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"Wilde & laute Spiele" - Bausteine für Spiele mit viel Lärm und/oder Bewegung

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

"Kinder sind immer wild und laut und können nicht still sitzen!" Dieser Satz ist eigentlich sehr negativ gemeint. Abgesehen davon, stimmt es nicht, dass Kinder immer wild und laut sind — aber viele Kinder lieben es, sich auszutoben — zu schreien, sich viel zu bewegen,... Sie brauchen das, um sich gut entwickeln zu können. Mit den folgenden Bausteinen kannst du dem Bedürfnis deiner Kinder nach "Wild-Sein" nachkommen. Du kannst sie einerseits in der Gruppenstunde oder auch am Lager anbieten. Die Spiele können einfach so passen oder weil es gerade eine Stunde ist, in der Kinder die völlig überdreht sind und sie vielleicht gerade ein lärmendes, bewegtes Spiel brauchen. Gut ist, dir vorher zu überlegen, ob dieses Spiel auch für dich passt — ob du es aushältst, wenn der Lärmpegel hoch ist, die Kinder wild herumrennen und die Situation genießen. Darum soll es nämlich gehen — genussvoll wild sein dürfen.
Als Rahmenbedingung ist es gut, gemeinsam mit den Kindern ein Zeichen auszumachen, das bedeutet, dass alle aufhören und zu dir schauen, damit ihr euch verständigen könnt.
Bei manchen Spielen (z.B. Letz fetz) kann es auch gut sein, Grenzen bewusst vorher abzustecken — also noch mal bewusst zu machen, dass auch hier eure Gruppenregeln gelten, ihr einander nicht weh tut, etc.

Material

  • Ist bei den einzelnen Bausteinen angegeben.

 

Hörst mi? (draußen)


Die Kinder teilen sich in zwei Gruppen und stellen sich in selbst gewähltem Abstand gegenüber auf. Nun versuchen die Kinder der einen Gruppe, der anderen einen Satz zuzurufen. Wurde der Satz von der anderen Gruppe gut verstanden, kann der Abstand vergrößert werden und ihr könnt schauen, wie weit ihr euch voneinander entfernen könnt und dennoch versteht, was euch die andere Gruppe mitteilen will.
Bei diesem Spiel ist besonders darauf zu achten, dass es an einem Ort im Freien gespielt wird, an dem sich niemand durch das Schreien gestört fühlt!

Hitzige Diskussion (draußen und drinnen)


Die Kinder teilen sich in vier Gruppen, ein Kind ist der/die Dirigent/in. Die Kinder wählen ein Thema aus, über das sie diskutieren wollen (z.B. Im neuen Schuljahr sollen alle Schüler/innen 7 Tage pro Woche die Schule besuchen,...). Wichtig ist, dass du den Kindern erklärst, dass es hier nicht um eine ernsthafte Diskussion geht, sondern Dinge erlaubt sind, die bei einer "richtigen" Diskussion fehl am Platz sind: Argumente sehr lautstark vorbringen, einander ins Wort fallen, wild gestikulieren,... Bevor es richtig losgeht, können die Kinder in ihren Kleingruppen Argumente dafür oder dagegen überlegen, die sie dann lautstark in die Diskussion einbringen wollen.
Nun geht’s los: Der/die Dirigent/in zeigt an, welche beiden Gruppen jeweils gerade ihre Argumente vorbringen. Der/die Dirigent/in kann den Gruppen zeigen, dass sie leiser oder lauter werden sollen, jetzt nicht dran sind oder dran kommen. Die Rolle des/der Dirigent/in wird nach einiger Zeit gewechselt.
Eine Variation wäre auch, eine Phantasiesprache zu verwenden oder ohne zu Sprechen zu diskutieren — also nur mit ausdrucksstarken Körpergesten.

Letz fetz (drinnen)


Material: Zeitungspapier und alte Telefonbücher
Du hast jede Menge Zeitungspapier vorbereitet. Einerseits könnte es spannend sein, das Papier in den Gruppenraum zu legen und zu schauen, was die Kinder damit machen, oder du animierst die Kinder dazu, aus dem Papier Schneeflockerl oder Schneebälle zu produzieren, und das fröhliche Spielen im Papierschnee ist eröffnet.

Farbenwurf (draußen, z.B. am Lager)


Material: Wasserbomben, z.B. Mala-Farben (Ikea), altes Leintuch
Für diese Methode ist es besonders günstig, wenn es schon warm ist und alle Beteiligten in Badeanzug/Badehose ans Werk gehen können.
Du bereitest jede Menge Wasserbomben (jedes Kind sollte mind. 5 Wasserbomben zur Verfügung haben) vor, die du mit Hilfe eines Trichters mit ein wenig Farbe und dann noch mit Wasser füllst (sie dürfen nicht zu wenig gefüllt sein, weil sie sonst zu schwer platzen).
Nun hängt ihr ein großes, altes Leintuch über ein Holzbrett oder an eine Mauer (wenn rundherum keine Farbspuren bleiben dürfen, dann mit Plastik abdecken) und dann kann es schon losgehen: Entweder alle Kinder gemeinsam oder jedes Kind einzeln schleudert die Farbbomben gegen das Tuch. Dabei könnt ihr experimentieren, ob bei einer bestimmten Wurftechnik bestimmte Spuren entstehen oder welche Entfernung am günstigsten erscheint,...
Eine Variante wäre, die Farbbomben mit Hilfe von Stecknadeln oberhalb des Knopfs am Leintuch zu befestigen und dann mit Darts-Pfeilen zu versuchen, die Bomben zum Platzen zu bringen.
Das getrocknete Tuch kann z.B. im Gruppenraum als Wandgemälde aufgehängt oder als Tischtuch verwendet werden.

Amöbenschlankerer (drinnen)


Material: CD-Player, CD
Zu einem eher bewegteren Musikstück, das dem Geschmack deiner Kinder entspricht, versucht ihr, euch möglichst schräg zu bewegen. Für bestimmte Teile des Liedes könnt ihr euch auch bestimmte Bewegungen ausmachen, die von allen leicht nachgemacht werden können: z.B. beim Refrain machen alle den Amöbenschlankerer. Wie dieser genau ausschaut, bleibt eurer Phantasie überlassen!

Schreiwand (draußen)


Die Kinder deiner Gruppe teilen sich in drei Gruppen. Zwei Gruppen stellen sich mit einigem Abstand gegenüber auf, die dritte platziert sich dazwischen. Sie bildet eine Schreiwand, indem sie möglichst viel Krach (mit der eigenen Stimme, mit Gegenständen, auf die geklopft wird oder die auf den Boden geklopft werden,...) macht. Nun versucht eine Gruppe der anderen Gruppe eine wichtige Mitteilung in Form eines Wortes oder Satzes zu machen, indem sie diese einander lauter oder weniger laut zuschreien. Die Schreiwand wird lauter und leiser, sodass die Kinder testen können, ab welcher Lautstärke noch Kommunikation möglich ist. Die Rollen werden nach einiger Zeit gewechselt.

Autor/in: Veronika Richter, Andrea Jakoubi, Jutta Niedermaye

Publikation: Kumquat_2/04

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Schlagwörter: Spiel, Spaß, Experimente