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Sterne in Not

Gruppenstunde Lager Ausflug | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Aktionen die am Abend stattfinden können für Kinder ein sehr spannendes Erlebnis sein. Was du beachten kannst, damit das Tun in der Dunkelheit für Kinder aber nicht zu spannend, also Angst einflößend wird, kannst du am Ende im Artikel "Angst und Dunkelheit" nachlesen.

Material

  • ein Teelicht für jedes Kind
  • Taschenlampen für die Informant/innen
  • Kärtchen mit Erläuterungen und Bildern der Sternzeichen
  • ein kodierter Konstruktionsplan
  • decodierte Konstruktionspläne in der Anzahl der Gruppen
  • Codes
  • Gegenstände für das Portal (Alltagsgegenstände, z.B. ein Ball)
  • Spielgeld für jede Gruppe
  • (fiktive) Sternkarte mit vorhandenen Sternzeichen

 

Die Story


Sechst Sternzeichen wurden vom verrückten Professor X vom Himmel geholt, da sie seiner Meinung nach viel zu hell sind und er deswegen nicht einschlafen kann. Keine Frage - die Sterne müssen wieder hinauf auf den Himmel! Deshalb werden die Kinder gebeten, sich kundig zu machen und schließlich die Sterne wieder an ihre angestammten Plätze zu befördern.

Die Einteilung der Gruppen


Das Spiel ist für 6 Gruppen beschrieben, natürlich könnt ihr das Geländespiel aber auch mit weniger Gruppen durchführen. Die Kinder teilen sich in 6 Gruppen auf. (Gruppen mit jüngern Kindern sollten auf alle Fälle von einem/r Gruppenleiter/in begleitet werden). Jedes Kind übernimmt dabei die "Patenschaft" für einen heruntergefallenen Stern, d.h jedes Kind erhält ein (nicht angezündetes) Teelicht, das es die ganze Aktion über behält.
Jeder Gruppe ist ein anderes Blinklicht zugeordnet, z.B. 3x kurz; 2x lang; 1x kurz und 2x lang,...

Phase 1 - Sternen-Infos


Jede Gruppe bekommt nun die Aufgabe, sich über ein bestimmtes Sternzeichen kundig zu machen: Sie sollen herausfinden, welchen Namen ihr Sternzeichen trägt und welche Form es hat.
Diese Informationen haben 6 Informant/innen, die sich ganz in der Nähe (in Sichtweise) aufhalten. Jede Gruppe bekommt Informationen von ihrem/r persönlichen Informant/in. Diese/r macht (mit einer Taschenlampe) das Blinkzeichen, das der Gruppe zugeteilt ist. (Wenn ihr weniger Gruppenleiter/innen seid, bekommen die Kinder ihre Information von einer Person, sobald sie ihr Blinkzeichen gemacht haben).

Die Sternbilder


Abbildungen der Sternbilder findest du z.B. unter www.members.aol.com/astrofreaks/sternbilder oder unter deepsky.astronomie.info/constellation.de.php.

Kassiopeia (Cassiopeia)


... ist eines der ältesten und bekanntesten Sternbilder. Wegen seiner Gestalt spricht man manchmal vom Himmels-W oder Himmels-M: Je nach Position bilden nämlich die fünf hellsten Sterne ein "W" oder "M" am Himmel.

Der Große Bär (Ursa Maior)


... ist das drittgrößte Sternbild am Himmel. Er ist selbst schwer zu erkennen, ein Teil davon, der große Wagen, ist aber sehr bekannt. Er besteht aus sieben Sternen, von denen 3 die Deichsel und 4 weitere den Wagenkasten bilden. Verlängert man den Abstand der hinteren beiden Kastensterne fünfmal nach oben, so gelangt man zum Polarstern.

Der kleine Bär (Ursa Minor)


... ist selbst schwer zu erkennen, ein Teil des Sternbildes, der kleine Wagen, ist aber sehr bekannt. Er sieht dem großen Wagen (einem anderen Sternbild) sehr ähnlich: Er besteht aus sieben Sternen, von denen 3 die Deichsel und 4 weitere den Wagenkasten bilden, nur steht er in umgekehrter Richtung am Himmel.

Orion (Orion)


... ist das hellste Sternbild am Himmel, es stellt einen Krieger dar. Das auffälligste Merkmal des Sternbildes sind die hellen "Gürtel"sterne, die in der Mitte in einer Reihe liegen.

bei sechs Gruppen auch:

Herkules (Hercules)


... ist das fünftgrößte Sternbild am Himmel, enthält aber keine besonders helle Sterne. Er ist rechts neben dem Sternbild Leier zu finden. Gut sichtbar ist das aus vier Sternen gebildete Trapez (ein Rechteck, das auf einer Seite auseinander gezogen wurde), das den Körper des Helden darstellt. Von dort aus kann man auch die Arme und Beine des Herkules finden.

