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Stern, Stall, Ochs und Co... ein "Kriminalfall"

Gruppenstunde | Alter: 10-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Unser gängiges Bild, wie es bei der Geburt von Jesus ausgesehen hat, ist eines, das sich durch Jahrhunderte hindurch entwickelt hat. Die verschiedenen Elemente wie "Ochs und Esel", "Stern", "Stall" haben eine bestimmte Bedeutung, z. B. sollen sie die Erfüllung von alttestamentlichen Verheißungen, die das Kommen des Messias ankündigen, bestätigen. In dieser Gruppenstunde haben die Kinder die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Darstellungen der Geburt auseinanderzusetzen.

Material

  • Teile einer Krippe, einzeln verpackt
  • Tierlexikon oder -buch, Informationen über Tiere in der Krippe, evtl. in Geheimschrift
  • aufgenommene Botschaft (Audiodatei)
  • verschiedene Geschenke der "Hl. 3 Könige" und andere Gaben, Beschreibungen auf Kärtchen
  • Verkleidungsmaterial für Hirten und Engel
  • Karte von Israel, Klebepunkte
  • Antworten für Stern als Puzzle

Aufbau

Elena Krippowitsch, Kriminalkommissarin, bittet die Kinder um Hilfe: Führende Wissenschafter/innen haben sich mit den Geschehnissen rund um dir Geburt Jesu auseinander gesetzt und festgestellt, dass damals vieles nicht so abgelaufen sein dürfte, wie uns das heutige Krippendarstellungen glauben lassen wollen. Nun sind die Forschungsergebnisse jedoch verschwunden und sollen mit Hilfe der Kinder wieder beschafft werden.
Die Kinder besuchen nun verschiedene Stationen und finden Informationen rund um Jesu Geburt heraus.

 

Zur Durchführung:
Bei einer gemeinsamen Aktion können die Stationen mit verschiedenen Gruppenleiter/innen besetzt sein, die durch eine entsprechende Erklärung der Station noch mehr "kriminalistische" Stimmung hinein bringen können. In einer Gruppenstunde kann Elena Krippowitsch die Kinder einfach von Station zu Station begleiten. Wenn ihr zu zweit seid, kann eine Person die Rolle von Elena übernehmen und der/die Zweite übernimmt die Erklärung der Stationen. Für die Gruppenstunde ist es nötig, einige Stationen auszuwählen, da alle zusammen für eine Stunde zu lange wären.
Die einzelnen Stationen können in der Pfarre verteilt oder an unterschiedlichen Orten im Gruppenraum bzw. in der Nähe des Raumes zu finden sein.

Geschenke?


Zu Beginn der Gruppenstunde liegen viele Päckchen im Gruppenraum verteilt. Gemeinsam werden diese zusammengesucht und ausgepackt: Jedes Päckchen enthält einen Teil einer Krippe. (Es muss keine echte Krippe sein, sondern kann auch eine aus Lego oder eine gezeichnete Krippe sein. Wichtig ist nur, dass die Kinder erkennen, worum es sich handelt.) Anschließend werden die Teile zu einer Krippenszene zusammengesetzt.

Sobald das geschehen ist, tritt Kriminalkommissarin Elena Krippowitsch auf und berichtet den Kindern folgende unglaubliche Geschichte:
Seit hunderten von Jahren will man uns schon weismachen, dass eine Krippe so aussieht, wie sie heute unter jedem Weihnachtsbaum zu finden ist. Doch: Tatsache ist, dass es damals, zu Jesu Geburt, höchstwahrscheinlich ganz anders ausgesehen hat. Wie? Ja, das ist die Frage! Einige Wissenschafter/innen waren schon ganze nahe an der Auflösung dieses Rätsels dran, aber dann waren die Unterlagen plötzlich verschwunden. Elena Krippowitsch ist nun gebeten worden, an der Auflösung des Rätsels mitzuwirken, und bittet um tatkräftige Unterstützung der Kinder: Es gibt nämlich bereits Hinweise, wo Informationen zu finden sind.

