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Das schwarze Schaf

Gruppenstunde | Alter: 8-11 | Aufwand: mittel

Ziel

Die Kinder sollen darin bestärkt werden, dass sie sich nicht immer genau so wie alle anderen verhalten müssen. Sie sollen merken, dass es auch gut/lustig sein kann, ein "schwarzes Schaf" zu sein. Außerdem können die "weißen Schafe" ihre Reaktion auf Verhalten üben, das von ihren Vorstellungen abweicht.

Material

  • Bild von einer weißen Schafherde
  • evtl. Wortsammlung
  • Plakat mit einem darauf gezeichneten Schaf

Aufbau

Am Anfang und am Schluss macht ihr euch anhand von Schafplakaten Gedanken über schwarze Schafe, und dazwischen spielt ihr drei Spiele mit schwarzen und weißen Schafen.

 

Zu Beginn seht ihr euch das Bild von der weißen Schafherde an, und du lädst die Kinder ein zu überlegen, wie Schafe denn so sind und was sie normalerweise tun. Als Hilfe kannst du hier die Wortsammlung verwenden.

Wortsammlung


sportlich - wollig - sanft - Grasfresser - geduldig - witzig - eigenartig - schnell - intelligent - verträumt - schwach - gesellig - wissbegierig - weiß - hinterlistig - müde - langsam - geschickt - gefährlich - originell - Herdentiere - praktisch - komisch - sauber - leise - übermütig - dumm - hungrig - freundlich - gemütlich - Tratschtanten - nie allein - musikalisch - neugierig

Habt ihr die Schafe charakterisiert, dann erzählst du in etwa: "Ja, so gemächlich kann das Leben einer Schafherde sein. Doch plötzlich mischt sich ein schwarzes Schaf unter die Herde..." An dieser Stelle malst du eines der Schafe schwarz an und erklärst, dass man jemanden ein schwarzes Schaf nennt, der manche Dinge anders macht als alle anderen, und dass die anderen Schafe ein schwarzes Schaf meist nicht besonders mögen.

Nun erklärst du die Spielgeschichte zum Spiel "rosa Wolf": Stellt euch vor, ihr seid eine Schafherde, und ihr seht alle recht gleich aus - bis auf zwei Schafe, denn die sind nicht weiß, so wie alle anderen, sondern schwarz. Und nicht nur, dass sie anders aussehen, nein, sie verhalten sich auch anders. So kann es zum Beispiel sein, dass ein schwarzes Schaf plötzlich seine Herde verlässt und anderswo hintrabt, weil es dort vielleicht eine Blume gesehen hat, die es fressen möchte. Die schwarzen Schafe sind also anders als die weißen, und manchmal tun sie Dinge, die die anderen nicht erwartet hätten. Das heißt also, dass die weißen Schafe flexibel sein und sich immer wieder auf neue Situationen einstellen müssen. Das macht ihr Leben anstrengender, aber auch spannender!

Der rosa Wolf


Wenn der rosa Wolf die Weide betritt, heißt es, sich schnell in Gruppen zusammen zu stellen und sich beispielsweise zu viert zu fürchten, denn dann kann einem der Wolf nichts anhaben. Der Wolf ruft also "Wer hat Angst vorm rosa Wolf?", woraufhin die Schafe rufen "Alle!", und der Wolf sucht sich eine Zahl aus und ruft dann z.B. "Dann fürchtet euch zu dritt!". Daraufhin stellen sich alle Schafe zu dritt zusammen und können nicht gefangen werden. Der Wolf ist dann hinter den Schafen her, die in keiner Dreiergruppe beisammen stehen. Fängt er ein einzelnes Schaf, dann wird dieses Schaf zum nächsten Wolf (Fänger/in).
Am Beginn jeder Spielrunde suchst du zwei Kinder aus, die die schwarzen Schafe spielen: Damit die anderen nicht wissen, wer die schwarzen Schafe sind, bittest du die Kinder, die Augen zu schließen und tippst zwei Kindern auf die Schulter. Die schwarzen Schafe spielen ganz normal mit, bis ihnen plötzlich einfällt, dass sie nicht die ganze Zeit in der Gruppe herumstehen wollen und diese einfach verlassen. Nun müssen die weißen Schafe flexibel sein und andere Gruppen bilden, damit ihnen der rosa Wolf nichts anhaben kann.

Nach diesem ersten Spiel könntest du die Kinder fragen:

  • Was halten die weißen von den schwarzen Schafen?
  • Bringen die schwarzen Schafe die anderen in Gefahr?
  • Was ist lustiger: ein schwarzes oder ein weißes Schaf zu sein?



Gerüchte


Das zweite Spiel geht so: Das schwarze Schaf fühlt sich in der Herde nicht wirklich wohl und beschließt, sich für kurze Zeit zurückzuziehen. Also geht ein Kind, das das schwarze Schaf spielen möchte, kurz aus dem Raum und überlegt, was es denn mit der Zeit, die es allein verbringt, anfangen könnte (z.B. Sticker ins Sammelalbum kleben, ein Buch lesen, aufs Klo gehen, telefonieren, mit dem Wolf plaudern, Gameboy spielen,...). Inzwischen mutmaßen die weißen Schafe, warum das schwarze Schaf weg ist - Gerüchte entstehen und werden verbreitet. Hier kannst du auch erzählen, dass es ja leider oft der Fall ist, dass rund um ein schwarzes Schaf böse Gerüchte entstehen, weil sich die weißen Schafe ins Gerüchte-Erfinden hineinsteigern.
Nach ein paar Minuten kommt das schwarze Schaf zurück und beantwortet die Fragen der weißen Schafe mit ja oder nein. Diese fragen: "Warst du weg weil... (hier setzen sie die diversen Gerüchte ein)?" Wenn die weißen Schafe durch die Ja-Nein-Fragen nicht hinter das Geheimnis des schwarzen Schafes kommen, dann erzählt es ihnen einfach, was es gemacht hat.
Achtung, bei diesem Spiel musst du darauf achten, dass die Kinder in der Rolle der Schafe sprechen und dem Kind, das das schwarze Schaf spielt, nichts unterstellen, à la: "Der Karli will sicher ungestört die Magdalena anrufen..."!

Stopp dem eintönigen Blöken!


Mit der Zeit merken die Schafe, dass es nicht so schlimm ist, mal aus der Reihe zu tanzen und anders zu sein als die anderen. Schließlich sind ja nicht einmal alle weißen Schafe gleich! Dank der schwarzen Schafe trauen sich nun auch die weißen Schafe einander mehr von dem zu zeigen, wie sie in Wirklichkeit sind. Daher sucht nun jedes Schaf einen neuen Laut anstelle des üblichen "Mäh!", der besser zu ihm/ihr passt. Gemeinsam spielen die Kinder nun, was den Schafen im Lauf eines Tages passieren könnte bzw. was sie unternehmen könnten. Dabei unterhalten sie sich ausschließlich in ihren individuellen Lauten.

Zum Abschluss besprecht ihr die Frage: Wo/Wann ist es lustig, ein schwarzes Schaf zu sein? In welchen Situationen würden wir gern das tun, was von uns nicht erwartet wird? Eure Einfälle könnt ihr auf das Schafplakat schreiben.

Autor/in: Martin Lacroix und Lisi Paulovics

Publikation: Kumquat_1/04

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Schlagwörter: Rollenspiel, Ich