Die Leier (Lyra)


... ist eines der kleinsten Sternbilder am Himmel, aber ein sehr auffälliges. Besonders gut sichtbar ist der Hauptstern des Sternbildes, die Wega, der fünfthellste Stern am Himmel. Links unterhalb des Sterns Wega bilden vier Sterne ein fast perfektes Parallelogramm (ein gequetschtes Rechteck).

Variante: Was stimmt


Wenn ihr z.B. sehr viele ältere Kinder habt und deshalb das Finden der richtigen Informationen noch etwas kniffiger gestalten wollt, könnt ihr eine Variante nehmen, die du aus Platzgründen auf der Hompage (wien.jungschar.at) findest.

Phase 2 - Das Portal wird gebaut!


Sobald die Erklärungen und Formen der Sternbilder bekannt sind, treffen wieder alle Gruppen zusammen. Um die Sterne wieder auf den Himmel "schießen" zu können, muss ein Portal gebaut werden, das aus 6 Teilen besteht (bei weniger Gruppen aus entsprechend weniger Teilen). Jede Gruppe ist für einen Teil des Portals verantwortlich, den es nun zu beschaffen gilt. (Das Portal besteht schlussendlich aus 6 beliebigen Gebrauchsgegenständen, denen jeweils ein "spaciger" Name gegeben werden kann. In unserem Beispiel wird das Portal mit einer Plane, einem Ball, einer Röhre, einer Glühbirne, einem Stift und einem Hut gebaut).

Den Kindern helfen dabei 4 Personen, die sich ganz in der Nähe aufhalten:

Der/die Konstrukteur/in...


  • ...hat den Konstruktionsplan für das Portal. Die 6 Teile des Portals in diesem Plan sind aber noch codiert (verschlüsselt). (Siehe Skizze)
  • ...wenn diese Teile decodiert sind, kann er/sie den Kindern sagen, welche Teile sie bei dem/der Verkäufer/in besorgen sollen.



Der/die Techniker/in


  • ...benötigt von den Kindern den decodierten Konstruktionsplan und die gekauften Teile, um das Portal aufbauen zu können.



Der/die Verkäufer/in


  • ...verkauft an die Kids die Teile, sobald die Beschreibung decodiert ist.



Der/die Assistent/in


  • ...gibt den Kids das Geld (Spielgeld, z.B. Knöpfe) für die Teile, die sie vom/von der Verkäufer/in kaufen sollen.
  • ...kann die Teile decodieren.



Wie ihr die Gegenstände codiert, ist ganz euch überlassen. Bei jüngeren Kindern kann es ein einfacher Code sein, z.B. A=1, B=2 usw. In diesem Beispiel erhält die Gruppe, die den Teil mit dem Namen "Xorx" decodieren soll, etwa die Zahlenkombination 16-12-1-14-5 und entschlüsselt daraus das Wort "Plane", die sie dann bei dem/der verkäufer/in kaufen kann. Außerdem gibt es z.B. Gnorm/Ball, Plop/Röhre (Roehre), Beta/Glühbirne (Birne), Bong/Stift und Atax/Hut.
Vorschläge für etwas schwierigere Codes für ältere Kinder findest du auf der Hompage (wien.jungschar.at).

Jede Gruppe holt sich also bei dem/der Assitent/in den Code, um ihren Teil des Portals zu entschlüsseln, sowie das Geld, um die Teile bei den/der Verkäufer/in kaufen zu können. Dann decodieren sie mit mit dem/der Konstruteur/in ihren Teil und wissen demnach, was beim/der der Verkäufer/in besorgen sollen. Mit dem Gegenstand geht die Gruppe dann zum/zur Techniker/in, mit dem/der sie dann gemeinsam das Portal aufbauen.

The End


Wenn alle Teile des Portals vorhanden sind, kommen alle Kinder wieder zusammen. Der/die Techniker/in begrüßt alle gemeinsam und dankt ihnen für den Einsatz beim Bau des Portals. Er/sie hat auch eine Sternenkarte, in der die Sternbilder, über die die Kinder Informationen herausgefunden haben, eingezeichnet sind.
Die Kinder stellen sich nun anhand dieser Sternkarte auf, d.h. jede Gruppe in der Form ihres jeweililgen Sternzeichens. Dazu werden die Teelichter angezündet - das Portal wird angeworfen.
Mit einem lauten gemeinsamen "Puff!" gelingt es den Kindern dann, die Sterne wieder an ihren angestammten Platz zu schießen - die Sternzeichen strahlen wieder vom Himmel.