Nun geht es daran, diese Informationen sicher zu stellen und den Wissenschafter/innen wieder zukommen zu lassen.

Die Stationen:

Ochs, Esel und Kamel


Die Kinder erhalten von Elena die Information, dass bei dieser Station etwas über die Tiere in der Krippe in Erfahrung gebracht werden soll. Idealerweise findet diese in eurer Pfarrbibliothek statt. Wenn ihr keine oder keinen Zutritt zu ihr habt, wäre es fein, dafür einige Bücher als "Bibliothek" auf einem Regal zusammenzustellen. Welche Bücher das sind, ist egal, wichtig ist nur, dass ein Tierlexikon (oder Tierbuch) dabei ist. Wenn die Kinder dieses durchblättern, finden sie bei "Ochse" bzw. "Esel" Zettel mit den gesuchten Informationen. (Ist es ein einfaches Tierbuch, dann sind die Zettel einfach zwischen die Seiten gelegt.) Damit es noch spannender wird, kannst du die Infos (oder einen Teil davon) auch in einer einfachen Geheimschrift verfassen.

Die Info zu Ochs & Esel:
Kaum zu glauben, im Lukas-Evangelium steht gar nichts von Ochs, Esel und Co.! In einem Buch, das nicht in die Bibel aufgenommen wurde, steht aber, dass Ochs und Esel Jesus angebetet haben, als er zwischen ihnen in der Krippe gelegen hat. So sind anscheinend diese beiden Tiere in die Krippe gekommen, obwohl von ihnen in den Evangelien nie die Rede ist!

Die Info zu Kamel:
Das Kamel ist ein Reittier der Könige. Deshalb wurden anscheinend die 3 Weisen auf Kamelen dargestellt.

Als Hintergrundinfo für dich:
In einem Buch, das nicht in die Bibel aufgenommen wurde, kann man lesen:
"Am dritten Tage nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus trat die seligste Maria aus der Höhle, ging in einen Stall hinein und legte ihren Knaben in eine Krippe, und Ochs und Esel beteten ihn an. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja verkündet ist, der sagt: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn" (Jes 1,3). So beteten sogar die Tiere, Ochs und Esel, ihn ständig an, während sie ihn zwischen sich hatten. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Habakuk verkündet ist, der sagt: "Zwischen zwei Tieren wirst du erkannt" (Hab 3,2; griechische Übersetzung). Josef blieb am gleichen Ort mit Maria drei Tage."

Drei Könige


Bei dieser Station hören die Kinder folgende Botschaft (als Audiodatei):

Dass Jesus tatsächlich Besuch von 3 Königen bekommen hat, ist sehr unwahrscheinlich. Im Matthäus-Evangelium ist eigentlich von Sterndeutern die Rede, die Zahl wird nie genau genannt. Habt ihr einen Verdacht, warum die Geschichte von den 3 Königen trotzdem so weit verbreitet ist?

An dieser Stelle wird auf die Stopp-Taste gedrückt und die Kinder können nun überlegen, was das für Gründe haben könnte. Wenn ihr einen Kassettenrekorder mit Aufnahmefunktion habt, können die Kinder nun auf eine leere Kassette ihre Ideen sprechen. Dann geht es mit der Botschaft weiter:

Dass fremde Könige zu Jesus kommen, soll sicherlich hervorheben, was für ein besonderes Ereignis die Geburt Jesu für uns Menschen war. Übrigens: In einem armenischen Evangelium, das nicht in der Bibel ist, finden sich sogar drei Namen für diese Könige: Melkon, Baltasar und Kaspar — die kommen uns doch irgendwie bekannt vor...

Als Hintergrundinfo für dich:
Die Heiligen drei Könige waren ziemlich sicher keine Könige. Im Evangelium von Matthäus ist von Sterndeutern aus dem Osten die Rede. (Diese waren vielleicht Wahrsager, die sich mit der Beobachtung der Sterne beschäftigten, die in der babylonischen Religion große Rolle spielten. Quelle: Die gute Nachricht.)


