder - auf uns selbst vertrauen und uns trauen sollen zu leben!
(Mit Gedanken aus: Anselm Grün: Das Evangelium des Markus. Kreuz-Verlag 2003.)

Das lähmt mich!


Am Beginn der Stunde erklärst du den Kids, dass es heute um Situationen im Leben geht, in denen "einfach nix weitergeht". Um in das Thema "einzusteigen" könnt ihr nun entweder gegenseitig Redewendungen, die zu dem Thema passen, darstellen und erraten, oder aber das Spiel "Gummimasse" ausprobieren.

Sprichwörter darstellen: Die Kids ziehen zu zweit oder dritt je ein Kärtchen, auf denen entsprechende Redewendungen zu finden sind. In der Kleingruppe überlegen sie kurz, wie sie diese Redewendung am besten pantomimisch darstellen können. Dann werden die Wendungen nach der Reihe vorgespielt und alle raten mit, worum es sich handeln könnte! Mögliche Beispiele: "Wie ein Kaninchen vor der Schlange stehen", "zur Salzsäule erstarren", "wie angewurzelt stehen bleiben", "sich im Kreis drehen", "auf der Stelle treten", "in die Enge getrieben sein",...
Gummimasse: Etwa zwei Drittel der Kids legen sich auf den Boden und bewegen sich so, als wären sie eine zähe Gummimasse. Die anderen Kids versuchen, durch diesen Gummibrei (ohne Schuhe) durchzuwaten und bleiben - da es sich um Gummi handelt - ab und zu auch kleben. Dabei werden sie von den Kids, die die Gummimasse spielen, sanft am Knöchel festgehalten und nach kurzem Verweilen wieder losgelassen. Am anderen Ende der Gummimasse angelangt, werden die Kids selbst zum Gummi und die Kinder, die den Gummi bilden, können nach und nach aufstehen und ebenfalls durch die Masse waten.

Es geht nix weiter!


Nach dem Spiel liest du den Kids die Bibelstelle vor bzw. erzählst sie gemeinsam mit ihnen. Zur Erklärung, worum es weiter in der Gruppenstunde geht, kannst du auch auf den "Hintergrund" zurückgreifen:
Jede/r von uns erlebt Situationen, in denen "einfach nix weitergeht", in denen wir "feststecken", aus verschiedenen Gründen "wie gelähmt sind", in denen wir glauben, dass wir nicht viel Handlungsspielraum haben. In einem ersten Schritt geht es nun darum, sich in eine Phantasie-Person (z.B. namens Laetitia Lähmig und Valerio Verfahren) hineinzuversetzen, die ungefähr in dem Alter ist, in dem deine Kids nun sind, und zu überlegen, in welche "verfahrenen Situationen" diese kommen könnte. Natürlich können die Kids hier auch von eigenen Erfahrungen erzählen, es ist aber wichtig, dass durch diese "Phantasie-Person" die Möglichkeit gegeben wird, über die Thematik zu sprechen, ohne von sich zu erzählen.

Die Ideen werden auf die Seiten von Würfeln (aus Papier, Karton, Holz,...) geschrieben, die die beiden Phantasie-Personen symbolisch darstellen (evtl. mit Gesicht, Händen,... bemalt). Die Würfel stehen als Bild für die "verfahrenen, fest steckenden Situationen", da Würfel ja selbst sehr statisch sind und sich nicht von selbst bewegen, auch wenn man sie z.B. auf eine Schräge stellt. Die Würfel werden im späteren Verlauf der Gruppenstunden noch weiter "bearbeitet".
Dabei könnt ihr euch durch Ideen anregen lassen, die du vor der Stunde auf ein Plakat geschrieben hast, z.B.: vor einer Entscheidung stehen, Angst haben einen Fehler zu machen, unter Leistungsdruck stehen, von jemandem/etwas enttäuscht sein, sich um etwas sorgen, sich einer Sache nicht gewachsen fühlen, sich alleine gelassen fühlen, einen Fehler gemacht haben, jemandem gegenüberstehen, der/die mächtiger ist, nach einem Streit nicht wissen, wie eine Freundschaft weiter geht,...

In einem zweiten Schritt gehen die Kids nun in Kleingruppen zusammen. Die Gruppen nehmen sich eine oder mehrere der Beispiele von den Würfeln heran und überlegen, was denn dieser Person helfen könnte, um wieder "zu leben zu beginnen", sich wieder "bewegen" zu können, evtl. einen Neubeginn zu machen. Das können Hilfen von außen sein, die sich die Person holt, oder Überlegungen, die die Person selbst anstellt und die ihr helfen, wieder mehr Handlungsspielraum zu haben.
Jede Kleingruppe sucht sich dann eine dieser Situationen, für die sie eine mögliche "Lösung" gefunden hat, aus und überlegt sich dazu eine pantomimische Darstellung, die den anderen Gruppen nachher gezeigt wird. Jede Kleingruppe kann für die Darstellung auch ein Schild mit dem Satz "Deine Schuld ist dir vergeben - steh auf und geh!" verwenden. Bei den Situationen ist es nicht von zentraler Bedeutung, dass die anderen Gruppen den Inhalt der Szene genau verstehen, sondern es geht in erster Linie darum, dass die Szene für die Gruppe ihre Diskussion widerspiegelt.

Da geht was weiter!


Nach dem Vorspielen der Szenen geht es wieder zurück zu euren Würfeln. Damit die Möglichkeit zum "Neubeginn", zu neuer "Bewegung" in den anfangs verfahrenen Situationen auch bildlich wird, könnt ihr als Abschluss der Stunde die Würfel, die ja sonst sehr statisch sind, zum Fortbewegen bringen, sodass die Würfel von alleine rollen. Dazu stehen verschiedene Materialien wie Räder, Alufolie, kleine Holzstückchen usw. zur Verfügung, mit denen ihr die Würfel in Bewegung bringen könnt.

Autor/in: Andrea Jakoubi

Publikation: kumquat 3/04

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Schlagwörter: Religiöses, Bibel, Ich