Angst & Dunkelheit



Angst ist eine Grunderfahrung des Menschen — es gibt kein Leben ohne Angst. Wir können uns noch so sehr mühen, der Angst auf den Grund zu gehen, wir werden sie nicht beseitigen können. Solche Versuche, der Angst auf den Grund zu gehen, können aber eine Hilfe sein, mit der Angst umgehen zu lernen. Und das ist sehr wichtig, denn eines ist sicher: Angst ist eines der bedrohlichsten Gefühle, die es gibt. Darum müssen wir sie jedenfalls ernst nehmen.

Umso schwieriger ist daher die Tatsache, dass es in unserer Gesellschaft nicht erwünscht ist, Angst zu zeigen oder zuzugeben. Angst hat man besser zu verstecken, wenn man ernst genommen werden möchte. "Furchtlos” zu sein ist ein Ideal, mit dem besonders Burschen oder Männer immer wieder in Konflikt geraten. Dabei wäre es um einiges einfacher, wenn Angst zu haben als eine menschliche Erfahrung, als selbstverständlich gelten könnte, denn Angst hat eigentlich eine sehr wichtige Funktion für den Menschen.

Angst vor dem Dunkeln


Wir brauchen die Angst, weil sie notwendig ist, um unser Überleben zu gewährleisten: In gefährlichen oder bedrohlichen Situationen mahnt sie als Warnsignal zur Vorsicht und hilft damit, eine Gefahr realistisch einzuschätzen. Auch in der Nacht oder im Dunkeln haben viele von uns Angst. Das ist natürlich, denn das menschliche Auge sieht in der Dunkelheit nur 4% dessen, was es bei Tag wahrnimmt und das bedeutet, "Vorsicht, du könntest dich verletzen, wenn du nicht aufpasst!” Auch unsere Interpretationen von Bäumen, Umrissen und die Wahrnehmung von Geräuschen in der Dunkelheit ruft in uns Unsicherheit und Angst hervor. Oft sagen wir uns dann, "das bilden wir uns ein" oder "unsere Phantasie geht mit uns durch". Unser Gehirn ersetzt durch das fehlende Tageslicht manche Bilder in unseren Köpfen — die werden sozusagen konstruiert. Erwachsene haben allerdings den Vorteil, dass sie dann doch recht gut zwischen Phantasie und Realität unterscheiden können, was aber nicht unbedingt die Angst mindert. Kinder sind zu dieser Unterscheidung meist noch nicht fähig. Die klare Unterscheidung zwischen Realität und bloß Gedachtem oder Erfundenem ist ihnen erst mit der Zeit möglich.

Vom Umgang mit der Angst


Angst sieht man Kindern in der Regel nicht an, verschiedene Kinder reagieren auch sehr unterschiedlich auf Angst — manche versuchen aus der Situation, die ihnen Angst bereitet, zu "flüchten", so verstecken sich Kinder etwas unter der Bettdecke oder flüchten in die Arme einer ihr vertrauten Person, andere versuchen, dieser Situation aktiv gegenzusteuern, das kann sich z.B. darin ausdrücken, dass Kinder in solchen Situationen aggressiv werden. Wenn ein Mensch keine Möglichkeit sieht, die Angstsituation zu bewältigen — also etwas zu tun oder sich daraus zu entfernen, dann kann er nur mehr "nicht-handeln", er ist also "gelähmt" vor Angst — eine der schlimmsten Dinge, die Menschen passieren können.

Bewältigungsstrategien für unsere Angst zu finden, ist eine Aufgabe, die sich uns immer und immer wieder stellt. Diese Strategien sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und sind demnach nie eins zu eins übertragbar auf andere. Manchmal werden Kinder in ihren Ängsten von Erwachsenen nicht ernst genommen und hören dann Sätze wie "davor musst du dich doch nicht fürchten". Manchmal bekommen Kinder von Erwachsenen auch gut gemeinte Tipps, z.B. "wenn du das nächste Mal Angst beim Einschlafen hast, dann mach einfach die Augen zu und denk an etwas Schönes!", die ihnen vielleicht aber in ihrer konkreten Angstsituation nicht helfen.

Was heißt das für dich als Gruppenleiter/in?