In einem armenischen Kindheitsevangelium ist folgendes zu lesen:
"Und alsbald begab sich ein Engel eilends ins Land der Perser, um den weisen Königen Kunde zu bringen, dass sie das neugeborene Kind anbeten sollten. Und nachdem der Stern die Könige neun Monate lang geführt hatte, erreichten sie ihr Ziel in dem Augenblick, als die Jungfrau Mutter wurde. Denn in jener Zeit übertraf das Reich der Perser durch seine Macht und seine Siege alle Könige im Morgenland. Und jene Könige der Magier waren drei Brüder: der erste war Melkon, der über die Perser herrschte; der zweite, Baltasar, herrschte über Indien, und der dritte, Kaspar, besaß das Land der Araber. Sie hatten ihre Reise beschleunigt und waren genau zu der Zeit zugegen, als Jesus geboren ward."


So hat es sich aber ziemlich sicher nicht zugetragen. Dass fremde Könige kommen, soll die Bedeutung von Jesus hervorheben. Auch hier liegt ein Zitat aus dem Alten Testament zugrunde. (Psalm 72,10): "Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben."

Gaben der Könige


Auf einem Tisch sind verschiedene Gaben, u.a. auch die drei traditionellen (Gold, Weihrauch und Myrrhe) aufgelegt (bzw. Symbolkärtchen) und beschriftet. Zusätzlich gibt es auch Erklärungskärtchen, die vermischt daneben liegen. Die Kinder haben nun die Aufgabe, die Kärtchen richtig zuzuordnen und schließlich die Königsgaben herauszusuchen.

Erklärungen:

  • Gold: ist sehr viel wert, deshalb galt es auch als Geschenk für Könige. Das Geschenk bedeutet: Jesus ist der langersehnte "König von Israel", der Frieden und Gerechtigkeit bringen soll.
  • Weihrauch: ist ein Zeichen der Anbetung und der Verehrung — Die "heiligen drei Könige" brachten es als Zeichen der Verehrung Jesu.
  • Myrrhe: ist ein altes Räucherwerk. Im alten Orient gebrauchte man es auch zur Salbung von Toten — als Geschenk an Jesus ist es also ein Vorzeichen, dass Jesus am Kreuz sterben wird.



Beispiele für weitere Gegenstände:

  • Sandalen: Jesus hat in seinem späteren Leben viele Strecken zu Fuß zurück gelegt — das haben die "heiligen drei Könige" mit ihrem Geschenk vorhergesagt.
  • Rassel: Jesus war ein Baby, wie alle anderen Kinder auch — deshalb haben ihm die "heiligen drei Könige" etwas Praktisches geschenkt, was Babys brauchen können.



Als Hintergrundinfo für dich:
Jes 60,3-6 "Völker wandern zu deinem Licht, und Könige pilgern zu deinem strahlenden Glanz [...] Auch den Reichtum des Meeres bringt man herbei, die Schätze der Völker kommen zu dir. Zahllose Kamele strömen ins Land, Dromedare aus Midian und Efa. Ganz Saba kommt und bringt Weihrauch und Gold und verkündet den Ruhm des Herrn."

Hirten und Engel


Bei dieser Station liegt Verkleidungsmaterial für Engel (ausgeschnittene Flügel, weißes Gewand,...) und Hirten (Stab, Mantel, Fellstück,...). Die Kinder sollen nun herausfinden, um welche "Personen" es sich hier handelt. Anschließend können sie sich natürlich auch entsprechend verkleiden und gemeinsam Szenen, z.B. als die Engel den Hirten die "Frohe Nachricht" überbringen, nachspielen. Die Szene kann von den Kindern so nachgestellt werden, wie sie in der Bibel zu finden ist, oder aber mit veränderten Details.
(Für diese Station kannst du auch Teile der Gruppenstunde "Eine gute Nachricht" verwenden!)

Zusätzlich erhalten die Kinder die Information:
Die Hirten als einfache und oft verachtete Menschen sind die ersten Zeugen der Geburt Jesu.
Die Engel sind ein Zeichen dafür, dass hier etwas Besonderes geschieht, wo Gott wirkt.

Bethlehem


Auf einer Karte von Israel aus der Zeit von Jesu Geburt (die Karte findest du hinten in der Bibel) sollen die Kinder den Geburtsort von Jesus suchen. Jedes Kind bekommt dazu einen Klebepunkt und klebt ihn an den Ort, den es für richtig hält.

Erklärung:
Haben viele von euch auf Betlehem getippt? Von Betlehem ist oft die Rede, aber: Man weiß nicht, wo Jesus geboren wurde. Dass Betlehem erwähnt wird, liegt daran, dass es ein weitere Beweis dafür sein sollte, dass die Ankündigungen über einen "neuen König" stimmen. Denn dieser sollte aus Bethlehem sein.

Als Hintergrundinfo für dich:
Micha 5,1 "Aber du Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll."

Stern


Hier stehen den Kindern drei Antwortmöglichkeiten zur Verfügung, die allerdings zuerst richtig zusammen gesetzt werden müssen. Haben die Kinder das Rätsel gelöst, sollen sie überlegen, welche Antwort(en) sie am wahrscheinlichsten finden.

Der Stern von Betlehem...
A: ... war eine seltene Sternenkonstellation, die sich nur alle 794 Jahre wiederholt.
(Erklärung: Saturn, der Schutzstern Israels, und Jupiter, der Königsstern, standen gemeinsam im Sternbild der Fische (Konjunktion zweier Planeten), dem Zeichen der Juden.)
B: ... war ein Komet mit einem langen Schweif.
C: ... ist ein Symbol für die besondere Bedeutung der Geburt Jesu.
(Richtig: A und C)

Als Rätsel:
A: Sternenkonstellation 794 seltene alle eine sich nur wiederholt die Jahre
B: langen Komet ein Schweif einem mit
C: ein Symbol Geburt ist für besondere Bedeutung die der Jesu.

Geschafft!


Nun sind alle Informationen über Jesu Geburt wieder zusammen getragen. Elena Krippowitsch bedankt sich bei den Kindern und verspricht, die Infos sorgfältig und wohlbehalten an die Wissenschafter/innen zurückzugeben.

Unsere Krippe


Wenn ihr wieder aus der Spielgeschichte ausgestiegen seid, könnt ihr euch als Abschluss der Stunde noch überlegen, wie denn eine Krippe heute aussehen würde, wenn ihr die Infos miteinbezieht, die ihr heute bekommen habt: Welchen Leuten würde das Ereignis zuerst verkündet werden? (Welche Leute werden heute eher an den Rand der Gesellschaft gedrängt bzw. sind nicht besonders hoch angesehen?) Was würde Jesus heute geschenkt bekommen und welche besonderen "Zeichen" könnten seine Geburt heute begleiten? Wo würde Jesus heute auf die Welt kommen (Was ist heute eine sehr einfache Unterkunft?) (Übrigens: Krippen sehen bei uns ja oft aus wie Tiroler Bauernhöfe. Das entspricht natürlich nicht dem "Original", aber die Leute wussten früher nicht, wie es in Israel aussieht. Durch die Abbildung der vertrauten Lebensumgebung der Menschen wird aber auch ausgedrückt, dass Jesus mitten unter uns Mensch geworden ist. Wahrscheinlich ist Jesus in einer Wohnhöhle geboren worden, die als Behausung damals sehr üblich war.)

Diese Fragen könnt ihr euch natürlich auch direkt bei den Stationen stellen (Hirten und Engel, Gaben der Könige, Stern,...).

Publikation: Advent & Weihnachten, kumquat "ankommen" 4/2005

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Jahreskreis: Weihnachten

Schlagwörter: Religiöses, Advent/Weihnachten, Spiel