Wenn dir ein Kind von seiner Angst erzählt, bedeutet das, dass es Vertrauen zu dir hat. Nimm die Angst ernst, ohne sie herunterzuspielen. Ernst nehmen heißt allerdings nicht, das Kind zu bemitleiden oder zu sagen, dass man das, wovor sich das Kind fürchtet, auch schrecklich findet. Dem Kind ist geholfen, wenn es jemand zu verstehen versucht, sich mit dem Kind überlegt, was ihm in der konkreten Situation helfen könnte, und dabei nicht selbst tut, als wäre Angst für ihn kein Thema. Besonders, wenn man mit Kindern über längere Zeit hinweg zusammen ist, wie etwa auf Jungscharlager, wird man immer wieder mit ihren Ängsten konfrontiert. Auf Lager zu fahren bedeutet für Kinder viel Ungewohntes, Neues und viel Spannung — da kann es schnell einmal sein, dass Kindern etwas Angst bereitet. Kinder brauchen ein gewisses Maß an Sicherheit, etwas, worauf sie sich verlassen können. Am Lager helfen auch wiederkehrende Rituale eine Sicherheit gebende Atmosphäre zu schaffen, etwa das Lied oder die Gute-Nacht-Geschichte beim Zubettgehen.

Nachtaktionen


Nachtaktionen haben meist etwas mit Dunkelheit zu tun und können für Kinder etwas sehr Spannendes und Abenteuerliches sein. Hier ist aber ganz besondere Vorsicht geboten, Kindern auf keinen Fall Angst zu machen, sondern die Spannung und Aufgeregtheit der Kinder als angenehmes Erlebnis zu gestalten, bei dem sie auch sicher Spaß haben. Denn: Angst hat nichts mit Spaß zu tun.
Die Kinder müssen sich freiwillig dafür entscheiden können mitzutun und für diejenigen, die keine Lust an der Spannung verspüren, muss es deshalb ein wirklich gleichwertiges Alternativangebot im Haus geben.
Nachtspiele brauchen ein Happy-End! Die Spannung muss sich am Schluss auflösen lassen. Es muss ganz klar gemacht werden, dass die Spielhandlung erfunden und nie wirklich geschehen ist. Das möglichst wirklichkeitsnahe Inszenieren der Geschichte verstärkt trotz möglicherweise anders lautender Beteuerungen des/der Gruppenleiters/in den Eindruck, dass es sich um etwas Reales handelt: Alles, was die Kinder zusätzlich sehen und angreifen können, trägt zum Verschwimmen der Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit bei und kann daher Angst erzeugen.
Bei Nachtaktionen ist es wichtig, nie allein, sondern immer in Gruppen unterwegs zu sein. Bei jüngeren Kindern sollte auch ein/e Gruppenleiter/in bei der Gruppe sein.
Der nächtliche Wald kann ohne künstliches Licht eine schöne Erfahrung sein — aber nur, wenn ich mich als Kind freiwillig darauf einlassen kann, daher sollte Kindern nie die Mitnahme einer Taschenlampe verboten werden. Selbst, wenn sie nicht verwendet wird, gibt das Wissen, sie bei Bedarf einschalten zu können, ein Stück Sicherheit.
Bei Nachtaktionen ist auch wichtig zu bedenken, dass Unerwartetes Kinder gerade in der Nacht leicht erschreckt. Deshalb sollte auf plötzliches Auftreten von Personen und dergleichen verzichtet werden, denn damit wird Kindern die Schönheit des nächtlichen Waldes verdorben, zumal solche Erlebnisse im menschlichen Gehirn eine "Prägung" erzeugen und unauslöschbar gespeichert sind. Schreck ist — ganz egal wodurch er ausgelöst wird — keineswegs lustvoll für die Kinder.

Zu guter Letzt...


Durch den Umstand, dass wahrscheinlich die meisten von uns selbst gelernt haben, Angst möglichst nicht zu zeigen, sollten wir uns nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass Angst für Kinder wie für Erwachsene ein sehr bedrohliches Gefühl ist und ernst genommen werden muss. Kinder, die Angst haben, brauchen von dir als Gruppenleiter/in Nähe, Aufmerksamkeit und Verständnis. Und Kinder haben viele Ängste — Jungschar kann vielmehr ein Ort sein, wo es möglich ist miteinander spannende Erlebnisse zu haben, ohne einander unter Druck zu setzen und ohne einander Angst zu machen!

Bernhard Binder
nach einem Artikel von Karin Magrutsch und unter Verwendung der Bücher: Rogge, J. U.: "Kinder haben Ängste" und Zulliger, H.: "Die Angst unserer Kinder" - beide Bücher kannst du dir im JS-Büro ausborgen!

Autor/in: nach einer Aktion der pfarre Pötzleinsdorf

Publikation: Kumquat_1/04

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Lager-Kategorie: Abend und Nacht

Schlagwörter: Geländespiel, Nacht, Spiel